{"id":290223,"date":"2025-07-24T12:22:45","date_gmt":"2025-07-24T12:22:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290223\/"},"modified":"2025-07-24T12:22:45","modified_gmt":"2025-07-24T12:22:45","slug":"britisch-europaeischer-gipfel-beginn-einer-wiederannaeherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290223\/","title":{"rendered":"Britisch-europ\u00e4ischer Gipfel: Beginn einer Wiederann\u00e4herung?"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 19.05.2025 07:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der erste Gipfel der EU und Gro\u00dfbritanniens seit dem Brexit markiert einen Neuanfang. Vor allem in der Verteidigung will man enger zusammenarbeiten. Doch auch alte Grabenk\u00e4mpfe aus der Brexit-Zeit treten erneut zutage.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/annette-dittert-107.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Annette Dittert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dittert-124.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist eine Premiere: F\u00fcnf Jahre nach dem EU-Austritt Gro\u00dfbritanniens treffen sich heute das erste Mal Vertreter der Europ\u00e4ischen Union ganz offiziell zu einem Sondergipfel mit einer britischen Regierung in London.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Premiere, die mehr als nur ein symbolischer Neuanfang, sondern der Startschuss f\u00fcr eine echte Wiederann\u00e4herung zwischen London und Br\u00fcssel werden soll.<\/p>\n<p>    Zusammenarbeit bei der Verteidigung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAn erster Stelle wird eine engere Zusammenarbeit bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik stehen. Der Entwurf f\u00fcr ein solches gemeinsames Abkommen umfasst Bereiche wie Cybersicherheit und Sicherheit im Seeverkehr, einschlie\u00dflich der Bek\u00e4mpfung russischer Angriffe auf europ\u00e4ische Unterseekabel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber auch eine engere Abstimmung bei der Beschaffung von Waffen und Abwehrsystemen soll Teil des Abkommens werden. Britische Unternehmen hoffen hier vor allem, Zugriff auf den k\u00fcrzlich beschlossenen 150 Milliarden Euro schweren EU-Topf zur Wiederaufr\u00fcstung zu erhalten. Noch ist allerdings unklar, in welcher H\u00f6he.<\/p>\n<p>    Erinnerung an Streit aus Brexit-Zeiten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVor allem die Franzosen dr\u00e4ngten offenbar darauf, den m\u00f6glichen Anteil f\u00fcr die Briten auf 15 Prozent zu beschr\u00e4nken und forderten w\u00e4hrend der Verhandlungen daf\u00fcr von den Briten h\u00f6here Fangquoten f\u00fcr ihre Fischer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist ein Punkt, der an die h\u00e4sslichen und oft absurden Streitigkeiten aus alten Brexit-Zeiten erinnert. Denn de facto ist der Beitrag der Fischerei zum Bruttosozialprodukt in beiden L\u00e4ndern verschwindend gering.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInnenpolitisch aber bleiben die Fangquoten offenbar vor allem f\u00fcr Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron ein so toxisches Thema, dass die Gespr\u00e4che dar\u00fcber tats\u00e4chlich mehrfach in eine Krise gerieten.<\/p>\n<p>    Brexiteers blasen zum Sturm<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch f\u00fcr den britischen Premier Keir Starmer ist dieser Gipfel innenpolitisch alles andere als ein einfaches Heimspiel. Denn obwohl nur noch 30 Prozent der Briten der Meinung sind, dass der Brexit eine gute Idee war und selbst im Lager der damaligen Bef\u00fcrworter eine klare Mehrheit den EU-Austritt heute als Fehler sieht, blasen die Brexiteers in den britischen Medien seit Tagen fast reflexhaft wieder zum Sturm.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den Sonntagszeitungen galt der heutige Gipfel schon am Tag davor als &#8222;surrender summit&#8220; &#8211; als &#8222;Kapitulations-Gipfel&#8220; &#8211; oder wahlweise auch als der gro\u00dfe &#8222;Brexit-Verrat&#8220;. Dabei war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar, auf was man sich heute konkret einigen wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAngesichts der Tatsache, dass der Brexit die Briten schon jetzt etwa vier Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts gekostet hat, ist dies eine durchaus irrationale Reaktion.<\/p>\n<p>    Furcht vor Farages Reform-UK<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKeir Starmer, der noch rund vier Jahre mit gro\u00dfer Mehrheit regieren wird, k\u00f6nnte diese Angriffe theoretisch einfach ignorieren. Tats\u00e4chlich verh\u00e4lt er sich aber extrem defensiv.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas hat auch mit dem rasanten Wiederaufstieg der rechtspopulistischen Reform-UK-Partei unter <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/farage-wahl-grossbritannien-100.html\" title=\"Rechtspopulist Farage zieht ins britische Parlament ein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nigel Farage<\/a> zu tun, die bei den Kommunalwahlen Anfang Mai massiv zulegen konnte und fast 700 Sitze gewann.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFarage, der 2016 den Brexit wesentlich mitbetrieb, gibt heute zwar selber zu, das Projekt sei gescheitert. Das aber h\u00e4tte nicht an ihm gelegen, sondern sei die Schuld der Tories, die das Ganze nur nicht richtig umgesetzt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Brexit als Idee bleibt f\u00fcr ihn ein heiliges Mantra, auch wenn er bislang nicht erkl\u00e4ren konnte, wie er ihn denn auf f\u00fcr die Briten weniger sch\u00e4dliche Weise realisiert h\u00e4tte. Dennoch: Mit seiner neugewonnenen Popularit\u00e4t ist eine Wiederann\u00e4herung an die EU f\u00fcr Starmer innenpolitisch wieder deutlich schwieriger geworden.<\/p>\n<p>    Reizthema Einreise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBesonders heikel f\u00fcr den britischen Premier sind deshalb Forderungen der EU, die Einreise- und Aufenthaltsregeln f\u00fcr j\u00fcngere EU-B\u00fcrger in das K\u00f6nigreich zu vereinfachen. Die sollen, so w\u00fcnscht es sich Br\u00fcssel, demn\u00e4chst wieder f\u00fcr zwei oder drei Jahre in Gro\u00dfbritannien leben, arbeiten und studieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nW\u00e4hrend dies zwar auch andersherum f\u00fcr junge Briten gelten soll, rufen Farage und die konservativen Brexiteers seit Wochen zum Widerstand dagegen auf: Eine solche Aufweichung des harten Brexit sei ein heimlicher Wiedereinstieg in die Personenfreiz\u00fcgigkeit der EU. Das ist zwar falsch, aber es zeigt, dass die irrationalen Grabenk\u00e4mpfe rund um den Brexit auch nach mehr als f\u00fcnf Jahren jederzeit wieder aufflammen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Freundschaftlicher und rationaler<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz all dieser Hindernisse und Schwierigkeiten aber wird dieser Gipfel einen Neubeginn markieren. Schon deshalb, weil es sich weder die EU noch Starmer angesichts der zunehmend unsicheren globalen Lage leisten k\u00f6nnen, heute in London ohne konkrete Ergebnisse auseinanderzugehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch wenn die Narben der Brexit-Zeit auf beiden Seiten noch nicht ganz verheilt sind, das Verh\u00e4ltnis zwischen London und Br\u00fcssel wird &#8211; trotz aller Differenzen &#8211; ab jetzt wieder zur\u00fcck in engere, freundschaftlichere und vor allem rationalere Bahnen geleitet werden. Das ist die gute Nachricht. Das Ausarbeiten der Details aber d\u00fcrfte f\u00fcr beide Seiten auf mittlere Sicht ein Hindernislauf bleiben.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio-216790.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>Gabi Biesinger, ARD London, tagesschau, 19.05.2025 08:11 Uhr<\/p>\n<p>    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.05.2025 07:23 Uhr Der erste Gipfel der EU und Gro\u00dfbritanniens seit dem Brexit markiert einen Neuanfang. 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