{"id":282494,"date":"2025-07-21T11:00:17","date_gmt":"2025-07-21T11:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282494\/"},"modified":"2025-07-21T11:00:17","modified_gmt":"2025-07-21T11:00:17","slug":"ukrainer-sollen-vermehrt-mit-dem-lkw-trick-dem-fronteinsatz-entkommen-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/282494\/","title":{"rendered":"Ukrainer sollen vermehrt mit dem \u201eLkw-Trick\u201c dem Fronteinsatz entkommen | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Warschau \u2013<b> Sie wollen dem Einsatz im barbarischen Krieg in ihrer Heimat entkommen. Und nutzen daf\u00fcr offenbar einen Trick: Ukrainer im wehrf\u00e4higen Alter sollen zunehmend versuchen, mit gef\u00e4lschten Lkw-F\u00fchrerscheinen um den Kriegsdienst herumzukommen. Dies h\u00e4tten polnische Grenzbeh\u00f6rden bei ihren Kontrollen nun festgestellt. Details zu dieser Praxis\u00a0\u2013\u00a0angeblich einer neuen Schleuser-Masche\u00a0\u2013 finden sich auch in einer Sonderauswertung der deutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden, die BILD vorliegt.<\/b><\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es w\u00f6rtlich: \u201eDer polnische Grenzschutz hat vermehrt gef\u00e4lschte ukrainische Lkw-F\u00fchrerscheine bei Einreisenden aus der Ukraine nach Polen festgestellt.\u201c<\/p>\n<p><b>Auf BILD-Nachfrage best\u00e4tigte auch die Kommandantur des Polnischen Grenzschutzes diese Funde. Mithilfe dieser F\u00fchrerscheine bek\u00e4men die jungen M\u00e4nner die M\u00f6glichkeit, dem Fronteinsatz zu entfliehen. <\/b><\/p>\n<p><b>Hintergrund:<\/b> Mit der Verh\u00e4ngung des Kriegsrechts d\u00fcrfen M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter (18 bis 60 Jahre) die Ukraine grunds\u00e4tzlich nicht ohne Sondergenehmigung verlassen und m\u00fcssen ihr Land bei einer Einberufung verteidigen. Aktuell werden M\u00e4nner ab 25 Jahren eingezogen! <\/p>\n<p>Wer sich aber dem Kriegsdienst durch illegale Ausreise entzieht, muss mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. In dem BILD vorliegenden vertraulichen Dokument hei\u00dft es: \u201eDie ukrainischen Grenzbeamten haben die strikte Anweisung, wehrpflichtige Personen nicht ausreisen zu lassen, und werden bei den geringsten Verst\u00f6\u00dfen an die Ostfront strafversetzt.\u201c <\/p>\n<p>Das bedeutet: Nicht nur die potenziell fahnenfl\u00fcchtigen Ukrainer werden bei einem nicht genehmigten Ausreiseversuch bestraft (entweder mit Geldbu\u00dfe, 15 Tagen Arrest oder sogar l\u00e4ngeren Haftstrafen beim Einsatz gef\u00e4lschter Dokumente), sondern auch die ukrainischen Grenzer, die die M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter wissentlich aus der Ukraine ausreisen lassen. <\/p>\n<p>Auf BILD-Nachfrage schreibt die ukrainische Botschaft: \u201eUkrainische Grenzbeamte helfen nicht bei der Flucht ins Ausland, sondern sch\u00fctzen unsere Staatsgrenze. Und zwar nicht nur im Westen der Ukraine, sondern auch im Osten, wo unser Nachbarstaat uns t\u00e4glich angreift.\u201c<\/p>\n<p><b>In dem BILD vorliegenden vertraulichen Dokument ist nun aber davon die Rede, dass das Ausreiseverbot gezielt mithilfe der Lkw-F\u00fchrerscheine umgangen werde. Denn: \u201eDie Regelungen zur Einberufung in das ukrainische Milit\u00e4r sehen eine Ausnahme f\u00fcr aktive Lkw-Fahrer vor.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Hier gelte die Ma\u00dfgabe, dass Lkw-Fahrer durch ihre Transportfahrten einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigung gegen den <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland-und-internationales\/ukraine-krieg-russland-greift-mit-raketen-und-drohnen-an-zwei-tote-68773b9475e6eb6eedf7ebc9\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">russischen Angriffskrieg<\/a> leisten w\u00fcrden, da sie beispielsweise kriegswichtige Waren (Waffen, Medizin etc.) aus dem Ausland in die Ukraine verbringen w\u00fcrden. Hei\u00dft also: Der ukrainische Lkw-F\u00fchrerschein KANN f\u00fcr die jungen M\u00e4nner die Befreiung vom Einsatz an der Front bedeuten. <\/p>\n<p><b>BILD fragte dazu bei der ukrainischen Botschaft nach. Die Antwort: \u201eWir weisen darauf hin, dass ein C-F\u00fchrerschein allein kein ausreichender Nachweis f\u00fcr eine Ausreise ist.\u201c Ukrainer im wehrpflichtigen Alter d\u00fcrften \u201enur dann ausreisen, wenn sie als Berufskraftfahrer bei einem Unternehmen t\u00e4tig sind, das \u00fcber eine Lizenz f\u00fcr internationale Transporte verf\u00fcgt. Voraussetzungen sind ein g\u00fcltiger F\u00fchrerschein, entsprechende Arbeitsnachweise, eine Eintragung im digitalen System ,Reserv+\u2018 sowie eine beh\u00f6rdliche Ausreisegenehmigung.\u201c<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"So sieht ein ukrai\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/458eeac653a8f6db2a4af6503292b23d,7ebc2039\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">So sieht ein ukrainischer F\u00fchrerschein aus. Auf der R\u00fcckseite sind die speziellen Fahrerlaubnisse eingetragen.<\/p>\n<p>In dem BILD vorliegenden Dokument wird zudem behauptet, Ukrainer k\u00f6nnten auf legalem Wege derzeit keinen Lkw-F\u00fchrerschein mehr erlangen. W\u00f6rtlich hei\u00dft es: \u201eDa es seit Kriegsbeginn jedoch keine M\u00f6glichkeit mehr zum rechtm\u00e4\u00dfigen Erwerb eines solchen F\u00fchrerscheins gibt, versuchen m\u00e4nnliche ukrainische Staatsangeh\u00f6rige im wehrpflichtigen Alter vermehrt, mittels inkriminierter (hei\u00dft: gef\u00e4lschter oder gestohlener) Lkw-F\u00fchrerscheine sich dem Wehrdienst zu entziehen.\u201c<\/p>\n<p><b>Dies allerdings dementiert die Ukraine! Auf BILD-Nachfrage schreibt die Botschaft: \u201eIn der Ukraine gibt es kein Verbot f\u00fcr M\u00e4nner, einen Lkw-F\u00fchrerschein der Klasse C zu erwerben.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Fund von Blanko-F\u00fchrerscheinen an Polen-Grenze<\/p>\n<p>Offenbar aber wird mit gef\u00e4lschten ukrainischen Blanko-F\u00fchrerscheinen aktuell ein schwunghafter Handel betrieben. Das legt ein Fund der polnischen Grenzbeh\u00f6rde nahe. Laut dem Geheimdokument stellten Polen-Grenzer \u201eam 9. April 2025 an der Grenz\u00fcbergangsstelle Medyka bei der grenzpolizeilichen Kontrolle eines Busses aus der Ukraine eine mit Lebensmitteln gef\u00fcllte Einkaufstasche\u201c fest, \u201ein der sich 203 ukrainische Blanko-F\u00fchrerscheine befanden\u201c.<\/p>\n<p>Laut dem Bericht ergab die sp\u00e4tere \u201eurkundentechnische Analyse\u201c der 203 Blanko-F\u00fchrerscheine, \u201edass auf der R\u00fcckseite der Dokumente die Berechtigungen zum F\u00fchren der Fahrzeugklasse ,C\u2018 (Lastkraftwagen) hinzugef\u00fcgt worden waren\u201c \u2013 sie seien manipuliert worden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Einer der 203 Blanko-F\u00fchrerscheine: Sie waren in Plastikumschl\u00e4gen in der Tasche (siehe Foto) versteckt.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/8e52f658deca253014c885950b53de3e,2ca14344\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Einer der 203 Blanko-F\u00fchrerscheine: Sie waren in Plastikumschl\u00e4gen in der Tasche (siehe Foto) versteckt.<\/p>\n<p>Foto: Polnischer Grenzschutz<\/p>\n<p>Im Polizeiverh\u00f6r gaben die beiden ukrainischen Busfahrer nach BILD-Informationen an, dass \u201edie Tasche als Warensendung transportiert worden sei und sie den Inhalt nicht kannten\u201c.<\/p>\n<p><b>Auf BILD-Nachfrage hie\u00df es von der ukrainischen Botschaft: \u201eEin solcher Vorfall ist uns nicht bekannt.\u201c Die Ukraine sei hier von Polen und Deutschland nicht informiert worden.<\/b><\/p>\n<p>Und weiter: \u201eWir weisen darauf hin, dass sogenannte ,Blanko-F\u00fchrerscheine\u2018 in der Ukraine nicht mehr existieren. Seit \u00fcber 20 Jahren werden ukrainische F\u00fchrerscheine ausschlie\u00dflich als Plastikkarten mit eingetragenen Personendaten und Sicherheitsmerkmalen ausgestellt.\u201c<\/p>\n<p>Organisierte und \u201espezialisierte\u201c kriminelle Banden<\/p>\n<p><b>Wer steckt also hinter der Schleuser-Masche mit den gef\u00e4lschten Lkw-F\u00fchrerscheinen?<\/b><\/p>\n<p>Auf BILD-Nachfrage sagt der Sprecher des Oberbefehlshabers des polnischen Grenzschutzes: \u201eHinter der Schleuser-Masche stecken spezialisierte kriminelle Gruppen.\u201c Also: Organsierte Kriminalit\u00e4t! <\/p>\n<p>Die Aufdeckung sei hier nur mit Hilfe \u201eintensiver Aufkl\u00e4rungs- und Ermittlungsma\u00dfnahmen\u201c durch polnische Grenzer m\u00f6glich gewesen. Es sei kompliziert, \u201esolche F\u00e4lle aufzudecken\u201c.<\/p>\n<p><b>Die ukrainische Botschaft sagte BILD dazu, dass ihr \u201ekeine solchen F\u00e4lle bekannt\u201c seien.<\/b><\/p>\n<p>Es bleibt die Frage: Wie viele Ukrainer im wehrf\u00e4higen Alter haben es mithilfe des Lkw-Tricks seit Beginn des russischen Angriffskrieges aus der Ukraine \u00fcber Polen ins Ausland geschafft?<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e Den tats\u00e4chlichen Umfang der Nutzung des Lkw-Tricks zur Fahnenflucht aus der Ukraine k\u00f6nnen die polnischen Beh\u00f6rden nicht beziffern. Tatsache ist aber, dass die Beamten 2024 insgesamt 498 Ukrainer im wehrf\u00e4higen Alter zwischen 25 und 60 Jahren an der Einreise nach Polen gehindert haben. Im ersten Halbjahr 2025 waren es insgesamt 118 F\u00e4lle.<\/p>\n<p><b>Die ukrainische Botschaft sagte BILD, dass die \u201esogenannte illegale Flucht\u201c kein \u201eMassenph\u00e4nomen\u201c sei. Der Gro\u00dfteil der M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter, der ins Ausland reise, tue \u201edies auf legaler Grundlage\u201c, habe die n\u00f6tigen Ausnahmegenehmigungen.<\/b><\/p>\n<p>Live im Video: Dobrindt besucht Grenze zu Belarus<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/live-im-video-dobrindt-besucht-grenze-zu-belarus-687de6118598e36a33a8b4d2\" class=\"anchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Teaser-Bild\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3483ee4e1b0144639213e4b212a07653,c0c72058\"   class=\"landscape teaser__image\" loading=\"lazy\"\/><\/a><\/p>\n<p>Quelle: Reuters21.07.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Warschau \u2013 Sie wollen dem Einsatz im barbarischen Krieg in ihrer Heimat entkommen. 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