{"id":292726,"date":"2025-07-25T11:30:17","date_gmt":"2025-07-25T11:30:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292726\/"},"modified":"2025-07-25T11:30:17","modified_gmt":"2025-07-25T11:30:17","slug":"aus-fuer-intel-in-magdeburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/292726\/","title":{"rendered":"Aus f\u00fcr Intel in Magdeburg"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein dickes Fragezeichen stand schon hinter dem Milliardenprojekt, jetzt kommt das Aus: Der kriselnde Chiphersteller Intel kippt die Pl\u00e4ne f\u00fcr seine Riesenfabriken in Magdeburg mit bis zu 3.000 Jobs. Damit fehlt der Region eine angek\u00fcndigte Investition von 30 Milliarden Euro, davon knapp 10 Milliarden Euro Subventionen vom deutschen Steuerzahler. Was bedeutet dieser R\u00fcckschlag? Aus Sachsen-Anhalt kommt die Botschaft: Das ist schmerzlich, aber es haut uns nicht um. Die wichtigsten Antworten.\u00a0<\/p>\n<p>Wie begr\u00fcndet Intel das Aus f\u00fcr das Projekt?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Intel-Chef Lip-Bu Tan spricht von fehlender Nachfrage f\u00fcr die neuen Kapazit\u00e4ten. Der Chipkonzern steckt in der Krise. Im vergangenen Quartal verzeichnete er einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar. Lip-Bu Tan ist auf Sparkurs. Die Zahl der Mitarbeiter, Ende 2024 noch bei 109.000, soll Ende dieses Jahres auf rund 75.000 sinken. Das Magdeburg-Projekt h\u00e4tte den Konzern 20 Milliarden Dollar aus eigenen Mitteln gekostet &#8211; das Geld hat er nicht \u00fcbrig. Deshalb hatte die Konzernspitze im September bereits eine Verschiebung angek\u00fcndigt. Jetzt folgt die endg\u00fcltige Absage.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Klar ist aber auch: Magdeburg war eine Idee des fr\u00fcheren Konzernchefs Pat Gelsinger, der Intel als Auftragsfertiger f\u00fcr andere Chipfirmen zur\u00fcck in die Weltspitze bringen wollte. Sein Nachfolger nennt die Fabrik-Investitionen \u201eunklug und ma\u00dflos\u201c. Auch die America-First-Politik des seit Jahresbeginn amtierenden Pr\u00e4sidenten Donald Trump hinterl\u00e4sst Bremsspuren.\u00a0<\/p>\n<p>Warum \u00fcberhaupt diese Fabrik mit Milliardensubventionen?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr die fr\u00fchere Ampel-Koalition war es eine strategische Entscheidung von nationaler Bedeutung, die ihr Beihilfen von 9,9 Milliarden Euro wert gewesen w\u00e4re. Seit der Corona-Krise war die Abh\u00e4ngigkeit von Chipimporten augenf\u00e4llig. Weil w\u00e4hrend der Pandemie kaum Nachschub aus Asien kam, standen bei Autobauern B\u00e4nder still, Laptops waren schwer zu bekommen, man wartete monatelang auf Waschmaschinen. Fabriken in Europa sollten mehr Versorgungssicherheit bringen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilt die Ziele im Prinzip. Im Entwurf ihrer High-Tech-Agenda hei\u00dft es: \u201eWir st\u00e4rken die Resilienz von Lieferketten und mindern kritische Abh\u00e4ngigkeiten in der Chip-Versorgung.\u201c Und: \u201eWir schaffen Anreize f\u00fcr mehr Fertigung von Chips, Ausr\u00fcstung und Vorprodukten in Deutschland durch mindestens drei neue Werke.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Ist der Ausbau der Chipproduktion in Deutschland nun gestorben?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nein. Ein zweites Gro\u00dfprojekt in Ostdeutschland, die ebenfalls von der Ampel mit Milliarden subventionierte Fabrik des taiwanesischen Halbleiterkonzerns TSMC ist angelaufen. Im M\u00e4rz hie\u00df es von dort, der Bau der 200 mal 200 Meter langen Fabrik f\u00fcr rund 10 Milliarden Euro sei im Zeitplan. Produktionsstart soll 2027 sein. Daneben errichtet auch der Halbleiter-Hersteller Infineon in Dresden eine weitere Fabrik, die im Rohbau fertig ist.\u00a0<\/p>\n<p>Aber was passiert jetzt in Magdeburg?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sachsen-Anhalts Ministerpr\u00e4sident Reiner Haseloff nennt die Entscheidung von Intel schmerzlich. Doch macht sich der CDU-Politiker Hoffnung auf andere Ansiedlungen auf dem f\u00fcr Intel vorgesehenen Gel\u00e4nde. Das Land treibt die Entwicklung zum \u201eHigh-Tech-Park\u201c voran, mit Zufahrtsstra\u00dfen und Infrastruktur. \u201eHier gibt es Anfragen namhafter Unternehmen\u201c, erkl\u00e4rte Haseloff.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Vor zehn Tagen k\u00fcndigte das Unternehmen FMC (Ferroelectric Memory Company), 2016 gegr\u00fcndet aus dem Umfeld der TU Dresden, genau f\u00fcr diesen Industriepark Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Fabrik f\u00fcr Speicherchips an. Dahinter stehen Firmen wie Bosch, Air Liquide, Merck und weitere internationale Investoren. F\u00fcr Sachsen-Anhalt ist das nach Worten von Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) ein wichtiger Plan B zu Intel. Das FMC-Projekt ist aber mit einer genutzten Fl\u00e4che von 100 Hektar viel kleiner als die nun abgesagte Intel-Fabrik, f\u00fcr die der US-Konzern 400 Hektar gekauft hatte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Landeshauptstadt Magdeburg will nach eigenen Angaben die von Intel erworbene Fl\u00e4che zur\u00fcckzukaufen. Ziel sei es, das Gel\u00e4nde anschlie\u00dfend erneut auf dem internationalen Markt zu platzieren, da es f\u00fcr die Ansiedlung eines Gro\u00dfunternehmens optimal geeignet sei.\u00a0<\/p>\n<p>Was passiert mit den eingeplanten F\u00f6rdermilliarden?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die F\u00f6rdermilliarden sollten aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen, dem KTF. Eingeplant waren f\u00fcr 2024 rund 4 Milliarden Euro, die \u00fcbrigen Gelder sollten in den folgenden Jahren flie\u00dfen. Nachdem Intel im vergangenen Herbst die Verschiebung seiner Pl\u00e4ne angek\u00fcndigt hatte, wurde das Geld anders verplant.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Ministerium von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erkl\u00e4rte zun\u00e4chst nur sehr knapp: \u201eEs sind keine Haushaltsmittel f\u00fcr das Vorhaben geflossen. Im Klima- und Transformationsfonds (KTF) sind keine Mittel f\u00fcr Intel eingeplant.\u201c Im \u00dcbrigen sei die Entscheidung aus den USA \u201ekeine gute Nachricht f\u00fcr die betroffene Region\u201c.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">An der H\u00f6he der Subventionen hatte es ohnehin immer wieder Kritik gegeben, unter anderem vom Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW). Auch die Wirtschaftsforscher des IWH kritisieren, Subventionen seien keine L\u00f6sung, sondern die Rahmenbedingungen m\u00fcssten generell ge\u00e4ndert werden.\u00a0<\/p>\n<p>Trifft der R\u00fcckschlag die ostdeutsche Wirtschaft?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Absage des Megaprojekts mit Tausenden Arbeitspl\u00e4tzen ist f\u00fcr die angek\u00fcndigte Investitionsoffensive der Regierung Merz ein D\u00e4mpfer &#8211; und f\u00fcr Ostdeutschland besonders bitter. Dort haben die Menschen nach der Deutschen Einheit viele Vorhaben platzen sehen. Das Leuchtturmprojekt Tesla-Fabrik in Gr\u00fcnheide bei Berlin mit rund 10.000 Mitarbeitern produziert zwar l\u00e4ngst, doch \u00f6rtliche Widerst\u00e4nde und weltweite Absatzr\u00fcckg\u00e4nge der Marke Tesla d\u00e4mpfen auch dort die Euphorie.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die neue Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) gibt sich trotzdem zuversichtlich. Immerhin herrsche nun Klarheit, erkl\u00e4rte Kaiser auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: \u201eWichtig ist, es handelt sich dabei um eine unternehmerische Entscheidung und keine generelle Absage an den Standort. Denn Ostdeutschland ist inzwischen eines der bedeutendsten Cluster der weltweiten Halbleiterproduktion, und f\u00fcr die Bundesregierung bleibt es zentral, diese Entwicklung weiter zu f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/33aa0ed6-ea79-497c-ac1b-0580423047a3.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Der Chiphersteller Intel muss sparen. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Fabrik bei Magdeburg gibt er auf. (Symbolbild)\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Der Chiphersteller Intel muss sparen. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Fabrik bei Magdeburg gibt er auf. (Symbolbild) (Foto: Andrej Sokolow\/dpa)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c9902dc6-c7da-4bff-8e6c-9ff0c2ab302c.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Felder zu Industriepark - das war der Plan in Magdeburg. Die riesige Intel-Investition ist jedoch geplatzt. (Archivbild)\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Felder zu Industriepark &#8211; das war der Plan in Magdeburg. Die riesige Intel-Investition ist jedoch geplatzt. (Archivbild) (Foto: Peter Gercke\/dpa)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/b7010364-c2f4-44ca-a6d5-969e47f6ccf0.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Baufahrzeuge auf der Baustelle der zun\u00e4chst geplanten Intel-Fabriken im Sommer 2024. Ministerpr\u00e4sident Haseloff hofft nun auf andere Ansiedlungen auf dem Gel\u00e4nde.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Baufahrzeuge auf der Baustelle der zun\u00e4chst geplanten Intel-Fabriken im Sommer 2024. Ministerpr\u00e4sident Haseloff hofft nun auf andere Ansiedlungen auf dem Gel\u00e4nde. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert\/dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein dickes Fragezeichen stand schon hinter dem Milliardenprojekt, jetzt kommt das Aus: Der kriselnde Chiphersteller Intel kippt die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":292727,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,38451,5308,3364,29,30,13,19229,198,85893,14,3923,15,3921,12,381],"class_list":{"0":"post-292726","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-chipfabrik","13":"tag-computer","14":"tag-de","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-intel","19":"tag-internet","20":"tag-megdeburg","21":"tag-nachrichten","22":"tag-nachrichten-aus-deutschland","23":"tag-news","24":"tag-news-aus-deutschland","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-wirtschaftspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114913648826901904","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292726","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=292726"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/292726\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/292727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=292726"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=292726"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=292726"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}