{"id":285894,"date":"2025-07-22T20:15:11","date_gmt":"2025-07-22T20:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285894\/"},"modified":"2025-07-22T20:15:11","modified_gmt":"2025-07-22T20:15:11","slug":"am-bodensee-gibt-es-keinen-lehrermangel-da-wollen-alle-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/285894\/","title":{"rendered":"\u201eAm Bodensee gibt es keinen Lehrermangel, da wollen alle hin\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eIch war schockiert und erschrocken, dass das \u00fcber zwanzig Jahre nicht aufgefallen ist\u201c, sagte Kultusministerin Theresa Schopper am fr\u00fchen Dienstagabend bei einer Sondersitzung im Landtag in Stuttgart. Hintergrund: Im Schulpersonalbereich wurden 1.440 Lehrerstellen \u00fcber einen Zeitraum von rund 20 Jahren falsch ausgewiesen und blieben so unbesetzt. Der Fehler wurde vergangene Woche publik. Schopper bezeichnete diese Tatsache als \u201egravierenden Fehler\u201c und sprach von einer \u201egigantischen Panne\u201c, die nun aufgearbeitet werden m\u00fcsse. Seit 9. Juli hat sie nach eigenen Aussagen davon Kenntnis.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wichtig sei jetzt, das Vertrauen wiederherzustellen. Daf\u00fcr wolle man den Fehler transparent machen und nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte. Der Fall reiche bis in die Anfangsjahre des Jahrtausends zur\u00fcck, als eine Software zur Verwaltung der Lehrerstellen programmiert wurde und sp\u00e4ter mehrfach umprogrammiert wurde. \u201eWir haben den Fehler aufgedeckt, aber nicht verursacht\u201c, betonte die Ministerin mehrfach und warnte davor, die Verantwortung alleine bei ihr zu suchen.<\/p>\n<p>50 Prozent der Lehrer sollen Job ablehnen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Heiko Engling, Ministerialdirektor im Finanzministerium, versuchte, die technische Misere zu erkl\u00e4ren: \u201eDer Grund ist auf jeden Fall in der IT zu suchen.\u201c Wann genau der Fehler passiert ist, ist aktuell noch unklar &#8211; \u201ees kann auch 1985 gewesen sein. Wir gehen aber davon aus, dass es 2005 war, bei der Umstellung der Verg\u00fctungssysteme\u201c, so Engling. Alles Weitere m\u00fcsse erst aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Kultusministerium gab zudem die konkrete Verteilung der unbesetzten Stellen bekannt. Von den 1440 entdeckten Stellen sollen 485 im Bereich der Sonderp\u00e4dagogik besetzt werden. Dort herrscht laut Schopper aktuell der gr\u00f6\u00dfte Mangel an Lehrkr\u00e4ften. Daher wolle man auch den Gro\u00dfteil der Stellen dort zurechnen. Weitere 350 Lehrerstellen gehen an die Grundschulen. Auch mit Blick auf die rund 3000 ukrainischen Kinder, die ab Sommer eingeschult werden, so Schopper. Die \u00fcbrigen neu entdeckten Stellen verteilen sich auf die Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und Krankheitsreserven.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Problem als \u201ereinen Lehrermangel\u201c zu bezeichnen, ist laut der Kultusministerin aber zu kurz gegriffen. Es gibt n\u00e4mlich durchaus junge, engagierte Lehramtsabsolventen &#8211; aber die wollen nicht immer da unterrichten, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Trotz Mangel soll die Absagequote bei Referendaren bei stolzen 50 Prozent liegen. Der Grund? \u201eWeil der Arbeitsplatz nicht am Wunschort lag\u201c, berichtete Schopper.<\/p>\n<p>Ministerium hofft auf Flexibilit\u00e4t bei Referendaren<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Problem ist auch ein geografisches: \u201eAm Bodensee haben wir kein Problem, die Lehrer zu finden und unterzubringen\u201c, so Schopper &#8211; \u201edenn da wollen alle gern hin.\u201c Doch in Gegenden wie Freudenstadt oder T\u00fcbingen tue man sich \u201ehart\u201c. Ein Beispiel aus der Praxis: Wer in Freiburg studiert und dort seinen Lebensmittelpunkt hat, will eben nur maximal nach L\u00f6rrach pendeln. Ein Dilemma, das auch andere Bundesl\u00e4nder kennen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Schopper appelliert daher an die Flexibilit\u00e4t und verspricht: \u201eWir geben eine feste Zusage an alle, die jetzt in einer anderen Schulart unterrichten, dass sie eines Tages an ihre \u201astudierte Schulart\u201b wechseln k\u00f6nnen.\u201c Hei\u00dft: Wer als Gymnasiallehrer kurzfristig in der Grundschule aushilft, kommt sp\u00e4ter auch ans Gymnasium zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Noch diese Woche gibt es weitere Sitzungen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr Kritik im Saal sorgte auch ein \u00e4lteres Statement von Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann. <a data-li-document-ref=\"4166\" href=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/regional\/baden-wuerttemberg\/kretschmann-glaubt-nicht-an-lernerfolg-durch-mehr-lehrer-4166\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dieser sagte 2022: Einfach nur nach mehr Lehrern zu rufen, \u201ekann nicht die L\u00f6sung sein\u201c.<\/a>\u00a0Dabei wird in den Raum gestellt: Vielleicht h\u00e4tten diese zus\u00e4tzlichen Kr\u00e4fte tats\u00e4chlich geholfen &#8211; eingeplant waren sie ja auch.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nun sind weitere Sitzungen und eine externe Arbeitsgruppe geplant. Der Druck ist enorm: Der gr\u00f6\u00dfte Bildungsskandal seit Jahrzehnten muss aufgearbeitet werden. Weiter geht es bereits am Mittwochvormittag &#8211; mit einer politischen Debatte im Landtag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eIch war schockiert und erschrocken, dass das \u00fcber zwanzig Jahre nicht aufgefallen ist\u201c, sagte Kultusministerin Theresa Schopper am&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":285895,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[84398,1634,7885,84400,3364,29,84401,84396,30,84399,44656,30789,84397,6204,84402,1441,84395],"class_list":{"0":"post-285894","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-1440-lehrer","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-bodensee","11":"tag-datenpanne","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-dipsy-lehrer","15":"tag-geisterstellen","16":"tag-germany","17":"tag-it-panne","18":"tag-kultusministerium","19":"tag-lehrermangel","20":"tag-lehrerstellen","21":"tag-lehrkraefte","22":"tag-stellenverteilung","23":"tag-stuttgart","24":"tag-theresa-schopper"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114898726003891994","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=285894"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/285894\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/285895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=285894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=285894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=285894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}