{"id":289737,"date":"2025-07-24T07:56:11","date_gmt":"2025-07-24T07:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289737\/"},"modified":"2025-07-24T07:56:11","modified_gmt":"2025-07-24T07:56:11","slug":"ig-bau-erntehelfer-in-halle-sind-keine-feldarbeiter-2-klasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289737\/","title":{"rendered":"IG BAU: Erntehelfer in Halle sind keine \u201eFeldarbeiter 2. Klasse\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/erdbeeren_feld-678x381.jpg\" alt=\"\" title=\"erdbeeren_feld\"\/><br \/>\n\u00a9 H@llAnzeiger<\/p>\n<p>Halle\/IGBAU. Sie sorgen f\u00fcr frisches Obst und Gem\u00fcse: Erntehelfer in Halle und der Region haben faire L\u00f6hne und ordentliche Unterk\u00fcnfte verdient. Das fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die IG BAU Sachsen-Anhalt S\u00fcd appelliert an die Obst- und Gem\u00fcsebauern in der Region, bei Saisonkr\u00e4ften f\u00fcr gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.<\/p>\n<p>\u201eVom Spargel \u00fcber Erdbeeren und Gurken bis zu \u00c4pfeln und Kirschen: Die Obst- und die Gem\u00fcseernte ist harte Arbeit \u2013 geb\u00fcckt, auf den Knien, oft im Regen oder in sengender Sonne. Die Menschen, die diese Jobs machen, m\u00fcssen daf\u00fcr auch ordentlich bezahlt und anst\u00e4ndig untergebracht werden. Saisonarbeiter haben mindestens den Mindestlohn verdient. Ausnahmen darf es dabei auch in Zukunft nicht geben\u201c, sagt die Bezirksvorsitzende der IG BAU Sachsen-Anhalt S\u00fcd, Kerstin Fischer.<\/p>\n<p>Oft k\u00e4men die Saisonkr\u00e4fte aus osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern \u2013 vorwiegend aus Rum\u00e4nien. Aber auch aus Bulgarien, Polen und Kroatien. Und zunehmend sogar aus Zentralasien. \u201eViele kommen Jahr f\u00fcr Jahr zur Erntesaison. Sie bleiben dann drei Monate. Oft aber auch l\u00e4nger. W\u00e4hrend dieser Zeit leben die Saisonkr\u00e4fte in Unterk\u00fcnften, die h\u00e4ufig auch noch ziemlich heruntergekommen sind. Trotzdem zahlen sie daf\u00fcr oft eine hohe Miete\u201c, so Kerstin Fischer. Auch die Verpflegung gehe vom Lohn ab. Dazu k\u00e4men die Transport- und Vermittlungskosten zu den Landwirten in Halle und der Region. \u201eUnterm Strich bleibt dabei f\u00fcr Saisonkr\u00e4fte, die den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, am Monatsende nicht mehr wirklich viel \u00fcbrig\u201c, so Fischer. Die IG BAU Sachsen-Anhalt S\u00fcd warnt: Die Arbeit auf dem Feld d\u00fcrfe nicht zur Ausbeutung werden. Erntehelfer aus dem Ausland seien keine \u201eFeldarbeiter 2. Klasse\u201c.<\/p>\n<p>Dabei sei, so Fischer, der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 12,82 Euro pro Stunde das Minimum, das Landwirte ihren Saisonbesch\u00e4ftigten zahlen m\u00fcssten. \u201eAlles darunter ist strafbar und ein Fall f\u00fcr den Zoll. Und f\u00fcr Landwirte, die davon getr\u00e4umt haben, Saisonarbeiter aus dem Ausland mit absoluten Billigst-L\u00f6hnen abspeisen zu k\u00f6nnen, gibt es jetzt eine klare Botschaft: Das Bundesagrarministerium in Berlin hat klargestellt, dass es f\u00fcr die Landwirtschaft keine Ausnahmen vom Mindestlohn geben wird\u201c, so die Bezirksvorsitzende der Agrar-Gewerkschaft. Damit sei die \u201erespektlose Forderung\u201c des Deutschen Bauernverbandes, Saisonarbeitern in der Landwirtschaft nur 80 Prozent des gesetzlichen Mindestlohnes zu zahlen, endlich vom Tisch. Denn das h\u00e4tte, so die IG BAU Sachsen-Anhalt S\u00fcd, insgesamt das Lohnniveau gedr\u00fcckt \u2013 auch f\u00fcr Fachkr\u00e4fte in den landwirtschaftlichen Betrieben.<\/p>\n<p>Bereits heute werde in der Landwirtschaft nicht gerade \u00fcppig verdient: \u201eViele Betriebe suchen h\u00e4nderingend nach Arbeitskr\u00e4ften \u2013 vor allem auch nach Saisonkr\u00e4ften. Jede Lohndr\u00fcckerei w\u00fcrde den Mangel an Arbeitskr\u00e4ften noch verschlimmern\u201c, so Fischer. Es sei auch nicht gerechtfertigt, \u201ebei den L\u00f6hnen zu knausern\u201c. Denn wirtschaftlich passiere gerade eine Menge, wovon auch die Landwirte in Halle und der Region erheblich profitierten: So plane die schwarz-rote Bundesregierung eine Senkung der Stromsteuer f\u00fcr die Landwirtschaft. Und ab 2026 werde es zudem wieder die volle R\u00fcckverg\u00fctung beim Agrar-Diesel von immerhin 21,4 Cent pro Liter geben.<\/p>\n<p>Kerstin Fischer verweist au\u00dferdem auf die Niederlande: \u201eDie Bauern in Holland zahlen heute bereits einen Mindestlohn von immerhin 14,40 Euro pro Stunde. Sie liegen damit 1,58 Euro \u00fcber dem gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Und sie beliefern trotzdem den deutschen Markt mit Obst und Gem\u00fcse.\u201c Der Mindestlohn in Deutschland steige im kommenden Jahr auf 13,90 Euro pro Stunde und liege dann immer noch unter dem untersten heutigen Lohnniveau der Niederlande.<\/p>\n<p>Wer in Halle und der Region auf Saisonkr\u00e4fte treffe, die Hilfe ben\u00f6tigten, k\u00f6nne sich an das Beratungsnetzwerk Faire Mobilit\u00e4t vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wenden: <a href=\"https:\/\/www.hallanzeiger.de\/aktuelle_lokale_nachrichten\/mailto:kontakt@faire-mobilitaet.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kontakt@faire-mobilitaet.de<\/a> oder 030-219 65 37 21. Die Homepage <a href=\"http:\/\/www.faire-mobilitaet.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.faire-mobilitaet.de<\/a> bietet zudem Informationen in Sprachen, die f\u00fcr Saisonkr\u00e4fte relevant sind, so die IG\u00a0BAU Sachsen-Anhalt S\u00fcd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 H@llAnzeiger Halle\/IGBAU. 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