{"id":288558,"date":"2025-07-23T20:54:14","date_gmt":"2025-07-23T20:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288558\/"},"modified":"2025-07-23T20:54:14","modified_gmt":"2025-07-23T20:54:14","slug":"berlin-tiktok-belegschaft-streikt-gegen-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288558\/","title":{"rendered":"Berlin: Tiktok-Belegschaft streikt gegen KI"},"content":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal streiken in Deutschland Mitarbeiter eines Sozialen Netzes. Anlass ist, dass bei Tiktok Germany in Berlin massiver Stellenabbau droht. Laut Vereinter Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) soll die gesamte deutsche Trust-and-Safety-Abteilung Tiktoks sowie ein Teil der sogenannten Live-Operations-Abteilung aufgel\u00f6st werden. Die Aufgaben werden demnach eine in der Volksrepublik China entwickelte K\u00fcnstliche Intelligenz sowie externe Dienstleister \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>In Berlin fallen dabei rund 150 Arbeitspl\u00e4tze weg. Weil das chinesische Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/TikTok\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Tiktok<\/a> jede Verhandlung mit Arbeitnehmervertretern ablehne, haben die Betroffenen am Mittwoch gestreikt. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Verdi\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Verdi<\/a> versteht das auch als Pionierarbeit f\u00fcr faire Arbeitsbedingungen in der Branche an sich.<\/p>\n<p>Tiktoks Live Operations sind f\u00fcr Kommunikation mit Videouploadern zust\u00e4ndig, die Trust-and-Safety-Abteilung f\u00fcr Zensur. Laufend m\u00fcssen die Mitarbeiter Videos blockieren, die sexualisierte Gewalt an Kindern, Suizide, Terrorpropaganda, Tierqu\u00e4lerei und andere brutale Gewaltexzesse zeigen. Die Arbeit ist extrem belastend, sodass KI-Zensur durchaus Vorteile h\u00e4tte \u2013 wenn das denn funktioniert.<\/p>\n<p>Algorithmus sperrt Regenbogenfahnen<\/p>\n<p>&#8222;Die KI trifft schon heute gef\u00e4hrliche Fehlentscheidungen, weil sie Kontexte nicht versteht&#8220;, zitiert Verdi der Betriebsrat, &#8222;Diese Arbeit kann man nicht einfach auslagern oder automatisieren.&#8220; Beispiel: Der Tiktok-Algorithmus markiere wiederholt Beitr\u00e4ge mit Regenbogenfahnen als &#8222;kontrovers&#8220; oder &#8222;Hassrede&#8220;. &#8222;Sie wurden automatisch entfernt oder kaum noch ausgespielt&#8220;, zeigt die Gewerkschaft auf.<\/p>\n<p>&#8222;Was als technischer Fortschritt verkauft wird, ist f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten ein doppelter Schlag: Sie haben die KI selbst trainiert \u2013 jetzt sollen sie ersetzt werden&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/arbeit\/++co++19d30bc8-622c-11f0-937c-b715127af524\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">schreibt Verdi<\/a>. Die Arbeit sei allerdings &#8222;systemrelevant&#8220;, denn ohne Filter k\u00f6nnte Tiktok in Europa kaum legal t\u00e4tig sein. &#8222;Es geht also nicht nur um individuelle Schicksale. Aber: Viele der Betroffenen haben keinen deutschen Pass. Eine K\u00fcndigung w\u00fcrde f\u00fcr sie auch den Verlust des Aufenthaltsstatus bedeuten.&#8220;<\/p>\n<p>Die Kollegen fordern l\u00e4ngere K\u00fcndigungsfristen und Abfindungen in H\u00f6he dreier Jahresgeh\u00e4lter. Allein, Tiktok will laut Verdi nicht einmal dar\u00fcber verhandeln. heise online hat Tiktok um Stellungnahme ersucht.<\/p>\n<p>    Update<\/p>\n<p>    23.07.2025,<\/p>\n<p>  22:47<\/p>\n<p>      Uhr<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hat Tiktok angegeben, mit dem Betriebsrat &#8222;\u00fcber einen Vorschlag zur Konsolidierung unserer Sicherheitsaktivit\u00e4ten mit weniger Standorten, um die Arbeitsabl\u00e4ufe zu straffen und die Effizienz zu verbessern&#8220; zu sprechen. Dass mit Verdi \u00fcber einen Sozialtarifvertrag verhandelt wird, geht daraus nicht hervor.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ds@heise.de\" title=\"Daniel AJ Sokolov\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ds<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum ersten Mal streiken in Deutschland Mitarbeiter eines Sozialen Netzes. 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