{"id":281567,"date":"2025-07-21T02:00:23","date_gmt":"2025-07-21T02:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281567\/"},"modified":"2025-07-21T02:00:23","modified_gmt":"2025-07-21T02:00:23","slug":"budapest-komplex-rettet-maja-aktionscamp-das-camp-endet-der-kampf-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281567\/","title":{"rendered":"Budapest-Komplex \u2013 \u00bbRettet Maja Aktionscamp\u00ab: Das Camp endet, der Kampf geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img308941\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/308941.jpeg\" alt=\"Ein Banner mit der Aufschrift \u00bbBring Maja home now!\u00ab (deutsch: \u00bbBringen Sie Maja jetzt nach Hause\u00ab) h\u00e4ngt am \u00bbRettet Maja Aktionscamp\u00ab vor dem Ausw\u00e4rtigen Amt.\"\/><\/p>\n<p>Ein Banner mit der Aufschrift \u00bbBring Maja home now!\u00ab (deutsch: \u00bbBringen Sie Maja jetzt nach Hause\u00ab) h\u00e4ngt am \u00bbRettet Maja Aktionscamp\u00ab vor dem Ausw\u00e4rtigen Amt.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Christoph Soeder<\/p>\n<p>\u00bbCamping mitten in Berlin?\u00ab, fragt eine junge Frau in gebrochenem Deutsch. Sie blickt auf die Zelte, die auf einer Wiese gegen\u00fcber dem Ausw\u00e4rtigen Amt in der Berliner Innenstadt aufgebaut sind. Ein junger Mann stellt klar: \u00bbWir machen hier keine Ferien.\u00ab Tats\u00e4chlich gibt es im <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192584.budapest-komplex-danke-maja.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbRettet Maja Aktionscamp\u00ab<\/a> viel zu tun.<\/p>\n<p>Basti, der seinen vollst\u00e4ndigen Namen nicht in der Zeitung lesen will, geht sehr offen und freundlich auf alle Menschen zu, die sich den Zelten n\u00e4hern. Es sind viele Tourist*innen darunter, aber auch Menschen wie Rudi Schulthei\u00df. Der Rentner wohnt in einem Hochhaus an der Fischerinsel, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192553.hungerstreik-von-maja-t-wadephul-bewegt-sich-im-budapest-komplex.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nur wenige Schritte vom Ausw\u00e4rtigen Amt entfernt<\/a>. Beim Gassigehen mit seinem Hund stie\u00df er auf das Camp \u2013 und kam wieder.<\/p>\n<p>\u00bbVor dem Au\u00dfenministerium gibt es oft Proteste\u00ab, sagt Schulthei\u00df dem \u00bbnd\u00ab. \u00bbDoch die jungen Leute vom Maja-Camp suchen besonders das Gespr\u00e4ch mit Passanten \u2013 auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.\u00ab Er unterst\u00fctze zwar die Forderung, Maja T. aus Ungarn nach Deutschland zur\u00fcckzuholen. \u00bbAber sie soll hier vor Gericht gestellt werden, denn die Vorw\u00fcrfe m\u00fcssen gekl\u00e4rt werden\u00ab, sagt der 68-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Juliane, die zum Camp geh\u00f6rt, betont, dass auch ihre zentrale Forderung darin besteht, T. aus Budapest zur\u00fcckzubringen. Um Hafterleichterungen in Ungarn zu bewirken, trat die nonbin\u00e4re Antifaschist*in in einen Hungerstreik, den sie nach mehr als f\u00fcnf Wochen wegen drohender Gesundheitssch\u00e4den abbrach. Majas Vater, Wolfram Jarosch, setzt sich ebenfalls ein: Er marschiert <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192639.von-dresden-nach-budapest-hungermarsch-von-wolfram-jarosch-kilometer-fuer-maja-t.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von Dresden nach Budapest<\/a>, um auf die Forderung aufmerksam zu machen. Anfang Juli lief er bereits von Jena nach Berlin und sammelte unterwegs viele Unterschriften f\u00fcr Majas R\u00fcckkehr.<\/p>\n<p>Die Forderung st\u00fctzt sich auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das Majas Auslieferung nach Ungarn f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rte. Doch da war T. bereits in einer Blitzaktion \u00fcberstellt worden. Rudi Schulthei\u00df versteht nicht, warum Maja seitdem nicht wieder nach Deutschland \u00fcberstellt wurde. Schlie\u00dflich k\u00f6nne T. auch hier der Prozess wegen des Vorwurfs gemacht werden, Maja habe mit anderen Antifaschist*innen Teilnehmende eines Naziaufmarsches in Budapest angegriffen.<\/p>\n<p>Deswegen wird auch in Deutschland gegen zahlreiche Personen ermittelt, mehrere befinden sich in Untersuchungshaft. \u00bbWir fordern auch deren Freilassung und ein Ende der Kriminalisierung von konsequentem Antifaschismus\u00ab, betont Basti vom Camp. An den Parolen auf den Transparenten wird deutlich, dass sich die Kritik auch gegen Beh\u00f6rden in Deutschland richtet: \u00bbUngarn foltert, ihr macht mit\u00ab steht auf einem Banner.<\/p>\n<p>In den vergangenen Tagen beteiligten sich die Camp-Teilnehmer*innen an verschiedenen Aktionen in Berlin, um auf Majas Situation aufmerksam zu machen. Dazu geh\u00f6rte die kurzzeitige Besetzung im Eingangsbereich des ZDF-Hauptstadtstudios. Wenige Stunden sp\u00e4ter nahm die Polizei einen Journalisten fest, der f\u00fcr die linke Online-Plattform \u00bbPerspektive\u00ab die Aktion gefilmt hatte. Ihm wird Landfriedensbruch vorgeworfen.<\/p>\n<p>Es sei nicht die einzige Repressionsma\u00dfnahme gegen das Camp gewesen, berichtet Basti. So durften die Teilnehmer*innen in den ersten Tagen nicht im Camp \u00fcbernachten. Doch sie konnten durchsetzen, dass einige Zelte aufgestellt wurden, in denen sie sich ausruhen k\u00f6nnen. Jeden Tag fanden im Camp mehrere Veranstaltungen statt. Am Freitagnachmittag berichtete die ehemalige RAF-Gefangene Margrit Schiller \u00fcber ihren Kampf um eine Verbesserung der Haftbedingungen. Dazu hatten auch Hungerstreiks geh\u00f6rt. <\/p>\n<p>Am selben Tag machten Unterst\u00fctzer*innen von Maja bekannt, dass das Berufungsgericht in Budapest erneut die M\u00f6glichkeit eines Hausarrests abgelehnt habe. Als Begr\u00fcndung diene ausgerechnet der Hungerstreik, den Maja begann, nachdem ihr eine Erleichterung der Haftbedingungen verweigert wurde. \u00bbDamit wird die Isolationshaft fortgef\u00fchrt\u00ab, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Gruppe.<\/p>\n<p>Majas Vater, Wolfram Jarosch, kritisiert, dass seit einem Jahr die Voraussetzungen f\u00fcr einen Hausarrest erf\u00fcllt seien. Eine Kaution sei bereitgestellt, und eine geeignete Wohnung k\u00f6nne auf eigene Kosten angemietet werden. \u00bbEs wird immer deutlicher, dass es sich nicht um ein faires Verfahren handelt, sondern um Rachejustiz, die Maja brechen soll\u00ab, sagt Jarosch.<\/p>\n<p>Im Camp diskutierte der Linke-Bundestagsabgeordnete Luka Hoss auch mit den Teilnehmer*innen, wie die Solidarit\u00e4t mit Maja gest\u00e4rkt werden k\u00f6nne. \u00bbGerade jetzt, nachdem Maja ihren Hungerstreik beendet hat, ist es wichtig, dass ihre Forderungen nicht in Vergessenheit geraten\u00ab, betont Basti.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen, als Majas Leben akut gef\u00e4hrdet war, hat es in vielen deutschen und europ\u00e4ischen St\u00e4dten in Deutschland Solidarit\u00e4tsaktionen gegeben. Manche Gruppen brauchen nach den turbulenten Tagen nun eine Pause \u2013 auch die Berliner Aktivist*innen. Das Camp werde jetzt beendet, sagt ein Teilnehmer und zeigt sich entt\u00e4uscht \u00fcber die Resonanz in Berlin. \u00bbWir hatten gedacht, dass es hier mehr Unterst\u00fctzung gibt. Dann h\u00e4tten wir das Camp auch l\u00e4nger fortsetzen k\u00f6nnen.\u00ab <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Banner mit der Aufschrift \u00bbBring Maja home now!\u00ab (deutsch: \u00bbBringen Sie Maja jetzt nach Hause\u00ab) h\u00e4ngt am&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":281568,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,24458,501],"class_list":{"0":"post-281567","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-linke-bewegung","12":"tag-ungarn"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114888757995474122","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=281567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/281568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=281567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=281567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=281567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}