{"id":283524,"date":"2025-07-21T20:29:12","date_gmt":"2025-07-21T20:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/283524\/"},"modified":"2025-07-21T20:29:12","modified_gmt":"2025-07-21T20:29:12","slug":"frankreich-hats-verbaselt-was-heisst-das-fuer-les-bleues-und-die-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/283524\/","title":{"rendered":"Frankreich hat\u2019s verbaselt. Was hei\u00dft das f\u00fcr Les Bleues und die Deutschen?"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem deutschen 1:4 gegen Schweden stand an dieser Stelle, dass die <a href=\"https:\/\/ballverliebt.substack.com\/p\/dfb-nach-14-debakel-schonwetter-fuball\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschen vor dem Scherbenhaufen ihres Turniers stehen<\/a>. Das passendere Bild w\u00e4re wohl gewesen: Die T\u00fcr zu ihrem Aus ist zerdeppert, h\u00e4lt zwar noch irgendwie zusammen, aber Frankreich muss sie nur noch durchtreten. Und dann das: Trotz 110 Minuten \u00dcberzahl streichelten die Franz\u00f6sinnen diese T\u00fcr nur sanft, zerfressen von Versagensangst. Ja, es war bei zwei Abseitstoren und einer sagenhaften Berger-Parade auch ein wenig Pech dabei \u2013 aber das von Deutschland mit vollem Einsatz angebrachte Klebeband hielt die rissige T\u00fcre heil.<\/p>\n<p>Es war DAS Match des Turniers bisher und das denkw\u00fcrdige Spiel sagt \u00fcber beide Teams sehr viel aus. \u00dcber das franz\u00f6sische Panik-Orchester ebenso wie \u00fcber die Deutschen, die zwar den Vorwurf des Sch\u00f6nwetter-Fu\u00dfballs widerlegten \u2013 aber nach dem heroischen Kampf auch aufpassen m\u00fcssen, dass die grundlegenden Fragen in der DFB-Frauensektion nicht in den Hintergrund treten. Diese wurden vom Spielverlauf in Basel n\u00e4mlich nicht beantwortet.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"420\" height=\"590\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4F4-Fra-Ger-1-1-nV.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-22201\"  \/><\/p>\n<p>Die deutsche Ausgangslage<\/p>\n<p>Deutschland hat keine einzige Rechtsverteidigerin mehr im Kader, offenbarte gegen Schweden eklatante taktische Schw\u00e4chen, der linken Abwehr-Seite fehlt es massiv am Tempo. Wie genau Christian W\u00fcck es angehen wollte, ist Spekulation \u2013 in den ersten paar Minuten war es jedenfalls ein 4-1-4-1 mit Minge auf der Sechs sowie Hendrich und Knaak in der Innenverteidigung. Nach der fr\u00fchen Verletzung von Linder \u2013 die in Abwesenheit der verletzten Gwinn und der gesperrten Wamser nach rechts geschoben wurde \u2013 spielte Deutschland tats\u00e4chlich aber kaum mehr als f\u00fcnf Minuten in dieser Formation.<\/p>\n<p>Der Ausschluss von Kathrin Henrich, die im Zuge eines in den Strafraum segelnden Freisto\u00dfes die aufger\u00fcckte Griedge Mbock-Bathy durchaus mit einer gewissen Zugkraft an deren Haarzopf zur\u00fcckhielt, mag ein situatives Blackout oder eine impulsive Dummheit gewesen sein; ihre ungl\u00e4ubige Reaktion legt eher Ersteres nahe. Jedenfalls war Deutschland danach eine weniger und 0:1 im R\u00fcckstand, weil Geyoro den f\u00e4lligen Strafsto\u00df \u00fcber die Linie zitterte.<\/p>\n<p>Frankreich spielt es richtig schlecht<\/p>\n<p>Aus dem deutschen System wurde ein 4-4-1, in dem Minge statt Hendrich in die Abwehr ging und Kleinherne statt der verletzten Linder rechts hinten spielte. Damit stand man im tiefen Block und versuchte sich der Franz\u00f6sinnen zu erwehren. Das gelang \u00fcberwiegend exzellent, weil man selbst extrem pr\u00e4sent war und sehr gut gegen den Ball arbeitete. Aber auch, weil Frankreich praktisch alles falsch machte, was man falsch machen kann.<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Au\u00dfenverteidigerinnen \u2013 vor allem \u00c9lise de Almeida rechts \u2013 blieben in der Spieler\u00f6ffnung extrem weit hinten, wodurch es nie m\u00f6glich wurde, rasch genug eine \u00dcberzahl ins Angriffsdrittel zu bringen.<\/li>\n<li>Statt auf schnelle Ballstafetten zu setzen, um zwischen die deutschen Linien zu kommen oder die Kette auseinander zu ziehen, wie es Schweden exzellent geschafft hatte, wurde fast immer das Dribbling oder das Eins-gegen-Eins gesucht. Im Zweikampf hatten die Deutschen aber klare Vorteile.<\/li>\n<li>In Wahrheit spielte auch Frankreich eigentlich zu zehnt, weil Sechser Oriane Jean-Fran\u00e7ois \u00fcber weite Strecken konsequent ignoriert wurde. Sie kam auf einen Ballkontakt alle 84 Sekunden \u2013 das ist nur Platz sechs unter den zehn Startelf-Feldspielerinnen \u2013 und viele davon waren in Zweik\u00e4mpfen, nicht im Aufbau. Ein Indiz daf\u00fcr, dass Frankreich viel zu selten auf Seitenwechsel setzte, sondern sich auf eine Spielfeldseite committete (meistens die linke, Bacha hatte die meisten Ballkontakte aller Franz\u00f6sinnen).<\/li>\n<li>Anpassungen f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte? Gab es nicht. Anstatt irgendwas zu \u00e4ndern oder zu versuchen, die eigenen Schw\u00e4chen abzustellen, ging es einfach genau so weiter.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In den zwei, drei Situationen, in denen Frankreich Tempo ins Passspiel brachte, wurde man sofort gef\u00e4hrlich \u2013 in der 40. Minute ging Cascarinos vermeintlichem Treffer zum 2:1 (N\u00fcksen hatte zwischenzeitlich nach einem Eckball ausgeglichen) ebenso ein Abseits voraus wie in der 57. Minute bei jenem von Geyoro. Sehr viel mehr kam von Frankreich nicht \u2013 ohne den Elfer zur fr\u00fchen F\u00fchrung waren es rund 1,3 Expected Goals, war bei 110 Minuten \u00dcberzahl doch eher d\u00fcnn ist.<\/p>\n<p>Letztlich hatte Deutschland sogar schon in der regul\u00e4ren Spielzeit den Sieg am Fu\u00df, Sjoeke N\u00fcsken scheiterte aber in der 70. Minute mit ihrem Elfmeter an Pauline Peyraud-Magnin. Andererseits rettete Ann-Katrin Berger in der 103. Minute, als Minge einen Ball ungl\u00fccklich in Richtung eigenes Tor ablenkte. Nach insgesamt 138 intensiven, aber auch \u00fcberwiegend zerfahrenen und spielerisch ziemlich z\u00e4hen Minuten ging es ins Elfmeterschie\u00dfen, dort hielt Frankreich \u2013 gemessen am rissigen Nervenkost\u00fcm \u2013 erstaunlich gut mit, Alice Sombath verschoss letztlich den vierzehnten und entscheidenden Versuch.<\/p>\n<p>Deutschland \u2013 gut geeignet f\u00fcr Defensiv-Kampf\u2026<\/p>\n<p>Der deutsche Frauenfu\u00dfball und dessen Erfolge in den 90ern und 00er-Jahren basierte vor allem auf \u00fcberlegener Physis und dem, was gemeinhin als \u201eMentalit\u00e4t\u201c vermittelt wird: Kampfgeist, rennen bis zum Umfallen, nicht aufgeben. Das, was gemeinhin als \u201edeutsche Tugenden\u201c galt und zu dem man gerne \u201e\u00fcber den Kampf ins Spiel finden\u201c sagte.<\/p>\n<p>Das hat bis Mitte der 2010er-Jahre ausgereicht, die Einschl\u00e4ge (wie die Heim-WM 2011) kamen n\u00e4her, aber Deutschland<a href=\"https:\/\/ballverliebt.eu\/2013\/08\/02\/die-endgultige-abkehr-von-der-eigeninitiative-umschaltspiel-nun-auch-bei-den-frauen-in\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> lavierte sich noch irgendwie zum EM-Titel 2013<\/a> und rumpelte zum <a href=\"https:\/\/ballverliebt.eu\/2016\/08\/29\/rio-2016-deutschland-neid-schweden-sundhage-solo-pauw-necib-marta\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">grandios unverdienten Olympiasieg von 2016<\/a>. Mentalit\u00e4t und Physis reichten dann aber im Vergleich mit den anderen, auf- und letztlich \u00fcberholenden L\u00e4ndern irgendwann nicht mehr aus und seither ist Deutschlands Frauenfu\u00dfball eher ein Struggle.<\/p>\n<p>Weil das Fehlen des nun n\u00f6tig gewordenen dritten Standbeins (n\u00e4mlich das Taktisch-Inhaltliche) die Stabilit\u00e4t beeintr\u00e4chtigte. Strategische Klasse blitzte immer wieder in einzelnen Spielen auf, wie <a href=\"https:\/\/ballverliebt.eu\/2019\/06\/21\/klarer-titelkandidat-wackelnde-herausforderer-und-einige-aergernisse\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">beim super-cleveren Sieg gegen Spanien bei der WM 2019 <\/a>oder dem tollen EM-Halbfinale gegen Frankreich 2022. Oftmals hatte dieses DFB-Team seine besten Moment aber mit psychologischer Z\u00e4higkeit (wie in der Olympia-Quali f\u00fcr 2024), w\u00e4hrend sich die wichtigen Spiele h\u00e4uften, in denen man durch Hirnschmalz ausman\u00f6vriert wurde. Das EM-Viertelfinale gegen D\u00e4nemark 2017 etwa, die Spiele gegen Schweden im WM-Viertelfinale 2019 und jetzt bei der EM 2025, die vorsintflutlichen Auftritte bei der der WM 2023.<\/p>\n<p>Wenn Deutschland auf die beiden alten Attribute Mentalit\u00e4t und Physis zur\u00fcckgeworfen wird, wie nun in diesem Viertelfinale gegen Frankreich, gibt es kaum bessere Teams auf dieser Welt. Die medialen Pr\u00fcgel nach dem 1:4 gegen Schweden letzte Woche haben sicher auch einiges zu einer Jetzt-Erst-Recht-Stimmung beigetragen. Was Kampfgeist angeht, hat dieses deutsche Team den Charaktertest eindrucksvoll, denkw\u00fcrdig und mit wehenden Fahnen bestanden.<\/p>\n<p>Im tiefen Block verteidigend, war bei Knaak nicht das Tempo-Defizit auff\u00e4llig, sondern die Kopfball- und Zweikampfst\u00e4rke. Janina Minge ist trotz ihrer relativen Frische im Kreise des DFB-Teams nicht umsonst Ersatz-Kapit\u00e4nin f\u00fcr Giulia Gwinn, sie vermittelt die Resilienz in Spielweise und K\u00f6rpersprache. Sen\u00df, die Wadelbei\u00dferin im Mittelfeld, warf sich mit Verve in jeden Zweikampf. Giovana Hoffmann hielt vorne, so lange die Kraft da war, immer wieder gut die B\u00e4lle. Franziska Kett und Sophia Kleinherne wurden zu selten \u00fcberladen und konnten sich damit ins Spiel reinklammern.<\/p>\n<p>\u2026 aber die grunds\u00e4tzlichen Fragen bleiben<\/p>\n<p>Aber so sehr dieser Abend von Basel auch in die deutsche Frauenfu\u00dfball-Geschichte eingehen wird: Er war nicht dazu geeignet, zahlreiche grunds\u00e4tzliche Fragen zu beantworten, die sich nach der Gruppenphase ergeben haben. Denn der Kader kann gut mit einem defensiven Spiel umgehen, aber ein hohes Pressing geht sich mit der Besetzung in der Defensive immer noch nicht aus, zumindest wenn eine Lena Oberdorf nicht da ist. K\u00e4mpferin Sen\u00df und die eher offensiv ausgerichtete N\u00fcsken erg\u00e4nzen sich nicht immer optimal.<\/p>\n<p>Die Naivit\u00e4t, mit der sich Deutschland schon in personellem Gleichstand von Schweden die Laufwege manipulieren und das Mittelfeld aufrei\u00dfen lie\u00df, war bedenklich, aber nichts davon war gegen Frankreich ausschlaggebend und das wird es h\u00f6chstwahrscheinlich auch im Halbfinale gegen Spanien nicht sein. Nicht umsonst hat Spanien noch nie gegen Deutschland gewonnen.<\/p>\n<p>Als Fu\u00dfball-Nation mit dem logischen Anspruch, zu den Weltbesten zu geh\u00f6ren, ist Kampfgeist und Widerstandskraft wichtig. Es reicht aber alleine nicht f\u00fcr Erfolgsstabilit\u00e4t aus, das haben die letzten zehn Jahren gezeigt.<\/p>\n<p>Und die Gefahr besteht, dass dieser Erfolg und ein m\u00f6glicher gegen Spanien und, wer wei\u00df, wom\u00f6glich sogar einer im Endspiel gegen Italien oder (wohl eher) England, die Sinne vernebelt. So wie bei den deutschen M\u00e4nnern, die mit Libero, Manndeckern, Kampf-Fu\u00dfball, Wucht und Wille den EM-Titel von 1996 erzwangen und sich danach einredeten, dass ja eh alles in Ordnung ist, w\u00e4hrend der Rest der Fu\u00dfball-Welt weiterzog und man einen jahrelangen R\u00fcckstand aufgerissen hatte, bis man 2004 doch erkannte, dass man den deutschen Fu\u00dfball grundlegend neu denken muss.<\/p>\n<p>Oder eben wie die deutschen Titel von 2013 und 2016.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"685\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/WEuro2025-nach-Viertelfinale-1024x685.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-22209\"  \/><\/p>\n<p>Frankreich, von Versagensangst zerfressen<\/p>\n<p>Was Kathrin Hendrich da mit dem Zug am Zopf von Mbock-Bathy gemacht hat, ob Absicht oder nicht, war haarstr\u00e4ubend un-clever. Aber was Frankreich in der restlichen Spielzeit angestellt hat, war in seinem ganzen kollektiven Versagen noch viel ersch\u00fctternder. Es war geradezu tragikomisch.<\/p>\n<p>Und vor allem: Es ist nicht mit den Ma\u00dfst\u00e4ben eines normalen Fu\u00dfballspiels oder normalen taktischen Ma\u00dfnahmen zu bewerten, die funktionieren oder eben nicht. Was bei Frankreich an diesem Abend in Basel los war, passierte zu 90 Prozent nicht in den Beinen, sondern im Kopf.<\/p>\n<p>Frankreich hatte in f\u00fcnf der sechs Halbzeiten seiner Gruppe mit England, den Niederlanden und Wales das Geschehen weitgehend bis komplett im Griff, spielte seine Physis aus und den tiefen Kader, h\u00e4tte eigentlich voller Selbstvertrauen in das Viertelfinale gegen einen am Boden liegenden Gegner gehen m\u00fcssen. Oder eben: Einfach nur die zerdepperte deutsche T\u00fcr endg\u00fcltig einrennen. Und dann dieses Geschenk durch Hendrich und die F\u00fchrung, aber all das gab eben keine Sicherheit. Sondern eher das Gef\u00fchl: Das D\u00dcRFEN wir jetzt aber nicht mehr aus der Hand geben.<\/p>\n<p>Und so wurde aus der Ruhe nach der F\u00fchrung zunehmend Pomadigkeit, kroch in die Erleichterung immer mehr die Verunsicherung hinein, umso mehr nach dem deutschen Ausgleich, der aus dem Nichts kam. Frankreich konnte nicht hoch anlaufen und Unordnung bei den dezimierten Kontrahentinnen stiften, sondern war gegen einen robusten Gegner selbst zum Handeln gezwungen, konnte also seine gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken nicht ausspielen. Und je l\u00e4nger das Spiel dauerte, desto greifbarer wurde aus der Verunsicherung die Angst, weil man vorne nichts zustande brachte, dass diese widerstandsf\u00e4higen Deutschen irgendwie im Konter oder aus einem Standard oder aus einem eigenen Fehler einen Treffer erzielen. Der Elfmeter, so soft der Pfiff von Referee Olofsson auch war, hatte schon sehr den Geschmack einer Self-Fulfilling Prophecy.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nun nat\u00fcrlich auch \u00fcber Wendie Renard reden, die Teamchef Bonadei aussortiert hat. Mbock-Bathy und Lakrar sind im Aufbau besser, keine Frage, aber sie strahlen nicht ann\u00e4hernd die Gefahr aus, welche die Riesin aus Guadeloupe bei offensiven Eckb\u00e4llen hat. Und bei Alice Sombath, die dann f\u00fcr die nach Verletzung noch nicht ganz fitte Mbock-Bathy kam, fehlt dann noch dazu die internationale Routine. Nicht ganz zuf\u00e4llig, dass zwei Tage nach der 18-j\u00e4hrigen Smilla Holmberg f\u00fcr Schweden nun die 21-j\u00e4hrige Alice Sombath den im jeweiligen Shoot-Out entscheidenden Penalty vergab.<\/p>\n<p>Aber vor allem muss man in diesem Kontext \u00fcber die letzten 15 Jahre reden, die sich ganz, ganz tief in die franz\u00f6sische Psyche eingebrannt haben. Das ewige Scheitern nicht mal kurz vor dem Ziel, sondern zumeist eben schon auf halbem Weg. Frankreich l\u00e4uft mittlerweile schon im emotionalen Ausnahmezustand ein, wenn auf einem Match schon \u201eViertelfinale\u201c draufsteht. Von den letzten neun Viertelfinals hat Frankreich acht verloren.<\/p>\n<p>Langzeit-Sch\u00e4den zu bef\u00fcrchten?<\/p>\n<p>Welchen Effekt hat nun diese Niederlage mittelfristig auf Frankreich? <a href=\"https:\/\/ballverliebt.eu\/2011\/07\/10\/benachteiligte-us-girls-bestrafen-brasilien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Als Brasilien 2011 das WM-Viertelfinale auf \u00e4hnlich dramatische Art und Weise gegen die USA verlor<\/a>, war das praktisch der Todessto\u00df f\u00fcr jenes Team in Martas Glanzzeit, das in den Jahren zuvor in zwei Olympia- und einem WM-Finale gewesen war.<\/p>\n<p>Oder, um bei Frankreich zu bleiben: Es gab die verdienten bis apathischen Viertelfinals wie 2016 und  2017 oder 2019, wo der Gegner halt besser war und man selbst im ganzen Turnier nicht so richtig gez\u00fcndet hat. Oder das von 2023, als man nach 120 ausgeglichenen Minuten den einen Elfer zu viel vergeben hat, kann passieren. Aber es gab eben auch Montr\u00e9al 2015, vor zehn Jahren, als Frankreich vermeintlich auf dem Weg zum (sicheren?) WM-Titel ausschlie\u00dflich an der eigenen Chancenverwertung und an einem d\u00e4mlichen Wechsel des damaligen Trainers Philipp Bergeroo scheiterte. Dieses Spiel hat Frankreich damals nachhaltig K.o. geschlagen. Es dauerte Jahre, bis man wieder den Status eines ernsthaften Titelkandidaten erlangte. Mutma\u00dflich hat Frankreich das bis heute nicht.<\/p>\n<p>Die Arbeit von Mentaltrainer Thomas Sammut (der aus den Schwimmern Florent Manaudou und L\u00e9on Marchand Olympiasieger machte) verpuffte. Trainer Laurent Bonadei darf zwar bleiben, das best\u00e4tigte Verbands-Boss Philipp Diallo am Montag, aber sein Standing hat fraglos gelitten und die Ausbootung von Renard, Le Sommer und Dali (\u201eWenn ich andere Ergebnisse haben will, muss ich andere Spielerinnen einberufen\u201c) k\u00f6nnte ihn noch verfolgen.<\/p>\n<p>Es wird auch auf absehbare Zeit keine neue Generation geben. Einerseits, weil die Truppe nach dem Aussortieren der Alten schon im guten Fu\u00dfballer-Alter ist \u2013 Jean-Fran\u00e7ois (23), Bacha (24), Lakrar (25), Baltimore (25) und Katoto (26) sind l\u00e4ngst Stamm, Sombath (21) und N\u2019Dongala (20) ernsthafte Alternativen und die jeweils 21-j\u00e4hrigen Samoura und Bogaert schnuppern schon rein. Und zum anderen, weil ansonsten gerade offenkundig keine potenziellen Weltklasse-Kapazunder nachkommen: Die recht anonyme U-20 ist letztes Jahr mit nur einem Sieg aus vier Spielen (und der war gegen Fidschi) fr\u00fch aus der WM ausgeschieden, die aktuelle U-19 war zwar im EM-Finale, wurde dort aber 0:4 von Spanien gedem\u00fctigt.<\/p>\n<p>Es wird also das aktuelle Personal richten m\u00fcssen, das n\u00e4chste Gro\u00df-Turnier ist die WM in Brasilien in zwei Jahren. Vorher steht noch im Herbst die Finalrunde der Nations League an, in dieser hat Frankreich 2023\/24 das bisher einzige Finale erreicht. Die Franz\u00f6sinnen gehen als Gruppensieger ohne Punktverlust in das Ende Oktober in Hin- und R\u00fcckspiel ausgetragene Halbfinale.<\/p>\n<p>Der Gegner? Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem deutschen 1:4 gegen Schweden stand an dieser Stelle, dass die Deutschen vor dem Scherbenhaufen ihres Turniers&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":283525,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-283524","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114893118742018967","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/283524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=283524"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/283524\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/283525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=283524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=283524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=283524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}