{"id":28968,"date":"2025-04-13T16:06:14","date_gmt":"2025-04-13T16:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/28968\/"},"modified":"2025-04-13T16:06:14","modified_gmt":"2025-04-13T16:06:14","slug":"bundeswehr-geht-bei-satelliten-sonderweg-ohne-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/28968\/","title":{"rendered":"Bundeswehr geht bei Satelliten Sonderweg ohne Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/shutterstock_2502127193-b4082a8aeb510143.jpeg\"  width=\"3840\" height=\"2158\"  alt=\"Abbildung eines Erdbeobachtungssatelliten mit niedriger Umlaufbahn\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Elliptic Studio \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-illustration\/illustration-loworbit-earth-observation-satellite-2502127193\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Bundeswehr will bis 2029 eine eigene Satellitenkonstellation im Weltraum aufbauen. Kosten: Bis zu zehn Milliarden Euro. Warum geht Deutschland nicht den europ\u00e4ischen Weg?<\/p>\n<p>Wenn es um Satelliten im All geht, setzt die Bundeswehr k\u00fcnftig auf Eigenst\u00e4ndigkeit statt auf europ\u00e4ische Kooperation. Nach Informationen des Handelsblatts plant die deutsche Armee den Aufbau von mindestens einer eigenen Satellitenkonstellation bis zum Jahr 2029.<\/p>\n<p>Satellitenkonstellationen sind Netzwerke von mehreren Hundert Satelliten, die gemeinsam eine Aufgabe wie Kommunikation oder Erdbeobachtung erf\u00fcllen. F\u00fchrend in dem Bereich sind bislang die USA und China. Auch Frankreich unterh\u00e4lt mit Eutelsat eine kleine Konstellation. Selbst mit dieser wird das Satellitennetzwerk der Bundeswehr wohl nicht mithalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hohe Kosten, aber mehr Unabh\u00e4ngigkeit von den USA<\/p>\n<p>Eine solche Konstellation, wie sie von der Bundeswehr geplant ist, k\u00f6nnte Experten zufolge bis zu zehn Milliarden Euro kosten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums best\u00e4tigte die Pl\u00e4ne. Details zu Kosten oder technischem Aufbau nannte er aus Gr\u00fcnden der nationalen Sicherheit nicht.<\/p>\n<p>Klar ist aber: &#8222;Es werden verschiedene Optionen f\u00fcr den m\u00f6glichen Aufbau von Konstellationen untersucht, um den steigenden Bedarf an raumgest\u00fctzter Aufkl\u00e4rung durch nationale F\u00e4higkeiten zu decken.&#8220;<\/p>\n<p>Bisher betreibt die Bundeswehr nur acht bis zehn Satelliten im Weltraum und hat sich ansonsten auf Systeme von Verb\u00fcndeten verlassen, haupts\u00e4chlich der USA. Doch unter US-Pr\u00e4sident Donald Trump erweisen sich bestehende Absprachen angeblich oftmals als br\u00fcchig.<\/p>\n<p>So drohte die Ukraine nach Differenzen mit der US-Regierung zwischenzeitlich, den Zugriff auf die Satellitenkommunikation \u00fcber Elon Musks Starlink-System zu verlieren. Mit einer eigenen Konstellation will sich Deutschland nun unabh\u00e4ngiger machen.<\/p>\n<p>Frankreichs Eutelsat hinkt Starlink hinterher<\/p>\n<p>Doch warum geht die Bundeswehr nicht den europ\u00e4ischen Weg und kooperiert mit Frankreich? Dort sitzt mit Eutelsat immerhin Europas f\u00fchrender Satellitenbetreiber. Das 1977 gegr\u00fcndete Unternehmen befindet sich mehrheitlich in Staatsbesitz. Die franz\u00f6sische Investitionsbank Bpifrance h\u00e4lt 13,6 Prozent, die britische Regierung 10,9 Prozent. Gr\u00f6\u00dfter Einzelaktion\u00e4r ist mit 23,8 Prozent aber das indische Konglomerat Bharti Enterprises.<\/p>\n<p>Eutelsat betreibt derzeit weniger als 700 Satelliten in einer erdnahen Umlaufbahn und plant, in den n\u00e4chsten Jahren 500 weitere ins All zu schicken. Zum Vergleich: Der US-Konkurrent Starlink von Elon Musk verf\u00fcgt bereits \u00fcber rund 7.000 Satelliten \u2013 zehnmal so viele wie Eutelsat.<\/p>\n<p>Starlink-Terminals sind zudem deutlich g\u00fcnstiger. Die Terminals von OneWeb, dem Satelliten-Internetdienst von Eutelsat, kosten laut Wall Street Journal in der Einstiegsversion 3.200 US-Dollar. Die Benutzerterminals von Starlink dagegen nur 400 US-Dollar. Zudem seien die OneWeb-Terminals sperriger als die schlanken Ger\u00e4te von Starlink.<\/p>\n<p>&#8222;OneWeb ist in keiner Weise, in keiner Form und in keiner Gestalt eine geeignete Alternative zu Starlink&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/europe\/europe-eutelsat-elon-musk-starlink-c283c4c8\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">urteilt Christopher Baugh<\/a>, ein Experte f\u00fcr die Satellitenindustrie bei der Beratungsfirma Analysys Mason, gegen\u00fcber dem Wall Street Journal. &#8222;Der Start vieler Satelliten geschieht nicht \u00fcber Nacht.&#8220;<\/p>\n<p>EU-Projekt Iris2 kommt f\u00fcr Bundeswehr zu sp\u00e4t<\/p>\n<p>Auch das geplante EU-Projekt Iris2 ist f\u00fcr die Bundeswehr keine Option. Unter diesem Namen will die EU eine eigene europ\u00e4ische Satellitenkonstellation aufbauen. Doch die wird fr\u00fchestens 2030 einsatzbereit sein und auch dann nur teilweise milit\u00e4risch nutzbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bundeswehr tickt dagegen die Uhr. &#8222;Es dr\u00e4ngt die Zeit, aufgrund der fehlenden Satelliten und Raketenstarts wird es schon knapp&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/it-internet\/raumfahrt-bundeswehr-plant-eigenes-satelliten-system\/100118230.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagt Andreas Knopp<\/a>, Professor an der Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen, gegen\u00fcber dem Handelsblatt. &#8222;Bis 2029 k\u00f6nnte so oder so nur eine \u00fcbersichtliche Zahl von 100 bis 150 Satelliten in den Orbit gebracht werden.&#8220;<\/p>\n<p>Bundeswehr setzt auf deutsche Raumfahrtfirmen<\/p>\n<p>Bei ihren Pl\u00e4nen will die Bundeswehr haupts\u00e4chlich auf die deutsche Raumfahrtindustrie setzen. Das weckt Erwartungen bei den hiesigen Firmen. &#8222;Deutschland verf\u00fcgt \u00fcber ein sehr leistungsf\u00e4higes Raumfahrt-\u00d6kosystem&#8220;, sagt Matthias Wachter vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) laut Handelsblatt. &#8222;Die Bundeswehr sollte die F\u00e4higkeiten des gesamten \u00d6kosystems besser nutzen.&#8220;<\/p>\n<p>Im Fokus stehen dabei prim\u00e4r drei deutsche Start-ups, die als sogenannte &#8222;Microlauncher&#8220; kleinere Raketen mit rund einer Tonne Nutzlast entwickeln: Isar Aerospace, Rocket Factory Augsburg und Hyimpulse. Sie k\u00f6nnten im Angriffsfall schnell Ersatzsatelliten ins All bringen. Laut Insidern laufen bereits Gespr\u00e4che mit dem Verteidigungsministerium.<\/p>\n<p>Die genaue Ausgestaltung der Bundeswehr-Konstellation ist noch offen. Es k\u00f6nnten auch mehrere spezialisierte Konstellationen f\u00fcr Kommunikation, Signalaufkl\u00e4rung und Erdbeobachtung entstehen. Klar ist: Deutschland will sich im Weltraum nicht l\u00e4nger nur auf Verb\u00fcndete verlassen \u2013 und geht daf\u00fcr notfalls auch einen Sonderweg ohne seine europ\u00e4ischen Partner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0Elliptic Studio \/ Shutterstock.com) Bundeswehr will bis 2029 eine eigene Satellitenkonstellation im Weltraum aufbauen. 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