{"id":281263,"date":"2025-07-20T23:05:10","date_gmt":"2025-07-20T23:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281263\/"},"modified":"2025-07-20T23:05:10","modified_gmt":"2025-07-20T23:05:10","slug":"fuehrungen-fuer-krebspatienten-in-stuttgarter-museen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281263\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungen f\u00fcr Krebspatienten in Stuttgarter Museen"},"content":{"rendered":"<p>Die t\u00e4gliche Auseinandersetzung mit Krebs kostet Kraft. Betroffene ziehen sich deshalb h\u00e4ufig aus der Gesellschaft zur\u00fcck. \u00dcber etwas anderes als die Erkrankung zu sprechen, dazu fehlt oft der \u00e4u\u00dfere Anlass. Im gesch\u00fctzten Umfeld der neuro\u00e4sthetischen F\u00fchrungen des Klinikums Stuttgart, Stuttgart Cancer Center \u2013 Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl erhalten Erkrankte und Angeh\u00f6rige die M\u00f6glichkeit zur Teilhabe am \u00f6ffentlichen Leben und Austausch, frei von allt\u00e4glichen Sorgen und \u00c4ngsten. Die F\u00fchrungen f\u00fcr Patientinnen und Patienten sowie deren Angeh\u00f6rige finden an Kulturinstitutionen wie der Staatsgalerie Stuttgart, dem Kunstmuseum Stuttgart und \u2013 als Sommerprogramm \u2013 im st\u00e4dtischen Lapidarium statt.<\/p>\n<p>Wie Kunst und Kultur den Therapiealltag erg\u00e4nzen <\/p>\n<p>Neuroonkologische Erkrankungen machen rund zwei Prozent aller Tumorarten aus und haben zumeist leider keine gute Prognose. Die Diagnose eines Hirntumors ist nicht nur f\u00fcr Patientinnen und Patienten, sondern auch f\u00fcr Angeh\u00f6rige mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden. Neben neurologischen Defiziten bestehen oft kognitive St\u00f6rungen beispielsweise in Form einer Einschr\u00e4nkung von Ged\u00e4chtnisleistung, Konzentration, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen auf den Gebieten der Neurowissenschaft, Neuro\u00e4sthetik und Neuroplastizit\u00e4t konnten bereits darstellen, dass die Besch\u00e4ftigung mit Kunst nicht nur sensorische Areale im Gehirn, welche f\u00fcr die Reizaufnahme zust\u00e4ndig sind, aktivieren, sondern auch Hirnareale, die zum Beispiel am kritischen Denken und Ged\u00e4chtnis beteiligt sind, stimulieren kann. Die Besch\u00e4ftigung mit Kunst f\u00f6rdert die Kreativit\u00e4t, verbessert die Kognition und das Ged\u00e4chtnis, f\u00fchrt zu Entspannung, reduziert Angstzust\u00e4nde und kann somit die Lebensqualit\u00e4t \u2013 \u00fcber alle Phasen der Therapie hinweg \u2013 entscheidend optimieren.<\/p>\n<p>Hierbei ist der Projektinitiatorin Minou Nadji-Ohl, Neurochirurgin am Klinikum Stuttgart, wichtig, dass es sich zwar um ein therapiebegleitendes Angebot handelt, aber eines, das sehr wohl praktische Effekte auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Teilnehmenden haben kann. \u201eDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nach den F\u00fchrungen entspannter, das Stresslevel ist reduziert. Gleichzeitig bemerken wir eine erh\u00f6hte Konzentration.\u201c<\/p>\n<p>Eine das Projekt rahmende wissenschaftliche Studie in Zusammenarbeit mit der Uniklinik T\u00fcbingen zur Kognition und Lebensqualit\u00e4t neuroonkologischer Patientinnen, Patienten und Angeh\u00f6riger bei der Betrachtung von Kunst, best\u00e4tigt dies bereits auf qualitativ-individueller Ebene.<\/p>\n<p>Pilotprojekt in deutschlandweit einzigartiger Umsetzungsform <\/p>\n<p>Die neuro\u00e4sthetischen F\u00fchrungen von Minou Nadji-Ohl und dem freischaffenden Kunstvermittler Andreas Pinczewski transportieren die Erkenntnisse der Neurowissenschaft und Neuro\u00e4sthetik seit zwei Jahren innerhalb von nicht\u00f6ffentlichen F\u00fchrungen in die Praxis. Die monatlich stattfindenden transdisziplin\u00e4ren F\u00fchrungen sind auf 60 Minuten angelegt und widmen sich wechselnden \u00fcbergeordneten Themenkomplexen. Nadji-Ohl und Pinczewski beleuchten das Leitmotiv der Rundg\u00e4nge jeweils zu Beginn und im Weiteren verortet bei den ausgew\u00e4hlten Kunstwerken mit Erkenntnissen aus ihren Fachbereichen der Neuro- und Kunstwissenschaft.<\/p>\n<p>Die Themen der F\u00fchrungen werden nach Kriterien aus der Neuro\u00e4sthetik und Gestaltungslehre gew\u00e4hlt. Zu jedem Thema werden gemeinsam Bilder aus den Sammlungen der Ausstellungsorte ausgesucht, in denen die entsprechenden Themen zu finden sind. \u201eGestaltorientiert zu arbeiten, hei\u00dft, dass wir die semantischen oder ikonographischen Inhalte zun\u00e4chst au\u00dfen vor lassen, ebenso die \u00e4sthetischen wie \u201esch\u00f6n\u201c oder \u201eh\u00e4sslich\u201c und uns stattdessen auf die rein visuell vorhandenen Fakten konzentrieren. Abstrakte Werke funktionieren in diesem Zusammenhang meist besser als darstellende und es f\u00fchrt zu oftmals \u00fcberraschenden Ergebnissen, wenn erkannt wird, dass abstrakte und abbildende Werke gar nicht so weit voneinander entfernt sind wie gedacht\u201c, erl\u00e4utert der Kunstvermittler Pinczewski. \u201eAber auch sehr praktische Auswahlkriterien wie Laufwege spielen eine Rolle\u201c, erg\u00e4nzt Nadji-Ohl. Und f\u00fchrt aus: \u201eWir wollen die Teilnehmerinnen geistig und k\u00f6rperlich f\u00f6rdern, aber nicht \u00fcberfordern.\u201c<\/p>\n<p>Das Projekt bildet somit in seiner Art und Umsetzung eine gro\u00dfe Besonderheit: W\u00e4hrend bei anderen nationalen und internationalen Formaten wie \u201eKunst auf Rezept\u201c lediglich ein kostenfreier Zugang zu musealen und kulturellen Angeboten erm\u00f6glicht wird, werden bei den F\u00fchrungen von Nadji-Ohl und Pinczewski speziell auf die Bed\u00fcrfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmte Inhalte konzipiert. F\u00fchrungsteilnehmerinnen und -teilnehmer erhalten ein ma\u00dfgeschneidertes transdisziplin\u00e4res F\u00fchrungsprogramm, das f\u00f6rdernd auf das Wohlbefinden und die individuellen kognitiven F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten abgestimmt ist. Themenschwerpunkte wie \u201eSymmetrie und Balance\u201c oder \u201ePerspektive und Kontrast\u201c bilden die Rahmungen f\u00fcr die F\u00fchrungen.<\/p>\n<p> Stuttgart Cancer Center: Das begleitende kunsttherapeutische Angebot <\/p>\n<p>Die Einblicke aus den zwei Bereichen dienen hierbei als direkte Anwendungseinladung und dem Dialog innerhalb der Gruppe. Die Erkenntnisse und Begegnungen mit der Kunst und in der Gruppe finden in einem Angebot der Kunsttherapie im Stuttgart Cancer Center \u2013 Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl unter dem Namen \u201eKunst*Kraft*Werkstatt\u201c weiter Raum und Zeit f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung mit dem Gesehenen und Erlebten. Die Impulse und Ideen werden hier praktisch mit der Kunsttherapie \u2013 finanziert durch die Eva-Mayr-Stihl-Stiftung \u2013 k\u00fcnstlerisch \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>  Projektentwicklung 2025: Inhaltliche und \u00f6rtliche Erweiterungen <\/p>\n<p>Die Erfahrungen der Pilotphase zeigen, dass das Vermittlungsangebot sehr gut angenommen wird. Aufgrund dessen hat sich das Klinikum Stuttgart entschieden, das Projekt inhaltlich auf weitere Krebserkrankungen auszuweiten. Neu hinzu kommt deshalb ein Angebot f\u00fcr Brustkrebspatientinnen- und -Patienten des zertifizierten Brustzentrums. Hierbei ist der Wunsch der Projektinitiatorin und Koordinatorin Nadji-Ohl jedoch, dass die Klassifikation nach Tumorentit\u00e4ten perspektivisch keine Rolle mehr spielen wird, denn: \u201eAnders als in Selbsthilfegruppen steht die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und deren Therapieoptionen nicht im Vordergrund.\u201c Derzeit ergebe die Einteilung jedoch noch Sinn, um Erkenntnisse aus den beiden unterschiedlichen Gruppen f\u00fcr die Konzepterweiterungen nutzbar zu machen, so die Neuroonkologin.<\/p>\n<p><strong>Informationen zum Angebot<\/strong><\/p>\n<p>Das Angebot des Klinikums Stuttgart ist auf der Startseite des <a href=\"https:\/\/www.klinikum-stuttgart.de\/medizin-pflege\/stuttgart-cancer-center#c28383\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart Cancer Center \u2013 Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl<\/a> einsehbar. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist dank Unterst\u00fctzung des Thieme Verlages und der \u201eRainer Beck Stiftung f\u00fcr Kunst und Leben\u201c kostenfrei. Die Anzahl der Pl\u00e4tze ist limitiert, eine Anmeldung\u00a0erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die t\u00e4gliche Auseinandersetzung mit Krebs kostet Kraft. 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