{"id":282106,"date":"2025-07-21T07:11:16","date_gmt":"2025-07-21T07:11:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282106\/"},"modified":"2025-07-21T07:11:16","modified_gmt":"2025-07-21T07:11:16","slug":"was-mieter-in-eigentumswohnungen-so-erleben-koennen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282106\/","title":{"rendered":"Was Mieter in Eigentumswohnungen so erleben k\u00f6nnen \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Im Grunde geh\u00f6ren solche Nachrichten l\u00e4ngst zum Leipziger Alltag. H\u00e4user werden verkauft und die neuen Besitzer k\u00fcndigen gleich mal allen Mietparteien, die zu aushaltbaren Mieten noch drin wohnen. Andere Vermieter greifen zum Werkzeug, klemmen Strom, Gas und Wasser ab, um die \u201erenitenten\u201c Mieter zum Auszug zu zwingen, weil sie das Haus luxussanieren wollen. Aber selbst wenn scheinbar alles nach Vertrag l\u00e4uft, kann der Mietalltag zum Albtraum werden.<\/p>\n<p>So wie in einem Haus im Leipziger Norden, dessen Wohnungen schon vor Jahren als Eigentumswohnungen an den Markt gebracht wurden. Die neuen Eigent\u00fcmer wohnen irgendwo im fernen Westen. Aber sie haben keine in Leipzig ans\u00e4ssige Hausverwaltung beauftragt, sondern eine in Bayern.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3ffa72b6e9db418bbc4f19e5c9c0ec1f.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Und da wurde es schnell abenteuerlich, wie ein Mieter gegen\u00fcber der LZ erz\u00e4hlt, der hier zwar schon seit \u00fcber zehn Jahren wohnt, aber von den Kapriolen einer intransparent arbeitenden Hausverwaltung immer wieder \u00fcberrascht wird.<\/p>\n<p>\u00dcberh\u00f6hte Betriebskosten, angedrohte K\u00fcndigungen<\/p>\n<p>\u201eBei uns im Wohngebiet (\u2026) haben wir seit geraumer Zeit Probleme mit den Vermietern, vor allem mit deren westdeutscher Hausverwaltung\/en. Immer mehr Mietern wird wegen Eigenbedarf gek\u00fcndigt. Den Meisten droht die Obdachlosigkeit, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Bei uns im Haus wurden absichtlich verkehrte Betriebskostenabrechnungen erstellt, mit exorbitant hohen Nachforderungen von teils mehr als 2.000 (zweitausend) Euro. Ich habe bereits den Mieterbund Leipzig eingeschaltet.<\/p>\n<p>Auf die Forderungen des Mieterbundes geht unsere Hausverwaltung nicht ein und sendet geforderte Unterlagen nicht an uns, wo man nachpr\u00fcfen k\u00f6nnte, woraus sich derlei Forderungen zusammensetzen sollen. Deshalb m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass das Absicht ist, um uns in die Zahlungsunf\u00e4higkeit zu treiben und somit \u00fcber die Gerichte die K\u00fcndigung zu erwirken.\u201c<\/p>\n<p>Normalerweise sind Hausverwaltungen verpflichtet, die Nebenkostenabrechnung jedes Jahr detailliert zu belegen. Darauf haben Mieter einen Anspruch, denn sie m\u00fcssen wissen, welche Kosten ihnen in Rechnung gestellt werden. Und ob diese Kosten berechtigt sind oder eigentlich gar nicht auf der Nebenkostenabrechnung stehen d\u00fcrften, weil sie eigentlich zu Lasten der Vermieter gehen.<\/p>\n<p>Beliebtes Werkzeug: die Eigenbedarfsk\u00fcndigung<\/p>\n<p>Aber die Sache mit den undurchschaubaren Nebenkostenabrechnungen ist scheinbar nicht genug. Denn auf Einspr\u00fcche und Beschwerden der Mieter reagieren dann die Wohnungsbesitzer augenscheinlich auf eine Weise, die dem Mietrecht regelrecht Hohn spricht: Die nervenden Mieter bekommen dann eben einfach eine K\u00fcndigung auf Eigenbedarf zugeschickt und m\u00fcssen die Wohnung baldm\u00f6glichst verlassen.<\/p>\n<p>Auch das ein Instrument aus uralten Zeiten, das kaum noch etwas mit dem tats\u00e4chlichen Wohnbedarf von Wohnungseigent\u00fcmern zu tun hat. Wieder bliebe den Mietern nur der teure Weg vor Gericht, um die Eigenbedarfsanmeldung anzufechten, was sich die Meisten aber nicht leisten wollen oder k\u00f6nnen. Wer ohnehin schon knapp bei Kasse ist, vermeidet das Risiko auflaufender Anwaltsgeb\u00fchren.<\/p>\n<p>Und zieht lieber aus in der Hoffnung, mit der n\u00e4chsten Wohnung dann wenigstens eine verl\u00e4ssliche Hausverwaltung zu bekommen, die sich auch um kaputte Aufz\u00fcge, Wassersch\u00e4den, M\u00fclltrennung und \u00fcberschaubare Nebenkosten k\u00fcmmert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mieten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-612406 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mieten.jpg\" alt=\"Die Mietentwicklung in Leipzig seit 2013. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2023\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/><\/a>Die Mietentwicklung in Leipzig seit 2013. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2023<\/p>\n<p>\u201eEs betrifft fr\u00fcher oder sp\u00e4ter jeden von uns, da fast alle (!) Immobilien im Osten im Besitz Westdeutscher sind, die immer mehr von K\u00fcndigungen wegen Eigenbedarf Gebrauch machen, um f\u00fcr sich selber oder ihre Angeh\u00f6rigen die Wohnungen zu sichern, in diesen miserablen Zeiten\u201c, bef\u00fcrchtet der Mieter aus dem Leipziger Norden, der in den letzten Jahren\u00a0\u2013\u00a0weil er diesen ganzen \u00c4rger eigentlich nicht wollte \u2013 auch jede Mieterh\u00f6hung mitgemacht hat, sodass aus einer Wohnung f\u00fcr 4,50 Euro je Quadratmeter inzwischen eine f\u00fcr \u00fcber 6 Euro je Quadratmeter geworden ist.<\/p>\n<p>Und der auf beharrliche Nachfrage nach einer transparenten Nebenkostenabrechnung schon mal die Antwort bekam, er k\u00f6nne ja auch k\u00fcndigen. Denn die Vermieter wissen ganz genau, wie eng der Leipziger Wohnungsmarkt inzwischen ist und dass hier niemand mehr \u201eeinfach\u201c so mal auszieht, weil es im Osten oder Westen der Stadt noch gen\u00fcgend freie Wohnungen gibt. Diese Zeiten sind vorbei. Und zumindest einige Schwarze Schafe unter den Vermietern scheinen das inzwischen weidlich auszunutzen.<\/p>\n<p>\u201eWo soll das noch hinf\u00fchren, wenn wir alle obdachlos werden? Es gibt doch nirgends mehr bezahlbaren Wohnraum!\u201c<\/p>\n<p>Es geht in Leipzig also l\u00e4ngst um viel mehr als den nachweisbaren Mietwucher, <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/07\/der-stadtrat-tagte-leipzigs-neuer-mietspiegel-ohne-gegenstimmen-angenommen-628506\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der mit professionell erarbeiteten Mietspiegeln einged\u00e4mmt werden soll.<\/a> Die Unwucht auf dem Mietwohnungsmarkt sorgt auch daf\u00fcr, dass sich viele Mieter vieles gefallen lassen, was Vermieter ihnen zumuten, was eigentlich durch das Mietrecht nicht gedeckt ist.<\/p>\n<p>Aber eine wirkungsvolle Praxis in einem Wohnungsmarkt,<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2024\/12\/auswertung-der-burgerumfrage-2023-liegt-vor-leipziger-mieten-2013-35-prozent-gestiegen-612405\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> in dem die Mietentwicklung seit 2014 steil in die H\u00f6he geht.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Grunde geh\u00f6ren solche Nachrichten l\u00e4ngst zum Leipziger Alltag. 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