{"id":289768,"date":"2025-07-24T08:12:11","date_gmt":"2025-07-24T08:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289768\/"},"modified":"2025-07-24T08:12:11","modified_gmt":"2025-07-24T08:12:11","slug":"wie-heizenergie-feedback-das-verhalten-positiv-beeinflusst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/289768\/","title":{"rendered":"Wie Heizenergie-Feedback das Verhalten positiv beeinflusst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Feedback zum eigenen Heizverhalten \u00fcber digitale Benutzeroberfl\u00e4chen, sogenannte User Interfaces, kann Transparenz schaffen und zum Energiesparen anregen \u2013 sofern es verst\u00e4ndlich, alltagsnah und datenschutzkonform ist. Entscheidend ist, dass Nutzer*innen pers\u00f6nliche Tipps zum Heizen und L\u00fcften erhalten und ihr Handeln als selbstwirksam empfinden, damit der eigene Einfluss auf Energieverbrauch und Kosten verst\u00e4rkt wird. Das zeigen zwei Befragungen im Rahmen des VISE-I-Projekts. In einem aktuellen In Brief geben Forschende des Wuppertal Instituts nun Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der Interfaces und der Feedback-Inhalte.<\/strong><\/p>\n<p>Wuppertal, 24. Juli 2025: W\u00e4hrend die Dekarbonisierung des Stromsektors beispielsweise durch den Ausbau der erneuerbaren Energien Erfolge verzeichnet, kommt die W\u00e4rmewende nur schleppend voran \u2013 vor allem in Mehrfamilienh\u00e4usern: Hier haben Mieter*innen kaum Einfluss darauf, ob etwa die Geb\u00e4udeh\u00fclle saniert oder eine neue Heizung eingebaut wird. Daher braucht es neue Ans\u00e4tze, die auch ihre Handlungsm\u00f6glichkeiten ber\u00fccksichtigen und Transparenz schaffen: &#8222;Die Gestaltung von Nutzer*innen-Interfaces f\u00fcr Energie-Feedback ist ein entscheidender erster Schritt, um auch Mieter*innen aktiv in die Energiewende einzubinden. Unsere Untersuchung zeigt klar, dass Mieter*innen Interesse an digitalen Energieprodukten haben \u2013 vorausgesetzt, sie sind verst\u00e4ndlich und vermitteln nicht den Eindruck von \u00dcberwachung&#8220;, sagt Aileen Reichmann, Researcherin im Forschungsbereich Strukturwandel am Wuppertal Institut und Erstautorin des In Brief &#8222;Heizenergie-Feedback im Mehrfamilienhaus: Interface-Gestaltung als Schlu\u0308ssel fu\u0308r die partizipative Energiewende&#8220; Am Beispiel der Heizenergie stellten die Forschenden allerdings auch fest, dass die Gestaltung passgenauer Feedbacks sehr herausfordernd ist und weitere Untersuchungen erfordert.<\/p>\n<p>Um ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse und Pr\u00e4ferenzen der Nutzer*innen zu gewinnen, f\u00fchrten Forschende des Wuppertal Instituts im Rahmen des Projekts VISE-I zwei Online-Befragungen durch. Sie fanden heraus, dass sich die befragten Mieter*innen vereinfacht in drei Gruppen einteilen lassen und sie entweder offen, unentschlossen oder ablehnend gegenu\u0308ber Heizenergie-Feedback eingestellt sind. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die drei Gruppen unter anderem durch die Energiepreis-Betroffenheit, die Akzeptanz f\u00fcr die verwendeten Mess-Sensoren sowie das Vertrauen in den Datenschutz unterscheiden. Besonders interessant in Bezug auf das Heizenergie-Feedback ist jedoch ein anderer Punkt: Die Befragungen zeigen, dass die empfundene Selbstwirksamkeit ein zentraler Faktor fu\u0308r die Motivation ist. Wer u\u0308berzeugt ist, den eigenen Energieverbrauch aktiv beeinflussen zu k\u00f6nnen, bewertet das bereitgestellte Feedback tendenziell als hilfreicher \u2013 und ist auch eher bereit, vorgeschlagene Sparma\u00dfnahmen umzusetzen \u2013 siehe dazu Abbildung 2.<\/p>\n<p>Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten Aileen Reichmann, Christoph Tochtrop und Eva Eiling vom Wuppertal Institut folgende Handlungsempfehlungen, um Heizenergie-Feedback nutzerfreundlich und wirkungsvoll zu gestalten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Konkreter Mehrwert:<\/strong> Energie-Feedback sollte handlungsorientiert gestaltet sein.<\/li>\n<li><strong>Leicht verst\u00e4ndliche Informationen <\/strong>in Form von Infografiken und Text f\u00f6rdern die Inklusion.<\/li>\n<li><strong>Konkrete, nachvollziehbare Handlungsoptionen sowie Informationen zum individuellen Einfluss<\/strong> \u2013 beispielsweise auf Kosten und CO2-Emissionen \u2013 k\u00f6nnen die Selbstwirksamkeit der Nutzer*innen st\u00e4rken.<\/li>\n<li><strong>Feedback-Formate flexibel gestalten: <\/strong>Das Feedback sollte sich beispielsweise an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lassen, etwa Schichtarbeit oder l\u00e4ngere Abwesenheiten.<\/li>\n<li><strong>Gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Mehrwert:<\/strong> Neben raumspezifischen Informationen sollten auch Vergleichswerte einbezogen werden, wie normierte Verbr\u00e4uche in vergleichbaren H\u00e4usern oder Informationen aus der Heizungsanlage. Langfristig sollten s\u00e4mtliche Energie-Informationen geb\u00fcndelt werden.<\/li>\n<li><strong>Handlungsroutinen langfristig unterst\u00fctzen:<\/strong> Feedback sollte in sinnvollen Intervallen (t\u00e4glich bis monatlich) bereitgestellt werden.<\/li>\n<li><strong>Digitale Infrastruktur so klein wie n\u00f6tig <\/strong>halten, um Daten- und Ressourceneffizienz sicherzustellen.<\/li>\n<li><strong>Kompetenzbildung unterst\u00fctzen:<\/strong> Nutzer*innen sollten in puncto Energie- und Digitalkompetenz unterst\u00fctzt werden.<\/li>\n<li><strong>Daten sicher verarbeiten und transparent darstellen,<\/strong> um das Gef\u00fchl von Autonomieverlust zu vermeiden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcber das Projekt VISE-I<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt &#8222;Smart User Interfaces \u2013 Virtuelles Institut Smart Energy: Intelligente Schnittstellen f\u00fcr Nutzende im energieeffizienten Haushalt&#8220; (VISE-I) ist unter dem Dach des Virtuellen Instituts Smart Energy (VISE) entstanden und wurde durch das Ministerium fu\u0308r Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen von Juli 2022 bis Juni 2025 gef\u00f6rdert. Am Projekt waren neben dem Wuppertal Institut auch die Technische Hochschule K\u00f6ln und das Europ\u00e4ische Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft beteiligt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Pressemitteilung<\/strong><br \/><strong>Wuppertal Institut f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie gGmbH<\/strong><\/p>\n<p>VisdP: Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Pr\u00e4sident und wissenschaftlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>Pressekontakt: Luisa Lucas, stellvertretende Pressesprecherin<br \/>Tel: +49 202 2492-292<br \/>E-Mail: <a href=\"https:\/\/wupperinst.org\/a\/wi\/a\/s\/ad\/mailto:luisa.lucas@wupperinst.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">luisa.lucas@wupperinst.org<\/a><\/p>\n<p><strong>Wissenschaftliche Ansprechperson:<\/strong><br \/>Kontakt: Aileen Reichmann, Researcher im Forschungsbereich Strukturwandel und Innovation<br \/>Tel: +49 202 2492-249<br \/>E-Mail: <a href=\"https:\/\/wupperinst.org\/a\/wi\/a\/s\/ad\/mailto:aileen.reichmann@wupperinst.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aileen.reichmann@wupperinst.org<\/a>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Feedback zum eigenen Heizverhalten \u00fcber digitale Benutzeroberfl\u00e4chen, sogenannte User Interfaces, kann Transparenz schaffen und zum Energiesparen anregen \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":289769,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,1149,4781,19165,30,1563,19164,4507,1209,19166,19162,19160,19163,19161,383,601,4418,19159],"class_list":{"0":"post-289768","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-energie","11":"tag-energieeffizienz","12":"tag-ernst-ulrich-von-weizsaecker","13":"tag-germany","14":"tag-klima","15":"tag-manfred-fischedick","16":"tag-nachhaltigkeit","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-peter-hennicke","19":"tag-ressourceneffizienz","20":"tag-stoffstroeme","21":"tag-sustainability","22":"tag-transition-forschung","23":"tag-umwelt","24":"tag-verkehr","25":"tag-wuppertal","26":"tag-wuppertal-institut"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114907207700507122","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=289768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/289768\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/289769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=289768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=289768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=289768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}