{"id":290660,"date":"2025-07-24T16:22:10","date_gmt":"2025-07-24T16:22:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290660\/"},"modified":"2025-07-24T16:22:10","modified_gmt":"2025-07-24T16:22:10","slug":"nordrhein-westfalen-forscher-loesen-150-jahre-altes-raetsel-um-hoehle-bei-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/290660\/","title":{"rendered":"Nordrhein-Westfalen: Forscher l\u00f6sen 150 Jahre altes R\u00e4tsel um H\u00f6hle bei Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p>                    Nordrhein-Westfalen<br \/>\n                Forscher l\u00f6sen 150 Jahre altes R\u00e4tsel um H\u00f6hle bei Wuppertal<\/p>\n<p>\t\t\t\t              21.07.2025, 13:57 Uhr<\/p>\n<p><strong>150 Jahre lang haben H\u00f6hlenforscher bei Wuppertal nach einem kleinen Durchbruch gesucht. Jetzt wurde er gefunden. Das bringt die Rangliste der gr\u00f6\u00dften H\u00f6hlen in NRW durcheinander.<\/strong><\/p>\n<p>Ennepetal (dpa\/lnw) &#8211; Stundenlang krabbelt er durch Schlamm, watet durch eiskaltes Wasser, quetscht sich durch enge H\u00f6hleng\u00e4nge &#8211; \u00fcber ihm bis zu 80 Meter Stein und Erde. Platzangst darf Stefan Voigt hier unten in der Kluterth\u00f6hle nicht haben.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten ist der ehrenamtliche H\u00f6hlenforscher mit seinen Begleitern tief unter Ennepetal nord\u00f6stlich von Wuppertal unterwegs. Immer schon wollte er den Beweis daf\u00fcr finden, dass die Kluterth\u00f6hle die gr\u00f6\u00dfte H\u00f6hle Nordrhein-Westfalens ist. Vor gut einer Woche war er am Ziel.<\/p>\n<p>Erfolg nach 150 Jahren Suche<\/p>\n<p>Der Durchgang war eng, gro\u00dfe Steine und eimerweise matschigen Schutt mussten die H\u00f6hlenforscher beiseiteschaffen. Doch schlie\u00dflich war klar: Dies ist die Verbindung zwischen zwei gro\u00dfen H\u00f6hlensystemen, nach der Forscher seit 150 Jahren gesucht haben. Der Beweis daf\u00fcr, dass Kluterth\u00f6hle und Bismarckh\u00f6hle in Ennepetal zusammenh\u00e4ngen und das bislang gr\u00f6\u00dfte bekannte H\u00f6hlensystem in NRW bilden.<\/p>\n<p>Geahnt haben H\u00f6hlenforscher das seit den 1880er Jahren. Es wurden Versuche mit Farbe gemacht &#8211; und tats\u00e4chlich kam Farbe, die man in einer H\u00f6hle in das Wasser sch\u00fcttete, in der anderen H\u00f6hle heraus. &#8222;Seitdem hat praktisch jeder H\u00f6hlenforscher der Region versucht, die Verbindung zwischen den beiden Ganglabyrinthen zu finden&#8220;, sagt Voigt. Aber gefunden wurde die Verbindung in all den Jahren nie.<\/p>\n<p>Kein Ende in Sicht<\/p>\n<p>Bis jetzt. Seit dem 12. Juli gilt die Kluterth\u00f6hle mit 8805 Metern als die gr\u00f6\u00dfte H\u00f6hle des Landes &#8211; und schubst damit das Windloch bei Engelskirchen, das Voigt und sein Team erst 2019 entdeckten, schon wieder vom Spitzenplatz. Vorerst. Denn in beiden H\u00f6hlen wird weiter geforscht und st\u00e4ndig werden neue G\u00e4nge entdeckt.<\/p>\n<p>Der Geologische Dienst NRW verfolgt die Bem\u00fchungen von Voigts ehrenamtlichem Arbeitskreis Kluterth\u00f6hle e.V. gespannt. Unabh\u00e4ngig nachmessen kann die Beh\u00f6rde nicht &#8211; sie ist auf Voigts Angaben aus der Tiefe angewiesen. &#8222;Aber wir wissen, da ist noch Potenzial. Es gibt noch viel Unentdecktes&#8220;, sagt Fachbereichsleiter Stefan Henscheid.<\/p>\n<p>Dabei geht es den Forschenden in erster Linie gar nicht darum, welche H\u00f6hle die gr\u00f6\u00dfte ist. Jeder neue Gang er\u00f6ffne einen Blick in ein 385 Millionen Jahre altes \u00d6kosystem, sagt Voigt. &#8222;Das ist ein Mehrwert, der gar nicht vorstellbar ist.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Tropfstein als Andenken<\/p>\n<p>Denn viele der bislang bekannten G\u00e4nge der Kluterth\u00f6hle waren von Menschen restlos zerst\u00f6rt worden. Schon kurz nach der Entdeckung der H\u00f6hle 1881 war der vordere Teil ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Besucher durften nach Lust und Laune dort herumlaufen, brachen Tropfsteine heraus und nahmen sie mit nach Hause. 1920 waren die Sch\u00e4tze der H\u00f6hle endg\u00fcltig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das soll sich in den noch unber\u00fchrten Bereichen auf keinen Fall wiederholen. F\u00fcr Touristen werden die nun entdeckten G\u00e4nge deshalb nicht zug\u00e4nglich gemacht, sagt Ennepetals B\u00fcrgermeisterin Imke Heymann (parteilos). &#8222;Wir Menschen gucken eben nicht nur mit den Augen, sondern manchmal auch ganz sch\u00f6n mit den H\u00e4nden.&#8220;<\/p>\n<p>Besucher sollen multimedial zu H\u00f6hlenforschern werden<\/p>\n<p>Etwa 1,5 Kilometer G\u00e4nge der Kluterth\u00f6hle sind f\u00fcr Besucher zug\u00e4nglich &#8211; es gibt Besichtigungen von einfach bis abenteuerreich. 34.000 Menschen kamen im vergangenen Jahr. Demn\u00e4chst soll im Besucherzentrum ein Multimedia-Angebot entstehen, damit Besucher immerhin einen Eindruck von den verborgenen G\u00e4ngen im hinteren Bereich bekommen.\u00a0<\/p>\n<p>Voigt und seine Mitstreiter werden dort auch in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen wieder unterwegs sein und neue G\u00e4nge erforschen. &#8222;Wir erfahren immer mehr \u00fcber die H\u00f6hle. Aber auch das, was wir jetzt wissen, ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt&#8220;, betont er.<\/p>\n<p>Hoffen auf die n\u00e4chste Tropfsteinhalle<\/p>\n<p>Nach Feierabend und am Wochenende wollen die H\u00f6hlenforscher weiterhin fast jede freie Minute unter dem Klutertberg verbringen. &#8222;Vielleicht entdecken wir am Samstag schon das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding&#8220;, sagt Voigt. &#8222;Hinter jeder schlammigen Engstelle kann sich eine wundersch\u00f6ne Tropfsteinhalle verbergen. Das ist es, was H\u00f6hlenforschung so spannend macht.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nordrhein-Westfalen Forscher l\u00f6sen 150 Jahre altes R\u00e4tsel um H\u00f6hle bei Wuppertal 21.07.2025, 13:57 Uhr 150 Jahre lang haben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":290661,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,4723,30,81392,2491,1209,23819,4418],"class_list":{"0":"post-290660","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-forscher","11":"tag-germany","12":"tag-hoehle","13":"tag-jahre","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-raetsel","16":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114909134387618287","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=290660"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290660\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/290661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=290660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=290660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=290660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}