{"id":281504,"date":"2025-07-21T01:20:23","date_gmt":"2025-07-21T01:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281504\/"},"modified":"2025-07-21T01:20:23","modified_gmt":"2025-07-21T01:20:23","slug":"britische-rueckkehr-zur-landes-und-buendnisverteidigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281504\/","title":{"rendered":"Britische R\u00fcckkehr zur Landes- und B\u00fcndnisverteidigung"},"content":{"rendered":"<p>                    <a href=\"#\" rel=\"nofollow\" onclick=\"window.print(); return false;\" title=\"Printer Friendly, PDF &amp; Email\"><br \/>\n                    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Print Friendly, PDF &amp; Email\" class=\"pf-button-img lazyload\" style=\"\" title=\"SDR: Britische R\u00fcckkehr zur Landes- und B\u00fcndnisverteidigung 1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1743731657_738_print_button.jpg\" width=\"48\" height=\"48\" data-eio-rwidth=\"48\" data-eio-rheight=\"48\"\/><br \/>\n                    <\/a><\/p>\n<p>Mit <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/the-strategic-defence-review-2025-making-britain-safer-secure-at-home-strong-abroad\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">dem am Montag dieser Woche vorgestellten Strategic Defence Review (SDR)<\/a> formalisiert auch die britische Regierung von Premierminister Keith Starmer die R\u00fcckkehr zur Landes- und B\u00fcndnisverteidigung. Zwar hatten schon die konservativen Vorg\u00e4ngerregierungen auf die ver\u00e4nderte Sicherheitslage seit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 reagiert. Das letzte strategische Dokument war jedoch der Integrated Defence Review aus dem Vorjahr 2021, vorgestellt noch unter Premier Boris Johnson.<\/p>\n<p>Der SDR wurde im Auftrag der Regierung unter F\u00fchrung des ehemaligen NATO-Generalsekret\u00e4rs Lord Robertson verfasst. Er enth\u00e4lt 62 Empfehlungen, die von der Regierung vollst\u00e4ndig akzeptiert wurden. Angesichts der weltweiten Interessen und Verpflichtungen der ehemaligen Kolonialmacht Gro\u00dfbritannien ist die Fokusverschiebung dabei nicht so umfassend wie etwa in Deutschland. Dies gilt etwa f\u00fcr den Marinebereich, wo der Bericht im Rahmen des australisch-britisch-amerikanischen AUKUS-Programms die Beschaffung von zw\u00f6lf nukleargetriebenen Jagd-U-Booten der n\u00e4chsten Generation fordert.<\/p>\n<p><strong>SDR setzt \u201eNATO first\u201c<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Inselnation Gro\u00dfbritannien ist allerdings Seemacht auch immer Landes- und B\u00fcndnisverteidigung. Ein weiteres ausdr\u00fccklich erw\u00e4hntes internationales Programm ist das Global Combat Air Programme (GCAP) f\u00fcr ein Kampfflugzeug der 5. Generation in Zusammenarbeit mit Italien und Japan. Die USA werden trotz Irritationen seit dem Amtsantritt von Pr\u00e4sident Donald Trump weiterhin als engster Verb\u00fcndeter in Verteidigung und Sicherheit genannt, jedoch auch Deutschland, Frankreich, Norwegen, Polen und die T\u00fcrkei als wichtige Partner erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Vor allem aber gilt der Ansatz \u201eNATO first\u201c: st\u00e4rkere politische und milit\u00e4rische F\u00fchrung der europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten innerhalb der Allianz sei der beste Weg, um der Herausforderung durch Russland zu begegnen. Letzteres stelle eine \u201eunmittelbare und dr\u00e4ngende Bedrohung\u201c dar. Daneben sei China eine hochentwickelte und dauerhafte Herausforderung, w\u00e4hrend der Iran und Nordkorea \u201eregionale Disruptoren\u201c seien. Allerdings entwickelten auch diese zunehmend weiter reichende Raketentechnologie und stellten im Cyberspace eine direkte Bedrohung dar.<\/p>\n<p><strong>Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben<\/strong><\/p>\n<p>Als Konsequenz sollten die Verteidigungsausgaben <a href=\"https:\/\/soldat-und-technik.de\/2025\/03\/streitkraefte\/43038\/grossbritannien-264-milliarden-euro-mehr-fuer-verteidigung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie bereits fr\u00fcher angek\u00fcndigt<\/a> bis 2027 auf 2,5 und in der kommenden Legislaturperiode auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erh\u00f6ht werden. Mindestens sechs neue Munitions- und Sprengstofffabriken sollten f\u00fcr Investitionen von 1,5 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro) entstehen und dauerhaft produzieren. Ebenso viel solle in neue Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Soldaten investiert werden, eine weitere Milliarde Pfund in ein digitales Gefechtsfeldnetzwerk.<\/p>\n<p>15 Milliarden Pfund sind allein f\u00fcr die Entwicklung eines neuen nuklearen Gefechtskopfes vorgesehen, der auf den amerikanischen Trident-Raketen f\u00fcr die k\u00fcnftigen strategischen U-Boote der Dreadnought-Klasse in Dienst gehen soll. Im konventionellen Bereich sollen bis zu 7.000 Langstreckenflugk\u00f6rper beschafft werden. Die St\u00e4rke des Heeres soll dagegen mit einem Gesamtumfang von mindestens 100.000 Mann, davon mindestens 73.000 aktiv, nur leicht wachsen, indem vor allem die Zahl der Reservisten um etwa 20 Prozent erh\u00f6ht wird.<\/p>\n<p><strong>Modernisierung des Heeres<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden bestehenden Divisionen sowie das Hauptquartier f\u00fcr das britisch gef\u00fchrte Allied Rapid Reaction Corps (ARRC) als eines der beiden strategischen Reservekorps der NATO sollen modernisiert werden. Dabei solle die 1. Division ein voll verlegef\u00e4higes Hauptquartier, drei gepanzerte beziehungsweise mechanisierte Brigaden, eine Unterst\u00fctzungsbrigade und weitere Divisionstruppen umfassen. Auch sollten Pl\u00e4ne f\u00fcr die Integration der Royal Marine Commando Force in das ARRC gemacht werden.<\/p>\n<p>Internationale Krisenreaktionseins\u00e4tze sollten weiterhin zuerst von der 16 Air Assault Brigade \u00fcbernommen werden. Insgesamt k\u00f6nne die British Army durch die Nutzung moderner Technologien eine zehnfache Erh\u00f6hung ihrer Wirksamkeit erreichen. Der SDR schl\u00e4gt eine Ausstattung nach der Formel \u201e20-40-40\u201c vor: 20 Prozent bemannte Plattformen, die 40 Prozent wiederverwendbare unbemannte Plattformen sowie 40 Prozent Munition und Kampfdrohnen kontrollieren.<\/p>\n<p>Der SDR zeigt nicht zuletzt erneut die Kosten, die der Unterhalt eines nationalen Nukleararsenals \u2013 selbst unter Verwendung amerikanischer Tr\u00e4gerraketen \u2013 zulasten der konventionellen Verteidigung bedeutet. Zwar bekr\u00e4ftigt Gro\u00dfbritannien seine Ambition als F\u00fchrungsmacht in der Sicherheit Europas, kann daf\u00fcr aber vergleichsweise wenig Mittel f\u00fcr die Landstreitkr\u00e4fte aufwenden. Insgesamt scheint auch das Ziel von drei Prozent Verteidigungsausgaben der Wirtschaftsleistung im Vergleich zu den gegenw\u00e4rtig in der NATO diskutierten 3,5 bis f\u00fcnf Prozent noch bescheiden, ist angesichts der britischen Kassenlage aber wohl das h\u00f6chste vorstellbare.<\/p>\n<p><strong>Stefan Axel Boes<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem am Montag dieser Woche vorgestellten Strategic Defence Review (SDR) formalisiert auch die britische Regierung von Premierminister&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":281505,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-281504","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114888600812753216","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=281504"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281504\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/281505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=281504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=281504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=281504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}