{"id":294454,"date":"2025-07-26T03:19:09","date_gmt":"2025-07-26T03:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294454\/"},"modified":"2025-07-26T03:19:09","modified_gmt":"2025-07-26T03:19:09","slug":"kunst-im-kohlekraftwerk-festival-lockt-tausende-besucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294454\/","title":{"rendered":"Kunst im Kohlekraftwerk: Festival lockt Tausende Besucher"},"content":{"rendered":"<p>Kunst statt Kohle: Jahrzehntelang war das Heizkraftwerk Nord in Chemnitz die gr\u00f6\u00dfte CO2-Schleuder der Region. Hier wurde Braunkohle f\u00fcr Fernw\u00e4rme und Strom verfeuert. Seit Anfang 2024 ist damit Schluss. Im Kulturhauptstadtjahr ist die Anlage nun imposante Kulisse f\u00fcr ein Kunstfestival, das allj\u00e4hrlich verwaiste Orte mit Gegenwartskunst neu belebt. Mit ihrer aktuellen Schau im stillgelegten Kraftwerk treffen die Festivalmacher offensichtlich einen Nerv: Rund 8.500 Besucher kamen in der ersten Woche.\u00a0<\/p>\n<p>Dort, wo einst Unmengen klimasch\u00e4dliches CO2 in die Luft geblasen wurde, setzen sich internationale K\u00fcnstler mit Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur auseinander. Dazu hat Hito Steyerl in einem der ehemaligen Wassertanks eine LED-Wand aus Bierk\u00e4sten samt Flaschen und lebenden Pflanzen aufgebaut. Aus bioelektrischen Signalen der Pflanzen werden Bild- und Toninhalte generiert. Katharina Sauermann hat den Schadstoff Feinstaub auf ihre Bilder gebannt und schafft so atmosph\u00e4rische Landschaften, die Umweltverschmutzung dokumentieren und sinnlich erfahrbar machen.<\/p>\n<p>Imposanter K\u00fchlturm als Klangraum<\/p>\n<p>Der Japaner Rikuo Ueda macht derweil die Natur selbst zum K\u00fcnstler: An einem Stahlger\u00fcst hat er eine Apparatur gebaut, die durch Wind in Bewegung gesetzt wird und Leinw\u00e4nde bemalt. Nebenan nutzen die Musiker Valeria Zane und Victor Nebbiolo di Castri den einstigen K\u00fchlturm des Kraftwerks als Klangraum ihrer Installation \u00abAural Dissipation\u00bb. Dabei werden ausgehend vom Klang einer Harfe verschiedene Zust\u00e4nde von Wasser klanglich interpretiert.\u00a0<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin Lara Almarcegui aus den Niederlanden hat alte Asphaltbrocken von Stra\u00dfen zu einer monumentalen Skulptur \u00fcber Ressourcenverbrauch und Fl\u00e4chenversiegelung aufgeh\u00e4uft, w\u00e4hrend das deutsch-rum\u00e4nische K\u00fcnstlerduo Matthias B\u00f6hler und Christian Orendt mit einem Zeltcamp das Artensterben aufgreift. In den begehbaren Zelten erscheinen ausgestorbene Tiere wie der Honshu-Wolf und der Jangtse-Delfin geisterhaft auf einem Nebelschleier.<\/p>\n<p>Festival im Kulturhauptstadtjahr in neuer Dimension\u00a0<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen \u00abBegehungen\u00bb zeigen unter dem Titel \u00abEverything is Interaction\u00bb (Alles ist Wechselwirkung) Installationen, Fotografien, Zeichnungen und Skulpturen von mehr als 30 K\u00fcnstlern und K\u00fcnstler-Gruppen. Dabei werden auch konkrete Bez\u00fcge zur Region Mitteldeutschland hergestellt. So werden in einer Videoinstallation historische Fotografien von Tina Bara gezeigt, die sie 1988 im Chemiekombinat Buna im heutigen Sachsen-Anhalt aufgenommen hat. Ana Alenso aus Venezuela verwendet f\u00fcr ihre Arbeit \u00abPech und Blende\u00bb zwei Bohrh\u00e4mmer aus dem fr\u00fcheren Uranbergbau im Erzgebirge und schl\u00e4gt einen Bogen zum globalen Rohstoffhunger samt geopolitischer Konflikte.<\/p>\n<p>Seit 2003 verwandeln die \u00abBegehungen\u00bb allj\u00e4hrlich leerstehende Objekte in tempor\u00e4re Galerien f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst. Schaupl\u00e4tze waren schon ein ehemaliges Gef\u00e4ngnis, ein brachliegendes Schwimmbad, ein alter Bahnhof und ein verwaistes Schlosspalais. Dieses Jahr erstreckt sich das Areal \u00fcber drei gro\u00dfe Hallen und weitere technische Anlagen auf dem Kraftwerksgel\u00e4nde. Damit f\u00e4llt das Festival deutlich gr\u00f6\u00dfer aus als bisher, weil Chemnitz 2025 als Kulturhauptstadt Europas besonders im Interesse der Kulturwelt steht. Die Kunstschau l\u00e4uft noch bis zum 17. August.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kunst statt Kohle: Jahrzehntelang war das Heizkraftwerk Nord in Chemnitz die gr\u00f6\u00dfte CO2-Schleuder der Region. 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