{"id":284811,"date":"2025-07-22T10:17:10","date_gmt":"2025-07-22T10:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/284811\/"},"modified":"2025-07-22T10:17:10","modified_gmt":"2025-07-22T10:17:10","slug":"kampf-um-saporischschja-davon-traeumt-der-kreml-doch-das-hier-ist-das-land-der-kosaken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/284811\/","title":{"rendered":"Kampf um Saporischschja: \u201eDavon tr\u00e4umt der Kreml doch! Das hier ist das Land der Kosaken\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Erbittert leistet Saporischschja im S\u00fcdosten der Ukraine Widerstand gegen die russische Armee. Die steht nur 30 Kilometer vor der Stadt. Aber Aufgeben kommt f\u00fcr die Bewohner nicht infrage. Sie sehen sich als Nachfahren des ber\u00fcchtigten Kosakenheeres.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Von der Uferb\u00f6schung blickt man auf den Staudamm von Saporischschja. Eine monumentale Wand aus Beton. Unten funkeln die Wellen des Dnipro, am Horizont rauchen die Schlote der Fabriken. Der Staudamm, unter Stalin in Betrieb genommen, ist ein Sinnbild f\u00fcr die Industrialisierung der Sowjetunion und er ist das Wahrzeichen von Saporischschja.<\/p>\n<p>Um die Industriestadt im S\u00fcdosten der Ukraine tobt ein heftiger Kampf, milit\u00e4risch und propagandistisch. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256283880\/russischer-angriffskrieg-und-in-diesem-sinne-gehoert-die-ganze-ukraine-uns-sagt-putin.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256283880\/russischer-angriffskrieg-und-in-diesem-sinne-gehoert-die-ganze-ukraine-uns-sagt-putin.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin<\/a> hat sie 2022 samt der umliegenden Region und der drei Oblaste Cherson, Donezk und Luhansk zu russischem Staatsgebiet erkl\u00e4rt \u2013 ohne, dass seine Soldaten die Stadt jemals eingenommen haben. Seither wird sie von den Russen wahlweise als Kriegsziel milit\u00e4rischer Eroberung ausgegeben oder <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/politik_ausland_nt\/article256201368\/russland-veroeffentlicht-plan-fuer-eine-friedensloesung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/politik_ausland_nt\/article256201368\/russland-veroeffentlicht-plan-fuer-eine-friedensloesung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als Vorbedingung f\u00fcr einen m\u00f6glichen Frieden <\/a>gefordert. <\/p>\n<p>Obwohl das f\u00fcr Kiew ausgeschlossen ist, sehen amerikanische Diplomaten den R\u00fcckzug der Ukraine aus Saporischschja und der annektierten Gebiete als m\u00f6glichen Weg zur Beendigung des Krieges. Die Menschen dort wollen jedenfalls nicht kampflos aufgeben \u2013 und berufen sich auf ihre kriegerischen Vorfahren.<\/p>\n<p>Oleksander Zechelnyk blickt auf den Staudamm. Der b\u00e4rtige Mittf\u00fcnfziger ist Fremdenf\u00fchrer und bringt oft Soldaten aus der ganzen Ukraine hinauf auf diese Uferb\u00f6schung. Aber nicht wegen des Panoramablicks auf den Staudamm. Er zeigt auf helle Felsen, die aus dem Wasser ragen: \u201eDie Felsen sind wie die Geschichte der Ukraine. Sie sind aus den Tiefen des Dnipro pl\u00f6tzlich wieder aufgetaucht und sie erinnern uns daran, wer wir eigentlich sind.\u201c<\/p>\n<p>Der Wasserspiegel sank, nachdem die Russen vor zwei Jahren weiter flussabw\u00e4rts <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article251870256\/Kachowka-Staudamm-Ein-Jahr-nach-der-Katastrophe-entwickelt-sich-ein-neues-Oekosystem.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article251870256\/Kachowka-Staudamm-Ein-Jahr-nach-der-Katastrophe-entwickelt-sich-ein-neues-Oekosystem.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">den Kachowka-Staudamm zerst\u00f6rt<\/a> hatten, mit katastrophalen Auswirkungen auf Menschen und Natur. Da wurden pl\u00f6tzlich die Felsen im Dnipro wieder sichtbar, die hier jahrhundertelang als nat\u00fcrliche Furt dienten. Arch\u00e4ologen haben zudem alte Holzboote gefunden, M\u00fcnzen und Kanonenkugeln \u2013 Relikte aus der Kosakenzeit. \u201eDenn Saporischschja, das ist die Stadt der Kosaken\u201c, sagt Zechelnyk.<\/p>\n<p>Er f\u00fchrt weiter \u00fcber die Flussinsel Hortyca. Sie ist zentral f\u00fcr die Mythologie des modernen ukrainischen Staats. Das liegt an den Palisaden, dem Dutzend Holzh\u00e4uschen und der Kirche, die auf dem H\u00fcgel \u00fcber dem Ufer stehen. <\/p>\n<p>Das kleine Freilichtmuseum ist eine Rekonstruktion der wichtigsten Kosakensiedlung der Ukraine, ein nationales Kulturerbe. \u201eDie Kosaken geh\u00f6ren zu uns, zur Identit\u00e4t der Ukrainer. Wir sind als milit\u00e4rische Nation entstanden und sind es immer geblieben\u201c, sagt Zechelnyk, der f\u00fcr den Museumskomplex arbeitet.<\/p>\n<p>Die Kosaken waren ein Kriegervolk, das sich vor 500 Jahren entlang des Dnipro ausbreitete. Abenteurer, Abtr\u00fcnnige und geflohene Leibeigene, die in der weiten ukrainischen Steppe Siedlungen errichteten und sich mit ihrer gef\u00fcrchteten Saporoger Armee gegen die Angriffe ihrer st\u00e4rkeren Nachbarn wehrten: Polen, Russen, T\u00fcrken und Tataren. <\/p>\n<p>Auf der Insel Hortyca hatten sie ihre bedeutendste Siedlung errichtet, eine Art Hauptstadt und das politische Zentrum ihrer Kriegerdemokratie. Sie gilt in der Ukraine als Wurzel ihrer Unabh\u00e4ngigkeit und Staatlichkeit. <\/p>\n<p>\u201eNachfahren der Kosaken\u201c<\/p>\n<p>\u201eGeschichte ist f\u00fcr die Soldaten wichtig, denn wirkliche Geschichte motiviert zum Kampf\u201c, sagt Zechelnyk zwischen den Holzh\u00e4uschen. \u201eDie meisten unserer Soldaten sehen sich als Nachfahren der Kosaken.\u201c Er selbst ist nicht nur Fremdenf\u00fchrer, sondern auch Veteran. Ab 2022 hat er Saporischschja vor den Russen verteidigt, als Infanterist, eineinhalb Jahre lang, solange es seine Gesundheit erlaubt hat. Nur 30 Kilometer s\u00fcdlich der Stadtgrenze wurden die Russen aufgehalten \u2013 dort verl\u00e4uft bis heute die Front.<\/p>\n<p>Weit mehr als eine halbe Million Menschen leben in der Stadt, die meisten von ihnen sprechen Russisch. Sie leben unter t\u00e4glichem Beschuss und Putins Okkupationsdrohung. \u201eUnsere Regierung wird Saporischschja sicher nicht aufgeben\u201c, sagt Ihor. Auch er spricht Russisch. Er steht an einer Ampel am Sobornyi Prospekt, der langen und schnurgeraden Hauptstra\u00dfe, die durch die gesamte Stadt f\u00fchrt. <\/p>\n<p>Laute Lastwagen donnern an den Wohnhochh\u00e4usern aus der Stalinzeit vorbei. Zwei \u00e4ltere Nachbarinnen mischen sich ein: \u201ePutin hat uns nicht eingenommen. Und unsere Verfassung verbietet es, unsere Gebiete abzutreten\u201c, sagt Alexandra. Ihre Freundin Tatjana wird laut: \u201eDavon tr\u00e4umt der Kreml doch! Wir werden Saporischschja nicht hergeben. Das hier ist das Land der Kosaken, die Wiege des Kosakentums! Wir werden k\u00e4mpfen um unsere Stadt!\u201c<\/p>\n<p>Schon 2014 haben die Einwohner gezeigt, was sie von der russischen Welt halten. Nur einige Stra\u00dfen weiter, am 13. April, dem sogenannten \u201eEiersonntag\u201c. Damals hatten prorussische Aktivisten f\u00fcr den bereits geflohenen und abgesetzten Ex-Pr\u00e4sidenten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/reise\/nah\/plus235828644\/Ukraine-Der-Palast-des-Ex-Praesidenten-ist-Europas-skurrilstes-Museum.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/reise\/nah\/plus235828644\/Ukraine-Der-Palast-des-Ex-Praesidenten-ist-Europas-skurrilstes-Museum.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Viktor Janukowytsch <\/a>demonstriert. Solche russlandfreundlichen Aufm\u00e4rsche gab es in vielen gro\u00dfen St\u00e4dten \u00fcberall im S\u00fcden und Osten der Ukraine. <\/p>\n<p>Aber w\u00e4hrend sie in Donezk und Luhansk von paramilit\u00e4rischen Einheiten unterst\u00fctzt wurden, Regierungsgeb\u00e4ude besetzten und separatistische Republiken ausriefen, endete der Versuch in Saporischschja mit der Dem\u00fctigung der prorussischen Kr\u00e4fte. Sie wurden von proukrainischen Demonstranten gestoppt, stundenlang eingekesselt und schlie\u00dflich mit Mehl und Eiern beworfen. Saporischschja blieb ukrainisch, eine separatistische \u201eSaporoger Volksrepublik\u201c wurde verhindert. <\/p>\n<p>F\u00fcr Natalia Lobach ein wichtiges Zeichen des Widerstands. \u201eDie russische Propaganda behauptet, dass die Menschen in der S\u00fcd- und Ostukraine zu Russland wollen. Ich will zeigen, dass das nicht so ist\u201c, erz\u00e4hlt die Grafikdesignerin in einem  Caf\u00e9 in Saporischschja. <\/p>\n<p>Bekannt geworden ist sie durch ihre Kriegsplakate. Ihre Bildsprache ist einfach wie aggressiv, in Schwarz und Rot auf wei\u00dfem Grund. Da ertrinkt etwa ein russischer Soldat in einem Meer von Blut, dar\u00fcber der Schriftzug \u201eAsowsches Meer\u201c. Bilder, inspiriert von Szenen aus St\u00e4dten, die im Fr\u00fchjahr 2022 von der russischen Armee besetzt worden sind: Frauen, die sich Panzern in den Weg stellen, spontane Demonstrationen tausender Menschen gegen die Okkupanten. <\/p>\n<p>Lobach hat t\u00e4glich neue Grafiken im Internet ver\u00f6ffentlicht, sp\u00e4ter wurden sie im Stadtzentrum von Saporischschja ausgestellt. Ikonische Bilder, die den Widerstand der Bev\u00f6lkerung gegen Russland versinnbildlichen. \u201eAus einem spontanen Gef\u00fchl der Wut heraus\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Vor dem Caf\u00e9 versucht ein Mann, mit Verl\u00e4ngerungskabeln seinen Tesla aufzuladen. Daneben steht ein Gel\u00e4ndewagen der Armee mit St\u00f6rsendern gegen Drohnen. Fast t\u00e4glich werden die Bewohner <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255072868\/Saporischschja-Russische-Armee-feuert-Lenkraketen-in-Wohngebiet-mindestens-13-Tote.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255072868\/Saporischschja-Russische-Armee-feuert-Lenkraketen-in-Wohngebiet-mindestens-13-Tote.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von russischen Drohnen, Raketen oder Gleitbomben terrorisiert<\/a>. <\/p>\n<p>Einmal sei eine Rakete keine hundert Meter neben ihr eingeschlagen, erz\u00e4hlt Lobach. Nur durch ein Wunder sei sie unverletzt geblieben. Eine andere h\u00e4tte fast ihre Wohnung zerst\u00f6rt. \u201eNun, man gew\u00f6hnt sich dran, egal, wie falsch es ist\u201c, sagt sie. Den ganzen Krieg hat sie in Saporischschja verbracht.<\/p>\n<p>Auch Iwan will bleiben. Vor vier Monaten hat er an der Hauptstra\u00dfe sein eigenes Caf\u00e9 er\u00f6ffnet. \u201eLiberty\u201c hei\u00dft es und wird vom Konterfei der Freiheitsstatue geschm\u00fcckt. Hinter der Espressomaschine h\u00e4ngt ein F\u00e4hnchen des nationalistischen Asow-Regiments, daneben, auf schwarzem Grund, das Bild eines Kosaken mit Flinte. <\/p>\n<p>Das Caf\u00e9 ist beliebt bei Soldaten, denn Iwan gibt ihnen Rabatt. Obwohl er erst 24 Jahre alt ist, ist er bereits Veteran. Als Nationalgardist hat er im Fr\u00fchjahr 2022 Mariupol verteidigt, einen Monat lang unter heftigen Verlusten, bis seine Einheit den Kontakt zu ihren Kommandeuren verlor. <\/p>\n<p>Als Zivilist verkleidet, versuchte er zu fliehen, wurde aber von den Russen gefangen genommen. Es folgten acht Monate Kriegsgefangenschaft, bis er durch einen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/afxline\/topthemen\/article256228560\/moskau-und-kiew-tauschen-gefangene-massive-luftangriffe.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/afxline\/topthemen\/article256228560\/moskau-und-kiew-tauschen-gefangene-massive-luftangriffe.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gefangenenaustausch<\/a> freikam. \u201eIch hatte Gl\u00fcck. Aber mich qu\u00e4lt der Gedanke an meine Kameraden, die nicht rausgekommen sind\u201c, sagt Iwan. Dass Saporischschja ukrainisch bleibt, daran hat er keinen Zweifel. \u201eAuch der Laden l\u00e4uft gut, ich bin ruhig.\u201c<\/p>\n<p>In der kleinen Kosakenkirche auf der Dniproinsel Hortyca blicken die Ikonen stumm von den W\u00e4nden, es riecht nach Weihrauch, die Holzdielen knacken unter den Stiefeln. M\u00e4nner und Frauen stehen im Halbkreis zusammen, viele von ihnen tragen Milit\u00e4rjacken. Sie schauen auf einen offenen Sarg. Darin liegt ein Mann mit Schnurrbart, die Kleidung in Flecktarn. Auf der Stirn ein Band mit Ikonen, ein Strau\u00df roter Rosen liegt zu seinen F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eWir verabschieden heute einen Hauptmann, der im Dienst an der Front von einer russischen Drohne get\u00f6tet wurde. Er l\u00e4sst seine Frau zur\u00fcck und seinen kleinen Sohn, der keine vier Jahre alt ist\u201c, sagt Pater Stepan, der Milit\u00e4rkaplan in der kleinen Kirche. Vor dem Sarg steht die weinende Witwe. Sie wird von einer Frau gest\u00fctzt, ihr Gesicht ist verzerrt vom Schmerz, davor die gefalteten H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Pater Stepans Gewand ist olivgr\u00fcn, \u00fcber der Brust h\u00e4ngt eine goldene Stola. \u201eDies ist ein besonderer Ort. Es ist eine Kirche, in der man Helden begr\u00e4bt\u201c, sagt er. Dutzende Male hat er das bereits getan. Dann hebt er die Stimme. Liturgischer Gesang erf\u00fcllt das kleine Gotteshaus und \u00fcbert\u00f6nt das Schluchzen der Trauernden.<\/p>\n<p>Der Tote war Polizist. Er hat sich freiwillig der Armee angeschlossen, um seine Stadt zu verteidigen. Gefallen ist er an der Front, nur 45 Autominuten s\u00fcdlich von Saporischschja. \u201eWir blicken auf diesen toten Soldaten und sehen, wie eine neue \u00c4ra ukrainischer Identit\u00e4t erwacht\u201c, sagt Pater Stepan mit tragender Stimme. \u201eWir sehen die W\u00fcrde des Kriegers und den Ruhm der Kosaken. Sie werden unseren Kriegsgeist st\u00e4rken.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erbittert leistet Saporischschja im S\u00fcdosten der Ukraine Widerstand gegen die russische Armee. 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