{"id":287015,"date":"2025-07-23T06:47:11","date_gmt":"2025-07-23T06:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/287015\/"},"modified":"2025-07-23T06:47:11","modified_gmt":"2025-07-23T06:47:11","slug":"gipfeltreffen-eu-china-europa-muss-die-sprache-der-macht-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/287015\/","title":{"rendered":"Gipfeltreffen EU-China: Europa muss die Sprache der Macht lernen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">So richtig herzlich ging es bei den Gipfeltreffen zwischen der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU<\/a> und China schon lange nicht mehr zu. Diesmal d\u00fcrfte es nicht besser werden. Im Gegenteil, wenn am Donnerstag die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa in Peking mit Partei- und Staatschef Xi Jinping zusammentreffen, wird die Atmosph\u00e4re eher noch frostiger sein als sonst.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Eigentlich w\u00e4re Xi in diesem Jahr mit einem Besuch in Br\u00fcssel an der Reihe gewesen. Aber er hatte keine rechte Lust, nach Europa zu reisen. Also macht sich nun die EU-Spitze auf den Weg. Und fliegt nach einem Tag wieder zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich sollten es zwei Tage werden, doch so viel Zeit wollte <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/china\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chinas<\/a> F\u00fchrung mit den anstrengenden Europ\u00e4ern nicht verbringen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dabei g\u00e4be es etwas zu feiern: Vor 50 Jahren nahmen die EU (damals noch die EWG) und die Volksrepublik diplomatische Beziehungen auf. Ein halbes Jahrhundert offizielle chinesisch-europ\u00e4ische Freundschaft \u2013 darauf k\u00f6nnte man die Gl\u00e4ser erheben. Aber zum Feiern ist niemandem so recht zumute. Zu schwierig ist das Verh\u00e4ltnis geworden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einst waren die Erwartungen hoch: Zwei gro\u00dfe, einander auf das Sch\u00f6nste erg\u00e4nzende Wirtschaftsr\u00e4ume, ohne fundamentale politische Probleme. Die Beziehung h\u00e4tte viel unkomplizierter werden k\u00f6nnen als das von bitterer Rivalit\u00e4t gepr\u00e4gte Verh\u00e4ltnis Chinas zu den USA.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Genau dort aber liegt das Problem. Immer wieder hat Chinas F\u00fchrung versucht, einen Keil zwischen die USA und <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> zu treiben und die EU auf ihre Seite zu ziehen. Was sie bis heute nicht versteht: Dass es von Br\u00fcssel aus gesehen keine \u00c4quidistanz zu China und den USA geben kann, dass Europ\u00e4er und Amerikaner, allen Konflikten zum Trotz, engste Verb\u00fcndete sind.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Sp\u00e4testens im Februar 2022 jedoch, als Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/ukraine-krieg-russland-newsblog-live\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> \u00fcberfiel, war f\u00fcr jedermann sichtbar, wie China und die EU geopolitisch auf Kollisionskurs gerieten. China h\u00e4lt die russische Kriegsmaschine mit seinen Erd\u00f6lk\u00e4ufen und der Lieferung milit\u00e4risch nutzbarer Produkte am Laufen; die Europ\u00e4er wiederum helfen der Ukraine nach Kr\u00e4ften, sich des russischen Imperialismus zu erwehren. Noch immer spricht China verharmlosend von der &#8222;Ukrainekrise&#8220;. Die Wahrheit ist: Solange die Volksrepublik den Krieg Putins finanziert, kann es keine Normalit\u00e4t im Umgang mit der EU geben.\n<\/p>\n<p>        Die F\u00fchrung in Peking kann den Europ\u00e4ern schaden        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zu den geopolitischen Spannungen kommen die geo\u00f6konomischen Auseinandersetzungen. Und die sind grunds\u00e4tzlicher Natur. <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ursula-von-der-leyen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ursula von der Leyen<\/a> gibt sich keine M\u00fche mehr, den Konflikt sch\u00f6nzureden. Am Rande des G7-Treffens in Kanada warnte sie vor einem &#8222;neuen China-Schock&#8220;.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags den US-Sonderletter &#8222;Was jetzt, America?&#8220; sowie das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Elektroautos, Batterien oder Sonnenkollektoren \u2013 die Volksrepublik \u00fcberflutet die Welt mit staatlich subventionierten Produkten. Wegen des Handelskriegs mit den USA dr\u00e4ngen die chinesischen Konzerne noch aggressiver nach Europa. Zugleich wird den europ\u00e4ischen Unternehmen der Zugang zum chinesischen Markt erschwert. Das Defizit im Handel der EU mit China stieg voriges Jahr auf mehr als 300 Milliarden Euro.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Von chinesischer &#8222;Dominanz&#8220; spricht Ursula von der Leyen, gar von &#8222;Erpressung&#8220;. Und sie verk\u00fcndet: &#8222;Wir werden unsere Firmen verteidigen, wir werden unsere Wirtschaft verteidigen.&#8220; Das soll durch Ausfuhrbeschr\u00e4nkungen, etwa bei Anlagen zur Chipproduktion, erreicht werden oder durch Strafz\u00f6lle, wie sie im vergangenen Jahr auf chinesische Elektroautos verh\u00e4ngt wurden.\u00a0\n<\/p>\n<p>            China und EU        <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/china-europaeische-union-beziehungen-aussenpolitik-ukrainekrieg-peking\" data-ct-label=\"China und Europa: Frostige Stimmung zwischen China und der EU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                        China und Europa:<br \/>\n                        Frostige Stimmung zwischen China und der EU<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-07\/china-weltmarkt-seltene-erden-antibiotika-lithiumbatterien-stahl\" data-ct-label=\"China : Wo China den Rest der Welt abh\u00e4ngt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                        China :<br \/>\n                        Wo China den Rest der Welt abh\u00e4ngt<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/24\/china-lebensqualitaet-alltag-diktatur\" data-ct-label=\"China: Ich lebe gern in China. Ich m\u00f6chte hier eigentlich nicht leben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    China:<br \/>\n                        Ich lebe gern in China. Ich m\u00f6chte hier eigentlich nicht leben<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ver\u00e4rgert fordern chinesische Staatsmedien die EU auf, endlich wieder &#8222;rationaler&#8220; auf China zu schauen. Und nat\u00fcrlich verf\u00fcgt auch die F\u00fchrung in Peking \u00fcber Druckmittel, mit denen sie den Europ\u00e4ern schaden kann. W\u00fcrde China etwa den Export von Seltenen Erden weiter begrenzen, k\u00f6nnten in der EU ganze Wirtschaftsbranchen, von der Auto-, \u00fcber die Energie- bis zur R\u00fcstungsindustrie, in Schwierigkeiten kommen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vor allem aber: China ist kein Exporteur von Billigwaren mehr, in manchen Industrien ist es heute Innovationstreiber. Damit verschieben sich die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse. Moritz Schularick, Pr\u00e4sident des Kieler Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft, wies in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung darauf hin, dass Europa zunehmend auf <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/so-kann-europa-china-kontern-110016365.html\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">chinesisches Know-how angewiesen sei<\/a>. &#8222;Chinas \u00f6konomischer Erfolg basierte nicht zuletzt auf ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen, gekoppelt mit dem erzwungenen Transfer von Forschungs- und Entwicklungsleistungen als Bedingung f\u00fcr den Zugang zum riesigen Markt. Es d\u00fcrfte bald an der Zeit sein, diesen Prozess umzudrehen. Heute brauchen Deutschland und Europa in einigen Bereichen den Technologietransfer.&#8220;\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">An Selbstbewusstsein mangelt es der chinesischen F\u00fchrung nicht. In dem von Donald Trump entfesselten Handelskrieg leistet sie, im Unterschied zu allen anderen L\u00e4ndern, entschiedenen Widerstand. Noch viel weniger als von amerikanischen Sonderz\u00f6llen wird sie sich von europ\u00e4ischen Sanktionen beeindrucken lassen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als im Jahr 2019 die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen ihre Arbeit aufnahm, sagte die neue Pr\u00e4sidentin: &#8222;Europa muss auch die Sprache der Macht lernen.&#8220; Seither haben Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jinping bewiesen, wie recht sie damit hatte. In Peking bietet sich von der Leyen an diesem Donnerstag Gelegenheit, ihr machtpolitisches Wissen zu vertiefen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"So richtig herzlich ging es bei den Gipfeltreffen zwischen der EU und China schon lange nicht mehr zu.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":287016,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,6025,937,227,106,548,663,158,3934,3935,84650,13,4777,14,15,1614,16,12,1493,306,10257],"class_list":{"0":"post-287015","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-antonio-costa","11":"tag-bruessel","12":"tag-china","13":"tag-donald-trump","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europe","18":"tag-european-union","19":"tag-gipfeltreffen-eu-china","20":"tag-headlines","21":"tag-kommissionspraesidentin","22":"tag-nachrichten","23":"tag-news","24":"tag-peking","25":"tag-politik","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-ursula-von-der-leyen","28":"tag-wladimir-putin","29":"tag-xi-jinping"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=287015"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287015\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/287016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=287015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=287015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=287015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}