{"id":281770,"date":"2025-07-21T04:01:36","date_gmt":"2025-07-21T04:01:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281770\/"},"modified":"2025-07-21T04:01:36","modified_gmt":"2025-07-21T04:01:36","slug":"schweriner-neonazi-beim-bewaffneten-kampf-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281770\/","title":{"rendered":"Schweriner Neonazi beim bewaffneten Kampf in der Ukraine?"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/screenshot-17482.webp\" alt=\"EIn vermummter Mann in Kampfausr\u00fcstung steht mit einer Waffe vor einem roten Container.\" title=\"EIn vermummter Mann in Kampfausr\u00fcstung steht mit einer Waffe vor einem roten Container. | Screenshot, Verpixelung NDR\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 21.07.2025 05:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 sind einige deutsche Rechtsextremisten ausgereist, um auf Seiten der Ukraine gegen Russland zu k\u00e4mpfen. Nach Recherchen des NDR ist darunter auch ein Mann aus Schwerin.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Kira Heinrich, Reiko Pinkert und Hannes Stepputat<\/p>\n<p class=\"\">\nBis unter die Augen mit einem Halstuch vermummt, posierte Leon B. in einem rechtsextremen Musikvideo: &#8222;Wei\u00df m\u00e4nnlich kampfbereit&#8220;, hei\u00dft der Song. Ernst blickt er in die Kamera, auf dem Halstuch prangt ein Symbol der rechtsextremen Kleinstpartei &#8222;Dritter Weg&#8220;. F\u00fcr sie war der 26-j\u00e4hrige Handwerker in der Vergangenheit aktiv. Gemeinsam mit Parteimitgliedern trainierte er Kampfsport in \u00f6ffentlichen Parks oder reiste mit anderen Anh\u00e4ngern der Partei nach Stettin.<\/p>\n<p>    Paypal-Konto von B.s Unternehmen als Annahmestelle f\u00fcr Spenden<\/p>\n<p class=\"\">\nOffenbar reiste B. nicht nur nach Stettin, sondern auch an die Front in der Ukraine. Fotos, die dem NDR vorliegen, zeigen ihn mit einem Sturmgewehr bewaffnet in Kampfmontur und Schutzweste. Die Bilder sind augenscheinlich in der Ukraine aufgenommen worden &#8211; darauf weisen Waffen und ein milit\u00e4risches Fahrzeug hin. Sie wurden im Telegram-Kanal des Deutschen Freiwilligenkorps (DFK) gepostet, f\u00fcr das B. mutma\u00dflich gek\u00e4mpft haben soll. Im selben Telegram-Kanal lief zeitweise eine Spendensammelaktion f\u00fcr einen ballistischen Kampfhelm &#8211; Annahmestelle f\u00fcr Spenden: Das Paypal-Konto von B.s Unternehmen. Seine gesch\u00e4ftliche E-Mailadresse wurde zeitweise auch als Spendenkonto f\u00fcr das DFK genutzt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mvfoto520.webp\" alt=\"Fritz -Reuter-Denkmal vor dem Fritz-Reuter Museum in Stavenhagen\" title=\"Fritz -Reuter-Denkmal vor dem Fritz-Reuter Museum in Stavenhagen | NDR, Thomas Eichler\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Flugbl\u00e4tter einer rechtsextremen Partei sind in Stavenhagen zu den Reuterfestspielen aufgetaucht. .<\/p>\n<p>    DFK ist Teil der ukrainischen Streitkr\u00e4fte<\/p>\n<p class=\"\">\nIn der Milit\u00e4reinheit DFK organisieren sich deutsche Rechtsextremisten, die auf Seite der Ukraine k\u00e4mpfen. Mittlerweile ist die Einheit Teil des 49. Infanteriebataillons &#8222;Karpaten-Sitsch&#8220; und damit der regul\u00e4ren ukrainischen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"\">\nIm Telegram-Kanal des DFK propagieren die Mitglieder offen ihre Gesinnung, teilen Kriegsberichte und Bilder von bewaffneten Soldaten sowie Spendenaufrufe. Einer der K\u00e4mpfer des DFK, der sich auch als Gr\u00fcnder des Korps bezeichnet, sagte in einem Interview mit der Parteiwebseite des Dritten Wegs, die Motivation sei der Kampf gegen die &#8222;rote Pest&#8220; eines &#8222;neobolschewistischen&#8220; Russlands unter Wladimir Putin.<\/p>\n<p>    Verfassungsschutz: Dritter Weg will &#8222;nationale Revolution&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nDer Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern schreibt \u00fcber den Dritten Weg in seinem j\u00fcngsten Bericht, er wolle die Demokratie in einer &#8222;nationalen Revolution&#8220; abschaffen. Die Kampfsporttrainings dienten unter anderem der \u201eWehrhaftigkeit\u201c gegen\u00fcber politischen Gegnern oder anderen Feindbildern. Im Krieg gegen die Ukraine vertrete die Partei als einzige des rechtsradikalen Spektrums pro-ukrainische Positionen und unterst\u00fctze daher ukrainische Nationalisten.<\/p>\n<p>    Keine Antwort auf NDR Anfrage<\/p>\n<p class=\"\">\nDer NDR hat B., der mittlerweile wieder in Deutschland lebt, auf verschiedenen Wegen Fragen zu seiner Zeit in der Ukraine \u00fcbermittelt. Geantwortet hat er nicht. Angeh\u00f6rige sagten, sie h\u00e4tten keinen Kontakt mehr zu B., best\u00e4tigten jedoch, dass er in der Ukraine gewesen sei und sich seit mittlerweile vier Monaten wieder in Deutschland befinde. Die ukrainische Botschaft in Berlin lie\u00df eine Anfrage zu Leon B. und zum DFK in der ukrainischen Armee unbeantwortet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mediathekbild652.webp\" alt=\"NDR Info: Streitkr\u00e4fte und Strategien\" title=\"NDR Info: Streitkr\u00e4fte und Strategien | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Sendung setzt sich kritisch mit aktuellen Fragen der Sicherheits- und Milit\u00e4rpolitik auseinander.<\/p>\n<p class=\"\">\nDas Schweriner Innenministerium erkl\u00e4rte auf Anfrage, aus pers\u00f6nlichkeitsrechtlichen Gr\u00fcnden nichts \u00fcber Leon B. sagen zu k\u00f6nnen. Ob weitere Rechtsextremisten aus Mecklenburg-Vorpommern in die Ukraine ausgereist seien, konnte die Sprecherin aus Geheimhaltungsgr\u00fcnden nicht sagen.<\/p>\n<p class=\"\">\nAber Leon B. d\u00fcrfte nicht der einzige deutsche Neonazi sein, der mutma\u00dflich in das Kriegsgebiet in der Ukraine gereist ist. So hat etwa das Landeskriminalamt Baden-W\u00fcrttemberg Hinweise auf mehrere Rechtsextremisten, &#8222;die sich im Kriegsgebiet der Ukraine aufgehalten und sich h\u00f6chstwahrscheinlich an Kampfhandlungen beteiligt haben&#8220;, wie ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>    Droht von R\u00fcckkehrern Gefahr?<\/p>\n<p class=\"\">\nSicherheitsbeh\u00f6rden und Szenebeobachter sehen darin eine Gefahr. Ein Sprecher von Lobbi, der Beratung f\u00fcr Betroffene rechter Gewalt sagte, Kriegserfahrungen k\u00f6nnten rechtsradikale Frontk\u00e4mpfer weiter radikalisieren und zu einer \u201eGew\u00f6hnung an potenziell t\u00f6dliche Gewalt und deren Aus\u00fcbung\u201c f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"\">\nAuch der Bundesnachrichtendienst (BND), der deutsche Auslandsgeheimdienst, zeigt sich besorgt: Eine Sprecherin teilte auf Anfrage mit, von &#8222;Freiwilligen, die aus extremistischen Gr\u00fcnden in der Ukraine k\u00e4mpfen, geht nach ihrer R\u00fcckkehr ein erh\u00f6htes Gef\u00e4hrdungspotenzial aus.&#8220; Die R\u00fcckkehrer seien an Kriegswaffen ausgebildet worden und h\u00e4tten praktische Kampferfahrung gesammelt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es ihnen gelingt, Kriegswaffen in die EU hinein zu schmuggeln.<\/p>\n<p class=\"\">\nZudem k\u00f6nnten insbesondere Rechtsextremisten durch einen Kampfeinsatz &#8222;von einem erheblichen Prestigezuwachs in der Szene profitieren.&#8220; In der Szene werde h\u00e4ufig betont, wie wichtig Menschen seien, die nicht nur redeten, sondern auch zur Tat schritten.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/reichsbuerger496.webp\" alt=\"Teilnehmer auf einer Demonstration von Rechtsextremen und Reichsb\u00fcrgern halten eine Fahne, die an die Reichsflagge erinnert.\" title=\"Teilnehmer auf einer Demonstration von Rechtsextremen und Reichsb\u00fcrgern halten eine Fahne, die an die Reichsflagge erinnert. | picture alliance\/Geisler-Fotopress, Jean MW\/Geisler-Fotopress\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Demokratie w\u00fcrde dadurch nach wie vor am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdet, hei\u00dft es im nieders\u00e4chsischen Jahresbericht 2024.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/screenshot1845128.webp\" alt=\".\" title=\". | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>In Niedersachsen bedrohen Cyberangriffe und KI-gest\u00fctzte Desinformationen die Wirtschaft. Unternehmen m\u00fcssen ihre Sicherheit verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 21.07.2025 05:15 Uhr Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 sind einige deutsche&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":281771,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[590,331,332,1349,13,66058,1351,66057,1352,66056,1353,14,1350,15,1354,66059,12,317],"class_list":{"0":"post-281770","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuell","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelles","12":"tag-headlines","13":"tag-meck-pomm","14":"tag-mecklenburg-vorpommern","15":"tag-mecklenburg-vorpommern-aktuell","16":"tag-mv","17":"tag-mv-nachrichten","18":"tag-mv-news","19":"tag-nachrichten","20":"tag-neuigkeiten","21":"tag-news","22":"tag-news-mv","23":"tag-radio-mecklenburg-vorpommern","24":"tag-schlagzeilen","25":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114889234033194065","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=281770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281770\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/281771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=281770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=281770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=281770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}