{"id":285172,"date":"2025-07-22T13:38:10","date_gmt":"2025-07-22T13:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285172\/"},"modified":"2025-07-22T13:38:10","modified_gmt":"2025-07-22T13:38:10","slug":"theater-in-muenchen-lustig-oder-ernst-durch-die-krisen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285172\/","title":{"rendered":"Theater in M\u00fcnchen: Lustig oder ernst durch die Krisen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Sara hat fr\u00fcher am Staatstheater gespielt, jetzt tritt sie auf einer kleinen B\u00fchne auf. Ina war einmal Seriendarstellerin, bevor es sie in dasselbe kleine Theater verschlug. Und Alex ist gleich ganz im Theater eingezogen, seitdem sein Freund auf seine Heilpraktiker-Pr\u00fcfung lernt. Drei K\u00fcnstler an der Einkommensuntergrenze sind sie, die gerade an den Kulturk\u00fcrzungen, dem Rechtsruck, ach, an den multiplen Krisen weltweit verzweifeln. Doch untergehen wollen sie nicht, also nehmen sie den Kampf auf mit ihren Mitteln, mit denen der Kunst.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Am Theater am Sozialamt (Tams) l\u00e4uft derzeit diese sehr lustige dreiteilige Reihe mit dem sch\u00f6n vermessenen Titel \u201eDas Tams rettet die Welt\u201c. Ein Schwabinger Hinterhoftheater, das sich ironisch den James-Bond-Glamour zuschreibt. Zugleich blitzt in dem Titel der Idealismus durch, mit dem die K\u00fcnstler der freien B\u00fchnen in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> und anderswo zu Werke gehen, die finanziell an der Existenzgrenze arbeiten und trotzdem ihre wertvollen Produktionen stemmen. Kulturk\u00fcrzungen und Rechtsruck sind f\u00fcr sie reale Bedrohungen. Doch Jammern, das gibt es in \u201eDas Tams rettet die Welt\u201c nicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchner-kammerspiele-zuschuss-defizit-kulturausschuss-li.3281707\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;den_kammerspielen_droht_erstmals_ein_defizit&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;kultur_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3281707&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchenmuenchner-kammerspiele-zuschuss-defizit-kulturausschuss-li3281707\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ee671f25-d603-41cf-a1db-dcd54f7278b1.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Sparen im M\u00fcnchner Kulturbetrieb<\/p>\n<p>:Den Kammerspielen droht erstmals ein Defizit<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Das Geld f\u00fcr die M\u00fcnchner Kammerspiele wird knapp. Die R\u00fccklagen sind aufgebraucht, ein bleibendes Minus ist zu bef\u00fcrchten. Doch wie damit umzugehen ist, zeichnet sich nicht ab. Im Kulturausschuss gibt es keine Einigkeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Carsten Golbeck hat die drei Teile dieser Weltrettung, die man auch einzeln ohne Verst\u00e4ndnisverlust anschauen kann, als \u201eH\u00f6rspiel-Theater\u201c konzipiert. Die drei Darstellenden und Musiker Severin Rauch agieren auf der B\u00fchne, als w\u00fcrden sie ein H\u00f6rspiel einsprechen. Die Ger\u00e4usche werden offen produziert, der Text vom Blatt gelesen, \u00fcberall h\u00e4ngen Mikros. Das Tonstudio ist gleichzeitig das Setting, in dem Axel R\u00f6hrle, Irene Rovan und Sophie Wendt sch\u00f6n schr\u00e4g agieren. Die Ebenen \u00fcberlagern sich, sind Behauptung und Wahrheit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die drei Schauspieler spielen Schauspieler, die mit der Realit\u00e4t und ihren Problemen ringen. Das d\u00fcrfte nicht allzu fern von ihrer eigenen Lebenslage sein, doch alles auf die Spitze getrieben. So schrauben die drei an einem Revolutionsst\u00fcck, das sie zwischendurch an Amazon verkaufen wollen, obwohl das Unternehmen f\u00fcr alles steht, was sie verachten. Ina vergiftet ihre Mutter, damit sie den Krankenhausplatz beh\u00e4lt, und Alex l\u00e4sst sich als Autor von einer KI beraten. Jeder verr\u00e4t die eigenen Ideale und klammert sich an irgendeine Hoffnung. \u201eDas Tams rettet die Welt\u201c ist ein souver\u00e4n lustiger Abend \u00fcber etwas, das eigentlich nicht komisch ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Mal sind die vier Performerinnen Tiere, mal nur Singstimme, dann wieder Fremdenf\u00fchrerin wie hier Aleksandra Matlingiewicz in \u201eWood Wood Wood \u2013 Nothing\u2019s ever good\u201c.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5a663e24-d731-4d2b-a3b9-9092760edcda.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Mal sind die vier Performerinnen Tiere, mal nur Singstimme, dann wieder Fremdenf\u00fchrerin wie hier Aleksandra Matlingiewicz in \u201eWood Wood Wood \u2013 Nothing\u2019s ever good\u201c. (Foto: Sven Zellner)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">W\u00e4hrend dieser noch im Tams zu sehen ist, sollte man sich f\u00fcr Februar eine andere Produktion der freien Szene vormerken. Die Performance \u201eWood Wood Wood\u00a0\u2013 Nothing\u2019s Ever Good\u201c wurde gerade im Werkraum der Kammerspiele uraufgef\u00fchrt und wird Anfang 2026 im Hoch X gezeigt. Die M\u00fcnchner Theatermacherin Christiane Huber erz\u00e4hlt die Geschichte von Krieg und Vertreibung und deren Wiederkehr anhand des Bia\u0142owie\u017ca-Urwalds im Grenzgebiet von Polen und Belarus, entstanden ist eine mit einfachen Mitteln ausgestattete, sehr sinnliche Lehrstunde \u00fcber Natur, Geschichte und die ewige Hybris der Menschen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auf der B\u00fchne existieren lediglich ein paar runde Matten, die Querschnitten aus Baumst\u00e4mmen gleichen, dazu die vier Performerinnen Ma\u0142gorzata Biela, Maria Hafner, Amie Georgson, Jammeh und Aleksandra Matlingiewicz sowie Sounddesigner Marcin Lenarczyk. Sie sind Stille und Natur des Waldes, aber auch ihre menschliche Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Mit zartem Zugriff erz\u00e4hlt Huber Weltgeschichte anhand eines Lebensraumes, es ist ein sehr gelungener Perspektivwechsel. Man h\u00f6rt von Luchsen und Wisenten, die in dem europ\u00e4ischen Urwald leben, denen aber pl\u00f6tzlich eine Mauer zwischen Belarus und Polen ihren Lebensraum zerst\u00f6rt, von kleinen D\u00f6rfern, die unter den Nazis ausgerottet wurden, von Hermann G\u00f6rings Pl\u00e4nen, aus dem Wald ein Reichsjagdgebiet zu machen. Wo Menschen damals und heute im Wald sterben und begraben werden, ver\u00e4ndern sich die Pflanzen, mithilfe der forensischen Botanik werden solche Spuren lesbar. Man muss sie nur finden und deuten k\u00f6nnen, so wie Christiane Huber es geschafft hat, mit \u201eWood Wood Wood\u201c ganze historische Zusammenh\u00e4nge aus dem Wald abzulesen und diese auf der B\u00fchne erlebbar zu machen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\"><strong>\u201eDas Tams rettet die Welt\u201c, Donnerstag und Freitag, 24. und 25. Juli, 20 Uhr, <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/tamstheater.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tams Theater<\/a><\/strong><strong>; \u201eWood Wood Wood \u2013 Nothing\u2019s never good, Wiederaufnahme im Februar 2026, Hoch X<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sara hat fr\u00fcher am Staatstheater gespielt, jetzt tritt sie auf einer kleinen B\u00fchne auf. 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