{"id":290481,"date":"2025-07-24T14:40:10","date_gmt":"2025-07-24T14:40:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290481\/"},"modified":"2025-07-24T14:40:10","modified_gmt":"2025-07-24T14:40:10","slug":"simon-oslender-27-auf-burg-wilhemstein-in-bestspiellaune","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290481\/","title":{"rendered":"Simon Oslender (27) auf Burg Wilhemstein in Bestspiellaune"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Dem Jazz geht\u2019s aktuell allseits an den Kragen. Plattenverk\u00e4ufe sind noch r\u00fcckl\u00e4ufiger als im vergleichsweise weiterhin wohlsituierten Popmarkt. Selbst Solisten aus dem nordamerikanischen Mutterland der freien Musik kriegen jene Schuppen nicht mehr gef\u00fcllt, die f\u00fcr ihre Auftritte gebucht werden. Mit satten Gagen d\u00fcrfen nunmehr nur noch die Gro\u00dfunterhalter unter den Stadionb\u00fchnenakteuren rechnen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aachener-zeitung.de\/lokales\/region-aachen\/aachen\/der-aachener-musiker-simon-oslender-meister-an-den-tasten-und-am-staubwedel\/71216281.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__awFnD RelatedTeaser_related-teaser--image__oZDce read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"71216281\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Der Aachener Musiker Simon Oslender: Meister an den Tasten und am Staubwedel<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Dementsprechend g\u00e4be es gerade f\u00fcr j\u00fcngere Jazzakteure derzeit theoretisch gute Gr\u00fcnde f\u00fcrs Lamentieren und Tr\u00fcbsinn blasen. Den 27-j\u00e4hrigen Aachener Tastenspieler Simon Oslender scheint der Sand im Getriebe seines Genres hingegen kaum zu bedr\u00fccken. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Am Mittwochabend gab der \u201eRising Star\u201c der europ\u00e4ischen Jazzszene im Verbund seines Trios ein Konzert von Seltenheitswert auf der W\u00fcrselener Burg Wilhelmstein. Deren Zuschauerrang war gut gef\u00fcllt, als Oslender um kurz nach acht flankiert vom Bassisten Claus Fischer und seinem Drummer-Freund J\u00e9r\u00f4me Cardynaals die Freiluftb\u00fchne betrat. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Sodann brach die Dreierbande in Bestspiellaune mit \u201eWhere You Goin\u2018\u201c zur kurzweiligen, rund zwei Stunden dauernden Musikreise auf, die unter einem unausgesprochenen Motto stand: pr\u00e4sent im Moment.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">An deren Ende trat ein \u00fcberaus dankbar applaudierendes Publikum sp\u00fcrbar vitalisiert den Heimweg an. Aus gutem Grund: Gegenw\u00e4rtigen Schnell-schnell-Kommunikationstrends zum Trotz lie\u00df die Band sich auf ausgiebigen, von reichlich feurigen Soli ges\u00e4umten, intensiven musikalischen Dialog ein. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Der leidenschaftlich-temperamentvolle Wortwechselcharakter des Programms sprang bereits w\u00e4hrend des Konzerter\u00f6ffnungsst\u00fccks von der B\u00fchne auf die dankbare Zuh\u00f6rerschaft \u00fcber. Kein noch so vermeintlich nebens\u00e4chlich vermittelter Musikerkurzalleingang im Kontext des Ensemblespielens blieb unbeachtet. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Die Dauerresonanz an diesem Abend war zum einen dem Charakter der Oslender-Kompositionen geschuldet. Au\u00dfen unterhaltsam gradlinig, innen voller in sich verzahnter Harmonien und Themen hei\u00dfen die St\u00fccke des Pianisten herrlich ambivalent willkommen. Der Zugang zu ihnen f\u00e4llt leicht, die sogleich einsetzende Mehrschichtigkeit l\u00e4sst allerdings insbesondere in der Livesituation unm\u00f6glich wegh\u00f6ren. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Als ob\u2019s nicht bereits innerhalb der ersten zehn Konzertminuten ausreichend ansprechend packend gewesen w\u00e4re, prophezeit Oslender in seiner kurzen Ansprache: \u201eJetzt machen wir es uns sch\u00f6n.\u201c<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Sogleich wurde zum Blues-Shuffle \u201eAlong the Coast\u201c \u00fcbergeleitet, der das zweite besondere Merkmal des Trios offenbarte. W\u00e4hrend Schlagzeuger, Bassisten und Keyboarder in der Regel in ihren jeweiligen Puls- und Harmoniengeberrollen verharren, mehrdimensioniert die Funktionsvermischung hier die Musik. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Fischer sch\u00fcttelt aus seinem F\u00fcnfsaiter mit der ihm typischen Gelassenheit reichlich Melodienzeug, Cardynaals l\u00e4sst seine Trommeln bisweilen regelrecht singen. Oslender gibt hingegen immer wieder die Metrik vor, insbesondere sobald er seinen Platz von E-Piano und Synth zur Hammond-B3-Orgel wechselt. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">F\u00fcrs Jazzfach liebenswert unpr\u00e4tenti\u00f6s und aufrichtig huldigen die drei Instrumentalisten der gro\u00dfen ewig jungen Tante Musik und \u00fcberraschen sich selbst und ihr Auditorium wechselseitig. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Mal trommelt Cardynaals so fiebrig swingend, dass Oslender \u201eetwas im Grundwasser\u201c von Maastricht vermutet, woher der Drummer stammt. Dann wieder holt der dauercoole Fischer zum euphorisierenden Slapbass-Solo aus, das selbst Mark King ein Staunen abgewinnen w\u00fcrde. <\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__xJSDF Paragraph_default-lg-default__txMNQ articleParagraph\">Zum Schluss dieses an sich schon denkw\u00fcrdigen Konzerts setzt Oslender noch eine besonders feine Note: Spontan umarmt er seine Mitmusiker, um der sch\u00f6nen Gemeinsamkeit Ausdruck zu verleihen. Man m\u00f6chte es ihm am liebsten gleichtun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dem Jazz geht\u2019s aktuell allseits an den Kragen. 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