{"id":283179,"date":"2025-07-21T17:18:11","date_gmt":"2025-07-21T17:18:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/283179\/"},"modified":"2025-07-21T17:18:11","modified_gmt":"2025-07-21T17:18:11","slug":"lebensretter-in-der-hosentasche-wie-google-android-handys-in-erdbeben-fruehwarnsysteme-verwandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/283179\/","title":{"rendered":"Lebensretter in der Hosentasche: Wie Google Android-Handys in Erdbeben-Fr\u00fchwarnsysteme verwandelt"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\">Eigentlich wurden Bewegungssensoren in <a title=\"Weitere News zu Smartphone\" href=\"https:\/\/t3n.de\/tag\/smartphone\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Smartphone<\/a>s daf\u00fcr entwickelt, die Anzeige korrekt auszurichten oder Schritte zu z\u00e4hlen. Nun sollen sie auch bei Erdbebenwarnungen helfen \u2013 vorrangig dort, wo teure Messtechnik fehlt, zum Beispiel in manchen Regionen S\u00fcdostasiens. Die Nutzenden m\u00fcssen daf\u00fcr lediglich eine App installieren. Voraussetzung ist ein Mobiltelefon mit einem <a title=\"Weitere News zu Android\" href=\"https:\/\/t3n.de\/tag\/android\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Android<\/a>-Betriebssystem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">IT-Fachleute und Seismologen von <a title=\"Weitere News zu Google\" href=\"https:\/\/t3n.de\/tag\/google\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Google<\/a>, der University of California und der Harvard-Universit\u00e4t haben die App entwickelt. Sie berichten in <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.ads4779\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Science<\/a>, das Warnsystem \u201eAndroid Earthquake Alerts\u201c (AEA) liefere ausreichend gute Daten, um bei Erdbeben zuverl\u00e4ssig zu warnen. Der Nutzen sei auch deshalb so gro\u00df, weil Android-Phones 70 Prozent aller Mobiltelefone weltweit ausmachten. <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/fruehzeitige-erdbeben-vorhersagen-bleiben-schwierig-doch-es-gibt-neue-ansaetze-1687399\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erdbebenwarnungen<\/a> k\u00f6nnen Betroffenen jene \u2013 oft \u00fcberlebenswichtige \u2013 Sekunden Vorlaufzeit geben, um sich bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>\n                F\u00fcnf Millionen Smartphones in 98 L\u00e4ndern\n            <\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Drei Jahre lang hatten die Forschenden das System getestet. Sie haben Daten gesammelt, ausgewertet und ihre Ergebnisse mit Informationen aus anderen Datenbanken zu Erdbeben verglichen. Mittlerweile haben mehr als f\u00fcnf Millionen Menschen in 98 Staaten die Warn-App auf ihren Android-Phones geladen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Die Bewegungssensoren in ihren Smartphones detektieren die f\u00fcr <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/warnsignal-beben-langsam-ki-forscher-erdbebenrisiken-1634916\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erdbeben<\/a> charakteristischen sogenannten P- und S-Wellen. Diese breiten sich mit h\u00f6heren Geschwindigkeiten aus als die oft zerst\u00f6rerischen Oberfl\u00e4chenwellen und werden deshalb f\u00fcr Warnungen genutzt. Dabei hilft, dass auch diese beiden Wellentypen unterschiedlich schnell sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">P-Wellen traktieren die Erde in Ausbreitungsrichtung, dr\u00fccken sie zusammen und ziehen sie wieder auseinander, \u00e4hnlich wie ein Akkordeon die Luft. Diese Wellen breiten sich schneller aus und kommen fr\u00fcher am Sensor an als S-Wellen, die quer zur Ausbreitungsrichtung schwingen.<\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Empfohlene redaktionelle Inhalte\n            <\/p>\n<p>            Hier findest du externe Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong>,<br \/>\n            die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de erg\u00e4nzen.<br \/>\n            Mit dem Klick auf &#8222;Inhalte anzeigen&#8220; erkl\u00e4rst du dich einverstanden,<br \/>\n            dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong> auf unseren Seiten anzeigen d\u00fcrfen.<br \/>\n            Dabei k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern \u00fcbermittelt werden.<br \/>\n            <br \/>\n            Inhalte anzeigen<\/p>\n<p class=\"u-text-small\">\n                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/datenschutz\/\" target=\"_blank\" title=\"Die externe Seite im neuen Tab\/Fenster \u00f6ffnen\" rel=\"noopener nofollow\"><br \/>\n                    Hinweis zum Datenschutz<br \/>\n                <\/a>\n            <\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Leider ist etwas schief gelaufen&#8230;\n            <\/p>\n<p>            An dieser Stelle findest du normalerweise externe Inhalte von <strong>TargetVideo GmbH<\/strong>,<br \/>\n            jedoch konnten wir deine Consent-Einstellungen nicht abrufen.<br \/>\n            Lade die Seite neu oder passe deine Consent-Einstellungen manuell an.<\/p>\n<p>                Datenschutzeinstellungen verwalten<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Aus den Laufzeitunterschieden und der Intensit\u00e4t dieser Wellen sowie ungef\u00e4hren Standortdaten der Smartphones ermittelt das Warnsystem den Ursprungsort und die St\u00e4rke eines Bebens. Bei Magnituden ab 4,5 schickt es eine Warnung raus.<\/p>\n<p>\n                Nur dreimal falscher Alarm\n            <\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Das System misst P-Wellen bei Erdbeben der St\u00e4rke 5 aus 200 Kilometern Entfernung zuverl\u00e4ssig und S-Wellen aus einer Entfernung von 350 Kilometern. Das Feedback der Nutzer:innen zeigt, dass 36 Prozent der Warnungen eintrafen, bevor sie Ersch\u00fctterungen wahrnahmen. 28 Prozent kamen zeitgleich und 23 Prozent nach der k\u00f6rperlichen Wahrnehmung eines Bebens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">In der Testphase detektierte das System zum Beispiel f\u00fcr die T\u00fcrkei monatlich durchschnittlich 312 Beben mit Magnituden zwischen 1,9 und 7,8. Insgesamt sendete es 1279 Warnungen. Nur dreimal gab es falschen Alarm. Zwei dieser Fehlwarnungen konnten die Entwickler Gewittern zuordnen. Die dritte f\u00fchrte sie auf eine Massenbenachrichtigung zur\u00fcck, die bei vielen Smartphones gleichzeitig einen Vibrationsalarm ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Die Algorithmen seien mittlerweile verbessert worden, schreiben die Entwickler. Bisher habe es keine weiteren Fehlalarme gegeben. Gleichwohl arbeitete das Team weiter daran, die Genauigkeit des Systems noch zu verbessern.<\/p>\n<p>\n                Grenzen bei sehr starken Beben\n            <\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\u201eEs ist ein interessantes Produkt und sehr hilfreich. Es schlie\u00dft L\u00fccken, gerade in weniger entwickelten Regionen\u201c, sagt der Erdbebenforscher Lars Ceranna von der Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Ein bisschen Kritik hat er aber auch. So komme das System bei sehr starken Beben mit einer Magnitude ab etwa 6,5 an Grenzen. \u201eUnd das ist auch keine \u00dcberraschung, denn die Bruchzonen sind bei solch starken Beben oft zig, manchmal hunderte Kilometer lang. Das Smartphone-System ermittelt aber immer nur einen Punkt als Quelle eines Bebens und untersch\u00e4tzt die Wucht\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Das m\u00fcsse noch verbessert werden und auch die Tiefe einer Erdbebenquelle st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden, fordert der Experte. Diese beeinflusse die Folgen eines Bebens ma\u00dfgeblich. \u201eEin Beben der Magnitude 5 in f\u00fcnf Kilometern Tiefe hat einen st\u00e4rkeren Einfluss als ein Beben der St\u00e4rke 5 in 50 Kilometern Tiefe.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Aus wissenschaftlicher Sicht fehlen dem BGR-Experten zudem Daten, wie empfindlich das Smartphone-Warnsystem reagiert und wie gro\u00df der Benefit tats\u00e4chlich ist. \u201eMan k\u00f6nnte doch sagen: Wir gucken uns das erstmal in Japan an, wo es tausende Seismometerstationen gibt und viele Menschen mit Handy. Und dann gehen wir in ein Gebiet mit d\u00fcnnerem Netz und schauen: Was ist der Gewinn?\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Dass die Smartphone-Technik k\u00fcnftig die seismologischen Observatorien ersetzen k\u00f6nnte, glaubt der Erdbebenforscher nicht. \u201eAllein schon, weil die Handy-Systeme die klassische Seismologie zum Kalibrieren brauchen. Die Sensoren in den Smartphones sind etwa um den Faktor tausend bis zehntausend ungenauer. Die fehlende Klasse wird hier mit Masse ausgeglichen.\u201c<\/p>\n<p>\n                Kommerzielle Interessen\n            <\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Da Google die Entwicklung finanziert, liegt der Verdacht nahe, dass es nicht zuletzt um kommerzielle Interessen geht. Auch Ceranna h\u00e4lt das f\u00fcr m\u00f6glich. \u201eIch hoffe aber, dass das Unternehmen noch st\u00e4rker mit Seismologen wissenschaftlich zusammenarbeitet\u201c, sagt er.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Gegen\u00fcber Nature erkl\u00e4rt Google, man wolle \u201eso transparent wie m\u00f6glich \u00fcber die Funktionsweise und Leistung des Systems informieren\u201c. Aufgrund von Datenschutzbedenken sei es jedoch schwierig, Rohdaten von den Smartphones der Nutzer weiterzugeben. Der Studienautor Richard Allen, Seismologe an der University of California, Berkeley, und Gastdozent bei Google sagt, der Artikel in Science\u00a0solle so viel wie m\u00f6glich \u00fcber die Funktionsweise des Systems Aufschluss geben. \u201eDas ist wirklich der Ursprung dieses Artikels. Ich hoffe, dass die Community das anerkennt und zu sch\u00e4tzen wei\u00df.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Positiv f\u00e4llt auf jeden Fall das Feedback der Menschen aus, die das Warnsystem schon nutzen. Die Entwickler haben dazu einen kleinen Fragenkatalog in die App integriert. Rund 85 Prozent der Nutzenden meldeten laut Studie zur\u00fcck, sie halten die App f\u00fcr \u201esehr hilfreich\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vgWortPixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/89095d36aa704872a7aca8b993cdf7e6.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\n                        Verpasse keine News! \ud83d\udc8c\n                    <\/p>\n<p class=\"c-native-newsletterbox__error -submit -hidden\">\n                        Es gab leider ein Problem beim Absenden des Formulars. 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