{"id":284165,"date":"2025-07-22T04:15:12","date_gmt":"2025-07-22T04:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/284165\/"},"modified":"2025-07-22T04:15:12","modified_gmt":"2025-07-22T04:15:12","slug":"berlin-pflege-im-heim-noch-teurer-druck-fuer-entlastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/284165\/","title":{"rendered":"Berlin | Pflege im Heim noch teurer &#8211; Druck f\u00fcr Entlastung"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Die Pflege im Heim wird f\u00fcr Bewohnerinnen und Bewohner noch teurer. Die Zahlungen aus eigener Tasche w\u00e4hrend des ersten Jahres in der Einrichtung \u00fcberschritten jetzt im bundesweiten Schnitt die Marke von 3.000 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Mit Stand 1. Juli waren durchschnittlich 3.108 Euro f\u00e4llig. Das sind 124 Euro mehr als zum 1. Januar und 237 Euro mehr als zum 1. Juli 2024. In laufenden Beratungen f\u00fcr eine gro\u00dfe Pflegereform w\u00e4chst der Druck f\u00fcr Entlastungen damit weiter.<\/p>\n<p>Erhebliche Unterschiede in den L\u00e4ndern<\/p>\n<p>Im Vergleich der Bundesl\u00e4nder am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr im Heim jetzt in Bremen mit durchschnittlich 3.449 Euro im Monat, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. Nordrhein-Westfalen folgt mit 3.427 Euro. Am niedrigsten war die monatliche Belastung zum 1. Juli in Sachsen-Anhalt mit 2.595 Euro und Mecklenburg-Vorpommern mit 2.752 Euro.\u00a0<\/p>\n<p>In den Summen ist zum einen der Eigenanteil f\u00fcr die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung tr\u00e4gt &#8211; anders als die Krankenversicherung &#8211; nur einen Teil der Kosten. F\u00fcr Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen dann noch Zahlungen f\u00fcr Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Ausbildungskosten hinzu.<\/p>\n<p>Fast 200 Euro im Monat mehr nur f\u00fcr die reine Pflege<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr immer h\u00f6here Belastungen der Pflegebed\u00fcrftigen seien steigende Personal- und Lebenshaltungskosten, erl\u00e4uterte der Ersatzkassenverband. So ging der Eigenanteil nur f\u00fcr die reine Pflege im bundesweiten Schnitt auf jetzt 1.862 Euro im Monat hoch &#8211; 184 Euro mehr als Mitte vergangenen Jahres. Stark zu Buche schl\u00e4gt da eine bessere Bezahlung dringend ben\u00f6tigter Pflegekr\u00e4fte.\u00a0<\/p>\n<p>Aber auch Unterhalt und Verpflegung kosten mehr, n\u00e4mlich durchschnittlich jetzt 1.018 Euro im Monat und damit plus 63 Euro im Vergleich zu Juli 2024. Ausgewertet wurden Verg\u00fctungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen L\u00e4ndern, wie der Verband der Ersatzkassen erl\u00e4uterte. Zu ihm geh\u00f6ren etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.<\/p>\n<p>Teure Kostend\u00e4mpfer\u00a0<\/p>\n<p>Um die Kosten zu d\u00e4mpfen, bekommen Pflegebed\u00fcrftige seit 2022 neben den Leistungen der Pflegekassen auch Entlastungszuschl\u00e4ge, die sich nach der Aufenthaltsdauer richten. Der Eigenanteil nur f\u00fcr die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedr\u00fcckt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Doch auch mit dem h\u00f6chsten Zuschlag legten die Belastungen auf niedrigerem Niveau zu &#8211; im Schnitt auf nun 1.991 Euro im Monat. Das waren 126 Euro mehr als Mitte 2024.<\/p>\n<p>Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, mahnte, die Eigenbeteiligung steige seit Jahren kontinuierlich an. \u00abDen Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern sind Belastungen in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht mehr zuzumuten.\u00bb Um das schnell zu \u00e4ndern, m\u00fcssten die L\u00e4nder ihre Verantwortung zur \u00dcbernahme der Kosten f\u00fcr Investitionen und Ausbildung erf\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n<p>Arbeitsgruppe soll schnell Vorschl\u00e4ge liefern<\/p>\n<p>Nach umfassenderen L\u00f6sungen suchen soll eine Arbeitsgruppe von Bund und L\u00e4ndern, die gerade die Arbeit aufnahm. Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen. \u00abPflege darf kein Armutsrisiko sein\u00bb, gab Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) als eines der Ziele aus. Dabei geht es auch um die Stabilisierung der Pflegeversicherung, die in diesem Jahr auf ein kleines Minus zusteuert. Um neue Beitragserh\u00f6hungen 2026 abwenden, fehlt aber schon noch Geld.<\/p>\n<p>Generell gehen die Probleme tiefer. Im vergangenen Jahr seien 30 Prozent der Leitungsausgaben der Pflegeversicherung f\u00fcr die vollstation\u00e4re Pflege im Heim geflossen, obwohl nur 12,6 Prozent der Pflegebed\u00fcrftigen diese Leistung erhielten, wie der Bundesrechnungshof in einem Bericht f\u00fcr den Bundestag erl\u00e4uterte. Ausgabentreiber sind demnach auch die Entlastungszuschl\u00e4ge, bei denen f\u00fcr dieses Jahr ein Kostensprung auf 7,3 Milliarden Euro erwartet wird.<\/p>\n<p>Zahlreiche Forderungen\u00a0<\/p>\n<p>Diverse Reformvorschl\u00e4ge liegen l\u00e4ngst auf dem Tisch: von mehr Steuergeld \u00fcber Deckel f\u00fcr die Eigenanteile bis zu einem Umbau des Modells zu einer Vollversicherung, die alle Pflegekosten tr\u00e4gt. Die Pflegekassen fordern, dass der Bund Milliardenausgaben aus Corona-Zeiten erstattet und Rentenbeitr\u00e4ge f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige \u00fcbernimmt. \u00abEs fehlt nicht an Erkenntnissen\u00bb, schrieb auch der Bundesrechnungshof, \u00absondern am Willen zur Umsetzung\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Die Pflege im Heim wird f\u00fcr Bewohnerinnen und Bewohner noch teurer. 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