{"id":287519,"date":"2025-07-23T11:26:20","date_gmt":"2025-07-23T11:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/287519\/"},"modified":"2025-07-23T11:26:20","modified_gmt":"2025-07-23T11:26:20","slug":"berliner-amtsgericht-spricht-el-hotzo-nach-haeme-ueber-trump-attentat-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/287519\/","title":{"rendered":"Berliner Amtsgericht spricht El Hotzo nach H\u00e4me \u00fcber Trump-Attentat frei"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspAQhe tspAQhf\">Mitten in der Nacht riss der Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo einen h\u00e4mischen Witz \u00fcber das Attentat auf Donald Trump \u2013 gefolgt von einem Shitstorm in den Online-Medien, Dutzenden Strafanzeigen und einem Gerichtsprozess. Nun kann der popul\u00e4re Comedian aufatmen, denn das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat den 29-J\u00e4hrigen vom Vorwurf freigesprochen, mit seinen Posts auf der Plattform X vor einem Jahr den Mordversuch gebilligt und so den \u00f6ffentlichen Frieden gest\u00f6rt zu haben. El Hotzo reagierte erleichtert und, wie zu erwarten, mit einem Witz auf das Urteil: \u201eIst jetzt over mit witzig\u201c, sagte er. Er werde nun wieder Betriebswirt.<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Richterin Andrea Wilms stellte in ihrer Urteilsbegr\u00fcndung fest, bei den umstrittenen \u00c4u\u00dferungen El Hotzos handele es sich um \u201estraflose Satire\u201c, auch wenn sie m\u00f6glicherweise geschmacklos gewesen seien. \u201eMan muss sich streiten k\u00f6nnen \u00fcber gute und schlechte Meinungen.\u201c Auch die kontroversen Diskussionen f\u00fchrten nicht zu einer Strafbarkeit. Vielmehr seien diese w\u00fcnschenswert in einer demokratischen Gesellschaft.\u00a0<\/p>\n<p> \u201eMilde\u201c Geldstrafe von 6000 Euro gefordert <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Staatsanwalt Marc-Alexander Liebig hatte dagegen in seinem Pl\u00e4doyer eine \u201emilde Geldstrafe\u201c gefordert, in H\u00f6he von 6000 Euro. \u201eAuch Satiriker stehen nicht \u00fcber dem Gesetz\u201c, sagte er. Man d\u00fcrfe in Deutschland vieles sagen, aber nicht alles. Die Posts fielen unter die sogenannte Hasskriminalit\u00e4t und seien unter anderem wegen ihrer Breitenwirkung \u2013 Hotz hat rund 740.000 Follower auf X \u2013 geeignet, den \u00f6ffentlichen Frieden zu st\u00f6ren. Es werde so ein Klima geschaffen, in dem Angriffe auf staatliche Funktionstr\u00e4ger gedeihen k\u00f6nnten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">In seinem Pl\u00e4doyer verwies er auf die zahlreichen Angriffe auf Wahlhelfer, Lokalpolitiker und staatliche Funktionstr\u00e4ger im vergangenen Jahr, gerade auch vor den Landtagswahlen in Th\u00fcringen, Sachsen und Brandenburg. Nach Einsch\u00e4tzung des Staatsanwalts waren die Posts auch nicht k\u00fcnstlerisch-satirisch gemeint, sondern eher eine privat ge\u00e4u\u00dferte Meinung.<\/p>\n<p> Beitr\u00e4ge schon nach etwa 15 Minuten gel\u00f6scht <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Worum ging es? <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/vorwurfe-an-secret-service-schlussbericht-zu-trump-attentat-sieht-mehrere-inakzeptable-fehler-14017505.html?icid=in-text-link_14069576\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vor einem Jahr hatte in Pennsylvania ein Attent\u00e4ter auf Trump geschossen<\/a> und ihn am rechten Ohr getroffen. Ein Besucher kam ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Der T\u00e4ter wurde von Sicherheitskr\u00e4ften get\u00f6tet. In einem Post verglich Hotz Trump mit dem \u201eletzten Bus\u201c und kommentierte: \u201eLeider knapp verpasst.\u201c Erg\u00e4nzend schrieb der 29-J\u00e4hrige: \u201eIch finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Die umstrittenen Beitr\u00e4ge l\u00f6schte Hotz nach eigenen Angaben schon etwa 15 Minuten sp\u00e4ter, doch brach ein Shitstorm in den Online-Medien los, und es gab etliche Strafanzeigen gegen ihn. Eine unmittelbare Konsequenz war, dass der \u00f6ffentlich-rechtliche ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Zusammenarbeit mit Hotz beim Jugendsender Fritz beendete.<\/p>\n<p> \u201eEin bisschen unseri\u00f6ser\u201c als viele Kollegen <\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Hotz selbst sagte zu seiner Verteidigung, er sei als Satiriker \u201eein bisschen unseri\u00f6ser\u201c als viele seiner Kollegen. Wenn ein Satiriker sich \u00e4u\u00dfere, sei dies als Witz zu verstehen. \u201eDas Spiel mit der Provokation macht meinen Beruf aus.\u201c In Deutschland gebe es sehr viel schlechten Humor und sehr viele Faschisten, stellte El Hotzo fest. Seine Aufgabe als Satiriker sei es, sich dagegen zu wehren. Es sei vor diesem Hintergrund wichtig, dass hierzulande auch geschmacklose und schlechte Witze gesch\u00fctzt seien. Ein Witz bleibe ein Witz.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspQck\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspQcq\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. 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L\u00fctcke sagte in ihrem Pl\u00e4doyer, keinesfalls handele es sich bei den X-Posts von Hotz um einen ernst gemeinten Aufruf zur Gewalt, sondern eindeutig um Satire.<\/p>\n<p> Mehr zu El Hotzo: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wegen-kontroverser-tweets-zum-trump-attentat-satiriker-el-hotzo-in-berlin-vor-gericht-14057108.html?icid=topic-list_14069576___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Satiriker El Hotzo vor Gericht Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Prozess in Berlin <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/sorry-not-sorry-el-hotzo-sucht-absolution-bei-rtl-12637349.html?icid=topic-list_14069576___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sorry not sorry El Hotzo sucht Absolution bei RTL <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/christoph-mollers-uber-literatur-und-recht-braucht-es-uberhaupt-die-kunstfreiheit-12034577.html?icid=topic-list_14069576___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCNoj\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christoph M\u00f6llers \u00fcber Satire und Recht Braucht es \u00fcberhaupt die Kunstfreiheit? <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Auch der damalige Bundestagsvizepr\u00e4sident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte im Juli letzten Jahres El Hotzo scharf attackiert und rechtliche Konsequenzen gefordert. Zu dessen damaligem Post schrieb der Comedian nun: \u201eSchlecht gealtert, sorry Herr Kubicki.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspAQhe\">Das Urteil ist nicht rechtskr\u00e4ftig. Die Staatsanwaltschaft kann gegen das Urteil Berufung zum Landgericht oder Revision zum Kammergericht einlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitten in der Nacht riss der Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo einen h\u00e4mischen Witz \u00fcber das Attentat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":287520,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[15070,296,29,106,1993,30,9823,1269,15293,1243,40390],"class_list":{"0":"post-287519","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-amtsgericht-tiergarten","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-donald-trump","12":"tag-gerichte","13":"tag-germany","14":"tag-pressefreiheit","15":"tag-prozess","16":"tag-rechtsstreit","17":"tag-urteil","18":"tag-wolfgang-kubicki"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=287519"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287519\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/287520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=287519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=287519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=287519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}