{"id":289607,"date":"2025-07-24T06:45:17","date_gmt":"2025-07-24T06:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289607\/"},"modified":"2025-07-24T06:45:17","modified_gmt":"2025-07-24T06:45:17","slug":"herzogenried-neue-plaene-beleben-plaetze-neu-und-binden-siedlung-besser-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289607\/","title":{"rendered":"Herzogenried: Neue Pl\u00e4ne beleben Pl\u00e4tze neu und binden Siedlung besser an"},"content":{"rendered":"<p><b>Mannheim.<\/b> <b>Das Quartier Herzogenried wird sich wandeln. Professor Torsten Becker von der TU Darmstadt erarbeitet derzeit, auch mit seinen Studenten, neue st\u00e4dtebauliche und architektonische L\u00f6sungen.<\/b><\/p>\n<p>Von Julia Gl\u00f6ckner<\/p>\n<p>Mit gr\u00fcnen H\u00f6fen zwischen den Hochh\u00e4usern, 3 Hektar Spielpl\u00e4tzen, 18 Quadratmeter gro\u00dfen Balkonen, Einkaufszentrum, Schulen und Kita sind die Wege kurz und die Baukultur recht hoch \u2013 verglichen mit vielen anderen Quartieren aus der Zeit des Brutalismus. Thomas Tr\u00fcmper von der Interessengemeinschaft Herzogenried (IGH) sprach am ersten Abend des neuen Baukulturformats \u201e Mulitma\u201c von einem \u201eprivaten Wohngef\u00fchl\u201c. Die H\u00e4user seien \u201egut in Schuss\u201c, weil GWG und Vonovia sie pflegen. \u201eDass man in einem Viertel lebt, das als Sozialraum 5 klassifiziert ist, wird dank des Quartiersmanagements nicht sp\u00fcrbar\u201c, sagte Tr\u00fcmper.<\/p>\n<p>Problemviertel Herzogenried<\/p>\n<p>Mit der Einstufung als Sozialraum 5 besteht Entwicklungsbedarf, etwa durch einen Quartiersmanager. In solchen Quartieren gibt es viele Probleme: Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, Menschen, die von Armut bedroht sind wie Alleinerziehende oder prek\u00e4r Besch\u00e4ftigte. 7.500 Bewohner leben in Herzogenried. Quartiersmanager Steffen Gassenferth erz\u00e4hlte: \u201eIch will die Menschen zusammenbringen, damit Vorurteile schwinden. Es soll loser Kontakt entstehen, der unter Nachbarn typisch ist.\u201c Er ist die Basis f\u00fcr Respekt und nachbarschaftliche, helfende Netzwerke sowie Wohnidentit\u00e4t. Doch es fehlen Pl\u00e4tzen mit Magnetwirkung, belebte Orten, wo Nachbarn sich abends \u00fcber den Weg laufen.<\/p>\n<p>Wegen des Echos an den Fassaden wurden H\u00f6fe und Freifl\u00e4chen f\u00fcr Fu\u00dfball und spielende Kinder geschlossen. Die kostenlosen Gemeinschaftsr\u00e4ume f\u00fcr Partys und Vereine hat die GWG l\u00e4ngst zugemacht. Der L\u00e4rm st\u00f6rte vor allem Schichtarbeitende. R\u00fccksicht hat Priorit\u00e4t in der Siedlung. Vor allem f\u00fcr Jugendliche und Studenten gibt es keine Angebote.<br \/>Nun sollen neue Nutzungen m\u00f6glich werden, etwa durch Spazierwege, Fu\u00dfballpl\u00e4tze, Basketball, Quartierspl\u00e4tze. Gassenferth w\u00fcnscht sich schon lange ein Caf\u00e9, wo er kostenlos Kaffee ausgeben darf. Sei es, um Bewohnern bei Bewerbungen zu helfen, ihnen eine Anlaufstelle zu sein oder einfach nur niederschwellig Menschen zu begr\u00fc\u00dfen, die sich hier austauschen und kl\u00f6nen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Wohnungsgrundrisse\u00a0<\/p>\n<p>Mit der Studentenbewegung setzte sich in einer Wachstumsphase die keynesianische Wirtschaftsf\u00f6rderung durch. Nach dem \u00d6konomen Keynes gelingt es \u00fcber Investitionen in der Rezession, die die Staatseinnahmen \u00fcbersteigen, die Wirtschaft anzukurbeln: Damit steigt die Nachfrage in der Bauwirtschaft und nachgelagerten Branchen, St\u00e4dte bleiben durch Neubau und Sanierung attraktiv. Zudem werden sie f\u00fcr mittelst\u00e4ndige Familien attraktiv, die Einnahmen \u00fcber die Einkommenssteuer sowie Humankapital mitbringen.<\/p>\n<p>St\u00e4dtebauprofessorin Annette Rudolph-Cleff erz\u00e4hlte: \u201eKeynes kam auch in der Wohnungsbauf\u00f6rderung an: Neben konventionellem sozialem Wohnungsbau gab es damit auch gehobenen sozialen Wohnungsbau im Quartier f\u00fcr den Mittelstand. Die bis 1975 fertiggestellte Siedlung umfasste demnach nur zur H\u00e4lfte Sozialwohnungen. Ein Viertel der Wohnungen wurden als Wohnungen f\u00fcr Mittelstandsfamilien geplant. Der Staat stellte dem Mittelstand sogenannte Annuit\u00e4tszusch\u00fcsse bereit\u201c, das sind Zusch\u00fcsse bei Tilgungen nach der Keynsianischen Schule, um privates Bauen und Sanieren zu beleben. \u201eDoch die \u00d6lkrise nach 1973 schlug viel schwerer zu wie erwartet, die Zinsen stiegen\u201c, so Rudolph-Cleff weiter. \u201eUnd die Wohnungen waren nicht mehr finanzierbar, der Mittelstand zog weg.\u201c Eine gewisse Durchmischung h\u00e4lt sich bis heute, vor allem blieben aber diejenigen, die nicht umziehen konnten. Die zun\u00e4chst leerstehenden Wohnungen waren zu gro\u00df f\u00fcr Sozialwohnungen und zogen sp\u00e4ter wieder Menschen mit \u00fcberdurchschnittlichem Einkommen an. Keynes macht heute bei der staatlichen Wohnungsbauf\u00f6rderung nur noch bedingt Schule, Strukturhilfen sind zwar von Kommunen noch abrufbar, doch in der Krise ist das kaum m\u00f6glich. \u201eGef\u00f6rdert wird meist nur noch \u00fcber Sozialhilfe, Wohngeld und Steuerabschreibungen\u201c, sagte Rudolph-Cleff.<\/p>\n<p>Viele Potenziale: Gr\u00fcne H\u00f6fe, Verkehrsberuhigung, kurze Wege<\/p>\n<p>Der Anspruch an die Baukultur, um den Mittelstand anzuziehen, zeigt sich \u00fcberall im Quartier. \u201eDie Siedlung weist hohe Ma\u00dfst\u00e4blichkeit auf\u201c, sagte Professorin Rudolph-Cleff (TU Darmstadt). Will hei\u00dfen: Regeln f\u00fcr Geb\u00e4udeh\u00f6he und Abstand nach Bebauungsplan wurde eingehalten. Vielerorts umging man sie in den 70ern. Der Bedarf an Wohnraum war gro\u00df. \u201eDamit zeigt das Quartier st\u00e4dtebaulich gute Qualit\u00e4ten\u201c, sagte Becker. \u201eViele Quartiere aus dieser Zeit sind unma\u00dfst\u00e4blicher und gr\u00f6\u00dfer, etwa der Heidelberger Emmertsgrund.\u201c Es gibt kaum Verschattung. Stattdessen blickt man von den meisten 18 Quadratmeter gro\u00dfen Balkonen in begr\u00fcnte H\u00f6fe.<\/p>\n<p>\u201eGrundidee war die Verschr\u00e4nkung von Siedlung und Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die sich bis in die H\u00f6fe ziehen, was hohe Wohnqualit\u00e4t schafft\u201c, sagt Becker. Man habe das Gef\u00fchl im Park zu leben. Das will Becker verst\u00e4rken. Ein besseres Wegenetz, das mehr Orientierung gibt, soll die Siedlung mit Park und Kleingartenanlage verbinden. Denn f\u00fcr Fremde k\u00f6nnen Herzogenried sowie die benachbarte Kleingartenanlage zum Labyrinth werden.<\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"0.632987095\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1435386_L.webp\"\/><\/p>\n<p>Bessere Anbindung<\/p>\n<p>Der Park ist als belebter Ort geplant, wo Menschen aus Herzogenried, Spinelli, Franklin, Turley sich treffen. \u201eDie Durchmischung mit den Nachbarquartieren wird \u00fcber den Herzogenriedpark m\u00f6glich werden\u201c, sagt Becker. Rudolph-Cleff sieht zudem Potenziale beim Grauwassermanagement \u00fcber Au\u00dfenanlagen. Die Konzepte daf\u00fcr werden sp\u00e4ter mit verf\u00fcgbaren Mitteln umsetzbar werden. <\/p>\n<p>Die Hochgaragen plante man in den 70ern als Randbebauung, was modernen Siedlungen der kurzen Wege gleichkommt. Der Plan, der heute modern wirkt, war aus der Not geboren. Denn der Grundwasserstand ist hoch. \u201eDie Garagen sind nicht zeitgem\u00e4\u00df gestaltet und nicht im besten Zustand\u201c, sagt Becker. Die H\u00e4lfte steht zudem leer. Viele Bewohner haben kein Auto, machen nutzen sie nicht, weil sie als Angstr\u00e4ume gelten. Was aus ihnen wird, muss sich zeigen.<\/p>\n<p>\u201eIn den Pl\u00e4nen wird Hezogenried demnach nicht isoliert betrachtet\u201c, sagt Becker, \u201eWir befassen uns mit dem gesamten Areal um die Siedlung. So gilt es etwa, das Quartier an den neuen Messplatz und den Park anzubinden.\u201c <b>jg<\/b><\/p>\n<p><b>Weitere Informationen:\u00a0<\/b><br \/>Multi_MA hei\u00dft das neue Veranstaltungsformat in der Multihallte im Herzogenriedpark, bei dem bekannte Architekten und Stadtplaner \u00fcber aktuelle Themen sprechen und diskutieren.\u00a0<\/p>\n<p>St\u00e4dte am Fluss: Stadtumbau am Wasser gilt als Initialz\u00fcndung<\/p>\n<p><img class=\"imagecontainer\" decoding=\"auto\" data-aspect-ratio=\"0.749817651\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1435389_L.webp\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mannheim. Das Quartier Herzogenried wird sich wandeln. 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