{"id":293042,"date":"2025-07-25T14:22:15","date_gmt":"2025-07-25T14:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/293042\/"},"modified":"2025-07-25T14:22:15","modified_gmt":"2025-07-25T14:22:15","slug":"eine-kleine-oase-mitten-in-der-dresdner-neustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/293042\/","title":{"rendered":"Eine kleine Oase mitten in der Dresdner Neustadt"},"content":{"rendered":"<p>Am siebten Tag ruhte Gott \u2013 so steht es in der Bibel. Aber wo genau? Vielleicht im Garten Eden, diesem sagenhaften Paradies. Ein kleines bisschen davon ist jetzt auch in der Dresdner Neustadt entstanden, direkt neben der Synagoge der Kultusgemeinde. Nicht in sieben Tagen, sondern nach monatelanger Arbeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-07-25-Jakob.jpg\" alt=\"Initiator der R\u00e4um-Aktion: Jakob Lindenthal - Foto: Herbert Lappe\" width=\"2400\" height=\"1678\" class=\"size-full wp-image-229411\"  \/>Initiator der R\u00e4um-Aktion: Jakob Lindenthal \u2013 Foto: Herbert Lappe\n<\/p>\n<p>Die Idee dazu kam von Jakob Lindenthal, Doktorand an der TU Dresden und Freund der Gemeinde. Auf den ersten Blick klang das Vorhaben ziemlich verr\u00fcckt: Ein verwildertes, mit Tr\u00fcmmern \u00fcbers\u00e4tes Grundst\u00fcck sollte in einen bl\u00fchenden Garten verwandelt werden? Jakob lie\u00df sich davon nicht abschrecken. Er bastelte einen groben Plan und startete Aufrufe in den WhatsApp-Gruppen der Gemeinde: Helfer gesucht! Aufgaben: Tr\u00fcmmer wegr\u00e4umen, Unkraut beseitigen, Pflanzen mitbringen \u2013 kleine B\u00e4ume, B\u00fcsche, Blumen, Kr\u00e4uter \u2013 und Gras s\u00e4en. Welcher der B\u00e4ume wohl der ber\u00fchmte biblische Baum der Erkenntnis (des Guten und des B\u00f6sen) ist, bleibt der Fantasie der Besucher \u00fcberlassen. Ebenso, wie man einen Garten anlegt, ohne jegliche finanzielle Zusch\u00fcsse.\n<\/p>\n<p>Einweihung mit Pizza und Gitarre<\/p>\n<p>Am Sonnabend, dem 19. Juli, war es schlie\u00dflich so weit: Der Garten wurde mit einem fr\u00f6hlichen Fest eingeweiht. Aus der \u201espinnigen Idee\u201c ist eine richtige kleine Oase entstanden \u2013 dank der vielen helfenden H\u00e4nde aus der Gemeinde und dem Freundeskreis, darunter auch Nachbarn aus dem Wohnpark nebenan. Es wurde neben Deutsch auch Englisch und Hebr\u00e4isch gesprochen, gelacht, gegessen und gefeiert.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-07-25-Garten-nebenSynagogeArbeiten.jpg\" alt=\"Mit viel ehrenamtlichen Engagement wurde die Gr\u00fcnfl\u00e4che aufger\u00e4umt. Foto: Herbert Lappe\" width=\"2400\" height=\"1350\" class=\"size-full wp-image-229409\"  \/>Mit viel ehrenamtlichen Engagement wurde die Gr\u00fcnfl\u00e4che aufger\u00e4umt. Foto: Herbert Lappe\n<\/p>\n<p>F\u00fcrs leibliche Wohl war gesorgt: die beste Neustadt-Pizza an diesem Abend, gebacken im selbstgebauten Pizzaofen. Dazu hatten viele G\u00e4ste Salate, Kuchen, Bowle und Getr\u00e4nke mitgebracht. Die Sonne schien, die Stimmung war entspannt und ein Planschbecken sorgte f\u00fcr Abk\u00fchlung. Am Abend gab es Gesang zu Gitarrenkl\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Einweihung hat mich sehr bewegt. Einerseits war ich beeindruckt davon, was durch Eigeninitiative und echte Teamarbeit alles m\u00f6glich ist \u2013 ganz ohne gro\u00dfe Leitung von oben. Jakob nannte es \u201eBasisdemokratie\u201c. Andererseits ist da der besondere Ort: Nur wenige Meter entfernt vom Alten Leipziger Bahnhof, von dem aus w\u00e4hrend der NS-Zeit J\u00fcdinnen und Juden in den Tod deportiert wurden. Heute gibt es dort j\u00fcdisches Leben als Teil des gesellschaftlichen Lebens in der Dresdner Neustadt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2025-07-25-Garten-nebenSynagoge.jpg\" alt=\"Neben der Synagoge ist ein h\u00fcbsches G\u00e4rtchen entstanden. Foto: Herbert Lappe\" width=\"2400\" height=\"1350\" class=\"size-full wp-image-229410\"  \/>Neben der Synagoge ist ein h\u00fcbsches G\u00e4rtchen entstanden. Foto: Herbert Lappe\n<\/p>\n<p>Ob Gott wohl in unserem Garten ausruhen h\u00e4tte? Das wissen wir nicht. Aber wir laden alle Nachbarinnen und Nachbarn herzlich ein: Kommt vorbei, entspannt euch und genie\u00dft \u2013 der Garten ist f\u00fcr alle da!\n<\/p>\n<p>Ein Gastbeitrag von\u00a0<a href=\"https:\/\/herbertlappe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Herbert Lappe<\/a>. Der 1946 in London geborene Sohn j\u00fcdischer Emigranten \u00fcbersiedelte mit der Familie in die DDR nach Dresden. Der IT-Berater war langj\u00e4hriger Mitarbeiter im Vorstand der j\u00fcdischen Gemeinde und der Gesellschaft f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit Dresden und wesentlich verantwortlich f\u00fcr den Bau der Neuen Synagoge in Dresden (2001).\n<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Beitr\u00e4ge vergangener Tage<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am siebten Tag ruhte Gott \u2013 so steht es in der Bibel. Aber wo genau? 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