{"id":282065,"date":"2025-07-21T06:48:15","date_gmt":"2025-07-21T06:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282065\/"},"modified":"2025-07-21T06:48:15","modified_gmt":"2025-07-21T06:48:15","slug":"correctiv-startet-demolition-atlas-europe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282065\/","title":{"rendered":"CORRECTIV startet Demolition Atlas Europe"},"content":{"rendered":"<p>CORRECTIV.Europe startet mit dem Demolition Atlas Europe ein neues Rechercheprojekt. Zusammen mit weiteren Medien wollen wir den massenhaften, kaum regulierten Abriss von Geb\u00e4uden beleuchten \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das bisher zu wenig Beachtung erh\u00e4lt, obwohl es viele Probleme verursacht:\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>Mehr als ein Drittel aller Abf\u00e4lle in der EU stammen aus dem Baugewerbe und dem Abriss von Geb\u00e4uden. Gleichzeitig verschlingt der Geb\u00e4udesektor die H\u00e4lfte aller Rohstoffe.<\/li>\n<li>Der Abriss und Neubau von Geb\u00e4uden, insbesondere die Herstellung von Beton und Stahl, ist sehr energieintensiv und treibt die Klimakrise voran.<\/li>\n<li>Neubauten f\u00fchren in vielen F\u00e4llen <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/klimawandel\/2024\/09\/30\/abriss-von-wohnraum-erzielt-millionengewinn\/\" data-wpel-link=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zu deutlich h\u00f6heren Mietpreisen<\/a>. Diese Entwicklung beschleunigt Gentrifizierungsprozesse und steht einer nachhaltigen Stadtentwicklung im Weg. <\/li>\n<li>Mit jedem abgerissenen Geb\u00e4ude geht ein St\u00fcck Geschichte verloren. Selbst denkmalgesch\u00fctzte Geb\u00e4ude werden mitunter abgerissen.<\/li>\n<li>Abriss ist nicht alternativlos. Studien zeigen, dass die energetische Sanierung bestehender Geb\u00e4ude in den meisten F\u00e4llen nachhaltiger und ressourcenschonender ist als ein Neubau.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Deutschland meldete das Statistische Bundesamt zuletzt 12.600 abgerissene Geb\u00e4ude im Jahr 2022, wodurch 16.500 Wohnungen verloren gingen. Wo genau diese sich befinden und was der Grund f\u00fcr den Abriss ist, bleibt intransparent. Die Abrisse sind in den meisten F\u00e4llen nicht genehmigungspflichtig. Hinzu kommt: Nach Einsch\u00e4tzung der Deutschen Umwelthilfe, die Mitglied im Tr\u00e4gerkreis des deutschen Abriss-Atlas ist,\u00a0liegt die Dunkelziffer wesentlich h\u00f6her, als es die offiziellen Angaben vermuten lassen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sei der Aussagegehalt der beh\u00f6rdlichen Abbruchstatistiken begrenzt, sagt der Bauingenieur Jens Otto, Professor f\u00fcr Baubetriebswesen an der TU Dresden. Er ver\u00f6ffentlichte im Fr\u00fchjahr eine <a href=\"https:\/\/www.bayika.de\/bayika-wAssets\/docs\/aktuelles\/2025\/Gebaeudeabbrueche-in-Deutschland_BBSR-fk-01-2025-dl.pdf\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">Studie<\/a>, f\u00fcr die er die offiziellen Angaben zum Abriss von Geb\u00e4uden in allen Bundesl\u00e4ndern ausgewertet hat. Dabei stellte er fest: Die Daten seien nur bedingt vergleichbar und teils sogar l\u00fcckenhaft, kritisiert Otto. \u201cDie offiziellen Daten bilden das Ph\u00e4nomen Abriss nicht ausreichend ab, die Potenziale der aufw\u00e4ndigen Datenerhebung bleiben ungenutzt.\u201d Auch andere <a href=\"https:\/\/journal-buildingscities.org\/articles\/10.5334\/bc.398\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">Forschende kritisieren<\/a>, dass in den meisten L\u00e4ndern Europas genaue und vor allem lokale Zahlen zu Geb\u00e4udeabrissen fehlen. <br \/>Diese L\u00fccke wollen wir schlie\u00dfen und die Dimensionen des Massenph\u00e4nomens Abriss erstmals sichtbar machen. Mit Hilfe des Demolition Atlas Europe von CORRECTIV.Europe entsteht nun eine stetig wachsende und europaweite Datenbank. Der Demolition Atlas Europe basiert auf CORRECTIVs hauseigenem Tool, dem <a href=\"https:\/\/crowdnewsroom.org\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">CrowdNewsroom<\/a>: Auf einer interaktiven Karte k\u00f6nnen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Geb\u00e4ude eintragen, die vom Abriss bedroht sind oder die k\u00fcrzlich abgerissen wurden. <br \/>Der Demolition Atlas Europe beginnt zun\u00e4chst in Zusammenarbeit mit der Investigativredaktion des griechischen Onlinemagazins <a href=\"https:\/\/wearesolomon.com\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">SOLOMON<\/a>, gef\u00f6rdert durch den <a href=\"https:\/\/www.journalismfund.eu\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">JournalismFund Europe<\/a>. Vorbild ist der Abriss-Atlas, den CORRECTIV in den vergangenen zwei Jahren bereits in der <a href=\"http:\/\/www.abriss-atlas.ch\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">Schweiz<\/a> und in <a href=\"http:\/\/www.abriss-atlas.de\/\" data-wpel-link=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer\" class=\"external-link wpel-icon-right\">Deutschland<\/a> aufgebaut hat. CORRECTIV.Europe will nun mit weiteren Redaktionen zusammenarbeiten, um dem Thema in ganz Europa mehr Sichtbarkeit zu verleihen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>\u201cJeder Investor steht vor der Entscheidung: Abriss oder Sanierung?\u201d, sagt Bauingenieur Otto. \u201cIn der Regel ist es lukrativer, abzurei\u00dfen und neu zu bauen.\u201d Bestandsgeb\u00e4ude entspr\u00e4chen oft nicht den aktuellen Vorstellungen von moderner Architektur, b\u00f6ten zu wenig Nutzfl\u00e4che im Verh\u00e4ltnis zur sehr teuren Grundst\u00fccksfl\u00e4che und lie\u00dfen die Potenziale neuer Materialien und Konstruktionsformen ungenutzt, so Otto. Aus \u00f6kologischer und gesellschaftlicher Perspektive sei jedoch absehbar: \u201cWir k\u00f6nnen uns den Abriss gar nicht mehr leisten.\u201d<\/p>\n<p>\u201cDurch den Abriss und Neubau entstehen Unmengen an Abfall und Co2. Es werden nicht erneuerbare Ressourcen und graue Energie, die in all dem Stahl, Estrich, Mauerwerk und Beton gebunden sind, verschwendet\u201d, sagt Otto. \u201cDas ist ein globales Problem.\u201d Eine nachhaltige Bauwende erreiche man nur, indem bestehende Geb\u00e4ude m\u00f6glichst lange genutzt w\u00fcrden. \u201cDer Erhalt des Geb\u00e4udebestands ist die h\u00f6chste Form der Nachhaltigkeit. Da kann selbst ein noch so \u00f6kologischer Neubau nicht mithalten\u201d, sagt Otto. \u201cSanierung und Erhalt der Bausubstanz ist das Gebot der Stunde.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"CORRECTIV.Europe startet mit dem Demolition Atlas Europe ein neues Rechercheprojekt. 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