{"id":286389,"date":"2025-07-23T00:49:23","date_gmt":"2025-07-23T00:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286389\/"},"modified":"2025-07-23T00:49:23","modified_gmt":"2025-07-23T00:49:23","slug":"es-beginnt-mit-einem-videospiel-schulkinder-entwerfen-und-testen-militaerdrohnen-in-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286389\/","title":{"rendered":"Es beginnt mit einem Videospiel: Schulkinder entwerfen und testen Milit\u00e4rdrohnen in Russland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was mit einem harmlos wirkenden Spiel um B\u00e4ren und Bienen beginnt, endet f\u00fcr russische Jugendliche in der Produktion von Kriegswaffen. Ein Bericht deckt auf, wie Beh\u00f6rden Wettbewerbe unter Schulkindern nutzen, um die heimische Drohnenindustrie zu st\u00e4rken. <\/strong><\/p>\n<p>Russische Beh\u00f6rden beziehen Schulkinder systematisch in die Entwicklung und Erprobung von Drohnen f\u00fcr den Angriffskrieg in der Ukraine mit ein. Wie das russische Oppositionsmedium &#8222;<a href=\"https:\/\/theins.ru\/en\/inv\/283351\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">The Insider<\/a>&#8220; berichtet, beginnt das System bei landesweiten Wettbewerben um harmlos erscheinende Videospiele und endet damit, dass die talentiertesten Sch\u00fcler in R\u00fcstungsunternehmen Drohnen entwerfen und bauen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Jugendlichen sind aktiv an der Modellierung von Systemkomponenten f\u00fcr verschiedene Drohnen beteiligt&#8220;, sagte einer der beteiligten Jugendlichen dem Medium. &#8222;Ich kenne zumindest mehrere Personen, die unbemannte Luftfahrzeuge f\u00fcr gro\u00dfe Unternehmen modelliert haben.&#8220; Die Reporter des Exil-Mediums gaben sich in den Gespr\u00e4chen mit den Jugendlichen als Reporter von staatlich kontrollierten Medien aus.<\/p>\n<p>Das System hat seinen Anfang demnach bei einem Videospiel namens Berloga. Das Spiel, das 2022 auf den Markt kam, handelt von &#8222;intelligenten B\u00e4ren&#8220;, die sich gegen Bienenschw\u00e4rme verteidigen m\u00fcssen, wobei sie manchmal Drohnen einsetzen, um diese zu vertreiben. Der Clou: Erfolge in dem Spiel, das von Hunderttausenden jungen Russen gespielt werden soll, kann zu zus\u00e4tzlichen Punkten bei Pr\u00fcfungen in der Schule f\u00fchren.<\/p>\n<p>Farbenfrohes Drohnentraining<\/p>\n<p>Ein Blick auf die Website verr\u00e4t: Das kostenlose Spiel im unschuldigen und farbenfrohen Comic-Look wird als realistische &#8222;Drohnenakademie&#8220; vermarktet. So soll das Game \u00fcber &#8222;Ingenieurb\u00e4ren&#8220; den Schulkindern beibringen, wie Programmierer zu denken und sie in verschiedene Technologiebereiche einf\u00fchren. Im offiziellen Trailer auf der Steam-Seite des Spiels steht ein jugendlicher Russe im Fokus, der zuerst die bunten Spielwelten per Controller erkundet, sp\u00e4ter im echten Leben eine Drohne umherfliegt und dann zuletzt in einem Labor bei der Arbeit an Drohnenplatinen gezeigt wird. <\/p>\n<p>Wer in dem Kampf gegen die digitalen Bienen Talent zeigt, wird zu den &#8222;Big Challenges&#8220; eingeladen, einer Reihe von Wettbewerben. In der Endrunde bearbeiten laut Bericht mehr als 430 Gymnasiasten aus ganz Russland Probleme in zw\u00f6lf Themenbereichen, von Genetik und Biomedizin bis zu moderner Energie. Die Veranstaltung wird von Putins enger Mitarbeiterin Jelena Schmelewa organisiert. <\/p>\n<p>Erfolg wird mit Stipendien belohnt<\/p>\n<p>Wer sich bei den &#8222;Big Challenges&#8220; richtig gut schl\u00e4gt, erh\u00e4lt neben Bonuspunkten f\u00fcr Uni-Bewerbungen auch Stipendien oder Praktika bei Partnerunternehmen. Laut Schmelewa helfen die Wettbewerbe bei der Suche &#8222;nach talentierten jungen Mitarbeitern, die noch in der Schule sind&#8220;. Viele dieser Partnerfirmen unterhalten laut Bericht direkte Verbindungen zum russischen Verteidigungssektor. Die jungen Wettbewerbsteilnehmer entwerfen f\u00fcr die Unternehmen Produkte, die g\u00fcnstig sind und auf einheimischen Komponenten funktionieren &#8211; ganz nach Putins Maxime der technologischen Unabh\u00e4ngigkeit. <\/p>\n<p>Die Teilnehmer der &#8222;Big Challenges&#8220; erz\u00e4hlten dem &#8222;Insider&#8220;, dass sie darauf trainiert wurden, die milit\u00e4rischen Zwecke ihrer Projekte zu verschleiern, indem sie zivile Anwendungen erfanden, wenn sie diese den Richtern pr\u00e4sentierten. Als die Sch\u00fcler ihr Projekt in der Endrunde verteidigten, sei es verboten gewesen, zu erw\u00e4hnen, dass es f\u00fcr den Krieg gebraucht wurde. &#8222;Ein Projekt muss immer einen doppelten Zweck haben, besonders wenn man ein Sch\u00fcler ist&#8220;, sagte einer der Jugendlichen.<\/p>\n<p>Die Talente der jungen Russen sollen jedoch nicht nur f\u00fcr die Produktion verwendet werden: Laut Bericht hat beispielsweise ein 13-J\u00e4hriger in einer staatlichen Einrichtung russische Soldaten in der Bedienung von Drohnen ausgebildet. <\/p>\n<p>Und auch in die harte Handarbeit der Drohnenproduktion sind Teenager involviert. In einem Kreml-Propagandavideo, das vor Kurzem erschien, sind Jugendliche zu sehen, die in einem Industriekomplex Geran-2-Drohnen &#8211; Russlands lokale Variante der Kampfdrohnen vom Typ Shahed &#8211; zusammenbauten. Genau diese Shahed-Drohnen sind es, mit denen Russland immer wieder n\u00e4chtliche Angriffe auf gro\u00dfe ukrainische St\u00e4dte durchf\u00fchrt, bei denen regelm\u00e4\u00dfig Zivilisten sterben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was mit einem harmlos wirkenden Spiel um B\u00e4ren und Bienen beginnt, endet f\u00fcr russische Jugendliche in der Produktion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":286390,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[661,10068,13,5020,14,15,16,307,747,12,10,8,9,11,3081,103,104],"class_list":{"0":"post-286389","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angriff-auf-die-ukraine","9":"tag-drohnen","10":"tag-headlines","11":"tag-kreml","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-politik","15":"tag-russland","16":"tag-ruestungsindustrie","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-ukraine-konflikt","23":"tag-welt","24":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114899803692106508","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=286389"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286389\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/286390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=286389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=286389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=286389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}