{"id":285477,"date":"2025-07-22T16:22:11","date_gmt":"2025-07-22T16:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285477\/"},"modified":"2025-07-22T16:22:11","modified_gmt":"2025-07-22T16:22:11","slug":"berlin-debatte-um-staerkere-nutzung-der-e-patientenakte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285477\/","title":{"rendered":"Berlin | Debatte um st\u00e4rkere Nutzung der E-Patientenakte"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Angesichts einer bisher noch geringen aktiven Nutzung der neuen elektronischen Patientenakten (ePA) bei Millionen Versicherten werden Rufe nach mehr Informationen und einem leichteren Zugang laut. Haus\u00e4rzte warnten vor einer \u00abBruchlandung\u00bb des Projektes und forderten von den Krankenkassen bessere Aufkl\u00e4rung. Patientenvertreter sehen die Praxen und Kliniken in der Verantwortung, wichtige Daten in die E-Akten einzustellen. Die gesetzlichen Kassen setzen auf einen Schub im Herbst, wenn \u00c4rzte dazu verpflichtet sind.<\/p>\n<p>\u00abDie Zahl der aktiven Nutzer ist ern\u00fcchternd\u00bb, sagte der Bundesvorsitzende des Haus\u00e4rzteverbandes, Markus Beier, der \u00abRheinischen Post\u00bb. Wenn die Verantwortlichen weitermachten wie bisher, werde eines der wichtigsten versorgungspolitischen Projekte \u00ablangsam, aber sicher scheitern\u00bb. Er wies auf einen komplizierten Registrierungsprozess und st\u00f6ranf\u00e4llige Technik hin. Die meisten Patienten h\u00e4tten auch noch kaum etwas von der ePA mitbekommen.<\/p>\n<p>70 Millionen Versicherte haben eine E-Akte<\/p>\n<p>Hintergrund ist, dass Millionen Versicherte f\u00fcr sie eingerichtete E-Akten bisher noch nicht aktiv nutzen, um eigene Gesundheitsdaten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren. Nach einer Reform der Ampel-Koalition haben 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten seit Januar eine ePA von der Kasse angelegt bekommen. Dabei gilt: Wer keine m\u00f6chte, muss aktiv widersprechen. Und: Man kann in seine ePA hineinschauen, muss es aber nicht.<\/p>\n<p>Der Betrieb in Praxen und Kliniken wird derzeit bundesweit ausgedehnt. Dabei k\u00f6nnen \u00c4rzte die ePA mit Dokumenten f\u00fcllen, auch wenn Versicherte sich noch nicht selbst per App eingeloggt haben. Nur dann k\u00f6nnen Patienten aber online f\u00fcr sich festlegen, welche \u00c4rzte welche Daten sehen k\u00f6nnen und was nicht.<\/p>\n<p>Patientenbeauftragter fordert Verbesserungen<\/p>\n<p>Der Patientenbeauftragter der Bundesregierung, Stefan Schwartze, forderte Nachbesserungen: \u00abMich erreichen Zuschriften von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die Probleme bei der Einrichtung der ePA beklagen\u00bb, sagte der SPD-Politiker Ippen Media etwa mit Blick auf ungeeignete Smartphones oder andere Zugangsprobleme. \u00abDas muss sich dringend verbessern.\u00bb Die ePA m\u00fcsse auch anwendungs- und patientenorientierter werden \u2013 f\u00fcr jede Altersgruppe.<\/p>\n<p>Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erkl\u00e4rte, f\u00fcr eine Bruchlandung der ePA w\u00e4ren niedergelassene \u00c4rzte und Kliniken selbst verantwortlich. \u00abSchlie\u00dflich m\u00fcssen sie die Daten der Patienten einpflegen\u00bb, sagte Vorstand Eugen Brysch. \u00abVersicherte k\u00f6nnen nur Inhalte steuern, die da sind.\u00bb Eine Informationspflicht liege au\u00dferdem auch bei den Leistungserbringern, nicht nur bei den Kassen.<\/p>\n<p>Kassen setzen auf \u00abwichtigen Schub\u00bb im Oktober<\/p>\n<p>Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen betonte, jetzt gehe es darum, die Akzeptanz und den praktischen Nutzen weiter zu erh\u00f6hen, damit die ePA in der Breite der Versorgung ankomme. Vorstand Martin Krasney sagte, er sei zuversichtlich, dass es einen wichtigen Schub gebe, wenn alle \u00c4rztinnen und \u00c4rzte ab 1. Oktober verpflichtet seien, neue Diagnosen und Befunde in der E-Akte abzulegen. \u00abDas unberechtigte Schlechtreden der ePA ist sicher kein konstruktiver Beitrag zur notwendigen Digitalisierung.\u00bb<\/p>\n<p>Bisher nutzen Millionen Versicherte ihre ePA noch nicht f\u00fcr sich selbst, wie es auf Anfrage bei gro\u00dfen Kassen hie\u00df. Bei der Techniker Krankenkasse sind elf Millionen E-Akten angelegt, aktiv nutzen sie 750.000 Versicherte. Die Barmer hat 7,8 Millionen angelegte ePAs und etwa 250.000 aktive Nutzer. Zur ersten Verwendung der App muss man sich generell zun\u00e4chst identifizieren und freischalten lassen. Bei den elf Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit 25,8 Millionen bestehenden E-Akten haben bisher 200.000 Versicherte daf\u00fcr eine pers\u00f6nliche Gesundheits-ID angelegt, die ihnen den Zugriff erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Angesichts einer bisher noch geringen aktiven Nutzung der neuen elektronischen Patientenakten (ePA) bei Millionen Versicherten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":285478,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,141,198,1940,1938,625],"class_list":{"0":"post-285477","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheit","15":"tag-internet","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin","18":"tag-verbraucher"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114897809812302926","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=285477"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285477\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/285478"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=285477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=285477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=285477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}