{"id":280278,"date":"2025-07-20T14:03:10","date_gmt":"2025-07-20T14:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/280278\/"},"modified":"2025-07-20T14:03:10","modified_gmt":"2025-07-20T14:03:10","slug":"android-smartphones-koennen-vor-erdbeben-warnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/280278\/","title":{"rendered":"Android-Smartphones k\u00f6nnen vor Erdbeben warnen"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspAQhe\">Ein Erdbeben-Fr\u00fchwarnsystem auf Basis von Android-Handydaten soll \u00e4hnlich wirksam sein wie traditionelle Verfahren auf Basis seismischer Netzwerke. Dies <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.ads4779\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">berichten<\/a> Mitarbeiter des Google-Konzerns nach einer dreij\u00e4hrigen Testphase im Wissenschaftsjournal \u201eScience\u201c. Demnach registrierte das System \u201eAndroid Earthquake Alerts\u201c (AEA) von 2021 bis 2024 in insgesamt 98 L\u00e4ndern pro Monat im Mittel 312 Erdbeben.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Smartphones mit dem Betriebssystem Android haben eine integrierte Erdbebenwarnfunktion \u2013 zug\u00e4nglich \u00fcber Einstellungen im Bereich \u201eSicherheit und Notfall\u201c. Das <a href=\"https:\/\/crisisresponse.google\/android-alerts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">AEA-System<\/a> registriert Erdst\u00f6\u00dfe \u00fcber eingebaute Bewegungssensoren. Bei Erdbeben ab einer berechneten St\u00e4rke von 4,5 wird auf den Ger\u00e4ten ein \u201eTake Action\u201c-Alarm ausgel\u00f6st: also die Aufforderung, sich zu sch\u00fctzen, versehen mit Verhaltenstipps. F\u00fcr Regionen mit einer erwarteten geringeren St\u00e4rke ab etwa 3 wird eine \u201eBe Aware\u201c-Nachricht versendet, also ein warnender Hinweis.<\/p>\n<p> 11.231 Erdbeben <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Zwar gibt es seit l\u00e4ngerem vielerorts auch nationale Warnsysteme, die auf seismischen Messstationen beruhen. Aber eine St\u00e4rke des Android-basierten Verfahrens sei, dass etwa 70 Prozent aller Smartphones weltweit dieses Betriebssystem nutzen, schreibt das Google-Team um den Seismologen Richard Allen. Damit k\u00f6nnen sie entsprechende Warnungen empfangen, aber auch dazu beitragen.<\/p>\n<p>2,5<\/p>\n<p><strong>Milliarden Menschen<\/strong> haben Zugang zu dem Android-basierten Warnsystem.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Die von den Sensoren erfassten Daten werden automatisch zu Google-Servern geleitet, die anhand der Informationen sowohl Epizentrum als auch Tiefe der Erdst\u00f6\u00dfe und vor allem ihre St\u00e4rke berechnen sollen. Das sind durchaus anspruchsvolle Kalkulationen. Diese Einsch\u00e4tzungen h\u00e4tten sich im Lauf des Drei-Jahres-Zeitraums deutlich verbessert, schreibt die Gruppe. <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Wichtigster Grund: Es gebe inzwischen bessere Modelle sowohl zur regionalen Geologie als auch zu den jeweils genutzten Geb\u00e4udetypen und nicht zuletzt zu den verschiedenen Smartphone-Typen, deren Sensoren die Daten liefern. St\u00e4rken und Schw\u00e4chen des Systems beschreibt das Team nun anhand der Daten von April 2021 bis M\u00e4rz 2024. In diesem Zeitraum erfasste das System demnach 11.231 Erdbeben.<\/p>\n<p> Teilweise gab es Fehlalarme <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Bei knapp 1.300 Ereignissen sendete AEA Warnungen. Lediglich dreimal waren es Fehlalarme: bei zwei Gewittern und einem massenhaft versendeten Vibrationsalarm, der das System in die Irre f\u00fchrte. Solche Fehlerquellen seien seither abgestellt worden, schreibt die Gruppe. <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Sie nennt ein Beispiel: Bei dem Beben der St\u00e4rke 6,7 vom 17. November 2023 auf den Philippinen lag das Zentrum der Erdst\u00f6\u00dfe 40 Kilometer vor der K\u00fcste in einer Tiefe von 52 Kilometern. Die ersten Handys registrierten die Erdst\u00f6\u00dfe zw\u00f6lf Sekunden nach dem fr\u00fchesten Auftreten. Nach 18 Sekunden erfolgte die erste Warnung. Da ging das Android-System noch von der St\u00e4rke 5,5 aus. Nach knapp 29 Sekunden wurde die erwartete St\u00e4rke dann auf 6,5 hochgesetzt.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Auf insgesamt 2,5 Millionen Handys wurde Alarm ausgel\u00f6st, mehr als 100.000 Ger\u00e4te erhielten eine \u201eTake Action\u201c-Warnung. Diese kam meist etwa zwei bis acht Sekunden vor den st\u00e4rksten Erdst\u00f6\u00dfen an.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Zwar registrierte das System auch die beiden verheerenden Erdbeben im t\u00fcrkisch-syrischen Grenzgebiet vom 6. Februar 2023 mit zehntausenden Toten. Allerdings wurde die St\u00e4rke der Erdst\u00f6\u00dfe \u2013 7,8 und neun Stunden sp\u00e4ter 7,5 \u2013 mit 4,9 und 6,3 deutlich untersch\u00e4tzt, wie das Team einr\u00e4umt. Auch dies habe man verbessert.<\/p>\n<p> Android-System hat gr\u00f6\u00dfere Reichweite <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Die Effektivit\u00e4t von Warnsystemen k\u00f6nne maximiert werden, schreibt das Google-Team. Erforderlich daf\u00fcr seien ein besseres Verst\u00e4ndnis der <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/magma-blase-reisst-afrika-auseinander-auf-dem-weg-zu-einem-neuen-ozean-13935046.html?icid=in-text-link_14053850\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">physikalischen Grundlagen von Erdbeben<\/a>, bessere Sensoren-Netzwerke und eine bessere Zustellung von Alarmen. <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Traditionelle Warnsysteme wurden der Gruppe zufolge in Mexiko und Japan eingerichtet, sp\u00e4ter auch in Taiwan, S\u00fcdkorea, den USA, Israel, Costa Rica und Kanada. Im Jahr 2019 hatten demnach 250 Millionen Menschen Zugang zu Warnsystemen. Mit AEA seien es 2,5 Milliarden Menschen.<\/p>\n<p class=\"tspQck\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspQcq\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Diese hohe Zahl von Nutzern sei zweifellos beeindruckend, sagt Fabrice Cotton vom GFZ Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Geoforschung in Potsdam. N\u00fctzlich seien solche Handy-basierten Verfahren in Regionen ohne nationale Warnsysteme, wie etwa auf den Philippinen, in Nepal oder der T\u00fcrkei, weniger jedoch in anderen Regionen und L\u00e4ndern wie Kalifornien, Taiwan, Mexiko und Japan.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Allerdings, so merkt Cotton kritisch an, gehen die Android-basierten Warnungen nur an Nutzer von Ger\u00e4ten eines privaten Unternehmens. Zudem habe das Verfahren ausgerechnet bei heftigen Erdbeben \u2013 wie dem von Februar 2023 in der Ost-T\u00fcrkei \u2013 die St\u00e4rke erheblich untersch\u00e4tzt. Die zuverl\u00e4ssige Ermittlung der Magnitude von starken Erdbeben sei entscheidend f\u00fcr die Effektivit\u00e4t von Warnsystemen.&#13;<\/p>\n<p> Lesen Sie mehr \u00fcber Erdbeben <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/urlaubsregion-in-italien-erschuttert-die-anhaltende-aktivitat-ist-besorgniserregend-13946179.html?icid=topic-list_14053850___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Urlaubsregion in Italien ersch\u00fcttert \u201eDie anhaltende Aktivit\u00e4t ist besorgniserregend\u201c <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/das-mega-beben-in-istanbul-ist-uberfallig-wie-riskant-ist-eine-reise-derzeit-13593811.html?icid=topic-list_14053850___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eDas Mega-Beben ist \u00fcberf\u00e4llig\u201c Wie riskant ist eine Reise nach Istanbul derzeit?  <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/ratselhafte-erdbeben-in-brandenburg-sind-das-die-vorboten-eines-starken-bebens-im-grossraum-berlin-12990670.html?icid=topic-list_14053850___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">R\u00e4tselhafte Erdbeben in Brandenburg Sind das die Vorboten eines starken Bebens im Gro\u00dfraum Berlin? <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Die Zukunft liegt nach Einsch\u00e4tzung des Experten in der Kombination von seismischen Netzwerken und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/warnung-vor-naturgefahren-dieses-neue-portal-konnte-leben-retten-13522003.html?icid=in-text-link_14053850\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handy-basierten Sensoren<\/a>. Diese gibt es \u00fcbrigens nicht nur auf Android-Systemen, sondern auch \u00fcber spezielle Apps wie das kostenlose \u201eEQN\u201c (<a href=\"https:\/\/sismo.app\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">Earthquake Network<\/a>). Diese App hat allerdings nach eigenen Angaben bislang nur 20 Millionen Nutzer \u2013 im Vergleich zu 2,5 Milliarden Android-Nutzern. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Erdbeben-Fr\u00fchwarnsystem auf Basis von Android-Handydaten soll \u00e4hnlich wirksam sein wie traditionelle Verfahren auf Basis seismischer Netzwerke. Dies&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":280279,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[5356,4561,29,22,30,5668,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-280278","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-android","9":"tag-apps","10":"tag-deutschland","11":"tag-erdbeben","12":"tag-germany","13":"tag-katastrophenschutz","14":"tag-science","15":"tag-science-technology","16":"tag-technik","17":"tag-technology","18":"tag-wissenschaft","19":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114885938751114673","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/280278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=280278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/280278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/280279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=280278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=280278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=280278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}