{"id":28807,"date":"2025-04-13T14:40:13","date_gmt":"2025-04-13T14:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/28807\/"},"modified":"2025-04-13T14:40:13","modified_gmt":"2025-04-13T14:40:13","slug":"hamburg-schleswig-holstein-lieber-strandspaziergang-mit-hund-als-grosse-party","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/28807\/","title":{"rendered":"Hamburg &#038; Schleswig-Holstein: Lieber Strandspaziergang mit Hund als gro\u00dfe Party"},"content":{"rendered":"<p>                    Hamburg &amp; Schleswig-Holstein<br \/>\n                Lieber Strandspaziergang mit Hund als gro\u00dfe Party<\/p>\n<p>\t\t\t\t              13.04.2025, 07:03 Uhr<\/p>\n<p><strong>Hamburgs fr\u00fcherer B\u00fcrgermeister und SPD-Schreck Ole von Beust wird 70 Jahre alt. Seinen Lebensmittelpunkt hat der fr\u00fchere CDU-Spitzenpolitiker inzwischen von der Hansestadt nach Sylt verlegt.<\/strong><\/p>\n<p>Hamburg\/Westerland (dpa\/lno) &#8211; Er hat die SPD Hamburg das F\u00fcrchten gelehrt. \u00dcber Jahrzehnte unangefochten Platzhirsch in der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft mussten die Sozialdemokraten wegen Ole von Beust das Feld r\u00e4umen und mehr als neun Jahre auf der Oppositionsbank Platz nehmen &#8211; bis der CDU-Politiker 2010 amtsm\u00fcde als B\u00fcrgermeister zur\u00fccktrat und 2011 der derzeit noch gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Bundeskanzler Olaf Scholz das Amt f\u00fcr die SPD zur\u00fcckeroberte. Heute (13. April) hat der Sozialdemokraten-Schreck Beust seinen 70. Geburtstag.<\/p>\n<p>Keine gro\u00dfe Feier &#8211; &#8222;Stehe nicht gerne im Mittelpunkt&#8220;<\/p>\n<p>Gro\u00df feiern will er nicht. Er stehe einfach nicht gerne im Mittelpunkt, sagte er unl\u00e4ngst in einem &#8222;SHZ&#8220;-Interview. &#8222;Ich kann auf einer B\u00fchne funktionieren, aber wenn ich w\u00e4hlen sollte zwischen einem noch so gro\u00dfen\u00a0gesellschaftlichen Ereignis und einem Spaziergang mit dem Hund am Strand, w\u00fcrde ich spazieren gehen.&#8220; Sein Hund ist ein Boston Terrier namens Wookie, sein Strand liegt auf der Nordseeinsel Sylt, wo er sich mit seinem Mann in Westerland ein Haus gekauft hat &#8211; und etwas mehr als die H\u00e4lfte seiner Zeit verbringt.<\/p>\n<p>Die andere H\u00e4lfte lebt er in Hamburg, ber\u00e4t nach eigenen Angaben in seiner Kanzlei im Herzen der Hansestadt als Anwalt, verwaltet ein paar Beteiligungen und betreut einige Kunden. &#8222;Aber der Lebensmittelpunkt ist Sylt. Jemandem wie mir, der in Hamburg gro\u00df geworden ist, gef\u00e4llt die Nordsee und die Kleinstadt Westerland.&#8220; Entsprechend nannte der fr\u00fchere Hamburger B\u00fcrgermeister auch bei seinem j\u00fcngsten Auftritt als Zeuge im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum &#8222;Cum-Ex&#8220;-Skandal Ende vergangenen Jahres als Wohnort f\u00fcr viele \u00fcberraschend &#8222;Sylt&#8220;.<\/p>\n<p>Beust: &#8222;Ich war nie traurig, aufgeh\u00f6rt zu haben.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Mit dem Politikbetrieb ist Beust schon lange durch. &#8222;Ich war nie traurig, aufgeh\u00f6rt zu haben.&#8220; Er sei nicht so ein Mensch, der das Gef\u00fchl habe, immer allen erz\u00e4hlen zu m\u00fcssen, dass er von morgens um sechs bis abends um 10 Uhr arbeite. Dabei war das durchaus schon anders. Beust fing schon fr\u00fch an mit der Politik &#8211; zum Leidwesen der Verwandtschaft. Der Vater etwa &#8211; Gr\u00fcnder und Vorsitzender der Jungen Union in Hamburg und Bezirksamtsleiter von Wandsbek &#8211; bescheinigt &#8222;Ole&#8220;, als dieser gerade mal 16-j\u00e4hrig stolz wie Bolle mit dem CDU-Parteibuch nach Hause kommt: &#8222;Du hast wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank. Mach erst mal Abitur.&#8220;<\/p>\n<p>Gen\u00fctzt hat des Vaters Mahnung nichts. Im Gegenteil: Beust legte eine steile Karriere hin. Mit 23 Jahren wurde er damals j\u00fcngster Abgeordneter der B\u00fcrgerschaft, mit 38 Jahren Fraktionschef, mit 46 Jahren erstmals B\u00fcrgermeister. Im politischen Alltag machte er dennoch nie viele Worte, \u00fcberlie\u00df es meist seinen Senatoren, in der B\u00fcrgerschaft Attacken der Opposition zu parieren. Beust gab sich lieber freundlich pr\u00e4sidial.\u00a0<\/p>\n<p>Beust feuerte seinen Innensenator Schill ohne gro\u00dfe Vorrede<\/p>\n<p>Dabei konnte der als &#8222;Sonnyboy&#8220; betitelte blonde Hamburger durchaus ruppig werden. So hatte er keine Skrupel, 2001 am Wahlsieger SPD vorbei eine Koalition mit der FDP und der rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive (PRO) des als &#8222;Richter Gnadenlos&#8220; titulierten Ronald Schill einzugehen &#8211; und selbige auch wieder platzen zu lassen.<\/p>\n<p>So feuerte er Innensenator Schill 2003 ohne gro\u00dfe Vorrede, weil er sich von ihm erpresst f\u00fchlte. Schill hatte Beust nach dessen Angaben gedroht, seine Homosexualit\u00e4t und ein angebliches Verh\u00e4ltnis mit einem Senator \u00f6ffentlich zu machen &#8211; sollte er seinen wegen ungenehmigter Nebent\u00e4tigkeiten unter Druck geratenen Innenstaatsrat entlassen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcberraschend absolute Mehrheit f\u00fcr die CDU nach dem Rauswurf<\/p>\n<p>Das Ende der Koalition, die Beust mit den Worten &#8222;und jetzt ist finito&#8220; abschloss, brachten ihm bei den Hamburgern ungeahnte Sympathien ein. Sie dankten es ihm bei der B\u00fcrgerschaftswahl 2004 mit der absoluten Mehrheit f\u00fcr seine CDU &#8211; was diese aus Sicht der Bev\u00f6lkerung auch f\u00fcr emp\u00f6rende Entscheidungen nutzte. So missachteten die Christdemokraten gleich zwei Mal Volksentscheide, verkauften mehrheitlich den Landesbetrieb Krankenh\u00e4user an Asklepios und hintertrieben das vom Volk beschlossene neue Wahlrecht.\u00a0<\/p>\n<p>Hinzu kam der Skandal um die Elbphilharmonie, die statt 77 Millionen Euro letztlich 866 Millionen Euro kostete und statt 2010 erst 2016 fertig wurde. Ein unabh\u00e4ngiger Untersuchungsbericht attestierte Beust 2014 wegen gravierender Fehlentscheidungen eine Mitschuld an dem Baudesaster. Juristisch blieb dies f\u00fcr Beust aber folgenlos.<\/p>\n<p>Beust schmiedet erste schwarz-gr\u00fcne Koalition auf Landesebene<\/p>\n<p>Beusts Beliebtheit tat das keinen Abbruch. Im Alter von 53 Jahren gelingt es ihm in seiner dritten Amtszeit als erstem Regierungschef in Deutschland, auf Landesebene eine schwarz-gr\u00fcne Koalition zu schmieden. &#8222;Ich war schon immer viel mehr Christdemokrat als Konservativer&#8220;, sagt Beust \u00fcber sich und holte gegen die eigene Partei die &#8222;gr\u00fcnen Schmuddelkinder&#8220; von einst in die Regierung &#8211; ein B\u00fcndnis, das nach seinem R\u00fccktritt nur noch rund 100 Tage hielt und die CDU Hamburg danach keine einzige Wahl mehr gewinnen lie\u00df.<\/p>\n<p>Beust dagegen wechselte in die Wirtschaft, gr\u00fcndete unter anderem eine Beratungsgesellschaft, heiratete 2013 seinen 36 Jahre j\u00fcngeren Freund &#8211; einen Zahnmediziner am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) &#8211; und l\u00e4sst es sich ansonsten gut gehen. So antwortete er einmal der &#8222;Hamburger Morgenpost&#8220; auf die Frage, welche drei Dinge ihn gl\u00fccklich machten: &#8222;Mein Mann, ein skandinavischer Kriminalroman und mein Balkon bei Sonne.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg &amp; Schleswig-Holstein Lieber Strandspaziergang mit Hund als gro\u00dfe Party 13.04.2025, 07:03 Uhr Hamburgs fr\u00fcherer B\u00fcrgermeister und SPD-Schreck&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":28808,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,604,16225,2450,1971,16226],"class_list":{"0":"post-28807","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-hund","12":"tag-lieber","13":"tag-party","14":"tag-schleswig-holstein","15":"tag-strandspaziergang"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114331177691496971","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28807","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28807"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28807\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}