{"id":290353,"date":"2025-07-24T13:31:11","date_gmt":"2025-07-24T13:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290353\/"},"modified":"2025-07-24T13:31:11","modified_gmt":"2025-07-24T13:31:11","slug":"weihbischof-zekorn-schildert-eindruecke-von-solidaritaetsreise-in-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290353\/","title":{"rendered":"Weihbischof Zekorn schildert Eindr\u00fccke von Solidarit\u00e4tsreise in die Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Es ist einer der ersten Eindr\u00fccke seiner Reise in ein vom Krieg gezeichnetes Land, die der Bisch\u00f6fliche Beauftragte f\u00fcr die Weltkirche im Bistum M\u00fcnster auf Einladung ukrainischer Bisch\u00f6fe unternimmt. Es ist ein Eindruck, der sinnbildlich steht f\u00fcr das, was er in den nachfolgenden Tagen sieht, h\u00f6rt und sp\u00fcrt: Die Ukraine leidet \u2013 und h\u00e4lt dennoch erstaunlich stand. \u201eDie ganze Gesellschaft ist vom Krieg traumatisiert\u201c, sagt der m\u00fcnsterische Weihbischof. \u201eAlle sind betroffen \u2013 nicht nur im Osten an der Front.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>In Kellern suchen Menschen Schutz, w\u00e4hrend Kinder tags\u00fcber versuchen, in der Schule Normalit\u00e4t zu leben. \u201eDas macht m\u00fcrbe\u201c, hat der Weihbischof beobachtet. In einer Nacht erlebt er selbst, wie siebenmal die Sirenen heulen: \u201eUnd trotzdem leben die Menschen weiter: Sie arbeiten, fahren Bus, feiern Gottesdienste, denn es muss irgendwie gehen.\u201c<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sei das Stadtbild: kaum M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter. Auf den Stra\u00dfen sehe man vor allem Frauen, Kinder, \u00c4ltere. Viele Familien seien zerrissen, viele M\u00e4nner gefallen. Andere versuchen, sich der Einberufung zu entziehen, was mitunter f\u00fcr Spannungen im Land sorge, wie er erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Gebet, das tr\u00e4gt<\/p>\n<p>Und doch: Was den Weihbischof am meisten ber\u00fchrt, ist nicht das Leid allein, sondern die Kraft, mit der die Menschen ihm begegnen. Besonders eindr\u00fccklich ist f\u00fcr ihn die Wallfahrt nach Sarwanyzja, einem bedeutenden Marienwallfahrtsort. Tausende Gl\u00e4ubige nehmen teil, trotz n\u00e4chtlicher Ausgangssperre und Einschr\u00e4nkungen. Die Lichterfeier am Abend beginnt fr\u00fcher als sonst, damit die Gl\u00e4ubigen vor Beginn der Ausgangssperre wieder zu Hause sein k\u00f6nnen. Am Morgen feiert der Gro\u00dferzbischof von Kiew, Sviatoslav Shevchuk, einen gro\u00dfen Gottesdienst, und betont: \u201eJesus heilt die L\u00e4hmungen unserer Seele. Auch in Zeiten des Krieges.\u201c<\/p>\n<p>Zeichen der Gemeinschaft<\/p>\n<p>In seiner Rolle als Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland richtet Weihbischof Zekorn bei der Wallfahrt ein Gru\u00dfwort an die Gl\u00e4ubigen, bringt die tiefe Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck \u2013 und \u00fcbergibt als Zeichen der Verbundenheit eine Kerze. Sie wurde von gefl\u00fcchteten ukrainischen Frauen in M\u00fcnster gestaltet \u2013 aus Wachsresten und leeren Dosen. \u201eEin Licht der Hoffnung in dunkler Zeit\u201c, sagt Zekorn. Er selbst erh\u00e4lt einen Engel der Hoffnung, gemalt von der Witwe eines gefallenen Soldaten.\u00a0<\/p>\n<p>Praktische Solidarit\u00e4t zeigt sich auch an anderen Orten. In Lwiw besucht Zekorn ein Haus der Augustinerinnen, in dem wohnungslose Frauen mit ihren Kindern unterkommen \u2013 viele aus dem Osten geflohen, oft traumatisiert. Aus einem Krankenhaus mit verwundeten Soldaten wird ihm berichtet: \u201eViele wollen sofort zur\u00fcck an die Front. Nicht nur aus Pflichtgef\u00fchl, sondern weil sie sagen: \u201aMeine Kameraden brauchen mich.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Hilfe aus Deutschland<\/p>\n<p>Auch Projekte, die das Bistum M\u00fcnster unterst\u00fctzt, stehen auf dem Programm: ein Ferienlager f\u00fcr Kinder gefallener Soldaten, Therapieangebote f\u00fcr Witwen, psychologische Betreuung f\u00fcr Heimkehrer. \u201eDie Menschen wissen, dass sie nicht vergessen sind\u201c, sagt Zekorn. \u201eUnd sie sagen es ganz deutlich: Bitte richtet allen in Deutschland unseren Dank aus.\u201c<\/p>\n<p>In einem Gespr\u00e4ch mit einem ukrainischen Abgeordneten wird es politisch: Die Ukraine sei auf westliche Unterst\u00fctzung angewiesen \u2013 milit\u00e4risch, aber auch moralisch. \u201eKeine Angst vor Russland\u201c, lautet die Botschaft, \u201eaber Realismus im Hinblick auf den Imperialismus des russischen Regimes und entsprechend handeln.\u201c F\u00fcr den Weihbischof ist klar: \u201eWas ich vor Ort in der Ukraine erlebt habe, ist nicht einfach ein Krieg \u2013 es ist der Krieg eines menschenverachtenden Terrorregimes.\u201c<\/p>\n<p>Und doch: Die Hoffnung \u00fcberwiegt. \u201eIch habe das Grauen gesehen \u2013 aber auch die Kraft des Glaubens. Ich habe Menschen erlebt, die trotz allem weiterlieben, weiterbeten, weiterhoffen.\u201c Und: \u201eIch bin \u00fcberzeugt davon, dass auch das russische Terrorregime nicht das letzte Wort haben wird \u2013 wie alle m\u00f6rderischen Regime in der Geschichte.\u201c<\/p>\n<p>Ann-Christin Ladermann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist einer der ersten Eindr\u00fccke seiner Reise in ein vom Krieg gezeichnetes Land, die der Bisch\u00f6fliche Beauftragte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":290354,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,8970,18186,1209],"class_list":{"0":"post-290353","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenster","12":"tag-news-detail","13":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114908462220524639","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=290353"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290353\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/290354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=290353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=290353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=290353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}