{"id":286734,"date":"2025-07-23T04:14:14","date_gmt":"2025-07-23T04:14:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286734\/"},"modified":"2025-07-23T04:14:14","modified_gmt":"2025-07-23T04:14:14","slug":"duisburg-sucht-neuen-umgang-mit-der-loveparade-katastrophe-pz-news-de-nachrichten-aus-pforzheim-und-enzkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/286734\/","title":{"rendered":"Duisburg sucht neuen Umgang mit der Loveparade-Katastrophe &#8211; PZ-news.de &#8211; Nachrichten aus Pforzheim und Enzkreis"},"content":{"rendered":"<p>Kerzen brennen, daneben stehen Bilder der vielen Toten, Autos brausen laut durch den Tunnel: Ein besinnlicher Ort ist die Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die Opfer der Loveparade-Katastrophe in Duisburg nicht. Aber es ist der Ort, an dem das t\u00f6dliche Gedr\u00e4nge seinen Lauf nahm. Genau hier wurden vor 15 Jahren am 24. Juli 2010 Hunderte Menschen verletzt, 21 Menschen starben in der Massenpanik. Alle waren junge Leute, die bei dem Techno-Festival ausgelassen feiern und tanzen wollten.<\/p>\n<p>Dieses Jahr markiert 15 Jahre nach der Katastrophe einen Wendepunkt im Erinnern. Bald sollen Bagger anrollen und auf dem Festivalgel\u00e4nde, das seit dem Ungl\u00fcck brachliegt, ein modernes Stadtquartier errichtet werden. Auch die traditionell gewordene Gedenkveranstaltung mit der Nacht der 1.000 Lichter wird es in der bisherigen Form zum letzten Mal geben.<\/p>\n<p>Die Opfer-Stiftung \u00abDuisburg 24.7.2010\u00bb l\u00f6st sich auf. All die Jahre hat sie den teils traumatisierten Opfern und Hinterbliebenen beigestanden, bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder der Suche von Therapiepl\u00e4tzen unterst\u00fctzt. Der Bedarf bei den Betroffenen sei zuletzt stark zur\u00fcckgegangen, sagen die Verantwortlichen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5281689_1_detailinline_Durch_den_Tunnel_fuehrte_fuer_alle_Besucher_der_Weg_auf_das_Festivalgelaende..jpeg\" alt=\"Loveparade-Katastrophe\" title=\"Loveparade-Katastrophe\" width=\"960\" height=\"640\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\"\/>Durch den Tunnel f\u00fchrte f\u00fcr alle Besucher der Weg auf das Festivalgel\u00e4nde. Hier kam es zu dem t\u00f6dlichen Gedr\u00e4nge. (Archivbild) Christoph Reichwein\/dpaDie Erinnerung wandelt sich 15 Jahre nach der Katastrophe<\/p>\n<p>15 Jahre nach der Katastrophe wandelt sich die Erinnerung &#8211; und auch die Trauer. \u00abWenn man Kinder verliert, wird man nie dar\u00fcber hinwegkommen\u00bb, sagt J\u00fcrgen Widera, der als Ombudsmann und im Vorstand der Stiftung jahrelang f\u00fcr die Interessen der Opfer und ihrer Familien gek\u00e4mpft hat. Aber nach 15 Jahren habe sich die Trauer gewandelt. Das sei auch gut und wichtig so. \u00abEs ist gef\u00e4hrlich, wenn Trauer sich nicht nach einer gewissen Zeit weiterentwickelt, sondern man in ihr stecken bleibt\u00bb, sagt der Theologe.<\/p>\n<p>Eine Mutter habe neulich ganz bewusst wieder etwas Buntes zum Anziehen gekauft. Fast 15 Jahre lang hatte sie nur schwarze und wei\u00dfe Kleidung getragen &#8211; aber Trauerbew\u00e4ltigung d\u00fcrfe auch wieder zu einer Lebensbejahung f\u00fchren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5281683_1_detailinline_Kerzen_erinnern_an_die_Opfer_des_Ungluecks_vom_24._Juli_2010._Archivbild_.jpe\" alt=\"Loveparade-Katastrophe\" title=\"Loveparade-Katastrophe\" width=\"960\" height=\"640\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\"\/>Kerzen erinnern an die Opfer des Ungl\u00fccks vom 24. Juli 2010. (Archivbild) Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>Zum 15. Jahrestag erwartet die Stiftung noch einmal viele der Angeh\u00f6rigen an der Ungl\u00fccksstelle. Sie werden Kerzen anz\u00fcnden, die Namen ihrer Kinder vorlesen und versuchen, sich gegenseitig Trost zu geben. Familien der Opfer reisen sogar aus Australien und China an. Gerade f\u00fcr sie sei es wichtig, wieder an dem Ort zu sein, an dem das Leben ihrer Kinder viel zu fr\u00fch endete.<\/p>\n<p>Ein ausgelassenes Techno-Fest endet in der Katastrophe<\/p>\n<p>Es war eine ausgelassene riesige Party, die damals Hunderttausende junge Leute nach Duisburg zog. Sie tanzten und feierten ausgelassen zu wummernden Techno-Beats.<\/p>\n<p>Der eigentliche Ungl\u00fccksort war eine breite Rampe, die gleichzeitig Ein- und Ausgang zum Festivalgel\u00e4nde war. Am Nachmittag wurde das Gedr\u00e4nge dort immer gr\u00f6\u00dfer. Aus mehreren Richtungen str\u00f6mten Besucher unkontrolliert auf die Rampe.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5281677_1_detailinline_21_Menschen_starben_in_dem_Gedraenge_am_einzigen_Ein-_und_Ausgang_zur_Lovepar.jpeg\" alt=\"Loveparade-Katastrophe\" title=\"Loveparade-Katastrophe\" width=\"960\" height=\"531\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\"\/>21 Menschen starben in dem Gedr\u00e4nge am einzigen Ein- und Ausgang zur Loveparade, mehr als 500 wurden verletzt. (Archivbild) Erik Wiffers\/dpa<\/p>\n<p>Die Ermittler sprechen sp\u00e4ter davon, dass zwischen 16.30 Uhr und 17.15 Uhr mehr als 10.000 Menschen auf der Rampe und im Tunnel gewesen seien &#8211; das waren mindestens sieben Menschen pro Quadratmeter. In der Masse entstanden Wellenbewegungen, Panik brach aus, mehr als 500 Menschen erlitten Quetschungen und Br\u00fcche. Viele wurden traumatisiert. 21 junge Menschen im Alter von 17 bis 38 Jahren verloren ihr Leben.<\/p>\n<p>Vergebliche Suche nach den Verantwortlichen<\/p>\n<p>Das Geschehen haben Ermittler und Sachverst\u00e4ndige minuzi\u00f6s nachgezeichnet. Doch eine Frage wird f\u00fcr immer unbeantwortet bleiben: Wer tr\u00e4gt die Schuld f\u00fcr die Katastrophe? Vor Gericht gab es ein Mammutverfahren. 184 Sitzungstage lang wurden Zeugen und Sachverst\u00e4ndige angeh\u00f6rt, Unterlagen er\u00f6rtert und Verantwortlichkeiten gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5281680_1_detailinline_Kreide_markiert_die_Lage_der_Leichen_am_Ungluecksort._Archivbild_.jpeg\" alt=\"Loveparade-Katastrophe\" title=\"Loveparade-Katastrophe\" width=\"960\" height=\"639\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\"\/>Kreide markiert die Lage der Leichen am Ungl\u00fccksort. (Archivbild) picture alliance \/ dpa<\/p>\n<p>Am Ende wird das Verfahren ohne Urteil eingestellt. Es habe f\u00fcr die Katastrophe weder eine einzige Ursache noch einen einzigen Schuldigen gegeben, sagt der Vorsitzende Richter. \u00abEs war eine Katastrophe ohne B\u00f6sewicht.\u00bb Vielmehr habe eine \u00abVielzahl von Umst\u00e4nden\u00bb zu dem t\u00f6dlichen Gedr\u00e4nge gef\u00fchrt. So sei etwa der Veranstaltungsort f\u00fcr das Konzept und die Besuchermengen nicht geeignet gewesen.<\/p>\n<p>Als Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe wurden etwa die Vorschriften f\u00fcr Gro\u00dfveranstaltungen versch\u00e4rft. Das sei wichtig f\u00fcr viele Hinterbliebene, sagt J\u00fcrgen Thiesbonenkamp, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung. Es vermittele vielen das Gef\u00fchl, dass der Tod ihrer Kinder zumindest nicht ganz umsonst gewesen sei, sondern eher Lehren daraus gezogen wurden.<\/p>\n<p>Festivalgel\u00e4nde soll zu modernem Stadtquartier werden<\/p>\n<p>Ab dem n\u00e4chsten Jahr wird die Stadt Duisburg die Verantwortung f\u00fcr das Gedenken \u00fcbernehmen. In welcher Form dann an die Katastrophe und die Opfer erinnert werden soll, ist im Moment noch unklar. Nach dem 15. Jahrestag werde man beginnen, Ideen zu entwickeln und mit allen Beteiligten gute L\u00f6sungen zu finden, sagte eine Stadtsprecherin.<\/p>\n<p>Auch auf dem damaligen Festivalgel\u00e4nde, einer Brachfl\u00e4che s\u00fcdlich des Hauptbahnhofs, tut sich inzwischen etwas: Dort, wo fr\u00fcher der G\u00fcterbahnhof war, will die Stadt ein modernes und nachhaltiges Quartier errichten. Bis zu 5.000 Menschen sollen dort wohnen und rund 8.000 einen Arbeitsplatz finden. Im Jahr 2032 k\u00f6nnte das neue Stadtviertel fertig sein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5281692_1_detailinline_An_der_Rampe_an_der_vor_15_Jahren_Hunderte_Menschen_im_Gedraenge_verletzt_wur.jpeg\" alt=\"Vor 15 Jahren: Massenpanik bei der Love Parade mit 21 Toten\" title=\"Vor 15 Jahren: Massenpanik bei der Love Parade mit 21 Toten\" width=\"960\" height=\"640\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\"\/>An der Rampe, an der vor 15 Jahren Hunderte Menschen im Gedr\u00e4nge verletzt wurden und 21 starben, steht heute eine Gedenkstelle. Christoph Reichwein\/dpa<\/p>\n<p>Die Ungl\u00fccksstelle von damals soll dabei nicht aus dem Stadtbild verschwinden &#8211; im Gegenteil. Die Rampe, die ein Investor zwischenzeitlich umgebaut und deutlich schmaler gestaltet hatte, soll wieder in ihren damaligen Zustand versetzt werden. Dann soll sie wieder ein Teil einer ruhigen Parkanlage sein.<\/p>\n<p>\u00a9 dpa-infocom, dpa:250723-930-829235\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kerzen brennen, daneben stehen Bilder der vielen Toten, Autos brausen laut durch den Tunnel: Ein besinnlicher Ort ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":286735,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[3364,29,3715,30,9160,7335,43460,810,1209,7490,84605],"class_list":{"0":"post-286734","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duisburg","11":"tag-germany","12":"tag-jahrestag","13":"tag-katastrophe","14":"tag-korr-bericht","15":"tag-musik","16":"tag-nordrhein-westfalen","17":"tag-vermischtes","18":"tag-zum-24-juli"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114900609642755141","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=286734"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/286734\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/286735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=286734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=286734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=286734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}