{"id":286379,"date":"2025-07-23T00:44:16","date_gmt":"2025-07-23T00:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286379\/"},"modified":"2025-07-23T00:44:16","modified_gmt":"2025-07-23T00:44:16","slug":"neuer-diabetes-subtyp-identifiziert-junge-menschen-in-afrika-weisen-zuvor-unerkannte-form-der-zuckerkrankheit-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286379\/","title":{"rendered":"Neuer Diabetes-Subtyp identifiziert &#8211; Junge Menschen in Afrika weisen zuvor unerkannte Form der Zuckerkrankheit auf"},"content":{"rendered":"<p>Doch kein Typ-1-Diabetes<\/p>\n<p>Dabei stellten sie fest: Nur 35 Prozent dieser jungen Afrikaner haben tats\u00e4chlich Typ-1-Diabetes. Bei 65 Prozent von ihnen fehlen hingegen die typischen Merkmale der Krankheit. So gibt es keine Hinweise darauf, dass ihr Immunsystem die Bauchspeicheldr\u00fcse angreift: Sie weisen keine entsprechenden <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/bessere-frueherkennung-bei-diabetes-typ-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autoantik\u00f6rper<\/a> in ihrem Blut auf. Auch genetische Merkmale, die anf\u00e4lliger f\u00fcr Typ-1-Diabetes machen, fand das Team bei diesen Patienten nur selten. Bei nur 20 Prozent dieser Gruppe hatte ein Elternteil Diabetes.\u00a0<\/p>\n<p>Zwar leiden die jungen Patienten nachweislich unter den typischen Symptomen einer Blutzucker-Regulationsst\u00f6rung. Doch ein Biomarker in ihrem Blut weist auf eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Insulin-Produktion ihrer Bauchspeicheldr\u00fcse hin, bei gleichzeitig zu niedrigem Insulin-Spiegel im Blut. Diese Kombination kommt aber weder bei Typ-1-Diabetes vor noch bei anderen bekannten Diabetestypen wie Typ-2- und Mangelern\u00e4hrungs-Diabetes. Und auch weitere typische Merkmale f\u00fcr diese Krankheitsformen fanden die Mediziner bei den afrikanischen Patienten nicht, etwa Fehlern\u00e4hrung.\n<\/p>\n<p>Neuartige Diabetes-Form<\/p>\n<p>Katte und seine Kollegen schlie\u00dfen daraus, dass diese jungen Menschen einen bisher unerkannten, neuartigen Subtyp von Diabetes haben. Dabei handelt es sich weder um eine Autoimmunerkrankung wie bei Typ-1 noch um eine Folge von <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/wie-fettleibigkeit-und-diabetes-zusammenhaengen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alterung, \u00dcbergewicht und Lebensstil<\/a> wie bei anderen Diabetes-Typen.\u00a0\n<\/p>\n<p>\u201eDiese neuen Forschungsergebnisse best\u00e4tigen unseren langj\u00e4hrigen Verdacht\u201c, so Katte. \u201eDie Ergebnisse zeigen, dass sich Typ-1-Diabetes bei afrikanischen Kindern und Jugendlichen anders darstellen kann\u201c, sagt Koautor Moffat Nyirenda von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Da die Patienten falsch diagnostiziert wurden, m\u00fcsse nun \u00fcberpr\u00fcft werden, ob die Standard-Behandlung gegen Typ-1-Diabetes bei ihnen \u00fcberhaupt therapeutisch wirkt.\n<\/p>\n<p>Auch au\u00dferhalb von Afrika<\/p>\n<p>Die Entdeckung des neuen Diabetes-Subtyps wirft auch die Frage auf, ob weitere junge Menschen in Afrika und auf anderen Kontinenten bisher falsch diagnostiziert und behandelt wurden. M\u00f6glicherweise wurden sie auch f\u00e4lschlicherweise einem Typ-2-Diabetes zugeordnet, schreibt das Team. Sollte sich dies best\u00e4tigen, m\u00fcssten ihre Diabetes-Therapien ebenfalls \u00fcberpr\u00fcft und angepasst werden.<\/p>\n<p>Um festzustellen, ob dieser neue Subtyp auch au\u00dferhalb Afrikas auftritt, analysierte das Team zus\u00e4tzlich \u00fcber 3.000 US-amerikanische Kinder. Tats\u00e4chlich fanden sie den Diabetes-Subtyp in dieser Kohorte, aber nur bei rund 15 Prozent der schwarzen Studienteilnehmer. Bei Kindern kaukasischer Abstammung trat er hingegen nicht auf.\n<\/p>\n<p>Ursachen des neuen Diabetes-Typs noch unklar<\/p>\n<p>Das deutet darauf hin, dass der neue Diabetes-Typ durch Umwelt- oder Abstammungsfaktoren ausgel\u00f6st wird. Welche genau das sind, will das Team nun n\u00e4her erforschen. \u201eUnser n\u00e4chster Schritt ist es, m\u00f6gliche Ursachen zu untersuchen \u2013 von Infektionen \u00fcber Ern\u00e4hrungsfaktoren bis hin zu Umweltgiften. Wenn wir die Ursache finden, k\u00f6nnen wir vielleicht neue F\u00e4lle verhindern und neue Behandlungen finden\u201c, erkl\u00e4rt Katte.\n<\/p>\n<p>Dass die falsche Diagnose nicht fr\u00fcher aufgefallen ist, k\u00f6nnte daran liegen, dass an Diabetes-Studien bisher vor allem wei\u00dfe Patienten aus westlichen Bev\u00f6lkerungen untersucht wurden. Dabei wurde offenbar \u00fcbersehen, dass es regionale und genetische Unterschiede gibt. Diese L\u00fccke in der globalen Diabetesforschung soll nun geschlossen werden. (The Lancet Diabetes &amp; Endocrinology, 2025; <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/landia\/article\/PIIS2213-8587(25)00120-2\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1016\/S2213-8587(25)00120-2<\/a>)\u00a0\n<\/p>\n<p>Quelle: University of Exeter, University of Colorado Anschutz Medical Campus<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>23. Juli 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Doch kein Typ-1-Diabetes Dabei stellten sie fest: Nur 35 Prozent dieser jungen Afrikaner haben tats\u00e4chlich Typ-1-Diabetes. 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