{"id":294589,"date":"2025-07-26T04:37:25","date_gmt":"2025-07-26T04:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294589\/"},"modified":"2025-07-26T04:37:25","modified_gmt":"2025-07-26T04:37:25","slug":"wie-die-ard-die-kontrolle-ueber-ihr-eigenes-format-verliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294589\/","title":{"rendered":"Wie die ARD die Kontrolle \u00fcber ihr eigenes Format verliert"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Seit 35 Jahren bin ich Journalist. Immer wenn ich glaube, schon alles im Job erlebt zu haben, biegt ein Bus um die Ecke. Am vergangenen Sonntag war es wieder so weit: Der \u201eAdenauer SRP+\u201c parkte am Ufer der Spree und \u00f6ffnete seine Lautsprechertore, aus denen es ohrenbet\u00e4ubend \u201eSchei\u00df AfD\u201c schallte. Und zwar mitten in der Aufzeichnung des <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/das-weidel-sommerinterview-war-kein-ausrutscher-li.2340967\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sommerinterviews der ARD mit Alice Weidel.<\/a> Wenn ich mein Geld als Satiriker verdienen m\u00fcsste, w\u00fcrde ich mich vor Verzweiflung in meinen gespitzten Bleistift st\u00fcrzen \u2013 denn die Realit\u00e4t macht mich arbeitslos. Wer sich die absurden Vorg\u00e4nge des Sonntags ausgedacht h\u00e4tte, w\u00e4re als grottenschlechter Kabarettist von der B\u00fchne gebuht worden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die ARD will die Chefin der gr\u00f6\u00dften Oppositionspartei des Landes interviewen und versagt auf ganzer Linie. Stattdessen l\u00e4sst sich das gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentlich-rechtliche Medienhaus der Welt von 30 \u201eOmas gegen rechts\u201c am Nasenring durch die Manege f\u00fchren. Hier aus meiner Sicht die zehn Verlierer und die Gewinnerin des \u201eFernseh-Moments des Jahres\u201c, wie ihn der Initiator der St\u00f6r-Aktion, Philipp Ruch vom Zentrum f\u00fcr Politische Sch\u00f6nheit (ZPS), nannte: <strong>1.\tDie ARD.<\/strong> Heimlich mag man sich in der ARD freuen, dass <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/bericht-aus-berlin\/ard-sommerinterview-alice-weidel\/ard\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2JlcmljaHQgYXVzIGJlcmxpbi8yMDI1LTA3LTIwXzE4LTAwLU1FU1o\">das vor sich hinsiechende Format Sommerinterview<\/a>\u00a0wieder in aller Munde ist. Nur eine Million Zuschauer wollten zwei Wochen zuvor Kanzler Merz an gleicher Stelle h\u00f6ren. Nun waren es bei Weidel eine halbe Million Zuschauer mehr.<\/p>\n<p><img alt=\"Moderator Markus Prei\u00df machte keine gute Figur beim Interview mit der AfD-Chefin Weidel.\" loading=\"lazy\" width=\"5472\" height=\"3648\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c659bd7d-7295-448f-b170-77ded5a7c277.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Moderator Markus Prei\u00df machte keine gute Figur beim Interview mit der AfD-Chefin Weidel.J\u00f6rg Carstensen\/dpa<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Doch: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/was-die-polizei-zum-sommerinterview-von-alice-weidel-sagt-li.2341038\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nun hagelt es seit ein paar Tagen Pr\u00fcgel.<\/a> Warum der Chef vom Dienst das Interview nicht abgebrochen hat, bleibt sein Geheimnis. Es sind nur 200 Meter Luftlinie vom Ort der Aufzeichnung bis zum ARD-Hauptstadtstudio. Dort steht das Studio als Schlechtwetter-Variante immer bereit. Den schwarzen Peter schiebt die ARD nun der AfD-Chefin zu \u2013 sie habe das Interview nicht abbrechen wollen. Das mag sein. Doch wer hat hier die Hosen an? Weidel ist Gast und die ARD der Gastgeber. H\u00e4tte Prei\u00df gesagt: \u201eWir ziehen jetzt um\u201c, w\u00e4re Weidel wohl oder \u00fcbel gefolgt. Eine weitere Variante w\u00e4re gewesen, eine Stunde zu warten und das Gespr\u00e4ch dann fortzusetzen.<\/p>\n<p>ARD: \u201eNachbearbeitung der Aufnahme h\u00e4tte Wirklichkeit verf\u00e4lscht\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Denn es war klar, dass der Protest im Innersten des Regierungsviertels nicht lange anhalten kann. Zeitlich w\u00e4re das kein Problem gewesen: Das Interview wurde ab 14.30 Uhr aufgezeichnet, aber erst um 18 Uhr ausgestrahlt. Die Live-\u00dcbertragung auf Tagesschau24 h\u00e4tte man problemlos abbrechen und die wenigen Zuschauer vertr\u00f6sten k\u00f6nnen. <strong>2.\tDer Moderator.<\/strong> Markus Prei\u00df ist der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios und damit einer der m\u00e4chtigsten Journalisten des Landes. Das angestaubte Format Sommerinterview hat er entschlackt und seine Sache bisher besser gemacht als seine Vorg\u00e4ngerin Tina Hassel.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nun der R\u00fcckschlag: W\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs war Prei\u00df un\u00fcbersehbar und wiederholt am Grinsen. Weidel unterstellte er inmitten des L\u00e4rms: \u201eFrau Weidel sagt gerne mal, dass sie etwas nicht verstanden hat.\u201c Prei\u00df war auch selten in der Lage, Weidel inhaltlich zu stellen. Schon die offene Eingangsfrage w\u00e4re jedem Volont\u00e4r um die Ohren geflogen: \u201eWarum ist Ihnen Ehrlichkeit in der Politik so wichtig?\u201c Wie wird die Einstiegsfrage an den Gr\u00fcnenchef Felix Banaszak im Sommerinterview in zwei Wochen lauten? \u201eWie gef\u00e4llt Ihnen Berlin?\u201c Das Gespr\u00e4ch beendete Prei\u00df mit der Frage: \u201eK\u00f6nnen Sie uns drei Dinge nennen, die in Deutschland richtig gut laufen?\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das erinnert mich an meine Schulzeit. Andauernd musste der Sozialismus gelobt werden: \u201eDie DDR, sie lebe hoch, hoch, hoch!\u201c Aber die CDU greift das Motto bereits auf und ermuntert im Netz, drei Dinge zu nennen, die in Deutschland gut laufen. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/bitteschoen--alice-weidel--das-laeuft-in-deutschland-richtig-gut--35914272.html\">Eine Aktion, an der sich das Magazin Stern gern beteiligt<\/a>. Die Antworten \u201eP\u00fcnktlichkeit\u201c und \u201eDeutsche Bahn\u201c\u00a0gefallen mir besonders gut. <strong>3.\tDas ARD-Hauptstadtstudio.<\/strong> Hat ein Mitarbeiter den Demonstranten gesteckt, wann genau die Aufzeichnung startet? Denn die Zeit ist variabel. Da klar war, dass der Bus mitten im Regierungsviertel nicht ewig im Halteverbot stehen kann, war es wichtig, die Zeit genau zu treffen.<\/p>\n<p><img alt=\"Es w\u00e4re nicht weit gewesen zu den R\u00e4umen des ARD-Hauptstadtstudios.\" loading=\"lazy\" width=\"4713\" height=\"3142\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/f8e31a21-c142-4186-8091-4240b4c4f7af.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Es w\u00e4re nicht weit gewesen zu den R\u00e4umen des ARD-Hauptstadtstudios.C. Hardt\/imago<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch die Tontechniker sollten sich fragen, ob sie den Beruf verfehlt haben. Sie h\u00e4tten die Aufzeichnung unterbrechen und die Ansteck-Mikrofone durch Handmikrofone ersetzen m\u00fcssen, wie es dann f\u00fcr die Fragen der Social-Media-Community im Anschluss auch passierte. Das Interview h\u00e4tte man zudem so bearbeiten k\u00f6nnen, dass die Fragen und Antworten besser zu verstehen sind. Das haben User wie Stefan Homburg auf X vorgemacht. Auf Anfrage teilte das ARD-Hauptstadtstudio der Berliner Zeitung mit, warum man das unterlassen hat: \u201eEine technische Nachbearbeitung der Aufnahme h\u00e4tte die Wirklichkeit verf\u00e4lscht.\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"false\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Wie kann es sein, dass jede Moderation aus einem ausverkauften Fu\u00dfballstadion unfallfrei und mit perfektem Ton \u00fcber die B\u00fchne geht, die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/ARD?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">#ARD<\/a> beim <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/sommerinterview?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">#sommerinterview<\/a> mit Alice Weidel schon wegen 10 Omas gegen Rechts komplett \u00fcberfordert ist?<\/p>\n<p>\u2014 Lord Florian M\u00f6ller \ud83c\udde9\ud83c\uddea\ud83c\udff4\udb40\udc67\udb40\udc62\udb40\udc73\udb40\udc63\udb40\udc74\udb40\udc7f (@realflomoeller) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/realflomoeller\/status\/1947200901912936662?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">July 21, 2025<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eTagesschau\u201c verharmlost das eigene Vorgehen<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Dabei h\u00e4tte man verbal thematisieren oder auch einblenden k\u00f6nnen, dass der Ton bearbeitet wurde oder beide Versionen in die Mediathek einstellen k\u00f6nnen. Denn: Was bringt ein authentisches Gespr\u00e4ch, wenn es keiner versteht? Und wer denkt eigentlich an die Millionen von Schwerh\u00f6rigen, die unter erschwerten Bedingungen nichts mehr verstehen? <strong>4.\tDie \u201eTagesschau\u201c.<\/strong> In Beitr\u00e4gen in \u201eTagesschau\u201c, \u201eTagesthemen\u201c und auf tagesschau.de wurde das eigene Vorgehen verharmlost, durfte sich Markus Prei\u00df unwidersprochen rechtfertigen: <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/buergergeld-weidel-sommerinterview-100.html\">Es sei eben eine \u201eExtremsituation\u201c gewesen.<\/a> Kein Wort des Bedauerns.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Gleich zwei Faktencheck-Beitr\u00e4ge wurden ver\u00f6ffentlicht. \u00dcberschrift: \u201eWas an den Aussagen von Alice Weidel nicht stimmt\u201c. Faktenchecker Pascal Siggelkow sagte bei tagesschau24: Es sei falsch, Kanzler Merz einen \u201eL\u00fcgenkanzler\u201c zu nennen, da es ja noch fr\u00fch in der Legislaturperiode sei und er noch viel von dem Versprochenen umsetzen k\u00f6nne. Dann best\u00e4tigten die Faktenfinder zwar die Tatsache, dass laut Statistischem Bundesamt 66 Prozent der B\u00fcrgergeld-Empf\u00e4nger entweder Ausl\u00e4nder sind oder einen Migrationshintergrund haben. Weidels Einsch\u00e4tzung, diese w\u00fcrden das \u201eSystem belasten\u201c sei aber \u201ezu pauschal\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Co-Autorin Alice Echtermann kam vor kurzem von Correctiv. 2015 schrieb sie auf ihrem Profil: \u201eViele Menschen hier, k\u00f6nnten aber noch mehr sein. Bei der Demo gegen Rassismus und AfD in Bremen.\u201c Meine Lieblings-Zwischen\u00fcberschrift im Text lautet: \u201e99,9 Prozent \u00fcberzeugt von menschengemachtem Klimawandel\u201c. Auch bei den Volkskammerwahlen hatte es bis 1988 immer \u00fcber 99 Prozent Zustimmung gegeben. <strong>5.\tDer \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk.<\/strong> Das Vertrauen in den \u00d6RR ist laut der Langzeitstudie zum Medienvertrauen der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/presse.uni-mainz.de\/medienvertrauen-sinkt-moderat-und-naehert-sich-weiter-dem-zustand-vor-der-corona-krise-an\/\">Uni Mainz 2024 mit 61 Prozent<\/a> auf einen Tiefpunkt gesunken.<\/p>\n<p>Dieses Interview wird den Sinkflug des \u00d6RR verst\u00e4rken<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ereignisse wie das Sommerinterview werden den Sinkflug verst\u00e4rken. Immer mehr Menschen glauben nicht mehr an Zufall. Das ist fatal. Denn der \u00d6RR erf\u00fcllt eine wichtige Rolle in unserer Demokratie. <strong>6.\tDie Antifa.<\/strong> Das Zentrum f\u00fcr Politische Sch\u00f6nheit feiert sich f\u00fcr seine Aktion. Bereits die erste Aktion der \u201eK\u00fcnstler\u201c 2017 war umstritten. Auf dem Nachbar-Grundst\u00fcck zum Wohnhaus von Bj\u00f6rn H\u00f6cke hatten sie eine Nachbildung des Shoah-Mahnmals aufgebaut. Das Recht auf Privatsph\u00e4re war ihnen egal, auch bei den Kindern der Familie des AfD-Politikers.<\/p>\n<p><img alt=\"Der \u201eAdenauer SRP+\u201c\u00a0des Zentrums f\u00fcr Politische Sch\u00f6nheit (ZPS)\" loading=\"lazy\" width=\"4500\" height=\"3000\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/11682e2d-c336-478d-9705-8bf32cd5ba55.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Der \u201eAdenauer SRP+\u201c des Zentrums f\u00fcr Politische Sch\u00f6nheit (ZPS)Ben Kriemann\/imago<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Den ehemaligen Mercedes-Gef\u00e4ngnistransporter nun so umzubauen, damit ein umgetextetes Chorlied eines Augsburger Chors aus den 100-Kilowatt-Lautsprechern schallen konnte, d\u00fcrfte teuer gewesen sein. Schon den Parteitag in Riesa hatte der Bus bewusst verz\u00f6gert. Spenden f\u00fcr das ZfPS sind beim Finanzamt steuerlich absetzbar. Die \u201eOmas gegen Rechts\u201c wurden gleich direkt mit Steuergeld gef\u00f6rdert. Sie st\u00f6rten das Interview von Anfang an mit Hupen und Trillerpfeifen, in der Hand einen Regenschirm in Regenbogenfarben und ein Kind.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ob man sich mit solchen Aktionen langfristig nicht mehr schadet, wird man sehen. <strong>7.\tDie Polizei.<\/strong> Ein Polizeiwagen steht am Spreeufer, als der Bus vorf\u00e4hrt. Mitten in der Bannmeile im Regierungsviertel. Hier sind Demonstrationen nur in Ausnahmef\u00e4llen erlaubt. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/absprachen-beim-sommerinterview-jetzt-spricht-die-polizei-li.2341468\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trotzdem greifen die Polizisten nicht ein<\/a>. Im Gegenteil: Sie fahren weg. Das l\u00e4sst den Schluss zu, dass die Aktion bekannt war und toleriert wurde. Denn sonst h\u00e4tte man eingreifen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich h\u00e4tten auch Terroristen mit Sprengstoff im Bus sitzen k\u00f6nnen \u2013 im Herzen des politischen Berlins. Die Polizei verteidigt ihr langes Nicht-Eingreifen damit, dass der Bus \u201eabgeschlossen\u201c war.<\/p>\n<p>Leitmedien werfen sich sch\u00fctzend vor die ARD<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">TV-Bilder zeigen aber, dass eine der beiden T\u00fcren offen war. Weiter schreibt die Polizei, dass es im Ermessen des \u00f6rtlichen Polizeif\u00fchrers liege, eine spontane Demonstration zu genehmigen. Dem widerspricht das Bundesinnenministerium. F\u00fcr die Zulassung entsprechender Antr\u00e4ge in befriedeten Bezirken sei nur das Bundesministerium des Innern zust\u00e4ndig. Die Polizei h\u00e4tte also gar keine Genehmigung erteilen d\u00fcrfen, sondern die Demonstration sofort aufl\u00f6sen m\u00fcssen. <strong>8.\tDie Leitmedien.<\/strong> Widerspr\u00fcche wie diese werden aber nicht durch die etablierten Leitmedien, sondern durch sogenannte Alternativmedien aufgedeckt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Hunderte Artikel und genauso viele Stunden Meinung werden stattdessen zum Sommerinterview produziert. Dabei m\u00fcsste jede Redaktion ihren besten Redakteur darauf ansetzen: Gab es eine Kooperation mit der Polizei oder mit der ARD? Fakten, Fakten, Fakten hie\u00df es fr\u00fcher, heute hei\u00dft es Meinung, Meinung, Meinung. Die Leitmedien werfen sich stattdessen sch\u00fctzend vor die ARD. Zum Beispiel die stellvertretende Chefredakteurin des Spiegel, Melanie Amann. Auf LinkedIn schreibt sie: \u201eNeuerdings ist der Schuldige in jeder z\u00fcnftigen politischen Debatte im Zweifel immer die ARD \u2026 Dabei haben doch nicht die Journalisten die Protestler bestellt oder gar unterst\u00fctzt, und sie h\u00e4tten die L\u00e4rmquellen auch nicht selbst ausschalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><img alt=\"Ist derzeit in vielen Talkshows des \u00d6RR anzutreffen: Melanie Amann.\" loading=\"lazy\" width=\"5694\" height=\"3796\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/7e98a19d-8c92-48c5-b778-2506940f2667.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Ist derzeit in vielen Talkshows des \u00d6RR anzutreffen: Melanie Amann.teutopress\/imago<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Blick von Amann auf die ARD ist m\u00f6glicherweise milde, da sie derzeit in kaum einer Talkshow des \u00d6RR fehlen darf. Auch Spiegel-Korrespondent Timo Lehmann findet: \u201eWo sind wir eigentlich angekommen? Deutschland h\u00e4tte ein riesiges Problem, wenn es solche Proteste nicht mehr g\u00e4be.\u201c Michael Borgers, Redakteur bei Deutsche Welle, WDR und Deutschlandfunk, schreibt auf Bluesky: \u201eIch kann nicht mehr aufh\u00f6ren zu lachen.\u201c <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/bsky.app\/profile\/georgrestle.bsky.social\/post\/3luhil7hqzc2p\">Und Georg Restle, Redaktionsleiter des ARD-Magazins \u201eMonitor\u201c<\/a>, meint: \u201eVerstehe nicht ganz, woher bei Demokraten die Aufregung r\u00fchrt, dass B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen am 20. Juli mit Mitteln des zivilen Widerstands daf\u00fcr sorgen, dass die Anf\u00fchrerin einer rechtsextremen Partei in Deutschland nicht ganz so gut verstanden wird, wie sie es gerne h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n<p>Weidel erkannte schnell, dass ihr die St\u00f6rung nutzt<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das Datum 20. Juli wird in diesem Zusammenhang oft aufgegriffen. Der Jahrestag des Attentats von 1944 auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere Verschw\u00f6rer. Erstaunlich, dass stramme Nazis zu S\u00e4ulenheiligen der Linken werden konnten. Und welches Datum ist eigentlich nicht belastet in Deutschland? W\u00e4ren der 27. Januar (Gedenktag an die Shoah), der 30. Januar (Hitlers Machtergreifung), der 20. April (Geburtstag Adolf Hitlers), der 8. Mai (bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht) oder der 1. September (\u00dcberfall auf Polen) besser gewesen? <strong>9.\tDie anderen Parteien.<\/strong> Das dr\u00f6hnende Schweigen der Vertreter anderer Parteien ist auff\u00e4llig.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Dabei stelle man sich nur einmal vor, es w\u00e4re nicht das Interview von Alice Weidel gest\u00f6rt worden, sondern Demonstranten h\u00e4tten das Gespr\u00e4ch mit Merz oder Banaszak unm\u00f6glich gemacht. Es h\u00e4tte emp\u00f6rte Wortmeldungen ohne Pause gegeben. <strong>10.\tDie Demokratie.<\/strong> Einen Meter Luftlinie entfernt voneinander verstehen sich Alice Weidel und Markus Prei\u00df akustisch nicht. So kann kein Interview zustande kommen. Der Austausch von Argumenten, das Grundprinzip der Demokratie, findet nicht statt. Egal, was Dutzende Arbeitsgruppen im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, was Intendanten, Chefredakteure oder Medienwissenschaftler zu der Frage sagen, ob man mit der AfD sprechen darf und falls ja wie \u2013 30 Omas und zwei \u201eK\u00fcnstler\u201c beantworten die Frage undemokratisch auf ihre Art und bestimmen den Diskurs eines 84-Millionen-Einwohner-Landes ohne Debatte ma\u00dfgeblich mit.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><strong>11.\tEine Gewinnerin.<\/strong> Alice Weidel hat schnell erkannt, dass die Proteste ihr mehr nutzen als schaden. Sie musste kein konfrontatives Verh\u00f6r mehr f\u00fcrchten und kann sich nun in der beliebten Opferrolle sonnen. Argumentativ sonst oft unsicher und schwach, zeigte sie hier Nervenst\u00e4rke und profitiert nun sogar davon, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/streit-um-sommerinterview-mit-alice-weidel-afd-gegner-brauchen-untereinander-mehr-empathie-14075090.html\">dass selbst Nicht-AfD-Sympathisanten den Umgang mit der Partei gei\u00dfeln<\/a>. In einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL steht die Partei inzwischen bei 25 Prozent \u2013 gleichauf mit der Union. Sich mit so einer starken politischen Kraft inhaltlich auseinanderzusetzen, w\u00e4re dringender denn je.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><strong>Empfehlungen aus dem BLZ-Ticketshop:<\/strong><\/p>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit 35 Jahren bin ich Journalist. 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