{"id":279818,"date":"2025-07-20T09:52:14","date_gmt":"2025-07-20T09:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/279818\/"},"modified":"2025-07-20T09:52:14","modified_gmt":"2025-07-20T09:52:14","slug":"venedigs-zukunft-kuenstlerkollektiv-unlikely-pavilion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/279818\/","title":{"rendered":"Venedigs Zukunft: K\u00fcnstlerkollektiv \u201eUnlikely Pavilion\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Was man hier sieht, k\u00f6nnte auf den ersten Blick eine Szene aus einem Science-Fiction-Film sein: eine unwirtliche Sandlandschaft, in der eine Art Flugobjekt zusammengebrochen ist, ein maskierter Space Trooper dekontaminiert den Boden . . . Wenn man genauer hinschaut, sieht man dann, dass dies hier keine Zukunftswelt im All ist, sondern der Lido von Venedig, an dem jemand mit einem Metalldetektor vor einem kunstvollen Stapel von Kanus und Surfbrettern heruml\u00e4uft. Aber man muss nat\u00fcrlich wie das K\u00fcnstlerkollektiv des \u201eUnlikely Pavilion\u201c, das dieses und andere Fotos in seinem gro\u00dfartigen w\u00f6chentlichen Newsletter (theunlikelyguide@substack.com) ver\u00f6ffentlicht, den Blick daf\u00fcr haben, wo sich ausgerechnet im von nostalgischen Kanal-und-Br\u00fccken-Touristen \u00fcberlaufenen Venedig die Zukunft des Planeten (und vielleicht auch anderer Planeten) zeigt.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1752921913_22_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/meine-ausgaben\/fas\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Erfunden wurde das Projekt, wie der Name schon ahnen l\u00e4sst, im Umfeld der Architekturbiennale, die \u00fcber den Sommer noch in Venedig unter dem Motto \u201eIntelligens\u201c zu sehen ist und die Intelligenz der Menschen oder der Siedlungsverb\u00e4nde (beides meint das lateinische Wort \u201egens\u201c) f\u00fcr die Stadtutopien der Zukunft zeigen will, wobei man allerdings alles M\u00f6gliche von Bakterienhaufen bis zu depressiv wirkenden Robotern, aber nur sehr wenige Menschen zu sehen bekommt. \u201eUnlikely Pavilion\u201c will im Internet das bieten, was die biotechnokratische Ausstellung nicht hinbekommt. Neben ebenso gut gelaunten wie klugen, manchmal begeisterten, oft sehr kritischen Kommentaren zur Biennale und den sich dort manifestierenden gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen gibt es scharfe Kritik am \u201eTech-Solutionismus\u201c des Silicon Valley, das mit immer neuen Apps Antworten auf Pro\u00adbleme und Fragen gibt, die zu Recht niemand stellte, und die immer wiederkehrende Frage, wie die Lagune zur Denkfigur und zum Zukunftsort werden kann. Venedig ist seit seiner Erbauung vom Untergang bedroht \u2013 und hat schon deswegen Strategien entwickelt, die sich eine von steigenden Meeresspiegeln bedrohte Welt zunutze machen kann. Was kann man von einer umfassenden \u201eLagunization\u201c lernen?<\/p>\n<p>Gibt es positivere Visionen?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Urspr\u00fcnglich wollte \u201eUnlikely Pavilion\u201c an der Biennale teilnehmen, was der Chefkurator Carlo Ratti gut fand (wobei etwas nicht gut finden nicht seine St\u00e4rke ist, wie der vollger\u00fcmpelte Hauptpavillon zeigt), dann aber hat die Biennale den Namen beanstandet, weil die Pavillons den L\u00e4ndern zustehen. Jetzt macht das Team seinen Pavillon als Newsletter, in dem Venedig-Texte von Kafka, Proust und Kim Stanley Robinson wiederentdeckt werden oder auch die von J. G. Ballard, dem gro\u00dfen Science-Fiction-Autor und Pionier der \u201eClimate Fiction\u201c: In seinem Roman \u201eThe Drowned World\u201c ist der Planet \u00fcberhitzt, die Meeresspiegel steigen, riesige Insekten fliegen durch abgesoffene Lagunenst\u00e4dte, die an ein dystopisches Venedig erinnern. Gibt es positivere Visionen?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Winter hat Metagoon, ein Kollektiv von Wissenschaftlern und K\u00fcnstlern, in Venedig einen Science-Fiction-Workshop veranstaltet, in dem sich die Teilnehmer die Zukunft der Lagune und der lagunifizierten Welt vorstellen sollen \u2013 m\u00f6glichst, auch wenn es \u201eunlikely\u201c ist, mit einem positiven Ergebnis. Was dabei an Funden und Theorien herauskam, erscheint jetzt w\u00f6chentlich bis zum Ende der Biennale bei \u201eUnlikely Pavil\u00adion\u201c. Wenn man es liest, erscheint das von Milliard\u00e4rshochzeiten, Touristen und Wasser \u00fcberschwemmte Venedig mit seinen schief stehenden Pal\u00e4sten und Rost-Vaporetti pl\u00f6tzlich als Ort, an dem die Zukunft sichtbar werden k\u00f6nnte. Und das ist wirklich etwas Neues.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was man hier sieht, k\u00f6nnte auf den ersten Blick eine Szene aus einem Science-Fiction-Film sein: eine unwirtliche Sandlandschaft,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":279819,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-279818","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114884951799063281","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=279818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279818\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/279819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=279818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=279818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=279818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}