{"id":289343,"date":"2025-07-24T04:16:10","date_gmt":"2025-07-24T04:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289343\/"},"modified":"2025-07-24T04:16:10","modified_gmt":"2025-07-24T04:16:10","slug":"soenke-neitzel-bei-lanz-wir-leben-nicht-in-einer-pippi-langstrumpf-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289343\/","title":{"rendered":"S\u00f6nke Neitzel bei Lanz: &#8222;Wir leben nicht in einer Pippi-Langstrumpf-Welt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    S\u00f6nke Neitzel bei Lanz<br \/>\n                &#8222;Wir leben nicht in einer Pippi-Langstrumpf-Welt&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Marko Schlichting<br \/>\n\t\t\t\t              24.07.2025, 05:38 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Angst vor einem Atomkrieg h\u00e4lt er f\u00fcr &#8222;sehr deutsch&#8220;, die Gefahr durch ein revisionistisches Russland aber f\u00fcr sehr real: Bei Lanz erkl\u00e4rt der Milit\u00e4rhistoriker S\u00f6nke Neitzel, welches Bedrohungsszenario der Nato die meisten Sorgen macht.<\/strong><\/p>\n<p>Wird es einen dritten Weltkrieg geben? Werden sich Menschen mit Atombomben vernichten? Seit dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine vor drei Jahren werden solche Fragen wieder diskutiert. Viele Menschen in Deutschland haben ein ungutes Gef\u00fchl, wenn nicht gar Angst, auch wenn sie den Zweiten Weltkrieg oder den Kalten Krieg nicht miterlebt haben.<\/p>\n<p>Wissenschaftler wie der Milit\u00e4rhistoriker S\u00f6nke Neitzel w\u00e4ren eigentlich gute Berater. Doch auch Neitzel kann die Zukunft nicht vorhersagen. Dennoch h\u00e4lt er die Kriegsangst und die Diskussion dar\u00fcber f\u00fcr &#8222;sehr deutsch&#8220;, sagt er bei Markus Lanz im ZDF. &#8222;Die Diskussionen laufen in anderen L\u00e4ndern ganz anders&#8220;, sagt Neitzel. &#8222;Wenn ich in Frankreich oder Gro\u00dfbritannien bin, erlebe ich das anders. Die historischen Erfahrungen sind auch andere. Dort ist es eine sachlichere, eine n\u00fcchternere Diskussion.&#8220; In Deutschland denke man an Konzentrationslager oder ein nukleares Armageddon, wenn man \u00fcber Krieg nachdenke. &#8222;Das ist aber nicht das Szenario in der Nato. Da ist nicht das Szenario der dritte Weltkrieg. Da ist auch nicht das Szenario, dass Russland mit drei Panzerarmeen auf Warschau marschiert, so wie man das im Kalten Krieg angenommen hat. Da geht man von regionalen Konflikten aus, die schlimm genug sind.&#8220;<\/p>\n<p>Dennoch stehe Europa nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor einer Herausforderung, und die m\u00fcsse es annehmen, sagt Neitzel. &#8222;Wir leben nicht in einer Pippi-Langstrumpf-Welt. Leider.&#8220; Deswegen sei Verteidigungsf\u00e4higkeit unumg\u00e4nglich. Russland sei ein revisionistischer Staat, so Neitzel. &#8222;Und wie reagieren wir auf eine Revisionsmacht mit Schw\u00e4che? Da kann ich als Historiker sagen: Mit Schw\u00e4che hat man noch keine Revisionsmacht gest\u00fcrzt.&#8220;<\/p>\n<p>Was, wenn China Taiwan angreift?<\/p>\n<p>Ein Szenario, das bei der Nato diskutiert werde, sei das Folgende: China m\u00f6chte Taiwan angreifen und fordert den russischen Pr\u00e4sidenten Putin auf, w\u00e4hrenddessen Europa in Atem zu halten und ein Nato-Mitgliedsland zu attackieren. Neitzel: &#8222;Wenn ich im Nato-Hauptquartier bin und mit den Leuten hinter verschlossenen T\u00fcren rede, dann ist das genau die Angst. Die Nato bereitet sich genau darauf vor, sie hat jetzt Verteidigungspl\u00e4ne gemacht, aus denen dann auch die Lage der Truppenst\u00e4rke abgeleitet wird. Sie wollen jetzt [aus Deutschland] 260.000 Mann haben. Das ist nicht ausgedacht, sondern das leitet sich ab aus Szenarien, die die Nato durchplant.&#8220; Die Nato befasse sich damit, ob man die Ostflanke verteidigen k\u00f6nne. &#8222;Neitzel warnt: &#8222;Das sind Szenarien, mit denen man rechnen muss.&#8220; <\/p>\n<p>Europa sei sowohl durch den Angriff Russlands auf die Ukraine als auch durch den Angriff der Hamas-Terroristen auf Israel \u00fcberrascht worden. &#8222;Das darf uns nicht wieder passieren&#8220;, sag Neitzel. &#8222;Wir sollten uns darauf vorbereiten. Dazu muss jedes Land seinen Beitrag leisten. Und wir sollten ein bisschen Speed-Up machen.&#8220; Russland habe im vergangenen Jahr kaufkraftbereinigt mehr Geld f\u00fcr Verteidigung ausgegeben als die europ\u00e4ischen NATO-Staaten. Das werde sich \u00e4ndern, weil sich die L\u00e4nder verpflichtet haben, ihre Verteidigungsbudgets zu erh\u00f6hen. Dennoch seien die europ\u00e4ischen Staaten nicht so effizient wie n\u00f6tig, weil sie nicht zusammenarbeiten w\u00fcrden. Russland r\u00fcste hoch. Das m\u00fcsse man im Westen ernst nehmen.<\/p>\n<p>Zum Schluss beruhigt Neitzel auch: Deutschland sei nicht am Ostrand der Nato. Man rede dar\u00fcber, die Zahl der Soldaten auf 260.000 zu vergr\u00f6\u00dfern, nicht auf zwei Millionen. &#8222;260.000 ist nicht viel. Das sind 0,2 Prozent der Bev\u00f6lkerung. Die Frage ist: Sind wir zu diesem Schritt bereit, auch als Zeichen an Putin, nach dem Motto: Wir sind keine Schw\u00e4chlinge, Europa steht zusammen. Und wenn Du in Narva \u00fcber die Grenze gehst, kriegst Du eins \u00fcber die M\u00fctze gezogen. In der Hoffnung, dass das vielleicht Putin versteht und dass es deswegen dazu nie kommt. Aber wenn wir zu diesen Schritten nicht bereit sind, ist das Signal, das wir senden, ein fatales, und wir machen letztlich den Krieg wahrscheinlich.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"S\u00f6nke Neitzel bei Lanz &#8222;Wir leben nicht in einer Pippi-Langstrumpf-Welt&#8220; Von Marko Schlichting 24.07.2025, 05:38 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":289344,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,661,685,13,14,15,16,4043,4044,850,307,12,317],"class_list":{"0":"post-289343","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-angriff-auf-die-ukraine","11":"tag-bundeswehr","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-politik","16":"tag-russia","17":"tag-russian-federation","18":"tag-russische-foederation","19":"tag-russland","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114906279771613203","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=289343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/289344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=289343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=289343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=289343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}