{"id":291998,"date":"2025-07-25T04:41:12","date_gmt":"2025-07-25T04:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/291998\/"},"modified":"2025-07-25T04:41:12","modified_gmt":"2025-07-25T04:41:12","slug":"eskalation-im-streit-um-flugzeugabsturz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/291998\/","title":{"rendered":"Eskalation im Streit um Flugzeugabsturz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Seit dem irrt\u00fcmlichen Abschuss eines aserbaidschanischen Flugzeugs sind die Beziehungen angespannt. Vor kurzem eskalierte der Konflikt. F\u00fcr Russland ist das Selbstbewusstsein des Machthabers Alijew ungewohnt.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Der Stein des Anstosses: Am 25. Dezember st\u00fcrzte ein aserbaidschanisches Passagierflugzeug in Kasachstan ab. Es war wohl von einer russischen Flugabwehrrakete getroffen worden.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5388\" height=\"3592\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2d1b0e13-7a8c-44a3-ac7f-27872e7f4acb.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der Stein des Anstosses: Am 25.\u00a0Dezember st\u00fcrzte ein aserbaidschanisches Passagierflugzeug in Kasachstan ab. Es war wohl von einer russischen Flugabwehrrakete getroffen worden. <\/p>\n<p>Anadolu<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u60q260\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Bis vor einem guten halben Jahr hatte es geschienen, als habe Russland im S\u00fcdkaukasus einen neuen verl\u00e4sslichen Partner gefunden. Armenien und Russland hatten sich in den vergangenen Jahren voneinander entfremdet. Mit Aserbaidschan dagegen wurden die Beziehungen enger. Das autorit\u00e4r regierte, mit der Eroberung von Nagorni Karabach zum neuen Machtfaktor aufgestiegene Land bot Moskau attraktive wirtschaftliche und politische Perspektiven. Der Besuch Pr\u00e4sident Wladimir Putins im vergangenen August unterstrich dies. Jetzt aber stehen die beiden Staaten in offenem Streit miteinander, und es sieht nicht nach einer schnellen L\u00f6sung aus.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Die Besatzung war dar\u00fcber ungen\u00fcgend informiert worden. Vor allem aber geriet das Passagierflugzeug offenbar versehentlich unter Beschuss der russischen Flugabwehr, wurde stark besch\u00e4digt und \u00fcbers Kaspische Meer auf den Ausweichflughafen Aktau umgeleitet. Bei der Bruchlandung in Kasachstan kamen 29 Personen ums Leben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0ui5rf31\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Russland hat bis heute nicht offiziell zugegeben, dass das Flugzeug wegen eines Fehlers der Flugabwehr abst\u00fcrzte. Aserbaidschan dagegen legte sich schnell auf diese Version fest und brachte so Russland und auch Putin in eine unangenehme Lage. Seither wartet Baku auf einen offiziellen russischen Untersuchungsbericht und auf das Schuldeingest\u00e4ndnis. Am Wochenende k\u00fcndigte Alijew am Rande eines Medienforums in der 2020 eroberten Stadt Schuscha in Karabach an, Russland vor einem internationalen Gericht deswegen zu verklagen.<\/p>\n<p>Provokative Ratschl\u00e4ge an die Ukrainer<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u7apts0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Zudem erz\u00fcrnte er Russland mit Ratschl\u00e4gen an die Adresse der Ukraine. \u00abDie Ukraine sollte der Besetzung nicht zustimmen. Ich glaube, dass das im Einklang mit den Bestrebungen des ukrainischen Volkes steht, das nicht bereit ist, sich mit der Besetzung abzufinden. Das ist das, was wir gemacht haben\u00bb, sagte Alijew mit Blick auf die von Russland beanspruchten ukrainischen Territorien. Aserbaidschan hatte nach dem ersten Karabach-Krieg 1994 die Besetzung seiner Territorien durch die armenisch kontrollierte Republik Nagorni Karabach nie akzeptiert und die Gebiete zur\u00fcckerobert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der aserbaidschanische Machthaber Ilham Alijew hat keine Scheu vor konfrontativen \u00c4usserungen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5000\" height=\"3333\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Der aserbaidschanische Machthaber Ilham Alijew hat keine Scheu vor konfrontativen \u00c4usserungen. <\/p>\n<p>Ryan Carter\/ Handout via Reuters<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u86mj61\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Aussage traf den Nerv der russischen Propagandisten gleich doppelt: Das Wort \u00abBesetzung\u00bb im Zusammenhang mit den annektierten ukrainischen Regionen zu verwenden, ist ein Sakrileg in Russland. Die Ukrainer dazu zu ermuntern, die Gebiete zur\u00fcckzuerobern, erst recht. Ein russischer Kommentator merkte an, Alijew werbe damit f\u00fcr eine extremere Position, als sie selbst die Europ\u00e4er vertr\u00e4ten. Milit\u00e4rblogger riefen dazu auf, sich auf einen Krieg mit Aserbaidschan vorzubereiten.<\/p>\n<p>Unzimperliche Polizeieins\u00e4tze<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u8n9gn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das russische Aussenministerium nannte am Donnerstag Bedingungen f\u00fcr eine Entspannung der bilateralen Beziehungen. Bedeutsam daf\u00fcr w\u00e4re die Freilassung elf festgenommener russischer Staatsb\u00fcrger, die Anfang Juli in Baku angeblich wegen Drogenhandels und Cyberkriminalit\u00e4t in Untersuchungshaft gesetzt worden waren. Dem Gericht waren sie \u00fcbel zugerichtet, mit blutverschmierten Gesichtern und Blessuren, vorgef\u00fchrt worden. Wie exilrussische Medien berichteten, handelt es sich bei ihnen unter anderem um willk\u00fcrlich festgenommene IT-Spezialisten, Touristen und Emigranten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u9nvbv1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ihre Festnahme und anschliessende Behandlung war ohne Zweifel eine Racheaktion der aserbaidschanischen Beh\u00f6rden. Ende Juni waren bei einer Polizeirazzia gegen angeblich kriminelle Elemente in der aserbaidschanischen Diaspora von Jekaterinburg zwei M\u00e4nner ums Leben gekommen. W\u00e4hrend die russische Polizei \u00abHerzversagen\u00bb diagnostizierte, stellten die Aserbaidschaner nach der \u00dcberf\u00fchrung der Leichname Folterspuren fest. Daraufhin gingen die Sicherheitskr\u00e4fte in Baku erst gegen das \u00f6rtliche B\u00fcro von Sputnik Aserbaidschan vor, eine Radio- und Internetplattform des staatlichen russischen Medienkonzerns Rossija Sewodnja, und beschuldigten zwei von deren Mitarbeitern der Spionage. Sp\u00e4ter nahmen sie die elf weiteren Russen fest.<\/p>\n<p>Russlands Einfluss schwindet<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u87jbb0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Russland ist es nicht gewohnt, von einem postsowjetischen Staat Widerworte zu bekommen und gar mit Vergeltungsaktionen konfrontiert zu sein. Eher hatte es stets selbst so gehandelt und in fr\u00fcheren Konflikten mit anderen Staaten deren B\u00fcrger ausgewiesen und den Import von Lebensmitteln unter fadenscheinigen Gr\u00fcnden gestoppt. Diesmal ist alles etwas anders. Ohne die Vorgeschichte mit dem Flugzeugabsturz h\u00e4tte vielleicht auch Alijew nicht so heftig auf die Toten von Jekaterinburg reagiert.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u9uc2h1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Von harschen Presseerkl\u00e4rungen, wie sie das russische Aussenministerium Anfang Juli ver\u00f6ffentlichte, liess sich Baku nicht einsch\u00fcchtern. Alijew ist selbst ein skrupelloser Herrscher, wie auch die \u00f6ffentliche Dem\u00fctigung der russischen Gefangenen und die Willk\u00fcr im Umgang mit ihnen zeigten. Er f\u00fchlt sich stark und von Putin unabh\u00e4ngig genug, um nicht vor Moskau zu kuschen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0u8mpm91\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Indem er Russland im Zusammenhang mit einem m\u00f6glichen Friedensvertrag mit Armenien nicht mehr als Vermittler im S\u00fcdkaukasus erw\u00e4hnte und stattdessen die USA lobte, versetzte er dem Kreml einen zus\u00e4tzlichen Schlag: Er demonstriert, dass er auf die Gunst Russlands nicht angewiesen ist. Die offen ausgetragene Auseinandersetzung zeigt einmal mehr, wie dem Kreml seit der Entscheidung zum Krieg gegen die Ukraine im postsowjetischen Raum die F\u00e4den entgleiten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Nach dem Flugzeugabsturz in Kasachstan herrschte in Aserbaidschan Staatstrauer. Die Flaggen wurden auf halbmast gesetzt.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5184\" height=\"3456\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Nach dem Flugzeugabsturz in Kasachstan herrschte in Aserbaidschan Staatstrauer. Die Flaggen wurden auf halbmast gesetzt. <\/p>\n<p>Anadolu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit dem irrt\u00fcmlichen Abschuss eines aserbaidschanischen Flugzeugs sind die Beziehungen angespannt. Vor kurzem eskalierte der Konflikt. 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