{"id":285489,"date":"2025-07-22T16:28:15","date_gmt":"2025-07-22T16:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285489\/"},"modified":"2025-07-22T16:28:15","modified_gmt":"2025-07-22T16:28:15","slug":"italien-diskutiert-ueber-ein-selfie-verbot-nach-beschaedigtem-kunstwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285489\/","title":{"rendered":"Italien diskutiert \u00fcber ein Selfie-Verbot nach besch\u00e4digtem Kunstwerk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Nachdem ein Besucher in den Uffizien in Florenz ein Gem\u00e4lde besch\u00e4digt hat, diskutieren Italiens Museen \u00fcber ein Fotografierverbot. Auch andere Museen m\u00fcssen Sicherheitsvorkehrungen verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>    Die Wand kam etwas fr\u00fcher als gedacht: Ein Museumsbesucher stolpert in ein Gem\u00e4lde von Anton Domenico Gabbiani in den Uffizien in Florenz. <\/p>\n<p>Viral Press via Reuters<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0onq4621\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\"><strong\/>Diesen Schnappschuss wird der junge Mann wohl so schnell nicht wieder vergessen. In Florenz hat ein Besucher in den weltber\u00fchmten Uffizien im Juni ein dreihundert Jahre altes Gem\u00e4lde besch\u00e4digt, als er f\u00fcr ein Foto posierte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsn1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Videoaufnahmen zeigen den jungen Mann, der versucht, die Pose des abgebildeten toskanischen Prinzen Ferdinando de\u2019 Medici nachzustellen. Dabei lehnt er sich r\u00fccklings f\u00fcrs Foto ans Gem\u00e4lde, bis es unter dem Druck nachgibt und die Leinwand einreisst. Das Portr\u00e4t, 1712 von Anton Domenico Gabbiani gemalt, muss restauriert und die Ausstellung teilweise geschlossen werden. Das Museum hat den Mann angezeigt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"ro\" dir=\"ltr\">Un turist SUA s-a \u00eempiedicat \u00een timpul unei vizite \u0219i a spart cu mana o pictur\u0103 din 1690 care \u00eel \u00eenf\u0103\u021bi\u0219eaz\u0103 pe Ferdinando de&#8216; Medici, pictat\u0103 de Nicoletto (foto) Pictura, expus\u0103 de obicei la Palatul Pitti (poza mea) Floren\u021ba a fost expusa l\u00e2ng\u0103 la Uffizzi. <a href=\"https:\/\/t.co\/OYJEnm2SZH\" rel=\"nofollow\">pic.twitter.com\/OYJEnm2SZH<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Laurentiu\ud83c\uddea\ud83c\uddfa (@LaurentiuJatea) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LaurentiuJatea\/status\/1936446448368836837?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">June 21, 2025<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqso1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Es ist der zweite Vorfall dieser Art innert kurzer Zeit: Ebenfalls im Juni hatte ein Tourist im Palazzo Maffei in Verona ein Kunstwerk besch\u00e4digt. F\u00fcr ein Foto wollte sich der \u00e4ltere Herr auf den Van-Gogh-Stuhl des K\u00fcnstlers Nicola Bolla setzen. Doch der Stuhl aus Swarovski-Kristallen brach unter seinem Gewicht zusammen. Seine Partnerin und er verliessen daraufhin fluchtartig das Museum.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0p304nn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Stuhl konnte mittlerweile restauriert, die Identit\u00e4t der Vandalen aber noch nicht ermittelt werden. Das Museum hat Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.<\/p>\n<p>\u00abKunst muss vor allem respektiert werden\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das Museum in Verona hat den Vorfall gefilmt und ver\u00f6ffentlicht. Man will so auf die Notwendigkeit von mehr Respekt gegen\u00fcber Kunstwerken hinweisen. Die Leitung schreibt: \u00abKunst muss bewundert und erlebt, vor allem aber respektiert werden.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsp2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In Italien sind selbst antike Relikte nicht vor Vandalen sicher: 2023 ritzte ein britischer Tourist seinen Namen und den seiner Freundin in die Mauern des Kolosseums \u2013 und entschuldigte sich sp\u00e4ter daf\u00fcr. Er habe nicht gewusst, wie alt das Kolosseum tats\u00e4chlich sei. Im selben Jahr brachten deutsche Touristen in Norditalien eine 150 Jahre alte Statue zu Fall. Sie hatten versucht, sie zu umarmen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsr0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Auch in anderen L\u00e4ndern verursachen unachtsame Besucher teure Sch\u00e4den: Diesen Fr\u00fchling zerkratzte ein Kind im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam ein Rothko-Gem\u00e4lde im Wert von 50 Millionen Euro. Die Eltern hatten es f\u00fcr einen Moment nicht beaufsichtigt. Wer f\u00fcr den Schaden aufkommt, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Fotografieren soll streng limitiert werden<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqss0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Seit den beiden folgenschweren Vorf\u00e4llen im Juni diskutiert Italien \u00fcber ein Selfie-Verbot f\u00fcr Touristen. Simone Verde, Direktor der Uffizien, klagte, Museen w\u00fcrden zu \u00abKulissen f\u00fcr Social-Media-Inhalte\u00bb degradiert. Das Museum hat angek\u00fcndigt, das Fotografieren in den Galerien k\u00fcnftig streng zu limitieren. In Verona will das Museum nach dem j\u00fcngsten Vorfall mehr Werke hinter Plexiglas stellen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqst1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Damit sind die italienischen Museen nicht alleine. Museen haben in den vergangenen Jahren generell sicherheitstechnisch aufger\u00fcstet. Hochaufl\u00f6sende Kameras zeichnen verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4ten auf. K\u00fcnstliche Intelligenz erkennt ungew\u00f6hnliche Bewegungen oder Muster. In Gem\u00e4lde eingebettete Chips schlagen Alarm, sobald ein Kunstwerk bewegt wird.<\/p>\n<p>National Gallery versch\u00e4rft Sicherheitsvorkehrungen<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqst4\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die National Gallery in London sah sich j\u00fcngst gezwungen, Massnahmen zu ergreifen, um ihre Gem\u00e4lde besser zu sch\u00fctzen. Jedoch nicht wegen r\u00fccksichtsloser Touristen, sondern <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/mit-kartoffelpueree-gegen-monet-klimaaktivisten-attackieren-kunst-ld.1708814\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">weil sich politisch motivierte Vandalenakte h\u00e4uften<\/a>.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsu0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ab 2022 ver\u00fcbten Klimaaktivisten mehrere Attacken: Sie <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/panorama\/anti-oel-aktivistinnen-bewerfen-van-gogh-gemaelde-mit-tomatensuppe-ld.1707404\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bewarfen van Goghs \u00abSonnenblumen\u00bb mit Tomatensuppe<\/a>, klebten sich an John Constables \u00abHeuwagen\u00bb und attackierten Diego Vel\u00e1zquez\u2019 \u00abVenus vor dem Spiegel\u00bb mit H\u00e4mmern.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"In der National Gallery in London gelten nach mehreren Vandalenakten strengere Sicherheitsvorkehrungen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"3000\" height=\"2173\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/f1d2f56a-187b-4fae-907c-fe7d06beb6f2.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    In der National Gallery in London gelten nach mehreren Vandalenakten strengere Sicherheitsvorkehrungen. <\/p>\n<p>Imago<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsu2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nun d\u00fcrfen mit wenigen Ausnahmen keine Fl\u00fcssigkeiten mehr in die National Gallery mitgenommen werden. An allen Eing\u00e4ngen wurden Metalldetektoren installiert. Gep\u00e4ckst\u00fccke werden kontrolliert, und bei hohem Andrang sind Einlassbegrenzungen vorgesehen.<\/p>\n<p>Mit Schl\u00fcssel zerkratzt oder mit Hammer attackiert<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsu5\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Kunstwerke werden von jeher gestohlen, mutwillig besch\u00e4digt oder als politisches Statement missbraucht: 2008 beispielsweise zerkratzte ein Wachmann im Carnegie Museum of Art in Pittsburgh mit einem Schl\u00fcssel absichtlich eine Zeichnung im Wert von einer Million Dollar. 1991 attackierten Vandalen Michelangelos \u00abDavid\u00bb mit dem Hammer, ebenso die Marmorstatue \u00abLa Piet\u00e0\u00bb im Vatikan.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0p17r220\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Und manchmal <strong\/>werden Kunstwerke auch mit besten Absichten zerst\u00f6rt. Zum Beispiel 2017 an der Architekturbiennale in Lyon, als die Polizei eine rund 4000 Quadratmeter grosse Kunstinstallation demolierte \u2013 weil sie sie f\u00fcr eine Cannabis-Farm hielt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsv0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Am weltber\u00fchmten Gem\u00e4lde \u00abMona Lisa\u00bb wurde gleich eine ganze Reihe von Vandalenakten ver\u00fcbt: In den f\u00fcnfziger Jahren sch\u00fcttete ein Unbekannter S\u00e4ure auf das Gem\u00e4lde, ein Obdachloser bewarf es mit Steinen, 2009 warf eine Besucherin eine Teetasse darauf. 2022 beschmierte ein als alte Frau getarnter Aktivist die \u00abMona Lisa\u00bb mit Kuchen, 2024 bewarf man sie mit Suppe. Seit Jahrzehnten ist das Gem\u00e4lde darum hinter Panzerglas gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0orvqsv2\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Nicht zuletzt verdankt die \u00abMona Lisa\u00bb ihre Ber\u00fchmtheit einem Vandalenakt sondergleichen: Das Gem\u00e4lde wurde 1911 von einem italienischen Handwerker aus dem Louvre gestohlen, der es unter seinem Kittel aus dem Museum schmuggelte. Lange Zeit versteckte der Dieb es in seiner Wohnung, nur wenige Meter vom Louvre entfernt. Erst zwei Jahre sp\u00e4ter fand man es in Florenz wieder und pr\u00e4sentierte es fortan mit grossem Aufwand.<\/p>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nachdem ein Besucher in den Uffizien in Florenz ein Gem\u00e4lde besch\u00e4digt hat, diskutieren Italiens Museen \u00fcber ein Fotografierverbot.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":285490,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-285489","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114897833377656965","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=285489"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285489\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/285490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=285489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=285489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=285489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}