{"id":288730,"date":"2025-07-23T22:28:22","date_gmt":"2025-07-23T22:28:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288730\/"},"modified":"2025-07-23T22:28:22","modified_gmt":"2025-07-23T22:28:22","slug":"tuerkei-ueberholt-usa-yildirim-100-koennte-patriot-raketen-ueberfluessig-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/288730\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkei \u00fcberholt USA: YILDIRIM 100 k\u00f6nnte Patriot-Raketen \u00fcberfl\u00fcssig machen"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/shutterstock_2329460841_1_-f33050af1c96b534.jpeg\"  width=\"3872\" height=\"2176\"  alt=\"Der MIM-104 Patriot ist ein System von Boden zu Luft (SAM), das haupts\u00e4chlich von der US-Armee und mehreren alliierten Staaten eingesetzt wird.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Sind die Patriot-Flugabwehrsysteme schon bald \u00fcberfl\u00fcssig, weil Drohnen und Raketen mit Laser abgeschossen werden k\u00f6nnen?<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Karolis Kavolelis \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/vilnius-lithuania-20230710-mim104-patriot-surface-2329460841\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Neue Laser-Waffe blendet Drohnen und Raketen \u2013 f\u00fcr einen Bruchteil der Kosten eines Patriot-Schusses. Ist das ein Wendepunkt in der Luftabwehr?<\/p>\n<p>Das t\u00fcrkische R\u00fcstungsunternehmen Aselsan hat mit YILDIRIM 100 ein Laserwaffensystem entwickelt, das Drohnen und Raketen auf ungew\u00f6hnliche Weise bek\u00e4mpft: Statt sie zu zerst\u00f6ren, blendet es ihre Sensoren. Die Angreifer verfehlen dadurch ihr Ziel.<\/p>\n<p>Pro Einsatz fallen lediglich Stromkosten an \u2013 ein drastischer Unterschied zu herk\u00f6mmlichen Abwehrsystemen wie den amerikanischen Patriots, bei denen jeder Schuss vier Millionen US-Dollar kostet.<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine hat die zentrale Rolle von Drohnen auf modernen Schlachtfeldern deutlich gemacht. Die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Militaerexperten-Pokrovsk-markiert-Wendepunkt-in-moderner-Kriegsfuehrung-10493622.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4ranalystin Patricia Marins beschrieb auf X<\/a> eine fundamentale Ver\u00e4nderung der Kriegsf\u00fchrung:<\/p>\n<blockquote class=\"rte__textbox-blockquote\">\n<p>Beide Seiten k\u00e4mpfen jetzt einen anderen Krieg. Ich wage zu behaupten, dass gro\u00dfe Konvois obsolet geworden sind, und alles, was sich langsam bewegt, wird an der Front nur eine kurze Lebensdauer haben.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Drohnenkrieg ver\u00e4ndert alles \u2013 vom Panzer zum Motorrad<\/p>\n<p>Die neue Realit\u00e4t zeige sich demnach besonders in der umk\u00e4mpften Stadt Pokrowsk. Russische Drohnen \u00fcberwachen dort rund um die Uhr. Fr\u00fchere Taktiken wie Fahrten bei D\u00e4mmerung bieten keinen Schutz mehr. Besonders problematisch: Glasfasergesteuerte Drohnen lassen sich nicht st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Marins beschrieb die neue russische Taktik als &#8222;Mad Max-Style-Offensive&#8220;: Kleine Gruppen auf Motorr\u00e4dern und Buggys rasen mit hoher Geschwindigkeit vor, gedeckt von Drohnenschw\u00e4rmen. Sie versuchen, gegnerische Stellungen zu infiltrieren. Schwere Panzerkonvois geh\u00f6ren demnach der Vergangenheit an.<\/p>\n<p>Die ukrainische Seite hat sich an die neuen Kampfbedingungen angepasst und arbeitet ebenso intensiv mit Drohnen, um die russischen Angriffe abzuwehren. Vor diesem Hintergrund gewinnen Waffen, die Drohnen effektiv bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen, an Bedeutung.<\/p>\n<p>Blendung statt Zerst\u00f6rung \u2013 so funktioniert das System<\/p>\n<p>Das System YILDIRIM 100 arbeitet mit der sogenannten DIRCM-Technologie (Directed Infrared Countermeasure \u2013 gezielte Infrarot-Gegenma\u00dfnahme). Ein radarbasierter Sucher sp\u00fcrt anfliegende Geschosse auf und leitet die Informationen an die Lasereinheit weiter. Diese richtet dann geb\u00fcndelte Laserenergie auf die Suchk\u00f6pfe der Angreifer.<\/p>\n<p>Der Laserstrahl ist nicht stark genug, um Raketen oder Drohnen zu besch\u00e4digen. Er reicht jedoch aus, um deren empfindliche Infrarotsensoren zu st\u00f6ren und zu blenden. Die Geschosse verlieren dadurch ihre Orientierung \u2013 sie werden quasi blind und k\u00f6nnen ihr Ziel nicht mehr anvisieren. Bei Angriffen auf Flugzeuge oder Schiffe st\u00fcrzen die geblendeten Raketen meist ins Meer oder verschwinden in der Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Das YILDIRIM 100 verf\u00fcgt \u00fcber <a href=\"https:\/\/wwwcdn.aselsan.com\/api\/file\/YILDIRIM-100_ENG.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">ein Doppelturmdesign<\/a> mit zwei Lasereinheiten. Diese Konstruktion erm\u00f6glicht einen Rundumschutz von 360 Grad. Eine elektronische Steuerbox koordiniert den Betrieb und kommuniziert mit Raketenwarnsystemen. Der gesamte Prozess l\u00e4uft automatisch ab \u2013 von der Erkennung bis zur Neutralisierung vergehen nur Sekunden.<\/p>\n<p>Mehrere Ziele gleichzeitig im Visier<\/p>\n<p>Ein entscheidender Vorteil des Systems: Es kann mehrere Bedrohungen gleichzeitig bek\u00e4mpfen. Die Lasereinheiten m\u00fcssen dazu nur kleine Bewegungen ausf\u00fchren, um von einem Ziel zum n\u00e4chsten zu schwenken. Der Laserstrahl steht dabei unterbrechungsfrei zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bei Tests gelang es Aselsan nach eigenen Angaben, mehrere infrarotgesteuerte Raketen erfolgreich abzuwehren \u2013 darunter <a href=\"https:\/\/www.airforce-technology.com\/news\/yildirim-100-test-aselsan\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">auch solche mit aktiven Sprengk\u00f6pfen<\/a>. Das System erkannte die Bedrohungen, verfolgte sie und neutralisierte sie durch die Blendung ihrer Suchk\u00f6pfe.<\/p>\n<p>Ahmet Akyol, Vorstandsvorsitzender von Aselsan, <a href=\"https:\/\/www.aselsan.com\/en\/news\/detail\/272\/aselsans-yildirim-100-successfully-deflects-infraredguided-missiles\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rte<\/a>: &#8222;Mit dem erfolgreichen Test des YILDIRIM 100 sind wir sehr stolz darauf, die Luftverteidigungsf\u00e4higkeiten unseres Landes auf das Niveau der weltweit f\u00fchrenden Nationen zu bringen.&#8220;<\/p>\n<p>Grenzen der Blendtechnik bei Bodenzielen<\/p>\n<p>Die Blendtechnik hat allerdings auch Nachteile. Bei Angriffen auf Bodenziele k\u00f6nnen geblendete Raketen oder Drohnen an unvorhersehbaren Stellen einschlagen und dort Schaden anrichten. Das System eignet sich daher besonders f\u00fcr den Schutz von Luftfahrzeugen und Schiffen, wo verfehlte Geschosse meist keine Gefahr mehr darstellen.<\/p>\n<p>Das YILDIRIM 100 ist speziell gegen tragbare Luftabwehrsysteme (MANPADS) entwickelt worden \u2013 schultergest\u00fctzte Raketen, die von Einzelpersonen abgefeuert werden k\u00f6nnen. Diese Waffen sind weltweit verbreitet und stellen eine erhebliche Bedrohung f\u00fcr Hubschrauber und tieffliegende Flugzeuge dar.<\/p>\n<p>Laut Aselsan zeichnet sich das System durch geringen Stromverbrauch und hohe Einsatzbereitschaft aus. Die Wartungskosten seien niedrig, die Lebensdauer hoch. Genaue Angaben zu den Anschaffungskosten machte das Unternehmen nicht. Diese d\u00fcrften jedoch deutlich unter den 325 Millionen Dollar eines Patriot-Systems liegen.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei reiht sich mit dieser Entwicklung in eine kleine Gruppe von Nationen ein, die \u00fcber fortgeschrittene laserbasierte Abwehrsysteme verf\u00fcgen. Im M\u00e4rz 2025 hatte Aselsan bereits Tests seines mobilen Laserwaffensystems G\u00f6kberk abgeschlossen, das speziell zur Bek\u00e4mpfung von First-Person-View-Drohnen entwickelt wurde \u2013 kleinen Drohnen, die der Pilot aus der Ich-Perspektive steuert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sind die Patriot-Flugabwehrsysteme schon bald \u00fcberfl\u00fcssig, weil Drohnen und Raketen mit Laser abgeschossen werden k\u00f6nnen? 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