{"id":292162,"date":"2025-07-25T06:14:11","date_gmt":"2025-07-25T06:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292162\/"},"modified":"2025-07-25T06:14:11","modified_gmt":"2025-07-25T06:14:11","slug":"duisburg-bekannt-durch-gewalt-und-sozialbetrug-weiterer-weisser-riese-wird-gesprengt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292162\/","title":{"rendered":"Duisburg: Bekannt durch Gewalt und Sozialbetrug \u2013 Weiterer \u201eWei\u00dfer Riese\u201c wird gesprengt"},"content":{"rendered":"<p>Die Hochh\u00e4user galten einst als Vorzeigeprojekte, entwickelten sich aber zum Problemviertel: Nun wird in Duisburg am Sonntag ein \u201eWei\u00dfer Riese\u201c gesprengt. Die Stadt plant einen Neuanfang mit Parkanlage.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein lauter Knall \u2013 und von einem der gr\u00f6\u00dften Wohnh\u00e4user des Ruhrgebiets wird nur noch Schutt und Staub \u00fcbrig sein. Am Sonntagmittag um 12 Uhr wird in Duisburg der n\u00e4chste \u201eWei\u00dfe Riese\u201c gesprengt. Die Hochhaus-Gegend im Westen der Stadt war in den vergangenen Jahren als Problemviertel in die Schlagzeilen geraten, Paketboten und andere Lieferanten trauten sich zeitweise nicht mehr in die Geb\u00e4ude. Nun soll das Viertel umgebaut werden.<\/p>\n<p>Der Wohnpark Hochheide mit seinen sechs \u201eWei\u00dfen Riesen\u201c entstand von 1969 bis 1974. Die Wohnungen waren damals in der Duisburger Arbeiterschaft begehrt. \u201eDamals tr\u00e4umte man von der Moderne. Urbanit\u00e4t durch Dichte war das Schlagwort \u2013 also in die H\u00f6he bauen, gro\u00dfe Freifl\u00e4chen dazwischen erzeugen\u201c, sagt Martin Offergeld, Leiter des Sachgebiets Stadterneuerung in Duisburg.<\/p>\n<p>Die Wei\u00dfen Riesen waren mehr als 60 Meter hoch, hatten \u00fcber 20 Stockwerke. \u201eHochheide war das angesagteste und modernste Wohnviertel, das es in der ganzen Region gab\u201c, betont Offergeld.<\/p>\n<p>Erst Traumgegend, dann Problemviertel<\/p>\n<p>Schon in den 1980er-Jahren begann der Abstieg. Viele Wohnungen standen leer, investiert wurde kaum noch, die Geb\u00e4ude verwahrlosten. Hinzu kamen einige Bau-Skandale und Probleme mit windigen Investoren. Schlie\u00dflich wollte kaum noch jemand in Hochheide wohnen. In den 2010er-Jahren standen laut Stadt mehr als 800 der 1440 Wohnungen leer. Zur\u00fcck blieben fast nur Fl\u00fcchtlinge, die dort untergebracht wurden, und sozial schwache Bewohner.<\/p>\n<p>Drei der \u201eWei\u00dfen Riesen\u201c sind heute noch bewohnt. Polizei und Ordnungsamt berichten dort immer wieder von Problemen. Im vergangenen Jahr hatte sich etwa <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article256214278\/duisburger-problem-hochhaus-sicherheit-beeintraechtigt-auch-picnic-beliefert-weissen-riesen-nicht-mehr.html\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article256214278\/duisburger-problem-hochhaus-sicherheit-beeintraechtigt-auch-picnic-beliefert-weissen-riesen-nicht-mehr.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">die Logistikfirma DHL wochenlang geweigert<\/a>, dort Pakete auszuliefern, weil Zusteller bedroht wurden. Vor zwei Monaten stoppte auch der Online-Supermarkt Picnic seine Lieferungen in eines der Geb\u00e4ude. Es habe zwei Vorf\u00e4lle gegeben, die die Sicherheit der Mitarbeiter beeintr\u00e4chtigt h\u00e4tten, hie\u00df es zur Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Bei einer gro\u00df angelegten Kontrolle in dem Brennpunkt-Hochhaus stellten die Beh\u00f6rden im vergangenen Oktober Dutzende F\u00e4lle von mutma\u00dflichem Kindergeld-Betrug und weiteren Sozialbetrug fest. Die Beh\u00f6rden gingen davon aus, dass viele der 1400 registrierten Bewohner nur zum Schein in dem Haus gemeldet waren, um Sozialleistungen zu kassieren.<\/p>\n<p>Die Stadt Duisburg hat einen ambitionierten Plan f\u00fcr das Viertel entworfen. Grundlage daf\u00fcr ist der Abriss von drei der sechs \u201eWei\u00dfen Riesen\u201c. Die ersten beiden wurden 2019 und 2021 gesprengt \u2013 nun folgt der dritte. An ihrer Stelle soll ein 6,5 Hektar gro\u00dfer Stadtpark entstehen.<\/p>\n<p>Auch die drei noch bestehenden Hochh\u00e4user nimmt die Stadt in den Blick. Es gibt inzwischen ein Stadtteilzentrum, R\u00e4ume f\u00fcr Freizeitangebote und Unterst\u00fctzung f\u00fcr gemeinsame Projekte der Anwohner. Das soll die Lebensqualit\u00e4t steigern.<\/p>\n<p>Schrottimmobilien sorgen f\u00fcr Probleme<\/p>\n<p>Schrottimmobilien sorgen in fast allen Ruhrgebietsst\u00e4dten f\u00fcr massive Probleme. Teilweise werden ganze Stadtviertel in Mitleidenschaft gezogen. Selbst kriminelle Clans h\u00e4tten solche heruntergekommenen Wohnh\u00e4user inzwischen als Gesch\u00e4ftsmodell entdeckt, berichtet die Sicherheitskooperation (Siko) Ruhr. Clans erwerben demnach schrottreife Immobilien, um sie zu teils horrenden Preisen an wehrlose Menschen weiterzuvermieten \u2013 h\u00e4ufig kombiniert mit Sozialbetrug.<\/p>\n<p>Viele St\u00e4dte versuchen deshalb, solche Geb\u00e4ude zu kaufen und abzurei\u00dfen. Das Land NRW unterst\u00fctzt das mit F\u00f6rdermitteln in Millionenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Sprengung mit \u201eKipp-Kollaps-Faltung\u201c<\/p>\n<p>Das Hochhaus, das diesmal in Duisburg gesprengt wird, ist ein eher kleiner \u201eWei\u00dfer Riese\u201c. 160 Wohnungen gab es in dem 63 Meter hohen Geb\u00e4ude. Seit Juli 2020 steht es leer.<\/p>\n<p>Gesprengt wird es nach Angaben der Stadt um 12 Uhr mit der sogenannten \u201eKipp-Kollaps-Faltung\u201c. Dabei wird leicht zeitversetzt zweimal gesprengt, sodass das Geb\u00e4ude erst kippt und dann kollabiert. Dadurch soll es unter anderem weniger Ersch\u00fctterungen beim Einsturz geben \u2013 denn rund um das gesprengte Hochhaus wohnen viele Menschen.<\/p>\n<p>Gut 2200 Menschen m\u00fcssen am Tag der Sprengung bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen, Stra\u00dfen werden gesperrt und Buslinien umgeleitet. Den Anwohnern stellt die Stadt Aufenthaltsm\u00f6glichkeiten in einer Schule zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>Die Stadt Duisburg appelliert an Interessierte, die Sprengung nicht vor Ort anzuschauen. Durch die weitr\u00e4umige Absperrung und die ohnehin angespannte Verkehrssituation an dem Tag gebe es kaum Sichtm\u00f6glichkeiten auf den \u201eWei\u00dfen Riesen\u201c.<\/p>\n<p>Wer den Moment der Sprengung verfolgen wolle, solle auf die Live-\u00dcbertragungen etwa im WDR-Fernsehen ausweichen, bittet die Stadt.<\/p>\n<p>dpa\/kr\u00f6<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Hochh\u00e4user galten einst als Vorzeigeprojekte, entwickelten sich aber zum Problemviertel: Nun wird in Duisburg am Sonntag ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":292163,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[15323,3364,29,3715,30,3037,110,1209],"class_list":{"0":"post-292162","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-duisburg","12":"tag-germany","13":"tag-hochhaeuser","14":"tag-newsteam","15":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114912406025616446","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=292162"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292162\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/292163"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=292162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=292162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=292162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}