{"id":292438,"date":"2025-07-25T08:48:17","date_gmt":"2025-07-25T08:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292438\/"},"modified":"2025-07-25T08:48:17","modified_gmt":"2025-07-25T08:48:17","slug":"starker-euro-2025-alle-vor-und-nachteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292438\/","title":{"rendered":"Starker Euro 2025: Alle Vor- und Nachteile"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 25.07.2025 08:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der Euro ist seit Jahresbeginn zum Dollar massiv gestiegen. Der starke Euro ist eine Entlastung f\u00fcr Verbraucher &#8211; doch f\u00fcr deutsche Unternehmen wird er zum Problem. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUS-Pr\u00e4sident Donald Trump hat dem Dollar kein Gl\u00fcck gebracht: Seit seinem Amtsantritt ist die US-Devise massiv unter Druck geraten. Trumps erratische Zollpolitik brachte das Image des Dollar als sicherer Hafen und Weltreservew\u00e4hrung ins Wanken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEiner der gro\u00dfen Profiteure dieser Entwicklung ist der Euro: Seit dem Amtsantritt Trumps hat die europ\u00e4ische Gemeinschaftsw\u00e4hrung zum Dollar massiv aufgewertet, zeitweise erreichte sie mit 1,1826 Dollar den h\u00f6chsten Stand seit rund vier Jahren. Zum Vergleich: Im Januar hatte der Euro noch bei 1,03 Dollar notiert.<\/p>\n<p>    Run auf europ\u00e4ische ETFs &#8211; wegen Trump<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei ist der starke Euro nicht zuletzt ein Spiegelbild der schleichenden, aber konsequenten Verlagerung der internationalen Kapitalstr\u00f6me. Viele Investoren zogen seit dem Amtsantritt Trumps ihr Kapital aus den USA ab und <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/finanzen\/zollstreit-dax-rekorde-100.html\" title=\"Europ\u00e4ische B\u00f6rsen profitieren vom Zollstreit mit den USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">investierten verst\u00e4rkt in Europa<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo flossen laut dem franz\u00f6sischen Verm\u00f6gensverwalter Amundi im ersten Halbjahr 2025 rund 151 Milliarden Euro in europ\u00e4ische ETFs &#8211; das ist ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Andreas Pfitzner vom deutschen Verm\u00f6gensverwalters Eyb &amp; Wallwitz sieht im aktuellen Euro-Dollar-Kurs denn auch ein &#8222;klares Signal f\u00fcr die sinkende Attraktivit\u00e4t der USA als Anlageziel&#8220;.<\/p>\n<p>    Sprit g\u00fcnstiger, weniger Inflation, sinkende Zinsen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr deutsche Verbraucher ist der starke Euro erst einmal eine positive Nachricht &#8211; und das nicht nur f\u00fcr USA-Urlauber. Elektronik, Kleidung oder andere Waren, die aus dem Dollar-Raum importiert werden, werden tendenziell g\u00fcnstiger, kann man doch f\u00fcr einen Euro mehr kaufen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch an der Tankstelle macht sich der starke Euro positiv bemerkbar, schlie\u00dflich wird Roh\u00f6l an den Rohstoffm\u00e4rkten in Dollar gehandelt: Steigt der Euro\/Dollar-Kurs, so f\u00fchrt dies zu Preissenkungen (in Euro) der in Dollar gehandelten Rohstoffe. Heiz\u00f6l, Benzin und Diesel werden damit hierzulande &#8211; unter sonst gleichen Bedingungen &#8211; g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas bedeutet einen sinkenden Inflationsdruck im Euroraum: Der starke Euro wirkt wie eine Bremse auf die Verbraucherpreise, die &#8222;importierte Inflation&#8220; sinkt. Das erweitert den Spielraum der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/konjunktur\/ezb-zinsentscheid-102.html\" title=\"Nach sieben Zinssenkungen: EZB l\u00e4sst Leitzinsen unver\u00e4ndert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB)<\/a> f\u00fcr Zinssenkungen, wovon wiederum Kreditnehmer und Immobilienk\u00e4ufer profitieren.<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/tanken-136.jpg\" alt=\"Eine Frau betankt ein Auto an einer Tankstelle.\" title=\"Eine Frau betankt ein Auto an einer Tankstelle. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p>Sinkende Preise f\u00fcr Kraftstoffe und Heiz\u00f6l<\/p>\n<p>            Im laufenden Jahr sind in Deutschland die Preise f\u00fcr Kraftstoffe und Heiz\u00f6l bislang in jedem Monat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum teils deutlich gefallen und haben damit zum R\u00fcckgang der Inflationsrate ma\u00dfgeblich beigetragen. So gingen etwa im Juni die Preise f\u00fcr Kraftstoffe <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/07\/PD25_250_611.html\" title=\"Destatis Verbraucherpreise Juni\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">um 4,6 Prozent zur\u00fcck<\/a>, leichtes Heiz\u00f6l verbilligte sich um 5,6 Prozent. Das lag aber nicht nur am starken Euro, sondern auch an den gestiegenen F\u00f6rdermengen des \u00d6lkartells OPEC, der schw\u00e4cheren globalen Nachfrage und den unsicheren Wachstumsaussichten infolge der US-Zollpolitik. <\/p>\n<p>    Starke Belastung f\u00fcr Exportunternehmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen gro\u00dfe Nachteile f\u00fcr deutsche Unternehmen. Denn der starke Euro verteuert deutsche Produkte im Ausland und dr\u00fcckt damit die Nachfrage. &#8222;F\u00fcr unsere exportorientierten Unternehmen stellt dies eine Belastung dar&#8220;, betont denn auch der Au\u00dfenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) Volker Treier.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWie sehr die deutsche Volkswirtschaft von Ausfuhren abh\u00e4ngig ist, zeigt ein Blick auf die Exportquote &#8211; <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/Globalisierungsindikatoren\/aussenwirtschaft.html#243512\" title=\"Destatis Au\u00dfenhandel\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">2024 lag sie bei 42,1 Prozent<\/a>. Das bedeutet: 42,1 Prozent des gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wurden durch den Export von G\u00fctern und Dienstleistungen erwirtschaftet. Zum Vergleich: 1993 waren es noch 19,9 Prozent gewesen.<\/p>\n<p>    SAP beziffert negative W\u00e4hrungseffekte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHinzu kommt: Im Ausland erzielte Erl\u00f6se und Gewinne sind beim R\u00fccktausch in Euro weniger wert. F\u00fcr Unternehmen, die einen Gro\u00dfteil ihrer Ums\u00e4tze im Ausland erzielen, ist der starke Euro damit ein Nachteil. Ein gutes Beispiel f\u00fcr diesen Effekt ist SAP: F\u00fcr den wertvollsten b\u00f6rsennotierten Konzern Europas sind die USA der gr\u00f6\u00dfte Markt &#8211; bei der Umrechnung in Euro bleibt von Umsatz und Gewinn dementsprechend weniger \u00fcbrig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAktuell geht SAP bei seinen Jahreszielen noch von einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,08 Dollar je Euro aus. Sollte der Wechselkurs aber f\u00fcr den Rest des Jahres bei 1,17 Dollar liegen, so w\u00fcrde das <a href=\"https:\/\/www.sap.com\/investors\/de\/why-invest\/recent-results.html\" title=\"SAP Q2 \" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">laut SAP-Berechnungen<\/a> beim Umsatzwachstum in der Cloud 3,5 Prozentpunkte und beim operativen Ergebnis 3,0 Prozentpunkte kosten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Unternehmen wie SAP, die eine hohen Anteil ihres Umsatzes in Dollar erzielen, werden W\u00e4hrungsabsicherungen damit immer wichtiger, wollen sie ihre Gewinne und Margen vor negativen Wechselkursentwicklungen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>    Fallende Gewinne und Aktienkurse?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd SAP ist keine Ausnahme: Der starke Euro d\u00fcrfte viele Unternehmen in der Eurozone bereits in der laufenden Berichtssaison massiv belasten, sind Experten \u00fcberzeugt. &#8222;Die allgemeine Erwartung ist, dass der Gewinn je Aktie im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent sinkt, das w\u00e4re ein F\u00fcnf-Quartals-Tief&#8220;, betont Laurent Denize vom Verm\u00f6gensverwalter Oddo BHF. Hauptgr\u00fcnde seien schw\u00e4chere Ums\u00e4tze &#8211; und der starke Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Aus unserer Sicht stehen wir erst am Anfang der Dollar-Baisse&#8220;, so Denize. Der Anlageexperte rechnet daher f\u00fcr die kommenden Monate mit einer Konsolidierungsphase an den europ\u00e4ischen Aktienm\u00e4rkten. Fakt ist: Vor allem f\u00fcr den von exportorientierten Unternehmen dominierten DAX d\u00fcrfte der starke Euro zum Risiko werden.<\/p>\n<p>    Konsequenzen auch f\u00fcr Arbeitnehmer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSollten sich die negativen Effekte des starken Euro nun zunehmend in den Bilanzen der deutschen und europ\u00e4ischen Konzerne widerspiegeln, so w\u00e4re das aber nicht nur f\u00fcr deren Aktion\u00e4re eine negative Botschaft. Denn leiden die deutschen Unternehmen, so schl\u00e4gt das unmittelbar auf die Konjunktur und &#8211; mit entsprechender Verz\u00f6gerung &#8211; auch auf die Arbeitspl\u00e4tze hierzulande durch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 25.07.2025 08:10 Uhr Der Euro ist seit Jahresbeginn zum Dollar massiv gestiegen. 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