{"id":290086,"date":"2025-07-24T11:07:12","date_gmt":"2025-07-24T11:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290086\/"},"modified":"2025-07-24T11:07:12","modified_gmt":"2025-07-24T11:07:12","slug":"affaere-belastet-israels-regierung-gezielter-geheimnisverrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290086\/","title":{"rendered":"Aff\u00e4re belastet Israels Regierung &#8211; gezielter Geheimnisverrat?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 24.07.2025 12:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Haben Mitarbeiter von Ministerpr\u00e4sident Netanjahu geheime Informationen durchgestochen, um die \u00d6ffentlichkeit zu manipulieren? Die Aff\u00e4re l\u00e4sst Israels Regierung nicht los. Mittendrin: die Bild-Zeitung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jan-christoph-kitzler-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jan-Christoph Kitzler\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/kitzler-104.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAlles begann mit furchtbaren Nachrichten aus dem Gazastreifen: Dort hatte die israelische Armee am 31. August letzten Jahres die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/israel-gaza-leichen-100.html\" title=\"Israelisches Milit\u00e4r: Leichen von sechs Geiseln im Gazastreifen gefunden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leichen von sechs Geiseln<\/a> gefunden. Sie waren nach israelischen Angaben in einem Tunnel im S\u00fcden des Gazastreifens zuvor von ihren Bewachern erschossen worden, als sich israelische Truppen n\u00e4herten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr viele Menschen in Israel war das ein weiterer Beleg, dass der Krieg in Gaza nicht f\u00fcr die Freilassung der Geiseln sorgt, sondern sie vielmehr in Gefahr bringt.<\/p>\n<p>    Scoop oder Schachzug?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDanach gingen in Israel Hunderttausende auf die Stra\u00dfe &#8211; es waren die gr\u00f6\u00dften Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg seit dem 7. Oktober 2023. Ausgerechnet in diesen Tagen ver\u00f6ffentlichte die Bild-Zeitung einen vermeintlichen <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/bild-exklusiv-zum-schaudern-das-plant-der-hamas-chef-mit-den-geiseln-66d98503c0fd674dd9f5d092\" title=\"Bild: &quot;Jetzt wird das geheime Kriegspapier des Terror-Bosses enth\u00fcllt&quot; (6.9.2024)\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Scoop<\/a>, der sogar das israelische Kabinett besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf gewohnt rei\u00dferische Art titelte das Boulevardblatt: &#8222;Zum Schaudern! Das plant der Hamas-Chef mit den Geiseln: Jetzt wird das geheime Kriegspapier des Terror-Bosses enth\u00fcllt&#8220;. In dem Beitrag ging es um ein bis dahin unbekanntes und von der israelischen Armee als geheim eingestuftes<strong> <\/strong>Dokument, das angeblich auf einem Computer in einem Tunnel im Gazastreifen gefunden worden war. Laut Bild stand darin, dass Jihia Sinwar, der inzwischen get\u00f6tete Hamas-Chef in Gaza, nicht an einem Deal zur Freilassung weiterer Geiseln und zu einer Waffenruhe interessiert sei und weiterhin \u00fcber die Geiseln psychologischen Druck auf Israel aus\u00fcben wolle. Das Schreiben stamme vom Fr\u00fchjahr 2024 und liege Bild exklusiv vor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ver\u00f6ffentlichung war sogar Thema im israelischen Kabinett: Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu sagte dort am 8. September 2024, zwei Tage nach dem Erscheinen des Beitrags, die Bild-Zeitung habe ein offizielles Hamas-Dokument ver\u00f6ffentlicht. Demnach sei der Plan der Hamas, den Druck auf die israelische Regierung von innen und au\u00dfen zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Ver\u00f6ffentlichungszeitpunkt kurz nach den Massendemonstrationen gegen die Regierung war, israelischen Medien zufolge, kein Zufall. Das Dokument wurde nach Angaben der israelischen Armee schon Monate zuvor gefunden &#8211; und stammt demnach nicht von Hamas-Chef Sinwar. Doch die Botschaft f\u00fcr die israelische \u00d6ffentlichkeit war: Die, die gegen den Krieg in Gaza auf die Stra\u00dfe gehen, sind n\u00fctzliche Idioten der Hamas. Frei nach dem Motto: Verhandeln bringt nichts.<\/p>\n<p>    Ermittler erheben schwere Vorw\u00fcrfe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach der Ver\u00f6ffentlichung des Beitrags nahm die Generalstaatsanw\u00e4ltin Gali Baharav-Miara Ermittlungen auf, um die Quelle des Leaks ausfindig zu machen. F\u00fcr die Ermittlungsrichter in dem Fall ist inzwischen bewiesen, dass die Unterlagen von engen Mitarbeitern Netanjahus durchgestochen wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEnde November wurden der Reserveoffizier Ari Rosenfeld und Eli Feldstein, einer der Sprecher Netanjahus, unter dem Vorwurf des Geheimnisverrats und der Gef\u00e4hrdung der Arbeit des israelischen Geheimdienstes angeklagt. Auch die Bild-Zeitung wird in der Anklageschrift genannt. Mehrere Medien, nicht nur in Israel, werfen ihr vor, sich mit der Ver\u00f6ffentlichung des Dokuments und dem Weglassen darin enthaltener Informationen zum Erf\u00fcllungsgehilfen der israelischen Regierung gemacht zu haben.<strong> <\/strong><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nM\u00f6glicherweise werden nun noch weitere enge Vertraute Netanjahus angeklagt. Vergangene Woche warf Generalstaatsanw\u00e4ltin Baharav-Miara dem Netanjahu-Berater Jonatan Urich vor, auch er und ein weiterer Mitarbeiter des Ministerpr\u00e4sidenten seien an der Weitergabe der klassifizierten Dokumente an die Bild-Zeitung beteiligt gewesen in der Absicht, die \u00f6ffentliche Meinung in Israel zu beeinflussen. Netanjahu wies diesen und andere Vorw\u00fcrfe als politisch motiviert zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Bild erkl\u00e4rte zu den Vorw\u00fcrfen, sie \u00e4u\u00dfere sich nicht zu ihren Quellen, die Berichterstattung beruhe auf authentischen Quellen. Die Beziehungen der Bild-Zeitung zur israelischen Regierung sind eng: Schon vor dem Skandal erschienen in dem Blatt zwei exklusive Interviews mit Ministerpr\u00e4sident Netanjahu, die vielen anderen Medien verwehrt werden. Reporter der Bild-Zeitung konnten im Gefolge der israelischen Armee schon fr\u00fch aus dem Gazastreifen berichten.<\/p>\n<p>    War Netanjahu informiert?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOppositionsf\u00fchrer Yair Lapid dagegen hatte schon Ende letzten Jahres die Frage gestellt, was Netanjahu wusste. Er forderte die Ermittler auf, zu untersuchen, ob die Weitergabe des geheimen Dokuments auf dessen Veranlassung hin geschehen sei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Lapid war klar, dass das Ziel der Ver\u00f6ffentlichung gewesen sei, ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln zu torpedieren. Tats\u00e4chlich kam ein solches Abkommen unter gro\u00dfem Druck aus den USA erst mehr als vier Monate sp\u00e4ter, im Januar 2025 zustande.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBei Angeh\u00f6rigen der Geiseln sorgt das bis heute f\u00fcr Wut, beispielsweise bei Gil Dickmann, dessen Cousin Gat eine der erschossenen Geiseln war. &#8222;Pl\u00f6tzlich sahen wir eine ganze Welle von Ver\u00f6ffentlichungen, die das Ziel hatten, uns zu verleumden&#8220;, sagt er im Gespr\u00e4ch mit dem israelischen Radiosender KAN. &#8222;All das nur, damit sich die Menschen nicht den Familien anschlie\u00dfen, die dazu aufrufen, dass die Geiseln schnell freigelassen werden m\u00fcssen &#8211; bevor sie get\u00f6tet werden.&#8220;<\/p>\n<p>    Innenpolitische Krise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInnenpolitisch ist der Fall aktueller denn je: Netanjahus Regierung hat in den vergangenen Wochen viel unternommen, um Baharav-Miara, \u00a0die Generalstaatsanw\u00e4ltin,\u00a0abzusetzen. Eine Entscheidung k\u00f6nnte fallen, bevor am kommenden Wochenende im Israelischen Parlament die dreimonatige Sommerpause beginnt. Beobachter gehen davon aus, dass die Versuche, die oberste Strafermittlerin Israels zu beseitigen, auch mit den Ermittlungen im engsten Umfeld von Netanjahu rund um das Bild-Leak zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Versuch, Baharav-Miara abzusetzen, k\u00f6nnte sogar in einer Verfassungskrise m\u00fcnden. Die Generalstaatsanw\u00e4ltin hat sich an den Obersten Gerichtshof gewandt, um ihre Entlassung abzuwenden. Einzelne Regierungsmitglieder haben aber schon angek\u00fcndigt, ein m\u00f6gliches Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen eine Entlassung Baharav-Miaras nicht akzeptieren zu wollen.<\/p>\n<p>    Angeh\u00f6rige verlangen Akteneinsicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Angeh\u00f6rigen der Geiseln wollen hingegen den Druck erh\u00f6hen. Rubi Chen erkl\u00e4rte vor wenigen Tagen dem Radiosender KAN, sich der Klage gegen die Netanjahu-Mitarbeiter Rosenfeld und Feldstein anzuschlie\u00dfen. Er ist der Vater des Deutsch-Israelis Itay Chen, der inzwischen f\u00fcr tot erkl\u00e4rt wurde, dessen Leiche aber immer noch im Gazastreifen festgehalten wird. &#8222;Nur so k\u00f6nnen wir auch die Ermittlungsergebnisse einsehen und genau verstehen, was diese beiden Herren angestellt haben&#8220;, sagte Rubi Chen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Vater ist sich sicher, dass das Ergebnis dieser Kampagne im September dazu f\u00fchrte, dass Geiseln, die noch am Leben waren, get\u00f6tet wurden. &#8222;Wir warten noch immer darauf, dass 50 Geiseln zur\u00fcckkehren.&#8220;<\/p>\n<p>    Netanjahu bleibt bei seinem Kurs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd Netanjahu? Nachdem w\u00e4hrend der Waffenruhe von Januar bis M\u00e4rz dieses Jahres 33 Geiseln freigekommen waren, hat Israel den Krieg in Gaza wieder aufgenommen. Zurzeit laufen zwar wieder Gespr\u00e4che \u00fcber eine neue Waffenruhe und die Freilassung weiterer Geiseln. Sie werden zwar konkreter, scheinen aber weiterhin nicht die h\u00f6chste Priorit\u00e4t f\u00fcr die israelische Regierung zu haben, denn rechtsextreme Koalitionspartner Netanjahus lehnen ein Ende des Kriegs ab und drohen mit dem Austritt aus der Regierung..<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie humanit\u00e4re Krise im Gazastreifen weitet sich derweil aus. Und Netanjahu selbst weist seit Monaten die Anschuldigungen gegen ihn und seine Mitarbeiter zur\u00fcck. Er spricht von einer &#8222;systematischen Hexenjagd&#8220; und von &#8222;b\u00f6sartigen Behauptungen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.07.2025 12:29 Uhr Haben Mitarbeiter von Ministerpr\u00e4sident Netanjahu geheime Informationen durchgestochen, um die \u00d6ffentlichkeit zu manipulieren? 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