{"id":290167,"date":"2025-07-24T11:53:10","date_gmt":"2025-07-24T11:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290167\/"},"modified":"2025-07-24T11:53:10","modified_gmt":"2025-07-24T11:53:10","slug":"modetrends-in-serien-wenn-kleider-ihre-eigene-geschichte-erzaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290167\/","title":{"rendered":"Modetrends in Serien: Wenn Kleider ihre eigene Geschichte erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 24.07.2025 12:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Das Kleine Schwarze, ein rosa Tutu oder ein wei\u00dfes T-Shirt: Serien pr\u00e4gen unsere Modevorstellungen, spiegeln Klassenfragen und setzen Trends. Was sagen sie \u00fcber unseren Zeitgeist aus?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Helen Roth, SWR Kultur\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls &#8222;The Bear&#8220; 2022 erschien, war die Serie nicht nur ein Durchbruch f\u00fcr ihren Hauptdarsteller Jeremy Allen White &#8211; sondern auch f\u00fcr das schlichte wei\u00dfe T-Shirt, das er in seiner Rolle als Carmy, einem Spitzenkoch in der Sinnkrise, trug. Das Modell der schw\u00e4bischen Manufaktur Merz b. Schwanen war kurz nach Erscheinen ausverkauft. <\/p>\n<p>Der Hype zeigt, wie wirkm\u00e4chtig Serienformate heute \u00fcber Trends bestimmen k\u00f6nnen. Durch zahlreiche Erfolgsserien wurden Kleidungsst\u00fccke zu Bestsellern oder Kost\u00fcm\u00e4sthetiken in Modetrends \u00fcbertragen. An manchen Looks l\u00e4sst sich aber auch ablesen, wie sich Zeitgeist ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>    Mode als B\u00fchne weiblicher Selbstinszenierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer &#8222;Sex and the City&#8220; kennt, erinnert sich an Carrie Bradshaws rosafarbenes Tutu im Vorspann. In den 1990er-Jahren war die Serie revolution\u00e4r darin, Mode zum essenziellen Teil der Erz\u00e4hlung zu machen: Die Hauptfiguren, reiche Singlefrauen in New York, trugen Mode nicht allein, um M\u00e4nnern zu gefallen &#8211; sie inszenierten sich selbst. Ihre au\u00dfergew\u00f6hnlichen Looks wurden zum Ausdruck von Freiheit, Stil und weiblicher Selbsterm\u00e4chtigung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Sex and the City&#8220; war damit eine der ersten Serien, die das modische Erz\u00e4hlen pr\u00e4gte. Zuvor waren es Filme, die ikonische Kleidungsst\u00fccke mit einem Lebensgef\u00fchl verbanden: Beispielsweise <a name=\"_Int_N6vuHgSc\" class=\"copytext-anchor\">wurde<\/a> Audrey Hepburns kleines Schwarzes in &#8222;Fr\u00fchst\u00fcck bei Tiffany&#8220; zum Symbol f\u00fcr Eleganz. Und James Dean definierte mit wei\u00dfem T-Shirt und Harrington-Jacke in &#8222;\u2026 denn sie wissen nicht, was sie tun&#8220; eine rebellische Jugend.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMittlerweile sind Serien zum pr\u00e4genden Medium geworden. Die Bildwelten des Films werden durch das l\u00e4ngere Format ausgedehnt: Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken betont, Serien k\u00f6nnen durch ihre L\u00e4nge und Tiefe komplexere Modegeschichten entwickeln. Stile werden nicht nur gezeigt, sondern fortgeschrieben, gebrochen oder transformiert. Zudem verlegten Serienformate wie &#8222;Sex and the City&#8220; Figuren ins Allt\u00e4gliche, machten sie diverser und pers\u00f6nlicher &#8211; und legten damit den Grundstein f\u00fcr die modische Wirkmacht heutiger Serien.<\/p>\n<p>    Mode als Symbol f\u00fcr Emanzipation<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesonders Serien in historischem Setting haben Mode im Zentrum des Erz\u00e4hlens. In &#8222;Mad Men&#8220; (2007) wird beispielsweise vom Aufstieg der Sektr\u00e4tin Peggy Olson in der Werbebranche der 60er-Jahren erz\u00e4hlt. Zu Beginn tr\u00e4gt sie brave R\u00f6cke und Schleifenblusen &#8211; typisch f\u00fcr ihren Beruf. Mit wachsendem Erfolg werden ihre Outfits klarer und kantiger. Ihr Look wird zum Sinnbild einer Karrierefrau und weiblicher Emanzipation in einer von M\u00e4nnern dominierten Welt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00c4hnlich spiegeln die Kost\u00fcme in &#8222;The Crown&#8220; (2016) eine Gesellschaft im Wandel. In der Serie, die vom britischen K\u00f6nigshaus handelt, tr\u00e4gt Queen Elizabeth klassische Twinsets, Seidenblusen und Perlenketten. Als Prinzessin Diana in die Serie tritt, wird der individuelle Stil, den sie im echten Leben trug, zur Metapher der Serie: Ihre Looks &#8211; etwa das legend\u00e4re &#8222;Revenge Dress&#8220;, das sie 1994 trug -erz\u00e4hlen ebenfalls von Selbstbehauptung innerhalb eines starren Systems.<\/p>\n<p>    Retro-Revival?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Serie &#8222;Peaky Blinders&#8220; (2013) wiederum spielt im englischen Birmingham in den 20er- und 30er-Jahren. Die titelgebenden Gangster tragen dreiteilige Anz\u00fcge mit Weste, Mantel und Schieberm\u00fctze &#8211; Kleidung, die damals Arbeiter trugen. In der Serie werden die Looks der Figuren mit L\u00e4ssigkeit und Gefahr aufgeladen. Nach dem Erscheinen der Serie wurden die Schieberm\u00fctzen dann pl\u00f6tzlich von M\u00e4nnern getragen, die sich vom Stil der Serien-Gangster ein St\u00fcck Unangepasstheit aneignen wollten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn &#8222;Stranger Things&#8220; (2016) wird die Mode\u00e4sthetik eines Jahrzehnts mehr als nur zur historischen Kulisse. Die Teenager, die durch Vorst\u00e4dte einer fiktiven 80er-Jahre-Welt radeln, tragen gemusterte Windjacken, bunte Rucks\u00e4cke und Vokuhila-Frisuren. Der Stil der Achtziger wird auf nostalgische Weise detailgenau nachgebaut, der Retrolook erzeugt ein Gef\u00fchl von Vertrautheit. Dieser R\u00fcckgriff bleibt nicht auf den Bildschirm beschr\u00e4nkt: Im Netz feierten Fans Neonfarben, High-Waist-Jeans und Walkman-Taschen &#8211; die Mode der 80er wanderte direkt in heutige Kleiderschr\u00e4nke.<\/p>\n<p>    Gegenw\u00e4rtige Mode<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass Mode in Serien auch Kommentar zu gegenw\u00e4rtigen Verh\u00e4ltnissen ist, zeigte zuletzt &#8222;Succession&#8220; (2018): Die Serie handelt von einem Medienmogul und seiner Familie, die sich in unauff\u00e4lliger und zugleich sehr teurer Mode kleidet. Zipper-Pulli und Sneaker f\u00fcr Tausende Euros: &#8222;Quiet Luxury&#8220; (also: &#8222;stiller Luxus&#8220;) wurde diese \u00c4sthetik daraufhin benannt. Sie verweist darauf, wie unscheinbar Luxus heute aussieht &#8211; und wie weit verbreitet er ist.<\/p>\n<p>Das wei\u00dfe T-Shirt von Carmy, dem Mann in der K\u00fcche in &#8222;The Bear&#8220;, wirkt zwar schlicht, fast nebens\u00e4chlich &#8211; und zeigt doch ein neues Bild von M\u00e4nnlichkeit.\u00a0Mit seinen muskul\u00f6sen Oberarmen steht er in der Tradition eines rebellischen James Dean &#8211; er kocht, schwitzt, schreit.\u00a0Carmy k\u00e4mpft mit seiner Vergangenheit, Verlusten und \u00c4ngsten. Er wird zum f\u00fcrsorglichen Mann. Und das Shirt zum Ausdruck eines nahbaren Charakters.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.07.2025 12:51 Uhr Das Kleine Schwarze, ein rosa Tutu oder ein wei\u00dfes T-Shirt: Serien pr\u00e4gen unsere Modevorstellungen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":290168,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[29,85335,214,30,350,471,51175,8169,215],"class_list":{"0":"post-290167","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-deutschland","9":"tag-emanzipation","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-mode","13":"tag-serien","14":"tag-sex-and-the-city","15":"tag-trend","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114908076711744469","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=290167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290167\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/290168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=290167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=290167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=290167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}