{"id":289735,"date":"2025-07-24T07:55:14","date_gmt":"2025-07-24T07:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289735\/"},"modified":"2025-07-24T07:55:14","modified_gmt":"2025-07-24T07:55:14","slug":"in-der-technik-verbessern-bundestrainer-wueck-schlaegt-zukunftsalarm-beim-dfb-team","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289735\/","title":{"rendered":"&#8222;In der Technik verbessern&#8220;: Bundestrainer W\u00fcck schl\u00e4gt Zukunftsalarm beim DFB-Team"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gerade erst seit ein paar Minuten ist das DFB-Team bei der Europameisterschaft ausgeschieden, da analysiert Bundestrainer Christian W\u00fcck schon alle Probleme des deutschen Fu\u00dfballs. Es warten gro\u00dfe Aufgaben.<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Spielerinnen flie\u00dfen Tr\u00e4nen. Der Trainer aber ist &#8222;unheimlich stolz&#8220;. Obwohl sich all das K\u00e4mpfen nicht gelohnt hat. Das Finale der Fu\u00dfball-Europameisterschaft findet ohne Deutschland statt. Weil Spanien es in einer Situation schafft, mit seinem Talent die Mentalit\u00e4t zu besiegen. 0:1 verliert das DFB-Team das Halbfinale in Z\u00fcrich in der Verl\u00e4ngerung.<\/p>\n<p>Ein Tor von Weltfu\u00dfballerin Aitana Bonmati zerst\u00f6rt alle deutschen Hoffnungen. Das DFB-Team ist spielerisch unterlegen, hat weniger Ballbesitz (40 zu 60 Prozent), weniger als halb so viele Angriffe (32 zu 68), weniger P\u00e4sse, weniger Passgenauigkeit (73 zu 88 Prozent). Und doch ist es wie schon im Viertelfinale gegen Frankreich die Mentalit\u00e4t, die die Gegnerinnen am Toreschie\u00dfen hindert. Weil sich immer noch wer dazwischen schmei\u00dft, nachsprintet, gr\u00e4tscht. <\/p>\n<p>Bis in der 113. Minute ein Schuss durchrauscht. Sydney Lohmann schafft es nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu kl\u00e4ren. Sie erobert ihn zwar, dribbelt dann aber herum, findet keine L\u00f6sung und ihren Befreiungsschlag blockt Athenea del Castillo in die F\u00fc\u00dfe von Ona Batlle. Der Ball geht sofort zur\u00fcck auf Athenea, diese spielt zu Bonmati. Aus sehr spitzem Winkel trifft sie ins kurze Eck, l\u00e4sst Ann-Katrin Berger nicht gut aussehen. &#8222;Ich wollte nicht, dass das Spiel ins Elfmeterschie\u00dfen geht&#8220;, sagt Bonmati nach der Partie. <\/p>\n<p>Berger nimmt Schuld auf sich &#8211; W\u00fcck will davon nichts wissen<\/p>\n<p>Die deutsche Torh\u00fcterin, gegen Frankreich noch die gro\u00dfe Titanin und gegen Spanien auch lange Zeit stark, ist entt\u00e4uscht von sich selbst: &#8222;Ich nehme die Schuld auf mich, die kurze Ecke muss zu sein, ganz klar. Da kann ich noch so viele Paraden machen. Es tut mir unfassbar leid, nicht f\u00fcr mich, sondern f\u00fcr die Mannschaft.&#8220; <\/p>\n<p>Die Schuldfrage besch\u00e4ftigt ihren Trainer gar nicht: &#8222;Sie muss die Schuld nicht auf sich nehmen. Sie hat uns in genug Szenen gerettet, uns im Spiel gehalten. Sie wei\u00df selbst, dass die kurze Ecke immer doof ausschaut. Wir wissen aber auch, dass wir den Ball gar nicht hergeben m\u00fcssen.&#8220; W\u00fccks Urteil: &#8222;Wir sind im sicheren Ballbesitz. Das ist eben der Unterschied zu den Spaniern.&#8220;<\/p>\n<\/p>\n<p>Der 52-J\u00e4hrige schafft es, in der &#8222;Leere&#8220;, die er nach dem anstrengenden Turnier f\u00fchlt, nach dem intensiven Halbfinale, schon in die Zukunft zu schauen. Er ist dabei nicht gerade zimperlich. Nachdem sein Team sowohl Frankreich als auch Spanien spielerisch unterlegen war, fordert er eine konsequente Weiterentwicklung bis zur WM 2026 und nat\u00fcrlich auch dar\u00fcber hinaus. <\/p>\n<p> &#8222;Im Ballbesitz verbessern&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das, was wir mitnehmen, ist, dass wir uns im Ballbesitz einfach verbessern m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen uns in der Technik verbessern. Wir m\u00fcssen dort ansetzen, um die Entwicklung, die wir im Oktober angesto\u00dfen haben, fortzuf\u00fchren. Dass die Mannschaft irgendwann dann auch in der Lage ist, wieder solche Turniere zu gewinnen.&#8220; Wenige Minuten nach Abpfiff ist das eine naheliegende, aber auch bemerkenswerte Erkl\u00e4rung. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Bonmati eine Passgenauigkeit von 89 Prozent aufweist, sind es bei den deutschen Fl\u00fcgelspielerinnen deutlich schw\u00e4chere Werte. Jule Brand kommt auf 68 Prozent, bei Klara B\u00fchl sind es sogar nur 58 Prozent. Und auch die Art des Passes ist entscheidend. Bei den Spanierinnen l\u00e4uft der Ball konsequent nach vorn. Das DFB-Team dagegen spielt h\u00e4ufig hinten herum, auch mit Torh\u00fcterin Berger als Anspielpartnerin, der Zug nach vorn fehlt, schnell ist der Ball wieder weg. Kampf und Wille ja, aber spielerisch ausbauf\u00e4hig. <\/p>\n<p>W\u00fcck und der St\u00fcrmergrundsatz<\/p>\n<p>Bonmati reicht ein &#8222;Geniestreich&#8220;, wie W\u00fcck es nennt, w\u00e4hrend B\u00fchl unerm\u00fcdlich rackert. Doch Flanken laden im Nichts, ihre Torschuss-Versuche gehen entweder daneben oder k\u00f6nnen von Spaniens Torh\u00fcterin Cata Coll entsch\u00e4rft werden. Eine Szene, Sekunden vor Ende der regul\u00e4ren Spielzeit, ist W\u00fcck zudem besonders in Erinnerung geblieben. Sie h\u00e4tte das Spiel zugunsten des DFB-Teams entscheiden k\u00f6nnen. In der 90.+4 wird ein Schuss von B\u00fchl scharf aufs rechte obere Eck abgef\u00e4lscht, wo Coll ihn gerade noch abwehren kann. Allerdings in die F\u00fc\u00dfe von Carlotta Wamser, die aus spitzem Winkel und sieben Metern Entfernung freie Schussbahn hat. Den Gewaltschuss aufs kurze Eck wischt die spanische Torh\u00fcterin aber zur Ecke. <\/p>\n<p>W\u00fcck hadert: &#8222;Kurze Ecke hoch und lange Ecke flach. Das ist eigentlich ein St\u00fcrmergrundsatz, den wir in den in der Bundesliga, in den NLZ&#8217;s (Nachwuchsleistungszentren, Anm.d.Red.), auch bei uns in den Teams immer wieder bringen. Und ich glaube, wenn sie sich daran gehalten h\u00e4tte, wenn sie in dem Moment vielleicht daran gedacht h\u00e4tte, diesen Ball eben nicht flach aufs Tor zu bringen, sondern hoch in die kurze Ecke, dann w\u00e4re der Ball drin gewesen.&#8220; F\u00fcr W\u00fcck eine Szene, die &#8222;unheimlich bitter&#8220; ist. Und doch ein Spiegelbild des eigenen Spiels. &#8222;&#8220;Wir hatten viele Situationen, wo wir mit einer besseren Hereingabe oder besserem Timing vielleicht mehr Chancen gehabt h\u00e4tten, ein Tor zu erzielen.&#8220; <\/p>\n<p>Seit zehn Monaten ist W\u00fcck als Bundestrainer im Amt. Er sieht die Spielerinnen nur alle paar Monate, hat sie dann f\u00fcr kurze Zeit bei einer Ma\u00dfnahme. An ihm kann es nicht liegen, die Technik der Spielerinnen zu verbessern. Und so verweist er auch auf die Vereine. &#8222;Wir m\u00fcssen schauen, wie wir die Talentf\u00f6rderung auf das n\u00e4chste Level heben.&#8220; W\u00e4hrend Nachwuchsleistungszentren f\u00fcr die m\u00e4nnliche Jugend seit Jahren der Standard sind und es nur wenige Spieler in die Nationalmannschaft schaffen, ohne ein solches NLZ besucht zu haben, ist die Entwicklung bei der weiblichen Jugend ganz neu. Erst seit Januar dieses Jahres haben sechs Klubs DFB-Leistungs- und Talentf\u00f6rderzentren eingef\u00fchrt (TSG Hoffenheim, SGS Essen, FC Bayern Eintracht Frankfurt, SC Freiburg, VfL Wolfsburg). W\u00fcck sagt: &#8222;Wir alle zusammen m\u00fcssen es hinbekommen.&#8220; <\/p>\n<p>Hinbekommen, so zu sein, wie die von W\u00fcck hervorgehobenen Carlotta Wamser und Franziska Kett. &#8222;Dass sie so performen gegen solche Topnationen, ist aller Ehren wert. Aber wir brauchen mehr von denen.&#8220; Ihre Vorz\u00fcge z\u00e4hlt der 52-J\u00e4hrige auf: Geschwindigkeit, gute Ballbehandlung, gutes Zweikampfverhalten. &#8222;Deutschland muss schauen, dass wir die richtigen Schl\u00fcsse ziehen, um irgendwann eine Mannschaft zu haben, die solche Turniere gewinnen kann.&#8220; In zwei Jahren gibt es bei der WM 2027 die n\u00e4chste Gelegenheit. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gerade erst seit ein paar Minuten ist das DFB-Team bei der Europameisterschaft ausgeschieden, da analysiert Bundestrainer Christian W\u00fcck&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":289736,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[54056,34967,3173,347,13,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-289735","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-dfb-frauen","9":"tag-europameisterschaften","10":"tag-frauenfussball","11":"tag-fussball","12":"tag-headlines","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114907140846404039","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=289735"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289735\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/289736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=289735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=289735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=289735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}