{"id":288140,"date":"2025-07-23T17:06:10","date_gmt":"2025-07-23T17:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288140\/"},"modified":"2025-07-23T17:06:10","modified_gmt":"2025-07-23T17:06:10","slug":"igh-gutachten-voelkerrecht-verpflichtet-staaten-zu-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288140\/","title":{"rendered":"IGH-Gutachten: V\u00f6lkerrecht verpflichtet Staaten zu Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 23.07.2025 17:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der Internationale Gerichtshof verlangt von Staaten mehr Einsatz gegen den Klimawandel: In einem Gutachten hat er eine &#8222;saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt&#8220; als Menschenrecht bezeichnet. Gesch\u00e4digte L\u00e4nder k\u00f6nnten sogar Anspruch auf Reparationen haben. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hat erstmals ein Gutachten zum Umgang mit der Klimakrise ver\u00f6ffentlicht &#8211; und nimmt damit L\u00e4nder weltweit in die Verantwortung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Klimawandel stelle eine &#8222;universelle und ernstzunehmende Bedrohung&#8220; f\u00fcr die Weltgemeinschaft dar. Daraus ergebe sich eine v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtung der Staaten, Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um dessen Voranschreiten einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer IGH bezeichnete eine &#8222;saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt&#8220; als Menschenrecht. Zudem bekr\u00e4ftigte er die Verbindlichkeit des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen: Es sei die zentrale, wissenschaftlich belegte Vereinbarung der unterzeichnenden Staaten. Der Gerichtshof unterstreicht damit das Ziel, die globale Erw\u00e4rmung zu begrenzen.<\/p>\n<p>    Fehlende Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten v\u00f6lkerrechtswidrig sein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ging bei dem als wegweisend geltenden Gutachten vor allem um die Frage, welche v\u00f6lkerrechtlichen Verpflichtungen Staaten zum Schutz des Klimasystems haben und welche Konsequenzen daraus folgen. Sollten Staaten keine geeigneten Ma\u00dfnahmen ergreifen, k\u00f6nne das v\u00f6lkerrechtswidriges Handeln sein, erkl\u00e4rte IGH-Pr\u00e4sident Yuji Iwasawa w\u00e4hrend der Verlesung des Gutachtens.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Gericht erkl\u00e4rte au\u00dferdem, dass L\u00e4nder, die durch den Klimawandel gesch\u00e4digt wurden, unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Sch\u00e4den haben k\u00f6nnten. Was ihnen zustehe, m\u00fcsse allerdings von Fall zu Fall entschieden werden.<\/p>\n<p>    Richtungsweisend &#8211; aber nicht bindend<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBindend sind die Forderungen des IGH allerdings nicht &#8211; denn es ist kein klassisches Urteil. &#8222;Der Gerichtshof nimmt eine beratende Rolle ein und legt seine Rechtsauffassung dar&#8220;, erkl\u00e4rte Philipp Overkamp von der Universit\u00e4t des Saarlandes. Aber dennoch: Der IGH genie\u00dfe &#8222;juristische Autorit\u00e4t&#8220;. Das Gutachten gilt als wegweisend f\u00fcr k\u00fcnftige Debatten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Einstufung einer sauberen Umwelt als Menschenrecht ebnet den Weg f\u00fcr weitere rechtliche Schritte, mit denen sich Staaten gegenseitig zur Rechenschaft ziehen k\u00f6nnen, aber auch f\u00fcr innerstaatliche Gerichtsverfahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das h\u00f6chste Gericht der Welt hat uns ein m\u00e4chtiges neues Instrument an die Hand gegeben, um die Menschen vor den verheerenden Auswirkungen der Klimakrise zu sch\u00fctzen &#8211; und um Gerechtigkeit f\u00fcr den Schaden zu schaffen, den ihre Emissionen bereits verursacht haben&#8220;, sagte die ehemalige UN-Menschenrechtsbeauftragte Mary Robinson in einer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>    Aktivisten von Pazifikstaat k\u00e4mpften jahrelang f\u00fcr Gutachten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngesto\u00dfen hatten das wegweisende Gutachten Aktivisten des Inselstaates Vanuatu. Dort sind die lebens- und existenzbedrohenden Folgen des Klimawandels bereits deutlich sp\u00fcrbar: Immer mehr Zyklone w\u00fcten und zerst\u00f6ren die Lebensgrundlagen der Bewohner. Durch den Anstieg des Meeresspiegels sind einige Landstriche nicht mehr bewohnbar, die gezwungene Umsiedlung ist bereits real.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Studierendenorganisation PISFCC sammelte jahrelang weltweit Unterst\u00fctzer f\u00fcr ihr Vorhaben, um die Problematik vor das h\u00f6chste Gericht der Welt zu bringen. Mit Erfolg: Die UN-Vollversammlung beauftragte das IGH 2023 ohne Gegenstimmen mit dem Gutachten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Gutachten des IGH bringe eine Welt n\u00e4her, in der Regierungen ihre rechtlichen Verpflichtungen nicht l\u00e4nger ignorieren k\u00f6nnten, sagte PISFCC-Pr\u00e4sidentin Vishal Prasad. &#8222;Sie best\u00e4tigt eine einfache Wahrheit der Klimagerechtigkeit: Diejenigen, die am wenigsten zu dieser Krise beigetragen haben, verdienen Schutz, Wiedergutmachung und eine Zukunft.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Philip Raillon, ARD-Rechtsredaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 23.07.2025 17:57 Uhr Der Internationale Gerichtshof verlangt von Staaten mehr Einsatz gegen den Klimawandel: In einem Gutachten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":288141,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1764,13,84652,952,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-288140","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-eilmeldung","9":"tag-headlines","10":"tag-igh","11":"tag-klimawandel","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114903645282284699","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=288140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/288140\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/288141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=288140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=288140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=288140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}