{"id":292059,"date":"2025-07-25T05:17:14","date_gmt":"2025-07-25T05:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292059\/"},"modified":"2025-07-25T05:17:14","modified_gmt":"2025-07-25T05:17:14","slug":"wegen-pfand-muenchner-gin-destillerie-hat-finanzprobleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292059\/","title":{"rendered":"Wegen Pfand: M\u00fcnchner Gin-Destillerie hat Finanzprobleme"},"content":{"rendered":"<p>Die M\u00fcnchner Destillerie &#8222;The Duke&#8220; k\u00e4mpft mit ihren 20 Mitarbeitern nach eigenen Angaben ums \u00dcberleben. Hintergrund sei die erfolgreiche Klage eines Abmahnvereins. Dieser hatte gegen &#8222;The Duke&#8220; geklagt, weil die Firma ihren alkoholfreien Gin in pfandfreien Flaschen verkauft hat. <\/p>\n<p>Alkoholfreier Gin in pfandlosen Einwegflaschen <\/p>\n<p>Seit 2016 stellt die von zwei ehemaligen M\u00fcnchner Studenten gegr\u00fcndete Destillerie in einer ehemaligen Kartoffelbrennerei in Aschheim Gin her. Wegen des derzeitigen <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/alkoholfreier-wein-nachfrage-steigt-weingueter-passen-sich-an,UMl8wB1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Runs auf alkoholfreie Getr\u00e4nke<\/a> bietet die Firma seit 2022 zudem einen alkoholfreien Gin an \u2013 allerdings in pfandlosen Einwegflaschen. <\/p>\n<p>Deswegen wurde &#8222;The Duke&#8220; vom Berliner Verein &#8222;Verband Sozialer Wettbewerb e.V.&#8220; \u2013 kurz VSV abgemahnt. In einer Unterlassungserkl\u00e4rung fordert der Verein den Hersteller auf, das Verkaufen des alkoholfreien Gins in pfandfreien Einwegflaschen zu unterlassen. Doch der M\u00fcnchner Hersteller weigerte sich und sah sich mit einer Klage vom VSW konfrontiert. <\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Klage: In Deutschland herrscht Pfandpflicht \u2013 mit Ausnahmen <\/p>\n<p>Das Problem: Grunds\u00e4tzlich besteht in Deutschland <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/pfand-25-cent-milchprodukte-in-plastikflaschen-was-bringt-das,Tzppf8G\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr Einweg-Getr\u00e4nkeverpackungen eine Pfandpflicht<\/a>. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel f\u00fcr Sekt, Wein und Spirituosen, wie eben Gin. F\u00fcr alkoholfreie Getr\u00e4nke gilt die Ausnahme in der Regel allerdings nicht. <\/p>\n<p>Trotzdem sei es g\u00e4ngige Praxis in der Branche, so &#8222;The Duke&#8220;, alkoholfreie Pendants zu Sekt, Wein und Schnaps ebenfalls ohne Pfand im Handel anzubieten. Grund: Als das Pfandgesetz in Kraft trat, spielten alkoholfreie Spirituosen laut der Destillerie noch keine Rolle, so der Hersteller. <\/p>\n<p>Berliner Verein sieht Wettbewerb verzerrt <\/p>\n<p>Der Berliner &#8222;Verband Sozialer Wettbewerb&#8220;, kurz VSW, verweist auf BR-Anfrage darauf, dass es sich bei dem von &#8222;The Duke&#8220; angebotenen Getr\u00e4nk um keine Spirituose handle, sondern lediglich um ein alkoholfreies Getr\u00e4nk. Deswegen greift die Pfandpflicht, findet der VSW, und gewann in zweiter Instanz vor dem M\u00fcnchner Oberlandesgericht. Die Folge: Die M\u00fcnchner Destillerie muss laut eigenen Angaben Schadensersatz leisten und die Kosten des Verfahrens \u00fcbernehmen \u2013 insgesamt 68.000 Euro. Das sei f\u00fcr die kleine Destillerie mit ihren 20 Mitarbeitern existenzgef\u00e4hrdend.<\/p>\n<p>VSW: Auch andere Hersteller wegen pfandfreier Flaschen abgemahnt <\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Destillerie empfindet die Klage von VSW als willk\u00fcrlich und f\u00fchlt als S\u00fcndenbock. &#8222;Wir wurden gezielt herausgepickt, obwohl alle in der Branche gleich handeln&#8220;, schreibt &#8222;The Duke&#8220;-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Maximilian von P\u00fcckler in einer Pressemitteilung. <\/p>\n<p>Auf BR-Anfrage teilt der Berliner Verein VSW jedoch mit, er habe auch andere Hersteller wegen unrechtm\u00e4\u00dfig angebotener pfandfreier Einwegflaschen abgemahnt. Welche Firmen das sind, k\u00f6nne man aus datenschutzrechtlichen Gr\u00fcnden nicht sagen, so VSW. <\/p>\n<p>Zudem sei die in Deutschland bestehende Pfandpflicht f\u00fcr Getr\u00e4nke in Einwegflaschen ein geeignetes Mittel f\u00fcr den Umweltschutz. Gerade wenn man in der Natur sei, stelle man fest, dass dort sehr oft Getr\u00e4nkeverpackungen rumliegen w\u00fcrden, die eben nicht der Pfandpflicht unterliegen, so der VSW. <\/p>\n<p>In seiner Stellungnahme an den BR widerspricht der Verein zudem der Darstellung, wonach VSW mit Produzenten gro\u00dfer Spirituosen kooperiere. Genau das behauptet aber der M\u00fcnchner Gin-Hersteller in einer Pressemitteilung. <\/p>\n<p>Absurder Ausweg: Steingut statt Glas<\/p>\n<p>Als weitere Folge des Urteils mussten laut &#8222;The Duke&#8220; die betroffenen Flaschen mit alkoholfreiem Gin sofort aus dem Handel genommen werden. Ein Wechsel auf Pfandflaschen sei aber nicht realistisch, da Superm\u00e4rkte laut der Destillerie alkoholfreie Spirituosen mit Pfand nicht zur\u00fccknehmen w\u00fcrden und den Vertrieb der Produkte verweigerten. <\/p>\n<p>Wie absurd das deutsche Pfandgesetz sei, k\u00f6nne man an der nun gefundenen L\u00f6sung sehen, so &#8222;The Duke&#8220;: Inzwischen bietet die M\u00fcnchner Destillerie ihren alkoholfreien Gin in Steingut-Flaschen an. Diese sind laut Unternehmen vom Pfand generell befreit. <\/p>\n<p>Destillerie setzt nun auf Crowdfunding <\/p>\n<p>Die Firma fordert deswegen eine einheitliche gesetzliche Regelung, die nicht missbr\u00e4uchlich ausgelegt werden kann. Mit einer Crowdfunding-Kampagne will die Firma zudem auf den Fall aufmerksam machen und seine Fans zur Unterst\u00fctzung aufrufen, um den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die M\u00fcnchner Destillerie &#8222;The Duke&#8220; k\u00e4mpft mit ihren 20 Mitarbeitern nach eigenen Angaben ums \u00dcberleben. 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