{"id":294711,"date":"2025-07-26T05:47:21","date_gmt":"2025-07-26T05:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294711\/"},"modified":"2025-07-26T05:47:21","modified_gmt":"2025-07-26T05:47:21","slug":"ddr-richterin-erzaehlt-von-ihren-erfahrungen-in-zwei-systemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/294711\/","title":{"rendered":"DDR-Richterin erz\u00e4hlt von ihren Erfahrungen in zwei Systemen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Lust darauf machen, das ganze Buch zu lesen \u2013 das w\u00fcnscht sich Manuela Fritz, wenn sie jetzt zum ersten Mal aus ihrem Buch \u201eIm Namen des Volkes\u201c lesen wird. Und es gibt mindestens drei Gr\u00fcnde, warum das gelingen sollte, wenn die Autorin dieser Tage nach Neubrandenburg kommt.<\/p>\n<p>Berufliche und pers\u00f6nliche Erfahrungen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Justiz und Rechtsprechung versprechen zweifellos spannende Themen. \u00dcberdies erz\u00e4hlt Manuela Fritz von ihren beruflichen (und pers\u00f6nlichen) Erfahrungen in zwei Gesellschaftssystemen, die viele Leser\/Zuh\u00f6rer an ihre eigenen Lebenswege in der DDR und im wiedervereinten Deutschland erinnern d\u00fcrften.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Und drittens f\u00fchrt das Lesungsdeb\u00fct die Autorin quasi in ihre Heimat: Geboren in Mirow als Manuela Nadler, aufgewachsen zun\u00e4chst in Neustrelitz und Wesenberg, hatte sie schlie\u00dflich in der Vier-Tore-Stadt ihre Schulzeit verlebt und 1976 an der damaligen EOS \u201eFriedrich Engels\u201c das Abitur abgelegt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ihr Traumberuf stand damals schon fest: Bereits seit der 9. Klasse hatte sie Richterin werden wollen, erz\u00e4hlt die heute 68-J\u00e4hrige. Sie hat sich diesen Traum erf\u00fcllt, in Berlin Jura studiert, 1981 dann am Kreisgericht Oranienburg angefangen.<\/p>\n<p>Ohne Bitterkeit nach gesellschaftlichem Wandel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nach der Wende konnte sie ihren Berufsweg am nunmehrigen Amtsgericht fortsetzen \u2013 wenngleich die \u00fcbernommenen ostdeutschen Richter eher \u201egeduldet\u201c und beargw\u00f6hnt wurden, stellt sie fest. Gem\u00e4\u00df einer Regelung im Einigungsvertrag wurden die DDR-Jahre \u00fcbrigens auch nicht f\u00fcr die Pension angerechnet, weil Richter vorgeblich nach politischen Kriterien entschieden h\u00e4tten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c47b6eb1-e712-479c-a65b-eae2f87cc6a9.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Manuela Fritz, Autorin des Buches &quot;Im Namen des Volkes - Richterin in zwei Systemen von 1981 bis 2022&quot;\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Manuela Fritz, Autorin des Buches &#8222;Im Namen des Volkes &#8211; Richterin in zwei Systemen von 1981 bis 2022&#8220; (Foto: privat)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDagegen verwahre ich mich\u201c, stellt Manuela Fritz klar, zieht aber insgesamt keineswegs eine bittere Bilanz: Ebenso wie viele Altersgef\u00e4hrten, die sie noch aus der Schulzeit kennt, habe sie ihre Bildung und Kompetenzen nutzen k\u00f6nnen, um auch unter ver\u00e4nderten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen Fu\u00df zu fassen. Das machte immerhin den Gro\u00dfteil ihres insgesamt 41 Jahre w\u00e4hrenden Berufslebens in zwei Systemen aus.<\/p>\n<p>Fallbeispiele aus dem Familienrecht<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Hauptanliegen der Richterin, die sich vor allem dem Familien- und sp\u00e4ter Zivilrecht widmete, war stets der Wunsch nach \u201eL\u00f6sungen, mit denen sich beide Parteien hinterher in die Augen sehen k\u00f6nnen\u201c \u2013 nach Schlichtung, Kompromissen, Vergleichen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nicht immer war das m\u00f6glich, wie sie im Buch an einigen exemplarisch ausgew\u00e4hlten Fallbeispielen beschreibt: Da konnte auch schon mal ein Hund zum Scheidungsgrund werden, die homosexuelle Beziehung eines Partners die Illusion einer gl\u00fccklichen Kleinfamilie beenden oder die Ehe zweier \u00e4lterer Menschen unwiederbringlich zerr\u00fcttet sein. Credo der Richterin war und blieb dabei, niemals nur die Akten zu sehen, sondern immer auch die Auswirkungen f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n<p>Alleinerziehend und voll im Beruf<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Manuela Fritz schreibt aber nicht nur \u00fcber Berufliches. Sie erz\u00e4hlt auch von DDR-Erfahrungen, wie sie viele Menschen teilen k\u00f6nnen: vom umfassenden Schulsystem \u00fcber die langwierige Auto-Anmeldung bis zu den Segnungen eines Ehekredits &#8230; nicht zu vergessen von der Selbstverst\u00e4ndlichkeit, als Frau und auch als alleinerziehende Mutter, wie Manuela Fritz eine war, voll berufst\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nach der Wende war sie damit eine Exotin, aber sie schaffte es, samt allem n\u00f6tigen Hinzu-Lernen auch Zeit f\u00fcr ihre Kinder zu haben: \u201eWas mir wichtig ist, dem ordne ich anderes unter. Zum Gl\u00fcck bin ich sehr strukturiert\u201c, res\u00fcmiert sie ganz sachlich.<\/p>\n<p>Wie der \u201eKulturschock\u201c zur Heimat wurde<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zun\u00e4chst \u201enur f\u00fcr die Kinder\u201c (und Enkel) nahm sie mit dem Ruhestand 2022 dann auch das Schreiben in Angriff. Dabei erz\u00e4hlt sie auch von ihren Wurzeln; von jenen Umst\u00e4nden, die die Eltern nach Mecklenburg f\u00fchrten, wo der Vater viele Jahre LPG-Vorsitzender in Wesenberg war; von dem \u201eKulturschock\u201c f\u00fcr sie und ihren Bruder mit dem Umzug von der ungebundenen Kindheit auf dem Lande in die aufstrebende Bezirksstadt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Doch Neubrandenburg wurde ihr zur Heimat und habe sich \u201etoll entwickelt\u201c, findet die Autorin. Noch bis 1994 hatten ihre Eltern in der Vier-Tore-Stadt gelebt; sp\u00e4ter studierten Tochter und Schwiegersohn hier und bekamen hier auch ihr erstes Kind. Einer besonders langj\u00e4hrigen Freundschaft ist nun auch die erste Lesung zu verdanken.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Manuela Fritz&#8216; Buch \u201eIm Namen des Volkes &#8211; Richterin in zwei Systemen von 1981 bis 2022\u201c ist bei Amazon erh\u00e4ltlich (187 Seiten, ISBN 979-8307797396). Daraus lesen wird die Autorin am 28. Juli um 11 Uhr in der SCN-Kanutrainingsst\u00e4tte, Schillerstra\u00dfe 6, in Neubrandenburg.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3412f007-ce9c-419c-8ea4-ab3ec2760597.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Das unabh\u00e4ngig ver\u00f6ffentlichte Buch ist bei Amazon erh\u00e4ltlich.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Das unabh\u00e4ngig ver\u00f6ffentlichte Buch ist bei Amazon erh\u00e4ltlich. (Foto: Verlag)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lust darauf machen, das ganze Buch zu lesen \u2013 das w\u00fcnscht sich Manuela Fritz, wenn sie jetzt zum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":294712,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[7358,1784,1797,1785,29,214,30,101,86289,15672,30404,215],"class_list":{"0":"post-294711","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-biografie","9":"tag-books","10":"tag-buch","11":"tag-buecher","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-germany","15":"tag-lesung","16":"tag-manuela-fritz","17":"tag-neubrandenburg","18":"tag-richterin","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114917962380125263","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294711","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294711"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294711\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/294712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294711"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294711"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}