{"id":281784,"date":"2025-07-21T04:09:12","date_gmt":"2025-07-21T04:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281784\/"},"modified":"2025-07-21T04:09:12","modified_gmt":"2025-07-21T04:09:12","slug":"knapp-fuenf-millionen-menschen-verdienen-unter-2-750-euro-nachrichten-aus-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/281784\/","title":{"rendered":"Knapp f\u00fcnf Millionen Menschen verdienen unter 2.750 Euro &#8211; Nachrichten aus Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Jede und jeder f\u00fcnfte Vollzeitbesch\u00e4ftigte verdient in Deutschland weniger als 2.750 Euro brutto im Monat. Das waren zuletzt rund 4,6 Millionen Menschen, wie eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Antwort der Bundesregierung an den Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch zeigt. 40 Prozent oder 9,2 Millionen liegen unter 3.500 Euro.<\/p>\n<p>Das macht aus Bartschs Sicht klar: \u00abDeutschland ist kein Hochlohnland, sondern hat ein millionenfaches Lohnproblem.\u00bb Bei teils horrenden Mietkosten und gestiegenen Preisen f\u00fcr Lebensmittel und Energie sei es f\u00fcr Millionen Menschen eine Herausforderung, die zwingenden Kosten des Alltags zu stemmen.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Industrie wird Deutschland manchmal als \u00abHochlohnland\u00bb bezeichnet. F\u00fcr eine geleistete Arbeitsstunde haben Unternehmen vergangenes Jahr im Schnitt 43,40\u00a0Euro an Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten gezahlt.<\/p>\n<p>Auf welche Renten k\u00f6nnen sich Betroffene einstellen?<\/p>\n<p>F\u00fcr die Betroffenen haben die L\u00f6hne im unteren Segment nach Einsch\u00e4tzung von Bartsch harte Folgen. \u00abEine politische und soziale Unversch\u00e4mtheit ist es, dass genau diejenigen die Armutsrentner von morgen sein werden\u00bb, sagte er.<\/p>\n<p>Hintergrund ist laut der Linken, dass ein Monatsbruttolohn von mehr als rund 3.300 Euro \u2013 rund 20 Euro pro Stunde \u2013 n\u00f6tig ist, um eine gesetzliche Rente auf dem Niveau der Armutsrisiko-Schwelle zu erhalten. Andere Formen der Altersvorsorge sind hier nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>In Deutschland galt eine Person laut Statistischem Bundesamt zuletzt als armutsgef\u00e4hrdet, wenn sie mit ihrem Nettoeinkommen unter 1.378 Euro im Monat liegt. 15,5 Prozent \u2013 rund 13,1 Millionen Menschen \u2013 sind in Deutschland armutsgef\u00e4hrdet. Laut Armutsbericht des Parit\u00e4tischen Gesamtverbands sind Menschen im Ruhestand mit 19 Prozent \u00fcberproportional betroffen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3419696_1_articledetail_Der_Linken-Abgeordnete_Dietmar_Bartsch_fordert_eine_Lohnoffensive._Archivbil.jpeg\" alt=\"Dietmar Bartsch\" width=\"670\" height=\"423\"\/> Der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch fordert eine Lohnoffensive. (Archivbild) \u00a9 Michael KappelerViele Renten unter Schwelle f\u00fcr Armutsrisiko<\/p>\n<p>\u00abL\u00f6hne unter 3.500 Euro sind faktisch eine Garantie f\u00fcr Renten auf Armutsniveau\u00bb, sagte Bartsch. Wie viele Menschen aktuell weniger aus der gesetzlichen Rentenkasse bekommen als f\u00fcr eine Rente oberhalb der Armutsgef\u00e4hrdungsschwelle n\u00f6tig, hatte Bartsch im Juli bereits abgefragt. Unter 1.300 Euro Rente erhalten demnach \u2013 Stand 31. Dezember 2024 \u2013 mehr als jede und jeder Vierte mit mindestens 45 Jahren in der Rentenversicherung.<\/p>\n<p>Allerdings macht die gesetzliche Rente laut dem j\u00fcngsten Alterssicherungsbericht nur 53 Prozent der Bruttoeinkommen der Ab-65-J\u00e4hrigen aus (2023). Hinzu kommen etwa Betriebsrenten (7 Prozent), weiteres Erwerbseinkommen (13 Prozent), private Vorsorge (6 Prozent) sowie Transferleistungen und anderes (21 Prozent).<\/p>\n<p>Ost-West-Gef\u00e4lle<\/p>\n<p>Regional sind die Einkommen in Deutschland ziemlich unterschiedlich verteilt. In den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern verdienen rund 60 Prozent der Vollzeitbesch\u00e4ftigten weniger als 3.500 Euro im Monat. Unter den Fl\u00e4chenl\u00e4ndern hat Baden-W\u00fcrttemberg im Verh\u00e4ltnis am wenigsten Menschen in dieser unteren Lohngruppe (33,6 Prozent). Im Osten sind es bei fast jeder und jedem Dritten sogar unter 2.750 Euro.<\/p>\n<p>Am wenigsten Besch\u00e4ftigte mit einem Lohn unter 2.750 Euro sind es in Hamburg (rund 15 Prozent) \u2013 am meisten in Mecklenburg-Vorpommern (36 Prozent). Mehr als jede und jeder F\u00fcnfte sind es in allen Ostl\u00e4ndern sowie in Schleswig-Holstein (24 Prozent), Niedersachsen (23 Prozent), in Rheinland-Pfalz und dem Saarland (jeweils 21 Prozent). Bundesweit verdienen 20,9 Prozent weniger als 2.750 und 41,6 Prozent weniger als 3.500 Euro.<\/p>\n<p>Ein Prozent verdient mehr als 213.286\u00a0Euro<\/p>\n<p>Aktuell reicht die Lohnspreizung in Deutschland von 20 Prozent der Vollzeitbesch\u00e4ftigten, die im Jahr auf 77.000 Euro oder mehr kommen, bis 10 Prozent mit 32.500 Euro oder weniger. Mit Hilfe des Statistischen Bundesamts kann man sich selbst darin einordnen.<\/p>\n<p>Liegt der eigene Verdienst beispielsweise bei 42.000\u00a0Euro, verdienen rund 30\u00a0Prozent der Vollzeitbesch\u00e4ftigten gleich viel oder weniger. Mit einem Verdienst von 66.000\u00a0Euro geh\u00f6rt man zu den 30\u00a0Prozent mit den h\u00f6chsten Verdiensten.<\/p>\n<p>1\u00a0Prozent der Vollzeitbesch\u00e4ftigten verdiente nach diesen j\u00fcngsten Zahlen im Jahr 2024 mehr als 213.286\u00a0Euro brutto. Bartsch folgert aus dem Lohngef\u00fcge: \u00abDeutschlands Besch\u00e4ftigte brauchen eine ernsthafte Lohnoffensive.\u00bb<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3419699_1_articledetail_Viele_kommen_ueber_Mindestlohnniveau_nicht_hinaus..jpeg\" alt=\"Mindestlohn\" width=\"670\" height=\"423\"\/> Viele kommen \u00fcber Mindestlohnniveau nicht hinaus. \u00a9 Marcus BrandtEntt\u00e4uscht \u00fcber Mindestlohn<\/p>\n<p>Bartsch sprach von einem \u00abVersagen der sozialen Marktwirtschaft\u00bb. Der schwarz-roten Regierung warf der Linken-Politiker vor, keinen Mindestlohn von 15 Euro als unterste Lohngrenze festgeschrieben zu haben. Dies schade dem Lohnniveau insgesamt.<\/p>\n<p>Damit spielt Bartsch darauf an, dass die Bundesregierung die anstehende Mindestlohnerh\u00f6hung nicht per Gesetz bestimmen will. Die daf\u00fcr zust\u00e4ndige Mindestlohnkommission mit Spitzenvertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber hatte beschlossen, dass der Mindestlohn in Deutschland zum 1. Januar 2027 in zwei Stufen auf 14,60 Euro pro Stunde steigt, Anfang kommenden Jahres von heute 12,82 auf 13,90 Euro. Die Regierung will die Empfehlung umsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Jede und jeder f\u00fcnfte Vollzeitbesch\u00e4ftigte verdient in Deutschland weniger als 2.750 Euro brutto im Monat.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":281785,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,1140,3364,29,5772,30,13,14,3923,15,3921,16,12,1458,2408],"class_list":{"0":"post-281784","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-arbeit","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-einkommen","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-nachrichten-aus-deutschland","20":"tag-news","21":"tag-news-aus-deutschland","22":"tag-politik","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-soziales","25":"tag-zusammenfassung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114889265455740491","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=281784"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/281784\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/281785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=281784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=281784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=281784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}