{"id":292523,"date":"2025-07-25T09:36:10","date_gmt":"2025-07-25T09:36:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292523\/"},"modified":"2025-07-25T09:36:10","modified_gmt":"2025-07-25T09:36:10","slug":"whatsapp-mit-werbung-ist-das-vorhaben-datenschutzkonform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292523\/","title":{"rendered":"WhatsApp mit Werbung \u2013 Ist das Vorhaben datenschutzkonform?"},"content":{"rendered":"<p>Die Funktionen der Messaging-App WhatsApp sind \u00fcber die Jahre immer vielf\u00e4ltiger geworden und waren bereits mehrfach Thema unserer Berichterstattung (zuletzt berichteten wir \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-notizen.de\/whatsapp-channels-wie-koennen-unternehmen-die-neue-funktion-datenschutzkonform-nutzen-3051426\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Channels<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-notizen.de\/whatsapp-communities-0152881\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Communities<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-notizen.de\/training-von-meta-ai-mit-nutzerdaten-hat-begonnen-eilverfahren-vor-gericht-erfolglos-1954004\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meta AI<\/a> und den <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-notizen.de\/neue-whatsapp-funktion-endlich-mehr-datenschutz-3354737\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erweiterter Chat-Datenschutz<\/a>). Aber eines war die Plattform bislang immer: <strong>werbefrei<\/strong>.<\/p>\n<p>Damit soll jetzt Schluss sein. Meta k\u00fcndigte an, dass Werbung in Zukunft \u201eTeil des Nutzererlebnisses\u201c bei WhatsApp sei. Werbeanzeigen sollen k\u00fcnftig auf dem \u201eAktuelles\u201c-Tab in den Bereichen \u201eStatus\u201c und \u201eKan\u00e4le\u201c erscheinen. Das neue Werbemodell soll in den kommenden Monaten schrittweise eingef\u00fchrt werden. Die Einf\u00fchrung in der EU sei laut Aussagen von WhatsApp gegen\u00fcber der <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/whatsapp-meta-ads-eu-facebook-instagram-2026\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">irischen Datenschutzkommission<\/a> (DPC) jedoch <strong>fr\u00fchestens im Jahr 2026<\/strong> geplant.<\/p>\n<p>Was plant Meta?<\/p>\n<p>Dabei soll die Werbung bei WhatsApp m\u00f6glichst auf die Interessen des jeweiligen Users zugeschnitten sein. F\u00fcr diese personalisierte Werbung verwendet WhatsApp nach <a href=\"https:\/\/business.whatsapp.com\/whatsapp-ads\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eigenen Angaben<\/a> u. a. <strong>folgende Informationen<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Grundlegende Konto-Information wie L\u00e4ndervorwahl und ggf. das Alter,<\/li>\n<li>Ger\u00e4teinformationen wie Spracheinstellungen,<\/li>\n<li>ungef\u00e4hrer Standort,<\/li>\n<li>Aktivit\u00e4t im Aktuelles-Tab: Aktivit\u00e4tsinformationen zu Statusmeldungen und Kan\u00e4len, z. B. Kan\u00e4le, denen die Benutzer folgen, Inhalte, mit denen sie sich in den Kan\u00e4len besch\u00e4ftigen, und auf welche Weise Personen mit den Anzeigen interagieren, die sie sehen,<\/li>\n<li>Aktivit\u00e4t in anderen Meta-Apps: F\u00fcr Nutzer, die WhatsApp mit ihrem Meta Accounts Center verkn\u00fcpft haben, werden die Anzeigeneinstellungen von anderen Konten (Instagram und Facebook) f\u00fcr Werbeanzeigen verwendet, um die angezeigten Inhalte noch gezielter gestalten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwar betont Meta, dass Telefonnummern, pers\u00f6nliche Nachrichten, Anrufe, Statusmeldungen und Kontakte auf dem Ger\u00e4t Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselt bleiben und <strong>nicht f\u00fcr angezeigte Werbung<\/strong> verwendet werden.<\/p>\n<p>Viel Kritik<\/p>\n<p>Dennoch l\u00f6ste das Vorhaben insbesondere bei europ\u00e4ischen Datensch\u00fctzern und Regulierungsbeh\u00f6rden Besorgnis aus. Dabei steht vor allem der plattform\u00fcbergreifende Datenaustausch in der <strong>Kritik.<\/strong><\/p>\n<p>Unter den Kritikern ist beispielsweise die Datenschutzorganisation NOYB (None Of Your Business), welche argumentiert, dass die Nutzer nicht ausreichend \u00fcber die Konsequenzen der Datennutzung informiert werden und keine wirkliche Wahl haben, ob sie personalisierte Werbung erhalten m\u00f6chten oder nicht. Es k\u00f6nnte also an der erforderlichen transparenten Einwilligungserkl\u00e4rung der Nutzer fehlen. Zudem verfestige Meta damit laut NOYB sein Social-Networking-Monopol, was eigentlich durch EU-Recht, wie dem \u201e<a href=\"https:\/\/www.datenschutz-notizen.de\/der-digital-marktes-act-oder-die-fetten-jahre-sind-vorbei-3245405\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digital Market Act<\/a>\u201c, verhindert werden sollte.<\/p>\n<p>Dazu \u00e4u\u00dferte sich ein WhatsApp-Sprecher laut <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2025\/messenger-update-auf-whatsapp-laeuft-kuenftig-personalisierte-werbung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">netzpolitik.org<\/a>, einem Magazin f\u00fcr Internetpolitik und Datenschutz, in einer E-Mail. WhatsApp schreibe, dass die Kritik von NOYB ungenau sei. Man habe sich M\u00fche gegeben, die Privatsph\u00e4re zu sch\u00fctzen und die Werbung in einen Extra-Tab ausgelagert. Zudem seien sie zuversichtlich, dass der Plan den rechtlichen Anforderungen weltweit und damit auch der EU entspreche.<\/p>\n<p>Kritiker sehen allerdings das Risiko, dass gerade keine datenschutzkonforme <strong>Einwilligungserkl\u00e4rung<\/strong> zur Verarbeitung der Nutzerdaten zum Zwecke der personalisierten Werbung eingeholt werde. Diese m\u00fcsste informiert, freiwillig und widerrufbar sein. Das bedeutet, Meta m\u00fcsste ein echtes Opt-in anbieten und m\u00fcsste auch ohne Einwilligung vollumf\u00e4nglich nutzbar bleiben. Die Nutzer m\u00fcssten klar und verst\u00e4ndlich dar\u00fcber <strong>informiert <\/strong>werden, welche Daten verarbeitet werden, zu welchem Zweck, und wie die Daten verkn\u00fcpft werden. Auch d\u00fcrfe Meta die Daten nicht einfach mit Facebook- oder Instagram-Profilen zusammenf\u00fchren ohne, dass der Nutzer auch hierzu explizit und freiwillig zugestimmt hat. Daneben wird eine m\u00f6glicherweise unzul\u00e4ssige <strong>Zweck\u00e4nderung <\/strong>darin gesehen, dass ein urspr\u00fcnglich nicht werbefinanziertes Gesch\u00e4ftsmodell mit dieser neuen Verarbeitung nicht \u201ekompatibel\u201c sei. Im Sinne der <strong>Datensparsamkeit <\/strong>d\u00fcrfte keine umfangreiche Profilbildung mit sensiblen Kommunikationsdaten erstellt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das geplante Vorhaben, Werbung in WhatsApp einzuf\u00fchren, wirft wichtige datenschutzrechtliche Fragen auf. W\u00e4hrend Meta betont, die Privatsph\u00e4re der Nutzer zu sch\u00fctzen, bestehen berechtigte Bedenken, insbesondere ob die erforderlichen transparenten und freiwilligen Einwilligungen tats\u00e4chlich eingeholt werden. Insgesamt bleibt abzuwarten, ob die Umsetzung den strengen Anforderungen der DSGVO entspricht und die Nutzer wirklich ausreichend gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Funktionen der Messaging-App WhatsApp sind \u00fcber die Jahre immer vielf\u00e4ltiger geworden und waren bereits mehrfach Thema unserer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":292524,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,30,670,65358,85839,85840,190,189,194,191,85841,10275,672,193,192],"class_list":{"0":"post-292523","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-meta","11":"tag-noyb","12":"tag-personalisierte-werbung","13":"tag-sb-ds-koordinator-geprueft","14":"tag-science","15":"tag-science-technology","16":"tag-technik","17":"tag-technology","18":"tag-werbeanzeigen","19":"tag-werbung","20":"tag-whatsapp","21":"tag-wissenschaft","22":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114913200305651772","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=292523"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292523\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/292524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=292523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=292523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=292523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}