{"id":294343,"date":"2025-07-26T02:12:47","date_gmt":"2025-07-26T02:12:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294343\/"},"modified":"2025-07-26T02:12:47","modified_gmt":"2025-07-26T02:12:47","slug":"ein-abend-zwischen-bangen-und-hoffen-in-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294343\/","title":{"rendered":"Ein Abend zwischen Bangen und Hoffen in Wuppertal"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als gemeinschaftliche Veranstaltung der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) und des Freundeskreises Be\u2018er Sheva (Israel) fand jetzt die Kunstausstellung \u201eWelcome Art\u201c in Verbindung mit dem Thementag Be\u2018er Sheva in der Alten Glaserei unter gro\u00dfer Beteiligung des interessierten Publikums statt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Betroffenheit und Hoffnung, Besorgnis und Zuversicht \u2013 diese Ambivalenz galt es auszuhalten. Nicht nur bei der Betrachtung der zahlreichen Werke, die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aus allen Partnerst\u00e4dten Wuppertals entsandt hatten, sondern auch bei den beiden Kurzvortr\u00e4gen von Arno Gerlach, dem Vorsitzenden des Freundeskreises f\u00fcr die St\u00e4dtepartnerschaft mit Be\u2018er Sheva.<\/p>\n<p>Bei \u201eShalom Chaverim\u201c summten die G\u00e4ste mit      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ergriffenheit und G\u00e4nsehaut \u2013 daf\u00fcr war zum einen der Klarinettist Andr\u00e9 Enth\u00f6fer auf musikalischer Ebene verantwortlich. Er gestaltete den Rahmen der Veranstaltung virtuos auf seinen Instrumenten, denen er hier und da Ankl\u00e4nge an wehm\u00fctige Klezmer-Musik entlockte. Er begleitete kontemplativ den historischen und politischen Exkurs mit Klangexperimenten an der Klarinette: wie gezupft, mit Staccato, Vibrato oder kombiniert mit Widerhall, Verz\u00f6gerung und Klang-Kontinuum \u2013 die Variationen pr\u00e4sentierte er teilweise auf seinem Spaziergang durch die G\u00e4steschaft, und seine Interpretation des israelischen Volksliedes \u201eShalom Chaverim\u201c summten viele G\u00e4ste mit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr diese waren noch etliche St\u00fchle hereingetragen worden. Ihre Begr\u00fc\u00dfung oblag zuerst der Vorsitzenden der Bergischen Kunstgenossenschaft, Brigitte Baumann. Sie verantwortete unter anderem die Betreuung der j\u00fcdischen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die ihre Arbeiten aus Be\u2019er Sheva per Post nach Wuppertal geschickt hatten. \u201eEs ist unglaublich, aber die Sendung der 26 israelischen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die aus zehn Paketen bestand, hat nur eine Woche gebraucht, um hier anzukommen. Und das trotz der Tatsache, dass der Iran Israel beschossen hat\u201c, so Baumann begeistert. Besonders freute sie die Tatsache, dass noch vor Beginn der Veranstaltung bereits ein Kunstwerk aus der Partnerstadt mit einem roten Punkt gekennzeichnet war, was bedeutet, dass dieses Werk bereits verkauft war.<\/p>\n<p>Freundeskreis unterst\u00fctzt Position Netanjahus nicht      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch Arno Gerlach hie\u00df die G\u00e4ste willkommen und \u00fcberbrachte die besten W\u00fcnsche f\u00fcr dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Projekt des B\u00fcrgermeisters von Be\u2019er Sheva sowie des israelischen Botschafters in Berlin. Gerlach gliederte seinen Vortrag in zwei Abschnitte, die Enth\u00f6fer musikalisch voneinander absetzte. Im ersten Teil skizzierte Arno Gerlach das Bild einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Stadt auf ambitioniertem Expansionskurs und zeigte die Perspektiven von Be\u2019er Sheva auf: Die Zukunft liege in der W\u00fcste \u2013 so die herausfordernde These von Kennern der Stadt und der Region in S\u00fcdisrael.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im zweiten Teil sp\u00fcrte Gerlach der dramatischen Geschichte des Staates Israel nach dem Zweiten Weltkrieg nach. In einem Parforce-Ritt entlang der Kriege im Nahen Osten zeigte er die Geschichte und Dramatik des aktuellen Konfliktes zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas auf. Er positionierte den Freundeskreis in seiner eindeutigen politischen Aussage: \u201eDer Freundeskreis ist nicht mit der Haltung des israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Netanjahu einverstanden. Seine Position unterst\u00fctzt der Freundeskreis nicht! Wir sehen und bedauern, dass Pal\u00e4stinenser f\u00fcrchterlich leiden und sterben. Das zu sehen schmerzt uns sehr.\u201c Die aggressiven Siedler in Gaza h\u00e4tte Netanjahu stoppen m\u00fcssen. Der Fl\u00e4chenbrand, der im Nahen Osten entfacht zu werden drohe, habe keine Aussicht auf Erfolg.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Arno Gerlach untermauerte die Haltung des Freundeskreises durch pers\u00f6nliche Begegnungen, beispielsweise mit Holocaust-\u00dcberlebenden Ende der 70er Jahre, nachdem sich der Freundeskreis 1977 gegr\u00fcndet und zaghafte Kontakte gekn\u00fcpft hatte. Die Mitglieder seien Menschen begegnet, die geschworen h\u00e4tten, nie wieder mit einem Deutschen sprechen zu wollen. Gerlach formulierte den zu Herzen gehenden Appell, \u00fcber das Erleben und die pers\u00f6nliche Begegnung eine neue Sicht auf die Verh\u00e4ltnisse zu entwickeln und die eigene, f\u00fcr unverhandelbar gehaltene Position zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Anhand der Meilensteine der Kriegs-Chronologie, die den 1947 neu gegr\u00fcndeten Staat Israel in Pal\u00e4stina noch vor seiner eigentlichen Existenz permanent bedrohte, zeichnete Arno Gerlach ein eher besorgniserregendes Bild, was den Frieden im Nahen Osten anbelangt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zwar gebe es mit Jordanien und \u00c4gypten zwei Staaten, die mit Israel eine friedliche Koexistenz beschlossen h\u00e4tten, andere wie beispielsweise das Emirat Bahrain oder die Vereinigten Arabischen Emirate n\u00e4herten sich an. Friedensorientierte Politiker wie der \u00e4gyptische Ministerpr\u00e4sident Anwar el Sadat oder der jordanien-freundliche israelische Ministerpr\u00e4sident Jitzak Rabin wurden aufgrund ihrer vers\u00f6hnlichen Haltung von Landsleuten ermordet. Andere Staaten im Nahen Osten seien erkl\u00e4rte Feinde Israels und h\u00e4tten sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWohin sollen wir denn jetzt noch gehen, wo sollen wir uns jetzt noch verkriechen?\u201c Durch pers\u00f6nliche Freundschaften erlebten die Mitglieder des Freundeskreises, wie schlimm solche Fragen ankommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir sind tief bedr\u00fcckt, traurig gestimmt und schmerzvoll, weil man nicht wei\u00df, wie das weitergeht\u201c, schlug mit Arno Gerlach ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des neuen Staates Israel T\u00f6ne der Resignation an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als gemeinschaftliche Veranstaltung der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) und des Freundeskreises Be\u2018er Sheva (Israel) fand jetzt die Kunstausstellung \u201eWelcome&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":294344,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[86207,83020,3364,29,62707,86208,3743,30,411,27695,29334,3910,4815,1209,10164,86206,11781,86209,4418],"class_list":{"0":"post-294343","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-arno","9":"tag-bkg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-freundeskreis","13":"tag-freundeskreises","14":"tag-gerlach","15":"tag-germany","16":"tag-israel","17":"tag-israelische","18":"tag-israelischen","19":"tag-kuenstler","20":"tag-kuenstlerinnen","21":"tag-nordrhein-westfalen","22":"tag-osten","23":"tag-sheva","24":"tag-staedtepartnerschaft","25":"tag-suedisrael","26":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114917120767833723","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/294344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}